Grüß Gott aus dem Raum Rosenheim

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Auch künftig mit dem Bus zur Radlprüfung
Gemeinderat: Kein Übungsplatz am Turner Hölzl - Kontroverse Diskussion um Tauchclub-Vereinsheim


Bürgerinitiative gibt weiterhin Vollgas
Autobahnausbau: Grünbrücke noch nicht aus dem Rennen
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Volles Programm vor der Sommerpause
Gemeinderat: Kindergarten, Schülerbeförderung, Flächennutzungsplan, Aventura, Zuschussantrag

Rohrdorf (pil) – Nach längerer Wartezeit steht der Abriss des Thansauer Kindergartens nun unmittelbar bevor; denn mit der Vergabe der Abbrucharbeiten sowie einer Reihe von Gewerken für den Neubau hat der Gemeinderat endgültig die letzten Tage des 35 Jahre alten Flachdachbaus an der Wacholderstraße eingeläutet. Mehrere Eltern hatten unterdessen den ausbleibenden Informationsfluss von Seiten der Gemeinde bemängelt: Bereits im April waren Krippen- und Kindergartenzwergerl in die Container umgezogen. Allerdings brachte das Genehmigungsverfahren Verzögerungen mit sich, die den Ablauf zeitlich nach hinten verschoben haben. So konnte die Submission der Angebote erst Ende Juni vorgenommen werden. Den angepeilten Fertigstellungstermin Ende Juli 2011 sieht Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl aber nicht in Gefahr. Und mit den nunmehr vergebenen Leistungen von insgesamt etwa 1,8 Millionen Euro liege man gut innerhalb der Kostenschätzung des Architekten.
Ein weiteres Thema bei der Sitzung, die einer Tradition folgend diesmal wieder im Zementwerk abgehalten wurde, bildete die Beförderung der Schüler aus Weilern, welche der reguläre Schulbus nicht anfahren kann. Jetzt lagen die Ergebnisse der vor einigen Wochen angekündigten Bedarfserhebung auf dem Tisch; demnach muss die Gemeinde ab Herbst für den Transport von 15 Kindern sorgen, die entweder mehr als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen oder deren Schulweg von der Polizei als gefährlich eingestuft wurde. Zu diesem Zweck werden fürs kommende Schuljahr zwei Kleinbusse (Neunsitzer) geleast; zudem wird ein weiterer Fahrer auf 400 Euro-Basis gesucht. Bislang ist für die Fahrten leihweise der Bus des Sozialwerks auf Achse.
Mit der Billigung des Vorentwurfs und dem Startschuss für Behördenbeteiligung und Bürgeranhörung hat der Gemeinderat - nach den ortsteilbezogenen Informationsabenden und einer anschließenden Klausursitzung – den neuen Flächennutzungsplan ins Verfahren geschickt. Bei einer Sondersitzung – voraussichtlich im September - werden dann die Anträge der Bürger im Einzelnen behandelt. Aber auch in dem gegen drei Stimmen verabschiedeten Entwurf hat die frühzeitige Bürgerbeteiligung bereits Niederschlag gefunden: Angesichts einer Unterschriftenaktion mit 150 Unterzeichnern wurde auf die Option verzichtet, den Höhenmooser Sportplatz auszulagern. Dagegen beinhaltet der Plan weiterhin die umstrittene Erweiterung des Dorfes nach Norden hin.
Von rechts eine Zufahrt, von links eine Zufahrt, in der Mitte aber keine Brücke mehr. Jetzt wird eine Alternative gesucht, damit die Waldbauern ihre Grundstücke wieder erreichen können. Foto: pil
An ihrem selbstverordneten Sparkurs bei der Vereinsförderung hält die Gemeinde auch in Sachen Rudersport-Club Rosenheim fest. Der Verein hatte im Rathaus um finanzielle Unterstützung für den Bau des geplanten Bootshauses an der Ahornstraße ersucht. Für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, welcher ein zinsloses Darlehen von 5000 Euro über eine Laufzeit von zehn Jahren mit einer Tilgung von 500 Euro jährlich vorsah, konnten sich allerdings nur acht der 20 Räte erwärmen.
Für Kopfzerbrechen sorgt unterdessen der Abbruch der Brücke über die Rohrdorfer Achen zwischen Achenmühle und Heiglmühle. Jahrelang waren die Waldbauern über Privatgrund zu ihren oberhalb der Kreisstraße gelegenen Forsten gelangt. Vor einiger Zeit jedoch hat der Grundstückseigentümer die Brücke und damit die einzige Zufahrtsmöglichkeit abgerissen. Die Pläne der Gemeinde, stattdessen wenige Meter entfernt auf gemeindlichem Boden eine neue Brücke zu bauen, wurden angesichts von Kosten in Höhe von 77.000 Euro wieder verworfen. Eine Furt jedoch ist an dieser Stelle nicht möglich. Nun soll die Verwaltung nach Alternativen für eine praktikable und kostengünstige Überquerung des Baches suchen.
Dagegen bereitet das rote X, das in den kommenden zwei Jahren an der Inntalautobahn entstehen soll, der Mehrheit des Rohrdorfer Gemeinderats offenkundig keine Probleme. Argumente wie „Das ist für Rohrdorf ohne großen Belang.“ und „Wenn nicht in Kiefersfelden, dann wird es eben auf der anderen Seite des Inn, in Tirol, gebaut.“, wurden unter anderem bei der kurzen Diskussion ins Feld geführt. Mit 14:6 fiel das Votum – quer durch die Fraktionen – schließlich recht deutlich zugunsten des geplanten Einkaufs- und Erlebniszentrums „Aventura Kiefersfelden“ aus. Im Kreise der Stadt-Umland-Gemeinden steht Rohrdorf mit seiner Haltung zu dem Millionenprojekt der Kufsteiner Firma Unterberger recht alleine da. Nicht nur Rosenheim und Raubling beurteilen das Vorhaben mehr als kritisch; so haben sich zuletzt unter anderem auch Stephanskirchen und Großkarolinenfeld im Rahmen des Raumordnungsverfahrens einer gemeinsamen, ablehnenden Stellungnahme des Stadt-Umland-Bereichs angeschlossen.
Juli 2010


Schülertransport stellt Rohrdorf vor neue Aufgabe
Gemeinderat spricht sich für genaue Bedarfsermittlung aus

Rohrdorf (pil) – Die Beförderung der Schulkinder aus den Außenbereichen, in denen für den regulären Schulbus keine Zufahrts- beziehungsweise Wendemöglichkeit besteht, stellt die Gemeinde Rohrdorf vor neue Aufgaben. Derzeit werden die Mädchen und Buben aus Weilern wie Hetzenbichl oder Speckbach morgens im Kleinbus des Sozialwerks ins Turner Hölzl gebracht und mittags (je nach Unterrichtsende zu zwei unterschiedlichen Zeiten) wieder retour. Rund 80 Kilometer legt der Fahrer dabei täglich zurück. Allerdings wird der Achtsitzer im kommenden Schuljahr nicht mehr ausreichen, da ab Herbst wesentlich mehr Kinder aus diesen Ortsteilen in die Schule gehen werden.
Zwischen 25.000 und 50.000 Euro pro Jahr rangieren die Angebote verschiedener Unternehmen, die die Verwaltung jetzt eingeholt hat - beispielsweise für zwei Achtsitzer beziehungsweise einen 19-Sitzer (inklusive Fahrer). Zum Vergleich: Für den großen Schulbus zahlt die Gemeinde jährlich rund 70.000 Euro.
Vor einer Entscheidung des Gemeinderats, wie der Schülertransport künftig gelöst wird, will man jedoch den genauen Bedarf ermitteln. Gemeinsam mit der Polizei soll geprüft werden, in welchen Fällen ein Anspruch auf Beförderung überhaupt gegeben ist, beziehungsweise wo es zumutbar ist, die Kinder bis zur nächsten Haltestelle gehen zu lassen. Gemäß der „Verordnung über die Schülerbeförderung“ ist die Kommune in der Pflicht, sobald der Schulweg für Grundschüler länger als zwei Kilometer ist. Bei besonders beschwerlichen oder gefährlichen Wegen, heißt es dort weiter, kann eine Notwendigkeit auch bei geringeren Entfernungen anerkannt werden.
In einem engagierten Kurzreferat informierte die Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Marianne Keuschnig, über Inhalt und Zielsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die im vergangenen Jahr auch in Deutschland in Kraft getreten ist. Erstmals sei damit ein Völkerrechtsdokument verfasst und ratifiziert worden, welches die vollständige Inklusion behinderter Menschen fordert; den Betroffenen über den Begriff der Integration hinausgehend also das Recht zuschreibt, in vollem Umfang an der Gesellschaft teilzuhaben. Dies umfasse neben dem Anspruch auf Bildung und Arbeit insbesondere das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, mahnte sie ein Umdenken in der Bevölkerung an.
In der Gemeinde Rohrdorf, wo 406 Menschen – rund acht Prozent der Einwohner - einen Behindertenausweis besitzen, sei manchen Aspekten zwar bereits Rechnung getragen, verwies sie auf die Petö-Klassen, den Integrationskindergarten in Achenmühle und den barrierefreien Zugang zum Rathaus. „Aber das reicht noch nicht“. Nach wie vor machten Stufen oder Miniaturschriften auf Hinweisschildern Behinderten das Leben schwer, fehlten geeignete Arbeitsplätze. Als weiterer Beitrag Rohrdorfs zur Inklusion ist für Keuschnig beispielsweise die Einrichtung einer Wohngruppe für Behinderte denkbar.
Eine Debatte entspann sich um die Jahresrechnung 2009, die dem Gremium nach der Prüfung im Ausschuss nun zur Feststellung vorlag. Der Bürgerblock kritisierte die Informationspolitik des ersten Bürgermeisters bezüglich einer Vertragsangelegenheit – Christian Praxl ist derzeit erkrankt und wurde von Vize Joachim Wiesböck vertreten – und verweigerte geschlossen die Entlastung. Wiesböck indes betonte, dass der Rechnungsprüfungsausschuss sämtliche gewünschten Unterlagen erhalten habe. Der umstrittene Punkt sei, wenn überhaupt, zudem erst für die kommende Jahresrechnung von Belang.
Für Unverständnis bei manchen Eltern sorgt der Stillstand beim Kindergarten. Nun seien die Kinder zwar in die Container gezogen, jedoch lasse der Abriss auf sich warten, hatte ein Thansauer moniert. Die Ausschreibung für die Abbrucharbeiten laufe, hieß es dazu von Verwaltungsseite. „Wir sind nicht in Verzug.“, ergänzte Wiesböck.
Bewegung kommt dagegen augenscheinlich in den Ausbau der Breitbandversorgung für Thansau: Die Regierung von Oberbayern hat nun den Förderungsbescheid erlassen, demzufolge die Gemeinde 44.100 Euro Zuschuss erhält. Ein Vertrag mit der Telekom sei bereits abgeschlossen; so könnten die Thansauer, je nach Standort, in absehbarer Zukunft mit einer Versorgungsrate zwischen 6.000 und 16.000 kBit pro Sekunde rechnen.
In einem zweiten Anlauf will das Gremium die Sanierung des Thansauer Feuerwehrhauses in Angriff nehmen und brachte erneut die Ausschreibung auf den Weg. Das letztjährige Verfahren war mangels Angeboten aufgehoben worden.
Mai 2010


Ortskerne schaffen, Grünzüge vernetzen
Informationsabende zum neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde Rohrdorf

