Schaufeln für den Spiel-Platz

Rohrdorfer Trachtler setzen Spatenstich für Theaterbühne hinterm Heimathaus

Rohrdorf – Jetzt kann’s losgehen, wenn auch deutlich später als ursprünglich geplant: Mit dem ersten Spatenstich für den Anbau der Theaterbühne ans Achentaler Heimathaus geht für die Rohrdorfer Trachtler ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Im Keller entstehen zusätzlich Lager- und Sitzungsräume; ebenso werden die sanitären Anlage erneuert und behindertengerecht ausgestattet. Spielt das Wetter mit, könnte der Rohbau noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Im Winter soll es dann an den Innenausbau gehen.

Bevor die Bagger fürs Grobe anrücken, setzten die Vertreter des Trachtenvereins „Achentaler“, der Lokalen Aktionsgruppe des Leader-Förderprogramms und Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl den traditionellen Spatenstich für den Anbau ans Achentaler Heimathaus.

Ohne die Fördermittel aus dem Leader-Programm „wäre es nicht gegangen“, verdeutlichte Rupert Wagner, Vorstand des GTEV „Achentaler“. Den Zuwendungsbescheid über exakt 191.863,99 Euro hatten Georg Baumgartner vom Landwirtschaftsamt Rosenheim und Felix Schwaller, der Vorsitzender der LAG Mangfalltal – Inntal, gleich mitgebracht. Nach dem Gaufest und dem Freilichttheater zeige sich mit diesem „Vorzeigeprojekt“ einmal mehr, dass der Trachtenverein große Projekte stemmen kann, betonte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl. Die Gemeinde bezuschusst das Vorhaben mit 100.000 Euro.

mehr zum Anbau der Theaterbühne im Interview mit Simon Hausstetter

Passend zum Spatenstich hatten der LAG-Vorsitzende Felix Schwaller und Georg Baumgartner vom Landwirtschaftsamt Rosenheim den Förderbescheid im Gepäck. – Sehr zur Freude von „Achentaler“-Vorstand Rupert Wagner (von links).

interview mit simon hausstetter

Die Gründe für die Verschiebung des Baubeginns um rund ein Jahr und für die erheblichen Mehrkosten bei dem ehrgeizigen Projekt erläuterte im Vorfeld des Spatenstichs Simon Hausstetter, stellvertretender Museumsleiter und Brauchtumswart beim Rohrdorfer Trachtenverein „Achentaler“; er hat sich im Zuge des Bauprojekts um die Leader-Förderung gekümmert.

Herr Hausstetter, ursprünglich sollten die Bagger für den Anbau der Theaterbühne ans Achentaler Heimathaus bereits im vergangenen Herbst anrücken. Nun ist es ziemlich genau ein Jahr später geworden. Woran lag es, dass der Baubeginn so weit nach hinten verschoben werden musste?

„Das hat mehrere Gründe. Zunächst mussten wir sehr lange auf die Baugenehmigung des Landratsamtes warten, dann musste das Gelände noch vom Kampfmittelbeseitigungsdienst untersucht werden. Parallel dazu lief die umfangreiche Bewerbung um Fördermittel des LEADER-Programms. Die Bewilligung liegt uns nun vor, der Bau kann beginnen.“

Derzeit rechnet der Trachtenverein als Bauherr mit Kosten von rund 500.000 Euro; einer Schätzung aus dem Jahr 2016 zufolge sollte der Anbau rund 300.000 Euro kosten. Was ist die Ursache für die erheblichen Mehrkosten?

„Bohrungen haben ergeben, dass der Untergrund für unser Bauprojekt derart ungünstig ist, dass wir uns mit einer aufwendigen Pfählung behelfen müssen, um sowohl das Bestandsgebäude als auch den Anbau nicht zu gefährden. Hier zu sparen, wäre mit großem Risiko verbunden.“

Das Leader-Förderprogramm unterstützt das Projekt „Theaterbühne Rohrdorf“ mit 200.000 Euro; die erforderliche Bürgschaft hat die Gemeinde übernommen. Zusätzlich gewährt die Kommune einen Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro. Und für den Fall einer Finanzierungslücke hat der Gemeinderat jüngst zudem ein Darlehen über 100.000 Euro in Aussicht gestellt. Bleiben 100.000 Euro, die der Verein beitragen wird. Bedeutet dies nicht einen enormen finanziellen Kraftakt für die „Achentaler“?

„Natürlich schüttelt man als Verein 100.000 Euro nicht so einfach aus dem Ärmel; aber wir haben in den letzten Jahren gut gewirtschaftet und beim Gaufest 2015 und dem Freilichtspiel „Madam Bäuerin“ 2017 hohe Einnahmen erzielt. Wir sind also durchaus in der Lage, Eigenmittel in dieser Größenordnung zu erbringen, wenngleich dies natürlich Dimensionen annimmt, die für uns neu sind.“

Und schließlich: Wann soll  – nach dem derzeitigen Stand der Dinge – das erste Theaterstück im neuen Anbau „über die Bühne gehen“?

„Diese Frage lässt sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Sicher ist, dass die turnusgemäße Theateraufführung im Frühjahr 2018 ausfallen wird. Wann und wie wir die neue Bühne dann einweihen, wird sich im nächsten Jahr zeigen. Jetzt müssen wir zunächst alle Kräfte bündeln, um vor Weihnachten den Rohbau fertigstellen und dann im Winter an den Innenausbau gehen zu können.“