Standort Thansau wird Teil der Lead Factory

Antennen-Hersteller Kathrein bündelt Bereich Operations künftig am Werk IV – Ausbau und 200 neue Arbeitsplätze

von Marisa Pilger

Thansau – Im Zuge der Umstrukturierung beim Antennen-Hersteller Kathrein fällt dem Standort Thansau (Gemeinde Rohrdorf) eine wesentliche Rolle zu. Er wird Bestandteil des Lead Factory-Konzepts für Rosenheim, wo innovative Fertigungsprozesse entwickelt und soweit erprobt und optimiert werden, dass sie für eine stabile Serienproduktion eingesetzt werden können. Rund 200 hochwertige Arbeitsplätze sollen dadurch in den kommenden Jahren in Thansau entstehen. Läuft alles planmäßig, könnte 2018 der erste Spatenstich für die Gebäude gesetzt werden.

Begleitend zum Ausbau der Forschung und Entwicklung am Werk III soll der Bereich Operations, zu dem unter anderem die Logistik zählt, künftig in Thansau gebündelt werden. Der international führende Spezialist für Kommunikationstechnik will deshalb die seit 1994 bestehende Firmenstätte im Gewerbegebiet „Am Griesenholz“, wo derzeit rund 480 Mitarbeiter beschäftigt sind, kräftig erweitern und zu diesem Zweck die angrenzende Wiesenfläche miteinbeziehen.

Moderne ansprechende Industriearchitektur prägt die Planung, die Architekt und Generalplaner Carl Schleburg den Rohrdorfer Gemeinderäten bei der Sitzung im Werk IV, also gewissermaßen direkt am Ort des Geschehens, ebenso anschaulich wie unterhaltsam vorstellte. Vorgesehen sind dort unter anderem ein neuer Gebäudekomplex mit begrünten Dachflächen sowie ein Mitarbeiter-Casino und ein Parkdeck, das auf sechs Ebenen gut 550 Stellplätze bietet.

Das Entwicklungskonzept, für das bereits auch Untersuchungen im Hinblick auf die Bodenbeschaffenheit, die Verkehrslage, auf Schallemissionen, Entwässerungsmöglichkeiten und die ökologischen Gegebenheiten angestellt worden sind, stieß jedenfalls auf volle Zustimmung: Unisono gab das Gremium den Startschuss für die erforderliche 5. Änderung des Bebauungsplans „TH 6 Am Griesenholz“ sowie für die Änderung des Flächennutzungsplans.

Nicht nur was ökologisches Bauen anbelangt, zog sich das Thema Umwelt wie ein roter Faden durch die Präsentation. So gab Schleburg einen Überblick über die Maßnahmen, die die Eingriffe in die Natur ausgleichen sollen. Unter anderem wird in Absprache mit den Fachbehörden im hinteren, östlichen Teil des Geländes noch vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten ein Biotop als Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten geschaffen.

Der Werksverkehr auf dem kompletten Areal wird künftig über eine Ringstraße auf dem Betriebsgelände abgewickelt. Damit ist auch ein Thema vom Tisch, das vor einigen Jahren für Unmut gesorgt hatte: Damals war vorgesehen, die Zufahrt für das neue Gelände in der Verlängerung der Sebastian-Tiefenthaler-Straße durch ein Waldstück zu führen, was sowohl Naturschützer als auch Anlieger auf den Plan gerufen hatte. Diese 4. Änderung des Bebauungsplans wurde dann nicht mehr weiterverfolgt und nun formell aufgehoben.