Rohrdorf (pil) – Nach 32 Jahren und 46 Änderungsverfahren ist es für Rohrdorf an der Zeit, die künftige Entwicklung im Gemeindegebiet mit seinen fünf Hauptorten Rohrdorf, Thansau, Lauterbach, Achenmühle und Höhenmoos sowie den zahlreichen Weilern in ein neues Rahmenwerk zu gießen. Noch vor dem offiziellen Startschuss für die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans (FNP) samt integriertem Landschaftsplan bot sich den Bürgern nun die Gelegenheit, den Konzeptentwurf unter die Lupe zu nehmen, ihre Meinung zu äußern sowie Einwände oder Verbesserungsvorschläge zu Protokoll zu geben.
Den Aufstellungsbeschluss hatte der Gemeinderat vor eineinhalb Jahren gefasst. Gemeinsam mit dem Frasdorfer Planungsbüro Wüstinger und dem Landschaftsarchitekten Rupert Schelle (Bad Endorf) wurde dann in einer Reihe von Arbeitskreissitzungen ein Entwurf erarbeitet, der jetzt bei vier, jeweils ortsteilbezogenen Informationsabenden vorgestellt wurde. Bei den Neuerungen, betonte Bürgermeister Christian Praxl wiederholt, handele es sich zunächst um Vorschläge; zudem habe man bislang weder mit Grundstückseigentümern noch mit Behörden Gespräche geführt.
Als vorbereitender Bauleitplan stellt der FNP die städtebaulichen Weichen für die kommenden zehn bis 15 Jahre. Die beabsichtigte Bodennutzung (Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Landwirtschaft etc.) wird dabei lediglich flächenhaft und nicht parzellenscharf abgebildet; konkretes Baurecht ergibt sich jeweils erst aus dem Bebauungsplan.
Neben der Stärkung und der Vernetzung überregionaler, regionaler und örtlicher Grünstrukturen von Filze, Inn- und Achental und Samerberg weisen die Entwürfe mögliche Wege einer geordneten Erweiterung beziehungsweise Verdichtung der Bebauung in den einzelnen Ortsteilen und Weilern auf. Hangbereiche sollen möglichst unbebaut bleiben, begrünte Ortsränder als Übergang zur freien Landschaft gestaltet, die für Rohrdorf charakteristischen Obstanbauflächen nach Möglichkeit erhalten und Ortskerne gestärkt beziehungsweise geschaffen werden. Ebenso wurde in den Planungsvorschlag der Ausbau der Autobahn – im Bereich Achenmühle etwa mit einer begrünten Einhausung – eingearbeitet.
Im Zuge des Aufstellungsverfahren waren gemeinsam mit Vertretern der Regierung von Oberbayern außerdem die bislang ausschließlich als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesenen Weiler in Augenschein genommen worden: Schaurain und Immelberg könnten demnach ebenso wie Ranhartstetten zum Dorfgebiet „hinaufgestuft“ werden, da die vorhandene Bebauung mittlerweile einen Innenbereich schaffe. In den anderen Weilern wie zum Beispiel Apfelkam sei dies aber nicht der Fall. Sie behalten den Status Außenbereich, womit die Ausweisung neuer Bauflächen ausscheide.
Zum Teil auf Unverständnis stießen einige Punkte im Bereich Höhenmoos: Kritik wurde hier sowohl wegen der angepeilten Ausweitung des Dorfgebiets mit einem Wohngebiet nördlich der Kreisstraße laut, als auch wegen der Option, den Sportplatz auszulagern. Selbst Paul Unterseher senior - er war 1978 als Bürgermeister von Höhenmoos an der Aufstellung des noch gültigen Plans beteiligt gewesen – schaltete sich in die Debatte ein. Jedoch, gab Bürgermeister Praxl zu Bedenken, müsse man auch für die Jüngeren die Möglichkeit schaffen, in Höhenmoos zu bleiben, zu wohnen – und zu bauen.
Das größte Entwicklungspotenzial für den Ortsteil Rohrdorf sieht Wüstingers Entwurf im Zentrum; hier könne mit einer entsprechenden Bebauung ein lebendiges Ortsbild geschaffen werden. Kopfzerbrechen bereitet allerdings die Suche nach Gewerbeflächen, beispielsweise für ortsansässige Handwerksbetriebe. So stieß das am südlichen Ortseingang anvisierte Areal bei mehreren Zuhörern auf harsche Kritik. Dagegen sei ein Gewerbegebiet nahe des Bauhofes nur mit einer – ebenso wenig unumstrittenen - Nordumfahrung möglich. Zuhörer brachten in diesem Zusammenhang eine Erweiterung des durch Autobahn, Kreis- und Staatsstraße begrenzten Ortes Richtung Westen – über die Umgehungsstraße – ins Spiel.
Thansau hingegen ist mit Gewerbeflächen reichlich ausgestattet. Was der zergliederten Ortschaft allerdings komplett fehlt, ist ein Zentrum. Mit der Bebauung von bislang als Wiese genutzten Arealen könnten nach Vorstellung der Planer die einzelnen Siedlungen langfristig zu einem „kompakten Gebilde“ zusammenwachsen. Die als Wohngebiet vorgeschlagenen Flächen westlich der Staatsstraße stießen angesichts der Erschließung jedoch auf Skepsis bei den Zuhörern; zugleich wurde angeregt, den Bereich zwischen Finkenstraße und Altenheim als Entwicklungsgebiet für eine Ortsmitte in Betracht zu ziehen.
Sämtliche Einwände und Anregungen aus der vorgezogenen Bürgerbeteiligung sollen nun bei der Ausarbeitung des Vorentwurfs bedacht werden, erläuterte Praxl das weitere Procedere. Dann haben neben Behörden und Trägern öffentlicher Belange die Bürger erneut das Wort. Nach der Abwägung dieser Einwände und dem Billigungsbeschluss folgt die öffentliche Auslegung. Sind danach keine wesentlichen Änderungen des Planentwurfs samt erneuter Auslegung erforderlich, kann der Feststellungsbeschluss gefasst werden; im letzten Schritt muss der FNP schließlich vom Landratsamt genehmigt werden.
Juni 2010




Mit von Regina Demmel gestalteten Transparenten unterstreicht die Bürgerinitiative ihre Forderung nach Einhausung der A8 nun auch optisch. Foto: Pilger

"Wir wollen keine Standardlösung"
Bürgerinitiative pocht unvermindert auf umfassenden Lärmschutz

Mit Transparenten an wechselnden Standorten im Gemeindegebiet verleiht die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf–Achenmühle“ ihren Forderungen nach einem umfassenden Lärmschutz und dem Erhalt des Landschaftsbildes weiter Nachdruck. „Wir wollen keine Standardlösungen.“, bekräftigt der Vorstand der Gruppierung, die gut ein Jahr nach ihrer Gründung rund 90 Unterstützer in ihrer Mitgliederkartei verzeichnet.
Gerade der „Rahmen der gesetzlichen Vorgaben“ hinsichtlich Lärm- und Umweltschutz, auf den Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer in einem Schreiben an die Rohrdorfer verweist, laufe dem Grundgedanken einer ergebnisoffenen Diskussion im Planungsdialog zwischen Bürgervertretungen und planenden Behörden zuwider. Zunächst gelte es, gemeinsam auf die örtlichen Gegebenheiten angepasste Schutzziele zu erarbeiten; deren bauliche Umsetzung "sehen wir als zweiten Schritt", heißt es dazu in der Stellungnahme der Interessensvereinigung. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen jedenfalls erachten die Autobahnanrainer als „für einen zukunftsorientierten Schutz des Rohrdorfer Gemeindegebietes keinesfalls ausreichend.“ Ein adäquater Schutz der betroffenen Bürger ist nach Auffassung der Bürgerinitiative nur durch eine „bislang nicht praktizierte, innovative bauliche Umsetzung der Schutzzielanforderungen zu erreichen“.
So setzt die Variante für den geplanten sechsspurigen Ausbau (plus zwei Standstreifen), die die Gruppierung gemeinsam mit der Gemeinde bei der Autobahndirektion Süd eingereicht hat, unter anderem auf Grünbrücken im Bereich des Hochstrasser Sees, auf Höhe des Ortsteils Rohrdorf und im Abschnitt Achenmühle. Damit könnten zudem bestehende Grünflächen dies- und jenseits der Autobahn miteinander verbunden werden. Für einige Passagen entlang der Verkehrsader sieht der Entwurf, den BI-Vorsitzender Josef Schmid bei der Jahreshauptversammlung vorstellte, deutliche Absenkungen der Fahrbahn vor.
Diese Vorschläge um den Autobahnausbau mit Einhausungen, den erforderlichen Lärmschutzwänden und Wällen sollen auch in den neuen Flächennutzungsplan eingearbeitet werden, ergänzte Bürgermeister Christian Praxl bei der Veranstaltung im Dorfhaus in Achenmühle. Ob allerdings alle Anlieger bereit seien, die für einen umfassenden Lärmschutz erforderlichen Flächen bereitzustellen, sei fraglich.
In seinem Rückblick ging Schmid unter anderem auf den Besuch des Verkehrsausschusses im Bundestag unter dem Vorsitz von Dr. Klaus Lippold ein. Bei dem Ortstermin im höher gelegenen Weiler Taffenreuth hatten sich die Politiker im Sommer ein Bild von der besonderen Situation in Achenmühle und vor allem von der permanenten Lärmbelastung gemacht. Das Thema Grünbrücken, so Schmids Hoffnung, könnte dadurch auch auf politischer Ebene neuen Rückenwind bekommen haben.
pil
April 2010




Chiemgauer fürs Sozialwerk
Rohrdorfer Pflegedienst erschließt neue Spendenquelle

Rohrdorf (pil) – Ohne Spenden, dies zeigte der Kassenbericht von Peter Holzner, könnte das Sozialwerk Rohrdorf auch nach Anhebung der Pflegesätze seinem Leitsatz „Daheim in guten Händen“ bei weitem nicht in der gewohnten Form gerecht werden. Durch den Eintrag in die Liste der Förderprojekte beim „Chiemgauer“ hat sich der ambulante Pflegedienst nun eine weitere Quelle erschlossen. Einzelheiten über die „Parallelwährung zum Euro mit sozialem Aspekt“, über das Procedere beim 1:1-Umtausch und die Zahlungswege präsentierte Matthias Leippe bei der Jahreshauptversammlung im Hotel zur Post.
Mehr als „nur“ Geld: Die 3000-Euro-Spende des „Weihnachtsmarkt Achenmühle e.V.“, welche Vorsitzende Kathi Schmid (links) und Kassierin Heidi Schmid (rechts) überreichten, ist für die Sozialwerks-Vorsitzende Gudrun Lohmann zugleich von „hohem ideellen Wert“. Foto: Pilger
Auch im 36. Jahr seines Bestehens herrschte bei den Schwestern des Sozialwerks alles andere als Beschäftigungsmangel. So versorgte das Team von Pflegedienstleiterin Gabriele Prankl im abgelaufenen Jahr 81 Patienten im gesamten Gemeindebereich und leistete dabei 8427 Pflegestunden; und wieder legten die zwölf Mitarbeiterinnen unterm Strich mehr als 40.000 Kilometer an Dienstfahrten zurück. Darüber hinaus wurden bei 73 Personen Pflegeberatungsgespräche geführt. Ergänzend zu ihrer Tätigkeit nahmen die Krankenschwestern und Pflegerinnen außerdem an Fort- und Weiterbildungen teil.
Für die nahe Zukunft strebt das Sozialwerk eine enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenheim „St. Anna“ bei der Betreuung von Demenzkranken an. Ebenso soll die ambulante Versorgung in diesem Bereich ausgeweitet werden. In diesem Zusammenhang werden dringend ehrenamtliche Kräfte gesucht, die nach entsprechender Schulung und gegen eine Aufwandsentschädigung die zeitweise Betreuung dementer Mitbürger übernehmen und so den pflegenden Angehörigen etwas Freiraum verschaffen. Finanziell wird das Sozialwerk – neben den Pflegeeinnahmen, Mitgliedsbeiträgen und einem gemeindlichen Zuschuss – insbesondere durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen getragen. Als „tollen Start ins neue Jahr“ würdigte Vorsitzende Gudrun Lohmann beispielsweise das traditionelle Benefizkonzert von Mitgliedern der Musikkapelle am Dreikönigstag. Und auch der „Weihnachtsmarkt Achenmühle e.V.“ will mit seiner Spende in Höhe von 3000 Euro ein „Zeichen der Wertschätzung“ setzen, wie Vorsitzende Kathi Schmid betonte: „Das Sozialwerk ist aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken.“
Mit leichter Sorge beobachtet Lohmann allerdings die rückläufige Entwicklung der Mitgliederzahl: Lag diese in der Vergangenheit regelmäßig bei rund 500, ist sie inzwischen auf 475 geschrumpft. Dabei könnten Mitgliedsanträge, warb Lohmann für den nagelneuen Internetauftritt des Pflegedienstes, nun auch ganz problemlos über die Website www.sozialwerk-rohrdorf.de heruntergeladen werden.
April 2010

Der Chiemgauer in Kurzform

Mit vier Millionen Euro Jahresumsatz, einer Umlaufmenge von rund 450.000 Chiemgauern und mehr als 600 angeschlossenen Unternehmen in der Stadt sowie in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein stellt der Chiemgauer – er wurde 2003 im Rahmen eines Schülerprojekts aus der Taufe gehoben - mittlerweile das umfangreichste Regionalwährungssystem Deutschlands dar; die Möglichkeit zum bargeldlosen Einkauf per Geldkarte inklusive. Der Umlaufimpuls – das „Verfallsdatum“ der Gutscheine muss quartalsweise gegen eine Gebühr von zwei Prozent des Nennwerts verlängert werden – soll regionale Wirtschaftskreisläufe ankurbeln und damit Arbeitsplätze sichern. Möchten Unternehmer Chiemgauer in Euro zurücktauschen, wird der Regionalbeitrag fällig.
Die Förderung von gemeinnützigen Einrichtungen seiner Wahl kostet den Verbraucher indes keinen Pfennig. Diese übernehmen letztlich die angeschlossenen Betriebe, die hierfür drei Prozent der Kaufsumme jedes Kunden „abführen“. Insgesamt 36.000 Chiemgauer wurden auf diese Weise im vergangenen Jahr für soziale Zwecke in Rosenheim und Umgebung verteilt; und alles in allem hat der Chiemgauer bislang knapp 120.000 Euro für gute Zwecke erwirtschaftet.
Je mehr Mitglieder für den Einkauf mit Chiemgauern motiviert werden, rührte Matthias Leippe die Werbetrommel für die „Parallelwährung“, umso mehr Geld fließe letztlich an Einrichtungen wie das Sozialwerk Rohrdorf. pil



Vorarbeiten für Kirchturm gehen weiter
Pfarrer Doll: Zuschussantrag wird wieder gestellt
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Einstimmig: Haushalt ohne Kirchturm-Zuschuss
Gemeinderat erlässt Veränderungssperre für Rohrdorfer Ortskern

