Vier-Sterne-Gästehaus für Rohrdorf

 Bauherren setzen auf möglichst nachhaltige Nutzung der Energie-Ressourcen

Rohrdorf – Was von der Ferne ganz gewollt wie ein Stadel anmutet, wird sich aus der Nähe betrachtet als moderner Hotelbau entpuppen: In der Rohrdorfer Ortsmitte entsteht in den kommenden Monaten ein Vier-Sterne-Gästehaus mit 36 Zimmern, jedes davon mehr als 30 Quadratmeter groß und mit Balkon beziehungsweise Terrasse ausgestattet. Die Gestaltung des Gebäudes mit dem verputzten Erdgeschoss und dem auskragenden, mit Lärchenholz verkleideten Obergeschoss greift dabei die klassischen Elemente oberbayerischer Hofgebäude auf.

Unser Ziel ist es, einen neuen Identifikationspunkt für die Ortsmitte zu schaffen.“, umriss Architekt Uwe Stoeger anlässlich des symbolischen ersten Spatenstichs den planerischen Anspruch des 4,5-Millionen-Euro-Projekts gleich gegenüber dem Mutterhaus, dem Hotel zur Post. Denn auf augenfällige Weise verbindet der 35 Meter lange und 19 Meter breite Neubau, welcher das in die Jahre gekommene Gästehaus direkt an der Abzweigung zur Bahnhofstraße ablösen wird, traditionelle Bauweise mit zeitgenössischer Architektur (Foto oben).

Symbolischer Spatenstich bei strahlendem Sonnenschein für ein Vier-Sterne-Gästehaus in der Rohrdorfer Ortsmitte: Bauleiter Karl Garaventa, Architekt Uwe Stoeger, Theresa und Thomas Albrecht, MdL Klaus Stöttner und Bürgermeister Christian Praxl (von links). Foto: Pilger

Symbolischer Spatenstich bei strahlendem Sonnenschein für ein Vier-Sterne-Gästehaus in der Rohrdorfer Ortsmitte: Bauleiter Karl Garaventa, Architekt Uwe Stoeger, Theresa und Thomas Albrecht, MdL Klaus Stöttner und Bürgermeister Christian Praxl (von links). Foto: Pilger

Hochwärmedämmende Baustoffe, der Anschluss an die bestehende Hackschnitzelheizung des Hotels, Solar- und Photovoltaikanlagen für Brauch- und Heizwasser und den hauseigenen Strombedarf sowie die Verwendung von Erdwärme und eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gewährleisten eine möglichst nachhaltige Nutzung der Ressourcen. Zusätzlich setzt das Klimakonzept auf eine Bauteilaktivierung: Die Geschossdecken sind von einem Rohrsystem durchzogen, wobei das dort zirkulierende Wasser je nach Bedarf Wärme aufnehmen (kühlen) oder abgeben (heizen) kann und so zu jeder Tages- und Jahreszeit für behaglich temperierte Gästezimmer sorgt. „Damit setzen wir neue Maßstäbe im Landkreis.“, ist Architekt Stoeger überzeugt.

Als einen „Riesenvorteil für die Gemeinde“ begrüßte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl die Tatsache, dass dieser Vorzeigebetrieb hier kräftig investiere. Erst Ende Juli hatte der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für den Bauantrag in Verbindung mit einem umfassenden Stellplatzkonzept für den gesamten Hotelbetrieb gegeben. Insgesamt hätten die Pläne binnen nur drei Monaten das Genehmigungsverfahren durchlaufen, ergänzt Bauleiter Karl Garaventa hoch erfreut.

Möglich gemacht hat das Vorhaben allerdings erst die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotelübernachtungen, die im Jahr 2010 in Kraft getreten ist. „Ohne diese Entlastung hätten wir nicht gebaut.“, erklären die Bauherren Theresa und Thomas Albrecht ganz nachdrücklich.

Umso mehr sieht der tourismuspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion Klaus Stöttner die nachhaltige Politik seiner Partei bestätigt; die CSU hatte seinerzeit auf den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent gedrungen. Er lobte beim Ortstermin in Rohrdorf insbesondere den Mut des Hotelier-Paares, das so eingesparte Geld zu reinvestieren; zumal letztlich auch Arbeitsplätze in der Region sichere.

pil