Rohrdorf (pil) – Mit einem im Vergleich zum Vorjahr um knapp zweieinhalb Millionen Euro verminderten Haushaltsvolumen wirtschaftet die Gemeinde Rohrdorf im Jahr 2010. Da der einzige Knackpunkt, der sich im Vorfeld abgezeichnet hatte – nämlich der Zuschuss zum Neubau eines Kirchturms in Thansau – nicht in dem 14,4-Millionen-Etat vorgesehen ist, stimmte der Gemeinderat dem Zahlenwerk (rund 11,1 Millionen im Verwaltungs- und 3,3 Millionen im Vermögenshaushalt) ohne Diskussion und geschlossen zu. Die Investitionen werden in erster Linie vom Bau des neuen Kinderhauses in Thansau bestimmt, das wohl zum größten Teil über einen Zwei-Millionen-Euro-Kredit finanziert werden muss.
Trotz der gewaltigen Einbrüche bei der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr – nur 1,5 Millionen Euro sind letztlich in die Gemeindekasse geflossen, so wenig wie seit 20 Jahren nicht mehr; und die Reserven aus den vergangenen Jahren sind nunmehr aufgebraucht - sieht Kämmerer Peter Wagner die Finanzlage der Gemeinde „im grünen Bereich“. Die Gewerbesteuereinnahmen fürs laufende Jahr hat er mit 4,26 Millionen Euro angesetzt. Als weitere wesentliche Posten listete er Einkommensteueranteil (2,4 Millionen), Grundsteuer B (634.000) und Umsatzsteuerbeteiligung (483.000) auf. Die Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuer, mit denen Rohrdorf landkreisweit am unteren Ende rangiert, bleiben indes unverändert; ebenso die moderaten Gebühren für Wasser und Abwasser.
Die Ausgabenseite des Etats, von Bürgermeister Christian Praxl als „solides Zahlenwerk“ gelobt, prägen neben dem Kindergartenbau (2,4 Millionen) insbesondere die Kreisumlage (vier Millionen), Personalkosten (1,5 Millionen) sowie die Gewerbesteuerumlage (eine Million). Für den Straßenbau stehen 330.000, für den Wasserleitungsbau knapp 200.000 Euro zur Verfügung.
Ungleich weiter gingen die Meinungen hinsichtlich der Veränderungssperre für den Ortskern Rohrdorf auseinander. Vor drei Jahren war die Aufstellung des Bebauungsplans RO 19 „Dorfplatz“ beschlossen worden; erste Planüberlegungen wurden jedoch nach Auskunft der Verwaltung insbesondere wegen ungeklärter Nutzungsfragen bei mehreren Grundstücken noch nicht als Vorentwurf umgesetzt. Nun liegt dem Bürgermeister zufolge ein Antrag auf Vorbescheid für eine „massive Bebauung“ im Ortskern vor. Um die Planungshoheit der Gemeinde zu sichern und den Bebauungsplan ohne zeitlichen Druck erarbeiten zu können, sprach sich die Ratsmehrheit bei fünf Gegenstimmen für den Erlass einer Veränderungssperre für zunächst zwei Jahre aus, die unter besonderen Umständen um maximal zwei weitere Jahre verlängert werden kann. Einige Vertreter des Bürgerblock kritisierten unterdessen den Erlass einer Veränderungssperre als „willkürlich“. Sie plädierten stattdessen für die Möglichkeit, das Gesuch gegebenenfalls auf dem Verwaltungsweg zwölf Monate zurückzustellen.
Als eines der zentralen Themen wird den Gemeinderat in den nächsten Monaten zweifellos der neue Flächennutzungsplan beschäftigen. Jetzt liegt ein erster Konzeptentwurf vor, der als Diskussionsgrundlage fürs weitere Vorgehen dienen soll. Mit ortsteilbezogenen Informationsveranstaltungen werden außerdem die Bürger frühzeitig in die Planungen einbezogen. Unverändert bleibt mit dem neuen Rahmenwerk die knapp 30 Jahre alte Regelung zum „Bauland für Einheimische“: Wird etwa durch einen Bebauungsplan neues Baurecht geschaffen, erwirbt die Gemeinde – nach Abzug des Eigenbedarfs des Grundstückseigentümers - die Hälfte der Grundstücke zu einem Vorzugspreis; die andere Hälfte geht in den freien Verkauf.
An die 150.000 Kubikmeter Trinkwasser bezieht Rohrdorf jährlich aus den drei Brunnen der Gewinnungsanlage Schaurain. Aufgrund geänderter gesetzlicher Bestimmungen seit der letzten wasserrechtlichen Erlaubnis von vor 20 Jahren müssen nun die Grenzen für das Wasserschutzgebiet Schaurain in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim neu festgelegt werden. Zur Überprüfung beziehungsweise Ermittlung der Grundwasserströme sind dort zwei zusätzliche Messstellen erforderlich; den entsprechenden Auftrag vergab der Gemeinderat an ein Rosenheimer Fachbüro. Einstimmig sprach sich das Gremium auch für eine Verlängerung beziehungsweise für die Neugestaltung eines langfristigen Mietvertrags für die Montessorischule aus, die unter anderem die beiden Schulhäuser in Rohrdorf bezogen hat.
März 2010



Rundumschlag aus dem Bundesamt für Blödheit
Couplet-AG serviert bissige Satire zum Bürgerblock-Geburtstag

Eine große Portion Satire, mundgerecht zubereitet und dennoch nicht in jedem Fall leicht verdaulich, tischte die Couplet-AG zum 25jährigen Bestehen des Bürgerblock Rohrdorf (BR) auf. Pointiert, bisweilen auch unverblümt und recht derb, nahm die vierköpfige Musikkabarett-Gruppe aus München vor rund 400 Gästen die „Dummheit als Massenphänomen“ ebenso wie das Gebaren der Darsteller auf der landes- und bundespolitischen Bühne ins Visier.
Weder Union noch FDP, weder Freie Wähler noch SPD kamen im „Bundesamt für registrierte Blödheit“ ungeschoren davon. Und gewürzt mit viel Wiener Schmäh rechnete ein Kasperltheater - „Heißa Hypo Alpe Adria!“ - bitterböse mit dem Landesbank-Desaster ab, während sich das Bauern-Ehepaar Joseph und Hertha trotz der „Frau vom GPS“ hoffnungslos in fremden Gefilden verfranste.
Ein ums andere Mal stichelte das Quartett gegen das Absinken des Bildungsniveaus und hatte sogar schon die Lösung parat: „Ich wär so gern mal ohne Hirn“. Schließlich zettelten die Couplet-Arterhalter sogar noch eine rockige Revolution bei den Alten an, die unter dem Motto „An die Rollis“ vehement Front machten gegen Bevormundung und Entmündigung. Für beschaulichere Klänge im Turner Hölzl sorgte derweil das Rahmenprogramm der „Pasterkopf Musi“ aus Brannenburg.
Ganz ausdrücklich hatte BR-Vorsitzender Martin Fischbacher auf eine Rede verzichtet. Stattdessen beschränkte sich Rohrdorfs dritter Bürgermeister auf eine Grußadresse an Franz Warter, Gründer und Ehrenvorsitzender der Gruppierung, die seit 1990 ohne Unterbrechung die zweitstärkste Fraktion – derzeit mit sechs Sitzen - im Gemeinderat stellt. Gerechtigkeit und Gleichbehandlung aller Bürger anstelle von Parteibuchpolitik zählt Fischbacher zu den vornehmlichen Zielen des Bürgerblock, der zudem viermal einen Bürgermeisterkandidaten gestellt hat: Dreimal scheiterte Franz Warter am damaligen Amtsinhaber Fritz Tischner; bei den Kommunalwahlen im März 2008 setzte sich Christian Praxl gegen Martin Fischbacher durch.

Text/ Fotos: Pilger
März 2010



"Wir haben Raumbedarf für vier Klassen"
Montessorischule will expandieren - Präsentation im Gemeinderat

„Rush Hour“ in Rohrdorf. Zum Unterrichtsende geben sich die Busse in der Ortsmitte die Klinke in die Hand. Foto: Pilger
Rohrdorf (pil) – Pädagogischer Ansatz, Unterrichtsgestaltung, Organisation und die Planung für die kommenden Jahre standen im Mittelpunkt einer Präsentation, die Vertreter der Montessorischule bei der jüngsten Gemeinderatssitzung hielten. Von der Grundschule über die Hauptschule mit M-Zug bis zur Fachoberschule (FOS) – vom Abc-Schützen bis zum (Fach-)Abiturienten - reicht die Spanne an der staatlich genehmigten Privatschule, die 1996 mit 85 Kindern im Rohrdorfer Werkhof eingezogen ist und seither stetigen Zuwachs verzeichnet hat. Im Laufe der Jahre ist die Einrichtung auf derzeit 18 Klassen mit insgesamt 400 Schülern aus dem gesamten Großraum Rosenheim angewachsen und hat sich in diesem Zuge auf mehrere Standorte in der Gemeinde ausgebreitet.
Neben dem alten Schulhaus wurde unter anderem das einstige Postamt und die vormalige Pizzeria angemietet sowie zwei Container. Der bislang letzte große Meilenstein in der Chronik wurde im Herbst 2006 mit dem Startschuss für eine der ersten Montessori-Fachoberschulen im Freistaat gelegt. Waren es damals sieben Jugendliche, die dort ihr Fachabitur anpeilten, sind es in den beiden Fachrichtungen mittlerweile insgesamt 28.
Angesichts dieser Entwicklung wurde der Gemeinde in der Faschingszeitung – in Anlehnung an die Hochschulstadt Rosenheim – sogar der Titel „Montessori-Dorf“ zuerkannt. Und die Einrichtung, in der die Elternarbeit eine tragende Rolle spielt, will weiter expandieren. Zwei weitere Klassen planen die Verantwortlichen für die Hauptschule; auch, um langfristig die FOS aus den eigenen Reihen „speisen“ zu können. Zudem seien die Container lediglich als Übergangslösung gedacht. „Wir haben Raumbedarf für vier Klassen.“, formulierte Jürgen Sauer, Vorstandsmitglied im Trägerverein, das anvisierte Ziel fürs Jahr 2013. Möglichkeiten hierfür berge beispielsweise das Gelände um den Edeka-Markt; denn mitnichten trage sich die Schule mit Umzugsgedanken. „Doch wir wollen niemanden verdrängen.“ 450 Kinder und Jugendliche würden nach der Prognose von Schulleiterin Sabine Huber die Schule im „Endausbau“ besuchen.
Die Verkehrssituation beim Kriegerdenkmal allerdings, die so manchem Bürger sauer aufstößt, sorgt bereits jetzt für Kopfzerbrechen. Mit gestaffelten Abfahrtszeiten versuche man, das schultägliche „Schlange Stehen“ der Busse zur Mittagszeit zu entzerren; zudem wurden Fahrbahnmarkierungen angebracht und Lotsen eingesetzt, erläuterte Sauer auf Nachfrage eines Gemeinderats. Parallel dazu liefen Überlegungen für eine langfristige Lösung, etwa eine Verlagerung des Busbetriebs weg vom Ortszentrum.
Als die wohl augenfälligsten Unterschiede zur „herkömmlichen“ Schule hob Huber die jahrgangsübergreifenden Klassen sowie die detaillierten Entwicklungsberichte anstelle von Noten-Zeugnissen hervor. Die Unterrichtsziele orientierten sich dabei stark am bayerischen Lehrplan. Das Kernstück des Schulalltags bildet die Freiarbeit, bei der das Kind entscheidet, was und wie es arbeitet. Sie wird ergänzt durch den gebundenen Unterricht und Projektarbeiten. Jedes Kind arbeitet pro Schuljahr mehrere Referate aus, die sogenannten Expertenvorträge. Und bereits ab der 5. Jahrgangsstufe stehen Betriebspraktika auf dem Programm. Den Schwerpunkt in der 9. Klasse bilden die Facharbeiten, die die Jugendlichen zum Abschluss einer Jury vorstellen.
März 2010


Die Kirche auf dem Thansauer Kapellenberg soll einen neuen Nachbarn bekommen: Neben dem Aussegnungshaus (ganz links im Bild) will die Katholische Kirchenstiftung einen knapp 35 Meter hohen, freistehenden Glockenturm bauen. Dieser wird den bestehenden Turm etwas überragen.
Foto: Pilger
Kirchturm erneut im Kreuzfeuer der Kritik
Gemeinderat segnet Bauantrag ab - Zweite Krippengruppe ab Herbst

Rohrdorf (pil) – Für Zündstoff im Rohrdorfer Gemeinderat hat wieder einmal der Glockenturm gesorgt, den die Katholische Pfarrkirchenstiftung Thansau auf dem Kapellenberg bauen will. Mit dem Bauantrag für den umstrittenen Campanile, der letztlich bei sieben Gegenstimmen aus den Reihen von Bürgerblock und SPD abgesegnet wurde, war eine längere Debatte einhergegangen. Denn nicht nur aus gestalterischen Gründen ist der freistehende, knapp 35 Meter hohe Quader aus Stahlbeton mit einer Grundfläche von 3,8 mal 3,8 Metern und verglaster Glockenstube manchem Kommunalpolitiker ein Dorn im Auge. Insbesondere prangerte Karl Blum vom Bürgerblock erneut die geplante gemeindliche Finanzspritze an: „ein Denkmal auf Kosten der Steuerzahler“. Wie berichtet sind in der Finanzplanung fürs vergangene sowie fürs laufende Jahr Zuschüsse von jeweils 125.000 Euro für den Bau des Glockenturms berücksichtigt.
Der Bauantrag allerdings, stellte CSU-Bürgermeister Christian Praxl klar, habe formal nichts mit einer späteren Entscheidung über etwaige Zuschüsse zu tun; aus monetären Gründen jedenfalls dürfe der Gemeinderat nicht einen Bauantrag ablehnen. Ebenso wenig sei aus seiner Sicht eine Vertagung des Punktes angebracht, um bei der Haushaltsklausur zunächst einen Überblick über den finanziellen Spielraum der Gemeinde zu gewinnen. Ein entsprechender Antrag von SPDler Franz Praxl fand lediglich vier Befürworter.
Verärgerung beim Bürgerblock (BR) löste auch die ablehnende Haltung der Ratsmehrheit zur Mitgliedschaft der Gemeinde im Songea-Bavaria-Netzwerk um Pfarrer Xaver Komba aus; zumal das Angebot der BR-Fraktion, anstelle der Kommune drei Jahre lang Beitragszahlungen in Höhe von 100 Euro zu übernehmen, knapp keine Mehrheit gefunden hatte. Weiterhin aber werden konkrete Projekte im Süden Tansanias gefördert. So fließen nun für den Aufbau eines Krankentransportwesens 1000 Euro an den Verein unter dem Vorsitz von Altbürgermeister Fritz Tischner.
Angesichts der steigenden Nachfrage vergrößert das Haus für Kinder „Heilige Familie Thansau“ sein Betreuungsangebot: Im Herbst wird dort eine zweite Krippengruppe eingerichtet; das Defizit für den laufenden Betrieb sowie die Kosten für die erforderlichen Anschaffungen (2000 Euro) übernimmt die Gemeinde. Bis zur Fertigstellung des neuen Kinderhauses, das im Frühjahr in Angriff genommen werden soll, kommt auch diese Gruppe in der Containeranlage an der Wacholderstraße unter. Diese wird demnächst erweitert; der Auszug von Krippe und Kindergarten aus dem alten Gebäude ist für die Karwoche vorgesehen. Für die „Zwergerlmühle“ in Achenmühle wurde die Übernahme eines etwaigen Defizits bis zur Höhe von 30.000 Euro bewilligt, sofern die Integrationsgruppe sowie die zusätzliche vierte Gruppe fortgeführt werden.
Nicht anfreunden konnte sich das Gremium mit der Änderung des Bebauungsplans TH 21, die bei der vorangegangenen Sitzung wegen der fehlenden Nachbarbeteiligung zurückgestellt worden war. Nun lagen die Stellungnahmen von drei Betroffenen vor, die sich unter anderem gegen die anvisierte Erschließung dreier Wohnhäuser über die Weißdornstraße aussprachen. Für einen anderen Teil des Gebiets an der Rosenheimer Straße hatte der Antragsteller die Erschließung über eine Privatstraße vorgesehen. Der Änderungsantrag wurde einstimmig abgelehnt.
Zu Beginn der Sitzung hatten Vertreter der Montessori-Schule ausführlich über den pädagogischen Ansatz der Privatschule sowie deren Planungen für die Zukunft informiert.
März 2010


Von Chachacha bis Wiener Walzer...

Ob Salsa oder Tango, ob Jive oder Slowfox - Interessierte aller Altersklassen können beim TSV Rohrdorf-Thansau nach Herzenslust das Tanzbein schwingen: Für Neun- bis Zwölfjährige sowie für Jugendliche ab 13 Jahre bietet Andrea Weber montags um 16.30 Uhr beziehungsweise 17.30 Uhr Jazztanz in der Mehrzweckhalle im Turner Hölzl an. Standard- und lateinamerikanische Tänze für Erwachsene stehen dann um 19 Uhr (Anfänger) und 20.30 Uhr (Fortgeschrittene) im Dorfhaus in Lauterbach auf dem Programm. Neben Walzer, Rumba, Chachacha und Jive wird dort unter anderem Slowfox und Quickstep geübt.
Wer sich unterdessen auf Discofox oder Salsa konzentrieren möchte, hat dazu sonntags ab 19 Uhr beziehungsweise 20.30 Uhr Gelegenheit.
Der Einstieg in die Kurse ist jederzeit möglich. Anmeldungen und weitere Informationen unter Telefon 0171/4059603.




Supermarkt, Kinderhaus, Internet
Gemeinderat bringt Ausbau der Breitbandversorgung auf den Weg

Rohrdorf (pil) – Supermarkt, Kinderhaus und die Breitbandversorgung für den Ortsteil Thansau waren die zentralen Punkte der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rohrdorf. Nach langem Vorlauf lag nun der Bauantrag für einen Lebensmittelmarkt (Netto) auf dem Areal an der Einmündung Fabrik-/Staatsstraße auf dem Tisch. Einstimmig gaben die Räte grünes Licht für die Errichtung des rechteckigen Komplexes mit 770 Quadratmetern Verkaufsfläche, in dem auch ein Bäckereiladen vorgesehen ist. Dem Gebäude, das noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll, wird zudem ein Querbau für eine Bankfiliale angegliedert. Darüber hinaus sind auf dem Gelände der einstigen Lehrervilla, die vor kurzem abgerissen worden ist, 73 Stellplätze geplant. Für eine reibungslose Abwicklung des Lkw-Lieferverkehrs wird der vordere Teil der Mozartstraße auf sechs Meter verbreitert.
Einmal mehr stellte Bürgermeister Christian Praxl in diesem Zusammenhang die Umgestaltung der Kreuzung am Kapellenberg in Aussicht; so habe er beim Straßenbauamt erneut eine Fußgängerampel für diesen Bereich angeregt. Der tatsächliche Bedarf werde zu gegebener Zeit wohl durch eine Verkehrszählung ermittelt.
Ebenso wurde der Bauantrag für das neue Haus für Kinder an der Wacholderstraße samt Vergabe diverser Ingenieurleistungen auf den Weg gebracht. Der Grundriss des Neubaus (E plus 1) deckt sich dabei nahezu mit dem des 35 Jahre alten, ebenerdigen Flachdachbaus. Künftig wird an dessen Stelle eine Tagesstätte in Holzbauweise mit zwei flach geneigten Pultdächern und farbigen Jalousie-Elementen stehen; sie bietet Platz für insgesamt sechs Krippen- und Kindergartengruppen. Wenngleich insbesondere die Fassade der Nordseite nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß, stimmte der Gemeinderat dem Bauantrag geschlossen zu.
Lebensmittelmarkt statt Lehrervilla: Das markante Gebäude, das jahrzehntelang das Bild am nördlichen Ortseingang von Thansau bestimmte, wurde vor kurzem abgerissen. Der neue Supermarkt soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Foto: Pilger
Im gleichen Zuge wird die bestehende Container-Anlage erweitert, in der während der Bauphase die Krippen- und Kindergartenzwergerl untergebracht werden; diese Übergangslösung schlägt monatlich mit insgesamt gut 13.000 Euro Miete zu Buche. Später könnten dort Stellplätze für das Personal angelegt werden. Und um die Verkehrssituation rund um das neue Kinderhaus zu entschärfen, wäre eine Einbahnregelung in der Fliederstraße denkbar.
Auf volle Zustimmung stieß das neue Domizil der derzeit 48 Hortkinder, die vor kurzem in die Grundschule auf dem Kapellenberg umgezogen sind. Ein Rundgang durch die umgestalteten, behaglich eingerichteten ehemaligen Klassenzimmer mit Ruhe- und Aktivbereichen, sowie durch Personalraum und Küche hatte den Auftakt der Sitzung gebildet.
Deutliche Verbesserungen zeichnen sich auch in punkto Breitbandversorgung ab. Demnach hat die Telekom den Ausbau breitbandiger Internetzugänge für den Ortsteil Thansau – angefangen beim Gewerbegebiet Griesenholz bis hin zur Loisach- und zur Wacholderstraße - mit einer Übertragungsrate von sechs Megabit /Sekunde angeboten. Dank der Förderung über die Breitband-Initiative Bayern – 70 Prozent der sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ des Anbieters in Höhe von 63.000 Euro werden durch staatliche Gelder finanziert - kommt auf die Gemeinde Rohrdorf ein Eigenanteil von 18.900 Euro zu. Um den Bürgern möglichst flächendeckend die Möglichkeiten moderner Kommunikation bieten zu können, soll darüber hinaus ein Konzept für das übrige Gemeindegebiet mit sämtlichen Außenbereichen erarbeitet werden.
Für Irritationen hatte unterdessen die beantragte Änderung des Bebauungsplans TH 21 für das Areal am südlichen Ende von Thansau gesorgt. Anstatt der bislang festgeschriebenen öffentlichen Erschließung der Grundstücke von der Rosenheimer Straße aus hat der Antragsteller in den neuen Plänen den Begriff „Privatstraße“ verwendet; es fehlte die Nachbarbeteiligung; zudem wurde die Zufahrt nun über die Weißdornstraße geführt. Die Entscheidung über den Änderungsbeschluss wurde nach kurzer Diskussion einstimmig zurückgestellt.
Keinerlei Einwände gab es dagegen hinsichtlich der Lagerhalle, die die Firma Alkor auf ihrem Betriebsgelände an der Fabrikstraße errichten will.
Februar 2010


Rohrdorfs First Responder ist in die Jahre gekommen
BRK-Bereitschaft kurbelt Spendenaktion für Neufahrzeug an - Trachtler-Theater als Benefizabend

Rund 280mal rückten die Rohrdorfer First Responder, hier Helfer Martin Hamberger, im vergangenen Jahr aus, zu Herzinfarktpatienten ebenso wie zu Unfallopfern. Um das elf Jahre alte Fahrzeug ausrangieren zu können, hat die BRK-Bereitschaft eine Spendenaktion initiiert.
Foto: Pilger
Rohrdorf/ Neubeuern/ Samerberg (pil) - Nach annähernd 1100 Einsätzen ist der Rohrdorfer „First Responder“ in die Jahre gekommen – genauer gesagt das Fahrzeug der ehrenamtlichen "Helfer vor Ort", das mittlerweile mehr als 235.000 Kilometer auf dem Buckel hat. Der Unterhalt sowie die ständig anfallenden Reparaturen des Audi A4, den die Rohrdorfer vor gut vier Jahren gebraucht übernommen haben, werden immer teurer. Allein: Ein entsprechend ausgestattetes Ersatzfahrzeug kostet rund 35.000 Euro.
Nun hat die BRK-Bereitschaft eine Spendenaktion angekurbelt, um auch künftig die Notfallhilfe zu sichern, die in der Regel fünf bis zehn Minuten vor dem Rettungsdienst am Einsatzort eintrifft und mit der medizinischen Versorgung beginnt; ein Pluspunkt, der besonders schwer wiegt, wenn für den Patienten jede Minute zählt – etwa bei einem Herzinfarkt. Neben dem eigenen Gemeindegebiet decken die Rohrdorfer dabei auch die Nachbarorte Neubeuern und Samerberg ab und damit eines der größten Einsatzgebiete im Landkreis. Bei einem Totalausfall des Autos allerdings sieht BRK-Bereitschaftsleiter Christoph Koll den Fortbestand des bisweilen lebensrettenden First Responder-Dienstes in Gefahr.
Jeden Werktag von 19 bis 6 Uhr und an Sams-, Sonn- und Feiertagen rund um die Uhr übernimmt einer der zwölf Ehrenamtlichen den Bereitschaftsdienst; jährlich kommen so insgesamt 8500 Stunden zusammen. Die Helfer müssen neben einer 90-stündigen Sanitätsausbildung eine Zusatzqualifikation am AED (Automatisierter Externer Defibrillator) vorweisen. Darüber hinaus stehen regelmäßig Schulungen auf dem Programm.
Für ein neues Fahrzeug fehlen, trotz großzügiger Spenden – insbesondere der Firma Schattdecor – noch rund 5000 Euro. Unterstützung für die Aktion hat außerdem der Trachtenverein "D'Achentaler" zugesichert: Die Theaterpremiere von „Der Geisterbräu“ am Samstag, 13. März, ist als Benefizveranstaltung geplant. Ebenso fließt der Erlös aus der Tombola beim Tag der offenen Tür im Therapiezirkel (ebenfalls am 13. März) in den Spendentopf.
Weitere Informationen über den „First Responder“ sowie die Nummer des Spendenkontos gibt’s unter www.brk-rohrdorf.de.
Februar 2010


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Supermarkt, Kinderhaus, Internet
Rohrdorfer Gemeinderat bringt Ausbau der Breitbandversorgung auf den Weg


Vom Chiemsee direkt nach San Gimignano
Neue Kunstausstellung im Haus "St. Anna" lädt zum Verweilen ein
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Cancan-Time im Turner Hölzl: Nicht nur die Gardemädchen hatten großen Spaß (links). Und auch die Cowboy-Minister der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft landeten einen Volltreffer beim Krönungsball. Fotos: Pilger

Gekrönte Häupter nehmen in "Pipe-Town" die Zügel in die Hand
Country-Music, Cowboys und Cancan - Gelungener Faschingsauftakt in Rohrdorf

Rohrdorf (pil) - Staubmäntel, Sheriff-Sterne und Stetson-Hüte bestimmten das Bild dieses ebenso schwungvollen wie abwechslungsreichen Abends, an dem aus Rohrdorf „Pipe-Town“ wurde. In waschechter Wildwest-Atmosphäre erlebten rund 450 Ballgäste im Turner Hölzl nicht nur mit, wie das frischgekrönte Prinzenpaar - Eva I., Bezaubernde Lady von den Oberland Mountains, und Florian I., Reisender Revolverheld aus Ranhartstetten City – den Thron bestieg; sie erhielten im Zuge der mitreißenden Mitternachtsshow außerdem hautnah Einblick, was der gemeine Kuhhirte schlechterdings unter seinen Jeans trägt.
Formvollendet: Eva I. und Florian I. beim Prinzenwalzer.
Widerstandslos beugte sich Bürgermeister Christian Praxl der Attacke von Cowboys und Cancan-Tänzerinnen auf das Fort Rohrdorf, das ohnehin schwere Zeiten hinter sich hat. Vom „Bürgerkrieg“ erzählte der Gemeindevorsteher, und dass man im Rat erst nach vielen Verhandlungen mit den Stammesvorsitzenden der „Block-Häuser“ und den beiden verbliebenen Rothäuten die Friedenspfeife rauchen konnte. Dem narrischen Angriff auf die Siedlung, dem ersten während seiner Amtszeit, setzte er deshalb – bis Aschermittwoch - lediglich die weiße Fahne entgegen und rückte für die Truppe der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) außerdem eine Hand voll Dollar aus dem Safe nebst Generalschlüssel heraus. Umso fester sitzen damit die Miesbacherin Eva Tremmel (19) und der 27jährige Florian Haßler, beide richtiggehende Greenhorns in Sachen Fasching, für die kommenden Wochen im Sattel. - Und bringen, wie (Hof-)Marshal Franz Steiner anklingen ließ, möglicherweise frischen Wind in das „große Gebäude neben der Kirche“. Bevor die neuen Majestäten allerdings endgültig die Zügel der Macht in die Hand nehmen konnten, wurden sie von ihren Vorgängern, Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, mit den Insignien der Macht ausgestattet.
Unverkennbar atmete die Mehrzweckhalle beim rundum gelungenen Krönungsball das Flair des Wilden Westen: „Spiel mir das Lied vom Tod“ läutete den stimmungsvollen Prinzenwalzer ein, für den die Lady im dunkelroten Kleid und ihr Held im eleganten Gehrock ebenso viele Begeisterungsrufe und tosenden Applaus ernteten wie für den temporeichen lateinamerikanisch geprägten Show-Tanz. Beim Cancan blitzten zur Freude der Zuschauer Strumpfbänder aus schwarzer Spitze unter den Röcken der Gardemädchen hervor. Diese machten sich später in kesser Barmädchen-Manier im Saloon an ihre ministeriellen Kuhjungen heran; letztere den Daumen (unab-)lässig am Gürtel eingehakt. Whiskyfässer, Kummets, hölzerne Speichenräder und selbst ein Rinderschädel sorgten derweil auf der Bühne für das entsprechende Ambiente. Und was wäre der Wilde Westen ohne ein Poker-Face, das im fetzigen Showblock nicht nur musikalisch zu seinem Recht kam? Ohne Zugabe ließ das begeisterte Publikum jedenfalls weder die Regenten noch die Gardemädchen unter dem Kommando von Gardemajorin Maria Stöhr (immer mit Woody, dem kleinen Spielzeug-Cowboy aus „Toy Story“ als Maskottchen im Schlepptau) abtreten.
Mit reichlich „westlicher“ Musik aus dem 20. Jahrhundert sorgte die Band-Neugründung „neBRASSka“ dafür, dass die Tanzfläche auch zwischen Inthronisationszeremoniell, Tanzdarbietungen und traditioneller Ordensverleihung nicht verwaiste. Marshal Steiner indes kam nicht umhin, die Würdenträger in das eher minder komplizierte Regelwerk des Ehrenzeichen-Tragens und die fatalen Folgen jeglicher Missachtung einzuweihen: „Wir sind immer und überall, und zwar zu dritt.“
Einen weiteren Volltreffer landete zum Abschluss des offiziellen Teils die Ministerriege, die Bernadette Schöttke unter ihre Fittiche genommen hatte. Mit reichlich Hüftschwung und rosafarbener Leibwäsche demonstrierten die Jungs dem johlenden Publikum, warum man(n) sich dem Motto „Ich will 'nen Cowboy als Mann“ folgend durchaus für ein Leben im Kreise hartgesottener Kuhhirten erwärmen kann.
Für die Faschings-Truppe unter der Präsidentschaft von Bernhard Leidl geht's indes im gestreckten Galopp weiter: Bereits am Samstag, 16. Januar, steigt der Gildeball im Turner Hölzl; am Rußigen Freitag (12. Februar) steht der Powerball auf dem Programm; und am Faschingssonntag (14. Februar) macht sich der Faschingszug auf den Weg durchs Dorf, bevor zwei Tage später der Kehraus dem narrischen Treiben ein Ende setzt.
Januar 2010

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Die Talsohle ist durchschritten
Warum Schattdecor der Krise auch Gutes abgewinnt - Beinahe Rekordproduktion im Oktober
zum Bericht


Neue Wege mit neuem Haus für Kinder
Gemeinderat geschlossen für Holzbauweise - Innerörtliche Verkehrsüberwachung ab Januar

Rohrdorf (pil) – Mit dem neuen Haus für Kinder an der Wacholderstraße beschreitet Rohrdorf neue Wege: Die Tagesstätte im Ortsteil Thansau wird das erste öffentliche Gebäude in der Gemeinde sein, das in Holzbauweise errichtet wird. Wie Geschäftsleiter Christian Schönleber mitteilte, sprach sich der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung geschlossen für die im Vergleich zu einem Massivbau rund zehn Prozent teurere Variante aus.
Architekt Christian Guggenbichler stellte die Entwurfsplanung für das auf jeweils drei Kindergarten- und Krippengruppen plus erforderliche Nebenräume ausgelegte zweigeschossige Gebäude (Erdgeschoß plus erster Stock, ohne Keller) vor, das den 35 Jahre alten ebenerdigen Flachdachbau ablösen wird. Als Bezugstermin ist der Beginn des Kindergartenjahres 2011/2012 vorgesehen. Mit dem konkreten Bauantrag werden sich die Räte voraussichtlich in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 28. Januar, befassen. Die Gartenanlage, die vor wenigen Jahren umfassend erneuert worden ist, bleibt weitestgehend erhalten, muss jedoch den Vorgaben für die Nutzung durch Kindergarten- und Krippenkinder angepasst werden.
Der Umzug des Horts ins Schulhaus auf dem Kapellenberg ist für Anfang kommenden Jahres geplant, sodass Kindergarten und Krippe während der Bauphase in den Containern unterkommen.
Noch eine Neuerung wird das neue Jahr bringen: Ab Januar übernimmt der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland die Überwachung des fließenden Verkehrs. In Abstimmung mit der Polizei wurden hierfür innerorts zwölf Stationen festgelegt, an denen künftig Radarkontrollen vorgenommen werden.
Weiteres Thema auf der Tagesordnung war der Defizitausgleich beim Haus für Kinder „Heilige Familie“ in Thansau durch die Gemeinde: Mit dem einstimmig bewilligten Antrag auf Übernahme von 15.450 Euro blieb die Pfarrkirchenstiftung deutlich unter dem Höchstbetrag von 30.000 Euro, den der Gemeinderat fürs Kindergartenjahr 2008/2009 festgesetzt hatte.
Ohne Gegenstimme passierten auch die Bauanträge zweier ortsansässiger Unternehmer, Simon Gartner (Bauunternehmen) und Wolfgang Winnefeld (Dachdecker), das Gremium. In beiden Fällen handelt es sich um die Errichtung einer weiteren Lager- beziehungsweise Lager- und Gerätehalle im Außenbereich im Rahmen einer angemessenen Betriebserweiterung.
Dezember 2009


Schiffstaufe hat ein Nachspiel
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Blicken ihrer Regentschaft im Wilden Westen voller Vorfreude entgegen: Eva I. und Florian I., das Prinzenpaar der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft. Foto: Pilger
Rohrdorf: Cowboy-Monarchie mit Eva I. und Florian I.
Faschingsgesellschaft schickt Prinzenpaar samt Hofstaat in den Wilden Westen

Rohrdorf (pil) – Die Pferde sind gesattelt, denn es geht westwärts. Und auch die Monarchie im „Rohrdorf im Wilden Westen“ ist gesichert: Dort haben Prinzessin Eva I., Bezaubernde Lady von den Oberland Mountains, und Prinz Florian I., Reisender Revolverheld aus Ranhartstetten City, bis zum Kehraus die Zügel in der Hand.
Wenig Gutes hatten zunächst die digitalen Steckbriefe („Wanted – Dead or alive“) des Hofstaates verheißen. Doch entlarvte Hofmarschall Franz Steiner bei der launigen Vorstellung seines „Kaibitreiba“-Teams die „Gesuchten“ als durchaus umgänglichen Haufen; wenngleich mit – aus Sicht des Faschings – bisweilen obskuren Vorlieben, fürs Lesen etwa oder für den Sommer.
Ungeachtet dessen laufen die Proben bei den 14 Gardemädchen, angeführt von Gardemajorin Maria Stöhr, bereits auf Hochtouren. Mit von der Parie sind außerdem: Lisa Berger, Daniela Biebl, Elisabeth Fischbacher, Katharina Fortner, Barbara Hausböck, Regina Hellthaler, Alina Holderle, Astrid Huber, Veronika Maier, Maria Pertl, Alexandra Stiller, Katharina Unterseher und Veronika Weierer.
Ebenso ist das Cowboy-Kabinett der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) gestiefelt und gespornt; eine 13köpfige Ministerriege wird sich bis zum Aschermittwoch aller möglichen und unmöglichen Eventualitäten annehmen: Balthasar Ellmaier, Manuel Ellmaier, Wolfgang Gaßbichler, Markus Glombitza, Andreas Hainzlmeir, Markus Hainzlmeir, Martin Hefter, Richard Koll, Sebastian Pertl, Mathias Praxl, Peter Schaal, Martin Steiner und Michael Stöhr.
So mancher Höfling hatte bereits vor drei Jahren mit den „Piraten der Karibik“ vorübergehend das Ruder in Rohrdorf übernommen. Unterdessen gelten die beiden Majestäten als echte Greenhorns in Sachen Fasching. Denn die Freizeit der 19jährigen Bürokauffrau Eva Tremmel und des Export-Managers Florian Hassler (27) hat sich bislang fast ausschließlich ums Handballspielen gedreht. Seit einem halben Jahr sieht das allerdings völlig anders aus: „Wir sind nur noch beim Tanzen!“
Und dies wird sich nach dem Auftritt beim Krönungsball im Turner Hölzl (Samstag, 9. Januar) kaum ändern. Schließlich bildet der nur den Auftakt für den Trail durch die Faschingssaison 2010: Bereits eine Woche später, am 16. Januar, folgt der Gildeball, und am Rußigen Freitag (12. Februar) der Powerball, bevor der Kehraus (16. Februar) dem Treiben ein Ende setzt. Zusätzlich zieht sich am Faschingssonntag (14. Februar) ein bunter Narren-Treck durch den Ort (mit anschließendem Faschingstreiben).
November 2009


Verkehrssicherheit sorgt für Gesprächsstoff
Rohrdorf: Bürgerversammlung im Doppelpack

Rohrdorf (pil) – Eine Bürgerversammlung im Doppelpack stand in diesem Jahr in Rohrdorf auf dem Programm. Dabei war die Verkehrssicherheit ein Thema, das bei beiden Veranstaltungen für Gesprächsstoff sorgte.
Rund 140 Zuhörer nutzten in Thansau die Gelegenheit, die neu eröffnete Trattoria Sapori Antichi in Augenschein zu nehmen und zugleich – dicht an dicht sitzend - dem Jahresrückblick von Bürgermeister Christian Praxl zu folgen. Mit 90 Gästen war zwei Tage später auch der Saal im Gasthaus Kreidl in Höhenmoos gut gefüllt. Bei der gesamtgemeindlichen Veranstaltung im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung wenig mehr als einhundert Besucher gezählt.
Von umfangreichen Erneuerungen im Trinkwasserversorgungsnetz über die Sanierung des Thansauer Friedhofs und der teils recht heftig kritisierten Abholzung am Kapellenberg bis hin zur Neubelebung des Jugendtreffs in Rohrdorf und dem fortwährenden Planungsdialog für den Autobahnausbau spannte sich der Themenbogen im Bürgermeister-Bericht. Weitere Punkte waren der Ausbau der Markusstraße, die „enttäuschend“ geringe Rücklaufquote bei der Bedarfsumfrage zur Internet-Versorgung sowie die Situation in punkto Kinderbetreuung.
Mit der Aufnahme in den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland soll es künftig Temposündern im Gemeindebereich an den Geldbeutel gehen; allerdings, warnte der Bürgermeister, würden die Radarkontrollen auch vor den Tempo-30-Zonen nicht halt machen. Eine Reihe kleinerer Maßnahmen wie die Verlegung des Gehwegs vor dem Blumengeschäft und der Bau des provisorischen Fuß- und Radwegs am Kapellenberg haben die Schulwegsituation in Thansau zwar bereits stellenweise entschärft. Als neuralgischer Punkt gilt jedoch nach wie vor die Hecke am Beginn der Fabrikstraße, welche nicht nur Kindern die Sicht versperrt. Eine Versetzung der Büsche, erläuterte Praxl dazu, lehne der Grundstückseigentümer jedoch bislang ab.
Was in Thansau die Staatsstraße ist die Kreisstraße in Achenmühle – beides „Rennstrecken“. Für die RO 5 wurde deshalb im Bereich des Kindergartens „Zwergerlmühle“ ein Umbau nach dem Beispiel Frasdorfs angeregt. Auch wurden Beschwerden laut über den regelmäßigen Missbrauch der dortigen Wertstoffinsel als Müllhalde.
Anders als in den anderen Ortsteilen liegt in Thansau die Nahversorgung weitestgehend brach. Ob allerdings auf dem Grundstück der ehemaligen Lehrervilla tatsächlich ein Lebensmittelmarkt gebaut wird, hängt im Moment von der Discounter-Kette Netto ab. Bislang waren alle Bemühungen des Grundstückseigentümers, einen Laden-Betreiber zu finden, gescheitert. Im Falle eines Supermarkts gegenüber des Seniorenheims stellte Praxl zudem die Neugestaltung der Kreuzung am Fuße des Kapellenbergs in Aussicht.
Einen Überblick über die gemeindlichen Finanzen gab Kämmerer Peter Wagner. Der Etat für 2009 umfasst ein Gesamtvolumen von 16,8 Millionen Euro, nämlich 13,8 im Verwaltungs- und knapp drei Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Mit einem derzeitigen Fehlbetrag von 2,4 Millionen Euro ist es allerdings nicht gerade rosig bestellt um die Gewerbesteuer, wenngleich die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde mit sieben Millionen Euro ohnehin vorsichtig angesetzt worden sei. Diese Finanzierungslücke als Folge der gesamtwirtschaftlichen Lage und der Absenkung der Gewerbesteuermesszahl, ist Wagner überzeugt, lasse sich jedoch durch eisernes Sparen und mit den Reserven aus den vergangenen Jahren schließen. Nichtsdestotrotz könne die Gemeinde zum Jahresende auf den niedrigsten Schuldenstand seit 30 Jahren blicken.
Oktober 2009


Asyl für den Nachbarn: Frank (Hugo Huber, links) und Thomas (Marcus Bauer). Später allerdings werden die Verstecke knapp.
Und nächtlich streiten die Nachbarn...
Rohrdorfer "Harlekins" servieren spritzige Boulevard-Komödie

von Marisa Pilger

Rohrdorf – Vom Kirchturm her schlägt's vier. Und schon geht es wieder los, das Gezeter in der Nachbarwohnung, das dem gutmütigen Thomas (Marcus Bauer) regelmäßig den Schlaf raubt. Es kommt, wie es kommen muss: Nur wenig später steht Frank (Hugo Huber) vor der Tür und bittet den eingefleischten Junggesellen in glücklicher Wochenendbeziehung („Ich wohne hier alleine – oder so.“) um Asyl – und nicht nur er.... Denn nach seinem aufdringlichen Freund trudelt auch noch dessen Frau Susanne (Heike Seidl) ein sowie Thomas' Freundin Tanja (Nicole Liegl-Meier) und schließlich seine Mutter mit ihrem „Meister Proper“. So herrscht schon bald ein reges Versteckspiel in Bett, Bad, Küche und Kleiderschrank.
Mit „Immer wieder nachts um vier“ serviert die Rohrdorfer Harlekin-Komödie unter der Regie von Kurt Weiß eine spritzige Verwechslungskomödie, die von vermeintlich eindeutigen Zweideutigkeiten nur so strotzt. Situationskomik und Missverständnisse, pikant gewürzt mit Wortwitz und vielsagendem Mienenspiel, tragen ein übriges bei zu einem vergnüglichen Theaterabend rund um eine bewegte Nacht und den Morgen danach, um Fehler beim Abzählen, zu wenige Verstecke, zu viele Schlüssel und die Folgen. Einen Wermutstropfen bildeten bei der Premiere allerdings die vielen leeren Plätze im Turner Hölzl.
Schäferstündchen gefällig? Nicht nur die Liebelei zwischen dem Hausmeister Egon Posbischil (Günter Schwarz) und seiner Lilo-Maus (Marianne Keuschnig) sorgt für Turbulenzen. Fotos: Pilger
Nicht unwesentlich Anteil an den Verwirrungen hat Mutter Liselotte (mit blitzenden Augen, Schmollmund und knallblauen Schuhen trefflich von Marianne Keuschnig in Szene gesetzt), die statt der Unordnung auch mal eine halbe Flasche Cognac „wegputzt“ und volltrunken in Erinnerungen an ihre gescheiterte Ehe schwelgt. Emanzipiert, mit einem kräftigen Schuss Frivolität versetzt (nicht nur wenn sie über das „verkümmerte dritte Bein“ der Männer lästert) und wie ein Zerberus über das Treiben in der Wohnung ihres „Babys“ wachend, sorgt sie mit vorschnellen Verdächtigungen für reichlich Wirbel. Thomas mit Susanne? Tanja mit Frank? Oder gar Frank mit Thomas? Keine Konstellation lässt sie aus; zugleich aber ist die „Lilo-Maus“ schwer darum bemüht, ihre Schäferstündchen mit dem Hausmeister zu vertuschen.
Überhaupt, der Egon Frantischek Posbischil: Dass er im Handumdrehen die Lacher auf seiner Seite hat, liegt nicht nur am böhmischen Dialekt, der unweigerlich an den Soldaten Schwejk erinnert. Mit Hingabe vereint Günter Schwarz in seiner Rolle feine Ironie und Schelmenhaftes mit dem Klischee vom Wohnblock-Hausmeister, in dessen Grundausstattung neben Arbeitskittel, Feinripp-Unterhemd, Schiebermütze, Generalschlüssel und Meterstab der Flachmann keinesfalls fehlen darf. So überzeugend ist sein Habitus, dass die Zuschauer allein schon bei seinem Erscheinen vor Vergnügen zu glucksen beginnen. Ganz zu schweigen vom geschichtlichen Exkurs über die Schminkgewohnheiten der Kaisers-Gattin Agrippina.
Die Bilanz des turbulenten Sieben-Personen-Stücks aus der Feder von Rolf Sperling und Stefan Bermüller ist schnell gezogen: Drei glückliche Paare; lediglich der zickige Teenager Tina (glaubwürdig verkörpert von Ramona Wiesböck bei ihrem ersten Auftritt beim Erwachsenentheater) geht leer aus. Denn die erhoffte Psychotherapie muss sich das verhinderte Scheidungs-Kind angesichts der Versöhnung ihrer Eltern ebenso abschminken wie doppeltes und dreifaches Taschengeld.
Doch dass das ganze Theater damit nicht vorbei ist, zeigt spätestens die Schlussszene: Vom Kirchturm her schlägt's vier. Und schon geht es wieder los, das Gezeter in der Nachbarwohnung...
Oktober 2009


Hochwasserschutz für Thansau noch nicht vom Tisch
Rohrdorfer Gemeinderat stimmt weiterem Maßnahmenpaket zu

Rohrdorf (pil) – Das Thema Hochwasserschutz für die Ortschaft Thansau ist auch nach dem umfassenden Ausbau der Rohrdorfer Ache nicht vom Tisch. Denn den Berechnungen der RMD Consult zufolge stünden bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) die Siedlungen Kammeranger/Lexenfeld sowie der Bereich um den Kindergarten unter Wasser. Zwei ineinander greifende Maßnahmenbündel sollen die dort drohende Hochwassergefahr weiter eindämmen.
Zum einen wird der Abfluss aus dem Bahngraben in die Ache beschleunigt; zum anderen soll der Zufluss aus den Oberläufen der Entwässerungsgräben in die kritischen Gebiete verringert werden. Einer entsprechenden Entwurfsplanung stimmte der Gemeinderat jetzt geschlossen zu und lieferte der Verwaltung damit zugleich die Grundlage für Verhandlungen mit den betreffenden Grundstückseigentümern.
Demnach behindern nicht nur zwei Stege den Abfluss im Bahngraben; auch müssen die Rohrdurchlässe unter der Rosenheimer Straße im Bereich des Bahnübergangs sowie unter der Finkenstraße vergrößert werden. Darüber hinaus sollen die Verrohrungen in Wiesen und Feldern geöffnet werden, so dass ab der Eulenstraße ein offener Graben Richtung Norden verläuft, den die Landwirte dann an einer Furt mit ihren Fahrzeugen durchqueren können.
Die Planung, die Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Sitzung vorstellte, sieht außerdem eine neue Rinne parallel zur Biedererstraße (Betonstraße) vor. Von dort aus soll das Wasser künftig gleichmäßig auf drei Abschnitte verteilt Richtung Thansau-Süd strömen, um den Bereich um den Kindergarten zu entlasten.
Ein neues Rückhaltebecken in der Nähe des alten Sportplatzes könnte zusätzlichen Raum für 5000 Kubikmeter Wasser schaffen und damit auch die Situation an der landwirtschaftlichen Fläche südlich der Eulenstraße entschärfen, die bei langanhaltendem starkem Regen regelmäßig vollläuft.
Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war der bevorstehende Umbau in der Thansauer Schule. Knapp 180.000 Euro kostet nach derzeitigen Schätzungen die Umgestaltung und Ausstattung der beiden freigewordenen Klassenzimmer für die Belange eines Horts mit bis zu 50 Kindern. Den Planungen wie auch der Vergabe der Arbeiten verweigerte einzig Rupert Stocker vom Bürgerblock seine Zustimmung; er hatte bereits den Beschluss zur Verlagerung der dritten und vierten Jahrgangsstufe nach Rohrdorf nicht mitgetragen.
Erste Ergebnisse bezüglich der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans hatte die zuständige Arbeitsgruppe vorgelegt. Zunächst, erläuterte Praxl dazu, habe man die Biotopflächen erfasst sowie in den Hauptorten Thansau, Rohrdorf, Achenmühle, Lauterbach und Höhenmoos eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Wohn-, Misch- und Gewerbegebiete gemacht. So verfüge beispielsweise Thansau-Süd innerorts über reichlich Potenzial für eine Verdichtung; in Rohrdorf hingegen böte sich angesichts der Lage zwischen Autobahn, Staats- und Kreisstraße nur eine Entwicklung nach Osten an. Auch sei dort ein dem Zementwerk vorgelagertes kleinteiliges Gewerbegebiet denkbar.
Oktober 2009


Es war nicht nur eine neue persönliche Bestzeit, die Nicole Klasna bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft in Rhede hinlegte: Mit 2:08,83 Minuten holte sich die Thansauerin im August zugleich den Titel der weiblichen B-Jugend im 800-Meter-Lauf.
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde würdigte nun die Gemeinde, vertreten durch die drei Bürgermeister, die herausragenden Leistungen der 16jährigen (hier mit Rathaus-Chef Christian Praxl), die für den TSV 1860 Rosenheim an den Start geht: So war sie unter anderem bei den bayerischen Hallen-Meisterschaften der Konkurrenz auf der 400-Meter-Strecke davongelaufen; und auch bei den bayerischen Jugend- und Junioren-Meisterschaften in München spurtete der Schützling von Trainer Martin Berg im 800-Meter-Rennen zur Goldmedaille.
Vor rund fünf Jahren war der Startschuss für die läuferische Karriere der Jugendlichen gefallen. Hinter ihren Erfolgen steht dabei neben Leistungsbereitschaft und einem hohen Maß an Disziplin nicht zuletzt der Rückhalt in der Familie. Schließlich legt die Athletin, die vor kurzem eine Ausbildung zur Masseurin begonnen hat, allein bei ihren Trainingsläufen jährlich an die zweieinhalbtausend Kilometer zurück.
Text/ Foto: Pilger
September 2009



Derzeit keine Augenweide: das Areal rund um die einstige Lehrervilla in Thansau. Die Bäume sind gefällt, das leere Gebäude fristet (noch?) sein Dasein. Ob sich auf dem Grundstück zwischen Bahngleis und Staatsstraße ein Lebensmittelmarkt ansiedeln wird, ist fraglich. Foto: pil
Kommt er oder kommt er nicht?
Lebensmittelmarkt für Thansau erneut Thema im Gemeinderat

Rohrdorf/ Thansau – Nach dem mehrmonatigen Stillstand auf dem Gelände der ehemaligen Lehrervilla war die Nahversorgung für Thansau einmal mehr Thema im Rohrdorfer Gemeinderat. Ebenso stand unter anderem die teilweise Rückerstattung der Mehrwertsteuer für Wasserherstellungsbeiträge auf der Tagesordnung.
Bereits Anfang des Jahres waren die Bäume rund um das Gebäude - darunter einige große Kastanien und Fichten - gefällt worden, was viele Thansauer auf einen raschen Baubeginn für einen Lebensmittelmarkt hoffen ließ. Ein entsprechender Bebauungsplan liegt seit Ende April auf dem Tisch. Ob sich aber gegenüber des Seniorenheims „St. Anna“ tatsächlich ein Einkaufsmarkt ansiedeln wird, ist ungewiss.
In kurzen Zügen berichtete der Grundstückseigentümer Wolfgang Kupferschmied von den Bemühungen und Rückschlägen bei der Suche nach einem Betreiber beziehungsweise Pächter für einen Lebensmittelmarkt. Nun, nach neuerlicher Umplanung, habe der Marken-Discount Netto Interesse an dem Vorhaben signalisiert.
Zunächst müsse sich sein Haus jedoch eingehend mit den Plänen befassen, bei denen es „noch vieles zu klären und zu ändern“ gebe, dämpfte der zuständige Expansionsleiter vorschnelle Hoffnungen. Ausschlaggebend für einen Einstieg der Discounter-Kette am Standort zwischen Bahngleis und Staatsstraße sei – abgesehen vom Preis - letztlich, ob sich dort das standardisierte Netto-Konzept umsetzen lasse, machte der Konzern-Vertreter unmissverständlich klar; zumal der dreieckige Grundstücks-Zuschnitt nicht eben optimal für das Projekt sei. In jedem Fall aber sicherte er eine rasche Bearbeitung zu.
Hingegen habe ein Areal am südlichen Ortsende von Thansau, welches das Unternehmen schon vor einiger Zeit als möglichen Standort ins Auge gefasst hat, die hausinterne Prüfung bereits durchlaufen; Netto halte eine Filiale an dieser Stelle durchaus für denkbar.
Für den Bürgerblock wäre dieser Standort eine gangbare Alternative, sollte sich im Ortszentrum kein Betreiber finden lassen. Ungleich weniger jedoch aus Sicht des Bürgermeisters: Neben der Lage im Außenbereich und zudem im Landschaftsschutzgebiet Inntal-Süd verwies Christian Praxl auf fehlende Erschließungsvoraussetzungen für Wasser und Kanal; auch gebe es weder eine Zufahrt auf die Staatsstraße noch eine fußläufige Verbindung zum Ort.
Themawechsel: Durch eine Änderung in der Rechtssprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) werden die Kosten für Wasserhausanschlüsse sowie die Wasserherstellungsbeiträge seit dem 1. Juli nicht mehr mit dem regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent belegt, sondern wieder mit dem ermäßigten Satz (sieben Prozent). Im Zeitraum vom 12. August 2000 bis 30. Juni 2009 mussten die Gemeinden dagegen den vollen Mehrwertsteuersatz (zunächst 16 Prozent; seit 1. Januar 2007 drei Prozentpunkte mehr) erheben. Zwar besteht keine Rechtspflicht, diese Bescheide und Rechnungen rückwirkend zu ändern. Trotzdem befürwortete der Gemeinderat einstimmig, den betroffenen Hauseigentümern auf Antrag den Differenzbetrag zwischen dem bezahlten vollen und dem ermäßigten Steuersatz zu erstatten. Antragsformulare sollen den kommenden Ausgaben der Gemeindezeitung beigelegt werden. Die Antragsfrist endet am 31. Januar 2010. Als Bagatellgrenze setzte das Gremium einen Betrag von zehn Euro fest. Die zurückgezahlten Beträge wiederum erstattet das Finanzamt an die Gemeinde.
Aus Gründen der Gleichbehandlung aller Musikschulen und -schüler lehnte das Gremium geschlossen einen Antrag der Musikschule Rosenheim ab. Die Einrichtung hatte um die Übernahme des Defizitbetrages für Schüler aus dem Gemeindebereich Rohrdorf in Höhe von 4600 Euro ersucht und wollte im Gegenzug auf den Aufschlag für Auswärtige verzichten.
Breiten Raum wurde bei der Sitzung darüber hinaus dem Verein „FortSchritt Rosenheim e.V.“ gewährt, der das deutschlandweit einzigartige Petö-Schulprojekt vorstellte .
September 2009

Großer Bahnhof bei den kürzlich gegründeten „Clubfreunden Rohrdorf“:
Begleitet von kräftigem Beifall begrüßte Vorsitzender Werner Sommer im Vereinslokal „Café Christl“ gleich eine ganze Reihe namhafter Vertreter des 1. FC Nürnberg: So statteten neben Aufsichtsrat Peter Schmitt der einstige Mittelstürmer Dieter Nüssing, Heiner Müller (er hatte 1961 mit dem Club den Deutschen Meistertitel geholt) und Albert Üblacker, der Spielleiter der Amateurmannschaft, den Rohrdorfern gewissermaßen ihren Antrittsbesuch ab.
Zusätzlich zu Schals, Aufklebern und Büchern hatten die Franken für den Fanclub Nummer 487, den einzigen in der Region Inntal/ Chiemgau, eine Einladung zu einem Heimspiel im Gepäck. Die will auch Bürgermeister Christian Praxl nicht ausschlagen, wenngleich dessen fußballerisches Herz privat mitnichten für den Club schlägt.
Text/Foto: Pilger
September 2009




Strom aus Abwärme - "Projekt mit Vorbildcharakter"
Staatssekretärin Melanie Huml zu Besuch im Zementwerk

Rohrdorf (pil) – Mit dem Vorhaben, aus der Abgaswärme der Drehrohrofenanlage elektrischen Strom zu erzeugen, „setzt das Rohrdorfer Zementwerk ein Zeichen“. So formulierte es jedenfalls Melanie Huml, Staatssekretärin im Bayerischen Umwelt- und Gesundheitsministerium, als sie sich an Ort und Stelle über die europaweit einzigartige Anlage informierte, die 2011 in Betrieb gehen soll. Die Visite stellte gleich in doppelter Hinsicht eine Premiere für die 34jährige CSU-Politikerin und approbierte Ärztin dar: Nicht nur war die Fränkin das erste Mal in Rohrdorf zu Gast; auch hatte sie in ihrer knapp einjährigen Amtszeit bis dato nicht hinter die Kulissen eines Zementwerks geblickt.
Strom aus Abwärme: Melanie Huml, hier im Gespräch mit Geschäftsführer Mike Edelmann (rechts) und MdL Klaus Stöttner, zeigte sich beeindruckt von dem Projekt, das 2011 im Rohrdorfer Zementwerk in Betrieb gehen soll. Mit von der Partie beim Rundgang waren unter anderem Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl und dessen Amtskollegen aus Raubling (Olaf Kalsperger), Neubeuern (Josef Trost) und Nußdorf (Sepp Oberauer). Foto: Pilger
Bislang, erläuterte Geschäftsführer Mike Edelmann, werde die Abwärme aus dem Brennprozess nur zum Teil zum Trocknen von Rohmaterialien und Brennstoffen verwandt. Der größte Teil verpuffe gewissermaßen ungenutzt. Durch die Verstromung mittels Verdampfungskühler und Turbine könnten künftig insgesamt 4,9 Megawatt elektrische Leistung erzeugt werden, was der von etwa 15 Windkrafträdern der Bauart in München/Fröttmaning entspreche.
Rund ein Viertel des eigenen Strombedarfs könne das Zementwerk durch die Eigennutzung der Abwärme decken und auf diese Weise seinen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß jährlich um mehr als 16.000 Tonnen reduzieren. Mit der rund 18,3 Millionen Euro teuren Anlage zeige die Zementindustrie einmal mehr ihre Risiko- und Innovationsfreudigkeit.
Diese sowie den „Vorbildcharakter des Projekts“ würdigte Huml bei ihrem Rundgang durchs Werksgelände. Schließlich komme die Steigerung der Energieeffizienz nicht nur Umwelt und Klima zugute, sondern helfe zugleich, Geld zu sparen; eine oftmals „verkannte Ressource“, die das Zementwerk zu nutzen wisse. Um diese fortan flächendeckend gezielt ausschöpfen zu können, werde derzeit der „Energie-Atlas Bayern“ erarbeitet, eine Gesamtschau über die „natürlichen“ erneuerbaren Energien (Sonne, Wind) sowie über andere vorhandene Potenziale, etwa in Form von Abwärme aus industriellen Prozessen.
Zudem habe der Freistaat seit 1990 erneuerbare Energien und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz mit mehr als 500 Millionen Euro gefördert: Mit einem spezifischen CO2-Ausstoß von 6,7 Tonnen pro Kopf und Jahr liege Bayern weit unter dem Bundesdurchschnitt (9,8 Tonnen). Und diesen, so Huml weiter, wolle man bis zum Jahr 2020 auf „deutlich unter sechs Tonnen“ senken, die Energieproduktivität dagegen um 30 Prozent steigern. Der Klimaschutz, ist sie überzeugt, eröffne bayerischen Unternehmen auf dem Sektor der Energie- und Umwelttechnologien neue Märkte und Zukunftsperspektiven.
September 2009


Es bleibt dabei: 3. und 4. Klasse ziehen um
Abschließendes Gespräch mit Bürgermeister und Elternvertreter - Kritik an Informationspolitik
zum Bericht


Piratenschlacht am Feuerwehrhaus

Mit einer Piratenschlacht in der „Floriansbucht“, im Kielwasser des Rohrdorfer Feuerwehrhauses, haben es die Hetzenbichler Zwergerl beim gemeindlichen Ferienprogramm diesmal ordentlich krachen lassen. Vorangegangen war dem zündenden Schauspiel die Schiffstaufe der „Edeltraud II“ durch Bürgermeister-Gattin Veronika Praxl; hatte doch ein böser Geisterkapitän das Vorgängerexemplar des Dreimasters gekapert, um damit über die sieben Meere der Phantasie zur Insel der Träume zu gelangen.
Peter Vordermaier hatte mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr und zahlreichen anderen Unterstützern ein Schauspiel in Szene gesetzt, bei dem Klaus Mitters pyrotechnische Spezialeffekte für große Kinderaugen sorgten. Das musikalische Ruder hatten Traudi Vordermaier und der Kinderchor Höhenmoos übernommen, während Schauspieler Andreas Kern vom Chiemgauer Volkstheater als Moderator die gut 400 großen und kleinen Zuschauer durchs Geschehen manövrierte.
Was blieb, war ein Löscheinsatz für den Feuerwehrnachwuchs, der verkohlte Rumpf der „Edeltraud I“ – und ein neues Sandkastenschiff für Hetzenbichl.
Geisterkapitän „Wolfus Seidulus“ indes hatte angesichts seiner süßen Schatzkiste im Handumdrehen all seinen Schrecken verloren. Text/ Foto: Pilger




Zufahrtsstraße im Kreuzfeuer der Kritik
"Erbstück" im Griesenholz bereitet Rohrdorfer Gemeinderat wenig Freude

Rohrdorf (pil) – Mit einem „Erbstück“ aus der vergangenen Wahlperiode musste sich der Rohrdorfer Gemeinderat befassen, nämlich mit der Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans TH06 im Gewerbegebiet „Am Griesenholz“ und, damit verbunden, mit der 44. Änderung des Flächennutzungsplanes. Im Kreuzfeuer der Kritik stand dabei die Zufahrt zu dem Gelände, das die Firma Kathrein oberhalb des Werks IV für eine Betriebserweiterung erworben hat. Die verkehrliche Erschließung des Areals, derzeit noch eine Wiese, soll in der Verlängerung der Sebastian-Tiefenthaler-Straße mehr oder weniger durch die grüne Natur gelegt werden.
Im Rahmen der Anhörung sind hierzu umfangreiche Einwände nicht nur aus naturschützerischer Sicht erhoben worden; von der „Vernichtung eines Kleinods“ war etwa im Ratsgremium die Rede. Anlieger befürchten für die Zukunft zudem einen regen Verkehr über die Sebastian-Tiefenthaler-Straße, die derzeit als Sackgasse endet und dann durch ein Waldstück fortgeführt werden soll. Bislang verläuft dort lediglich ein gemeindlicher Feldweg.
Auf der Neubeurer Straße in Thansau gilt bereits Tempo 30. In die künftige Tempo 30-Zone werden auch die angrenzenden Wohngebiete einbezogen. Dann gilt dort „Rechts vor links“. Foto: Pilger
Noch sei zwar unklar, was und wann auf dem Gelände gebaut werde. Doch mit dem Baurecht, dessen Schaffung im vergangenen Jahr angestoßen worden ist, stehe die Gemeinde in der Pflicht, das Gelände über eine öffentliche Straße zu erschließen, machte Bürgermeister Christian Praxl deutlich; und dies sei mit einer Zufahrt über die Ing.-Anton-Kathrein-Straße und das bestehende Firmengelände nicht gegeben. Als Kompromiss wird in den auszulegenden Plan nun die Trasse für eine 4,50 Meter breite Zufahrtsstraße eingearbeitet, die nur von Fahrzeugen bis sechs Tonnen Gesamtgewicht genutzt werden darf. „Es ist nicht die optimale Lösung für die Anwohner.“, räumte Praxl ein. Und auch viele der Gemeinderäte waren nicht eben glücklich mit dem Beschluss, der gegen die Stimmen von SPD und Bürgerblock gefasst wurde.
Weniger Kopfzerbrechen bereitete der Antrag auf Vorbescheid der Firma Alkor. Sie will auf ihrem Betriebsgelände an der Fabrikstraße, im Anschluss an die bestehende Siloreihe, zwei 21 Meter hohe Granulatbehälter aufstellen. Unter der Maßgabe, dass die Befüllung zu „normalen Betriebszeiten“ erfolge, gab der Gemeinderat grünes Licht für das Vorhaben.
Nach dem Kammeranger und dem Bereich Fabrik-/ Erlenstraße bekommt der Ortsteil Thansau eine weitere Tempo 30-Zone. Diese umfasst neben der Neubeurer Straße bis zum Ortsende die Wohngebiete im Brand sowie die Bereiche um die Sanddorn-, die Wacholder- und die Weißdornstraße. Auf die mit der Ausweisung einhergehende neue Vorfahrtsregelung „Rechts vor Links“ wird eine gesonderte Beschilderung ein halbes Jahr lang aufmerksam machen. In wie weit in der Zukunft dort auch bauliche Veränderungen vorgenommen werden, um den Charakter einer 30er-Zone optisch zu unterstreichen, ist noch offen.
Juli 2009


Hoffen auf die dritte Klasse
Thansauer Eltern-Interessengemeinschaft lud zum Runden Tisch
zum Bericht


Viel Arbeit und erste Erfolge
"Bürgerinitiative A8 Rohrdorf - Achenmühle" zieht Zwischenbilanz

Rohrdorf (pil) – Bewegte Monate liegen hinter der „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf - Achenmühle - für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde“. Anhand von 16 Stationen skizzierte Vorstandssprecher Josef Schmid in seiner Zwischenbilanz die Anfänge und Aktivitäten der Gruppierung nach, die ein halbes Jahr nach ihrer Gründung bereits einen greifbaren Erfolg zu verbuchen hat: Der Bereich Achenmühle mit seiner Kessellage und der unmittelbar bis an die Autobahn heranreichenden Wohnbebauung, mit den schlechten Untergrundverhältnissen hinsichtlich der erforderlichen Böschungsarbeiten und der landschaftlich äußerst sensiblen Lage am Eingang zum Chiemgau wurde an oberer Stelle als Problemschwerpunkt anerkannt.
Den geforderten Grünbrücken räumt er, unter anderem mit Verweis auf den „Berlinflug“, den Besuch mit Vertretern der Rohrdorfer und der Frasdorfer Initiative sowie den beiden Bürgermeistern im Bundesverkehrsministerium, durchaus reelle Chancen ein, sofern alle „an einem Strang ziehen“. Denn diese Entscheidung müsse auf der politischen Ebene fallen. Immerhin, fügte Schmid an, stelle die A8 eine im Bundesfernstraßennetz landschaftlich einmalige Ost-West-Verbindung parallel zu den Alpen dar.
Für die Rohrdorfer Gruppierung geht indes die eigentliche Arbeit jetzt erst los: Sie stellt zwei Mitglieder in der Landkreis-Arbeitsgruppe, die vor kurzem ihr erstes Treffen absolviert hat, und will auf diesem Wege ihre Argumente und Forderungen in die Ausbauplanung für die Salzburger Autobahn einbringen. Das Planfeststellungsverfahren, so Schmid weiter, ruhe derzeit und werde erst fortgesetzt, wenn die Ergebnisse aller drei Arbeitsgruppen (Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land) vorlägen. Der Abschluss des Planungsdialogs werde für Ende 2010 erwartet.
In seinem Rückblick ließ Schmid die Vorstellung bei der Autobahndirektion Südbayern Anfang Dezember ebenso Revue passieren wie die gut besuchte Informationsveranstaltung im Januar. In der Folgezeit standen darüber hinaus diverse Treffen mit Kommunal- und Bundespolitikern auf dem Programm, ebenso die Ausbaukonferenz in Traunstein. Zudem hatten auf Enteignungs- und Entschädigungsrecht spezialisierte Juristen bei zwei Anliegerversammlung die Materie für die betroffenen Grundstückseigentümer griffig aufbereitet.
Die nächsten Termine stehen bereits an für die Bürgerinitiative, die den geplanten sechsspurigen Ausbau mitträgt und für die zugleich neben dem nachhaltigen und zukunftsorientierten Immmissionsschutz die größtmögliche Schonung des Landschaftsbildes oberste Priorität hat: Für Donnerstag, 6. August, plant Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, einen Besuch in der Region. Tags darauf hat der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages sein Kommen angekündigt. Für beide Ortstermine appelliert Schmid an die Bürger, rege Präsenz zu zeigen.
Juli 2009


Vereinsförderung auf dem Prüfstand
Finanzausschuss will Ausgaben um ein Fünftel reduzieren

Rohrdorf (pil) - Die finanzielle Unterstützung von Vereinen und anderen Organisationen stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Rohrdorfer Finanzausschusses. Dieser will künftig vornehmlich konkrete Vorhaben ganz gezielt bezuschussen und von der Förderung laufender Aktivitäten Abstand nehmen.
Zwei eng bedruckte DIN-A4-Blätter umfasst die Aufstellung der mehr als hundert Einrichtungen, die in den Genuss gemeindlicher Geldmittel in Form von Spenden, Zuschüssen oder Mitgliedsbeiträgen kommen. Die Palette der Institutionen reicht dabei von den örtlichen Sportvereinen und dem Wiesn-Express über das Rosenheimer Anti-Drogen-Modell und den Verein Pro Arbeit bis hin zum Bund Naturschutz, zum Landesverein für Heimatpflege und zur Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Alles in allem hat die Gemeinde im vergangenen Jahr rund 51.000 Euro an Einrichtungen im Gemeindegebiet verteilt; gut 16.000 Euro sind darüber hinaus an außerörtliche beziehungsweise überregional tätige Organisationen geflossen.
Nun will sich der Ausschuss ans „Ausmisten“ machen, mit dem Ziel, die Ausgaben um ein Fünftel herunterzufahren. Den sozialen Bereich werde man bei dem Streichkonzert aber in jedem Fall mit viel Fingerspitzengefühl behandeln.
Vor diesem Hintergrund lehnte der Ausschuss auch das allgemein gehaltene Zuschuss-Ersuchen des Fischereivereins Rohrdorf für seine Jugendarbeit ab. Grünes Licht gab's hingegen für den Antrag der Katholischen Dorf- und Betriebshilfe, die im vergangenen Jahr insgesamt 280 Stunden im Gemeindegebiet im Einsatz gewesen ist. Die Einrichtung unter der Trägerschaft des Bayerischen Bauernverbandes und des Caritasverbands Bayern steht Familien auf dem Lande in sozialen und betrieblichen Notlagen – etwa bei Krankheit – zur Seite.
Ein neues Zahlungsmodell greift fortan bei den Sportvereinen. Einstimmig votierte der Ausschuss für einen pauschalen Zuschuss, dessen Höhe sich zunächst aus dem Durchschnitt der Zahlungen der vergangenen drei Jahre ergibt. Bereits seit 2006 wird die staatliche Sportförderung in Form der sogenannten Vereinspauschale ausbezahlt. Grundlage hierfür ist die Summe der Mitgliedereinheiten, die sich – mit unterschiedlicher Gewichtung - aus der Zahl der gültigen eingesetzten Übungsleiterlizenzen und der Vereinsmitglieder in den verschiedenen Altersklassen ergibt. Die Höhe des gemeindlichen Zuschusses hingegen hatte sich weiterhin nach der Summe der geleisteten Übungsleiterstunden (à zwei Euro) gerichtet und lag beim TSV Rohrdorf-Thansau, dem mit Abstand größten Sportverein in der Gemeinde, für 2006 bei knapp 5800 Euro.
Eine Entscheidung über die Förderung von privatem Musikunterricht im Hinblick auf die Gastbeiträge an Musikschulen wurde zurückgestellt; das Thema, kündigte Bürgermeister Christian Praxl an, soll Ende des Monats bei der nächsten SUR-Sitzung (Stadt-Umlandbereich Rosenheim) auf den Tisch kommen.
Juli 2009


Widerstand gegen Schüler-Umzug
Thansauer Eltern stoßen Unterschriftenaktion an - Treffen am Runden Tisch
zum Bericht


Der Kindergarten „Heilige Familie“ in Thansau ist in die Jahre gekommen. Im nächsten Jahr soll an der Wacholderstraße der erste Spatenstich für ein neues Kinderhaus gesetzt werden. Foto: Pilger
35 Jahre alt, marode und viel zu klein
Gemeinderat gibt grünes Licht für neues Kinderhaus in Thansau

Rohrdorf (pil) – Mit der Vergabe der Planungsarbeiten für ein sechsgruppiges Kinderhaus sind die Tage des 35 Jahre alten Flachdachbaus an der Wacholderstraße gezählt. Ersten Schätzungen zufolge wird der Neubau in Thansau etwa 2,6 Millionen Euro kosten. Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme die bereits in der vergangenen Sitzung angekündigte Verlegung der dritten und vierten Klasse vom Kapellenberg ins Turner Hölzl ab dem kommenden Schuljahr.
Bei einer Ortsbesichtigung hatten sich die Gemeinderäte ein Bild gemacht vom Zustand des nicht unterkellerten, für vier Gruppen ausgelegten Kindergartens „Heilige Familie“, der seinerzeit in Systembauweise errichtet worden war. Nach Ansicht von Architekt Christian Guggenbichler wäre nun zumindest eine äußerst aufwändige Generalsanierung fällig; in jüngster Vergangenheit mussten bereits diverse Reparaturen und Umbauten vorgenommen werden.
Darüber hinaus platzt die Kita, die neben Kindergarten (drei Gruppen) auch Krippe (eine Gruppe) und Hort (derzeit 42 Kinder) beherbergt, aus allen Nähten. Als Notbehelf wurden Container aufgestellt, für die die Gemeinde nach Angaben von Bürgermeister Christian Praxl monatlich knapp 6000 Euro Miete berappen muss. Und angesichts der Anmeldungen fürs neue Kindergartenjahr sei beileibe keine Entspannung der Raumsituation in Sicht, ergänzte Leiterin Birgit Kreipl. Großen Wert legt das Gremium daher auf eine zügige Planung und einen Baubeginn bis April des kommenden Jahres. Die Außenanlagen sollen dabei möglichst erhalten bleiben; die Fertigstellung ist für 2011 angepeilt.
Eine gegenläufige Entwicklung zeichnet sich unterdessen für die Schule ab: Drei der bislang insgesamt zwölf Klassen werden in der Gemeinde bis 2013 vermutlich wegfallen. Während der Hort, weiterhin unter der Trägerschaft der katholischen Kirche, in die freiwerdenden Räume der dritten und vierten Klasse umzieht, werden die Krippen- und Kindergartenzwergerl für die Zeit der Bauphase in den Containern betreut.
Mit einer Verlagerung lediglich der vierten Klasse konnte sich die Ratsmehrheit ebenso wenig anfreunden wie mit der Einrichtung eines Horts in Rohrdorf. Auf jeden Fall aber will man zumindest für die ersten zwei Jahrgangsstufen die Dorfschule am Kapellenberg erhalten. Bereits jetzt führen die größeren Grundschüler zu Fachstunden wie Sport oder Handarbeiten ins Turner Hölzl und verbrächten dabei meist die Pausen im Schulbus, hielt Rektorin Beate Irle den Bedenken und Einwänden gegen den Umzug von Elternseite entgegen. Auch stünden in Rohrdorf mit dem Musiksaal und dem Handarbeitsraum vollwertige Klassenzimmer zur Verfügung.
Weiter vorangetrieben wird der Hochwasserschutz für Thansau-Süd. So soll die Ingenieurgesellschaft RMD Consult die Planung für die Verbesserung des Abflusses im Gebiet Kammeranger/Lexenfeld sowie für zusätzliche Rückhaltebecken im Oberlauf der Entwässerungsgräben in Angriff nehmen.
Die finanzielle Situation der Gemeinde beleuchtete unterdessen Kämmerer Peter Wagner. Wenngleich die weltweite Wirtschaftskrise auch vor Rohrdorf nicht halt macht, besteht nach dessen Ansicht derzeit „kein Grund zur Sorge“. Sollte die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen im weiteren Jahresverlauf gemäß den Erfahrungen ausfallen, könne die Gemeinde den Haushalt zum Jahresende „ohne Kreditaufnahme schultern“, verdeutlichte Wagner nach der Sitzung. Einen Nachtragshaushalt hält er, ebenso wie eine Haushaltswirtschaftliche Sperre, im Moment für nicht erforderlich. In jedem Fall aber müsse man „mit dem Geld haushalten“.
Sechs Jahre nach dem Startschuss wird die Postfiliale in der Bäckerei Gredler in Rohrdorf zu einem Verkaufspunkt herabgestuft; ab Mitte Oktober können Kunden dort nurmehr Briefmarken kaufen aber beispielsweise keine Pakete mehr abgeben. Post-Pressesprecher Klaus-Dieter Nawrath begründete diesen Schritt mit der geringen Nachfrage nach postalischen Dienstleistungen. Im Rahmen des Mobilen Postservice könnten die Kunden Briefe und Packerl aber künftig dem Zusteller mitgeben. Zudem stehe weiterhin das volle Angebot der Filiale im Ortsteil Thansau zur Verfügung.
Zu weiteren Feldgeschworenen, gewissermaßen den „Hütern“ der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet, wurden Stefan Glombitza und Hans Reck gewählt. Die ehrenamtlichen Feldgeschworenen wirken unter anderem bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen durch die Vermessungsämter mit und werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt.
Juli 2009


Stühlerücken am Kapellenberg und kommunale Verkehrsüberwachung
Aus der Sitzung des Gemeinderats - Drastischer Rückgang der Schülerzahlen erwartet

Rohrdorf (pil) – Der für die kommenden Jahre erwartete drastische Rückgang der Schülerzahlen wird möglicherweise bereits im Herbst für Stühlerücken am Kapellenberg sorgen und könnte zugleich den erforderlichen Neubau des Kindergartens an der Wacholderstraße organisatorisch erleichtern. Weiteres Thema bei der jüngsten Sitzung des Rohrdorfer Gemeinderats war die innerörtliche Verkehrsüberwachung: Bei sechs Gegenstimmen sprach sich das Gremium dafür aus, einen Aufnahmeantrag beim Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland zu stellen.
Bis zum Schuljahr 2013/2014 werden den Ausführungen von Bürgermeister Christian Praxl zufolge insgesamt drei der bislang fünf Klassen wegfallen. Bereits nach den Sommerferien sollen nun die dritte und vierte Klasse nach Rohrdorf umziehen; zumal der Verbleib der Petö-Kinder im Turner Hölzl – der Modellversuch endet im Juli - noch ungeklärt sei. Die „Neuen“, erläuterte Rektorin Beate Irle, könnten mit wenig Aufwand im Handarbeitsraum und im Musiksaal untergebracht werden. In Thansau lernten ab Herbst demnach nurmehr die Erst- und Zweitklassler, während der Hort die dann leer stehenden Klassenzimmer nutzen könnte.
Hintergrund der Überlegungen ist der dringend erforderliche Neubau des Kindergartens „Heilige Familie“, der zudem die Funktionen von Hort und Krippe erfüllt. Der gut 30 Jahre alte Pavillon aus Fertigteilen ist an allen Ecken und Enden baufällig und platzt zudem aus allen Nähten; mehrere Gruppen sind wegen Platzmangels in Containern untergebracht. Zeitgleich mit der Verlagerung der Schulkinder sollen die Planungen für ein zweigeschossiges Gebäude an der Wacholderstraße anlaufen, das bis 2011/2012 fertiggestellt sein könnte. Während der Bauphase würden die Zwergerl in Containern betreut. Im Vorfeld will man zudem abklären, ob seitens der Unternehmen im Ort Interesse an der Angliederung eines Betriebskindergartens bestehe.
„Abzocke“ oder sinnvolle erzieherische Maßnahme? Über die Notwendigkeit des Beitritts zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland, der derzeit insgesamt 57 Städte und Gemeinden zwischen Ammersee und Chiemsee betreut, herrschte im Gremium geteilte Meinung; in der Bevölkerung wird bereits seit Jahren immer wieder der Ruf nach mehr Radarkontrollen laut. Über die Einrichtung – eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Bad Tölz - will die Gemeinde den fließenden Verkehr verstärkt ins Visier nehmen und Temposünder zur Kasse bitten. Eine Präsentation lieferte den Räten vorab Informationen über die Rahmenbedingungen einer Mitgliedschaft. So berechnen sich die Kosten für die Gemeinde aus einem festen Satz pro Einsatzstunde und einer Fallbearbeitungsgebühr; die Bußgelder selbst fließen ohne Abzug an die Kommune. Sämtliche Messstellen für die Radarkontrollen werden in Zusammenarbeit mit der Polizei festgelegt; Überwachungsumfang und - zeiten gibt die Gemeinde vor. Über den Aufnahmeantrag Rohrdorfs hat nun die Verbandsversammlung zu befinden.
Für Unmut sorgte ein Antrag des Fischereivereins auf Kostenübernahme für die Überdachung der Garage am Thansauer Badesee über zunächst 4200 Euro. Eine zusätzliche Kostenaufstellung sei entgegen der Ankündigung des Vereins bis zur Sitzung nicht bei der Gemeindeverwaltung eingegangen. Mit der Bewilligung eines einmaligen Zuschusses von 4000 Euro – auszuzahlen nach Fertigstellung der bereits vor längerem vereinbarten Arbeiten - zog der Gemeinderat einen Schlussstrich unter die Angelegenheit.
Neben der Ausschreibung für den Stromlieferungsvertrag für den Zeitraum 2010 bis 2013 und der Vergabe von Teerarbeiten im Rahmen der Straßensanierung stand in Rohrdorf erneut der Autobahnausbau auf der Tagesordnung. Knapp aber umfassend informierte Praxl das Gremium über die Ergebnisse der Ausbaukonferenz in Traunstein, an der neben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Bürgermeister und Abgeordnete aus der Region sowie Vertreter von Behörden, Verbänden und Bürgerinitiativen teilgenommen hatten. Über landkreisbezogene Arbeitsgruppen für Rosenheim, Traunstein und das Berchtesgadener Land werden nun auch die Anrainergemeinden in die Planung einbezogen. Die Teams sollen sich eingehend mit den jeweiligen Problembereichen entlang der Strecke Rosenheim-Piding befassen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln; das Planfeststellungsverfahren wird für die Ergebnisse offen gehalten. In jedem Fall will Praxl die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf-Achenmühle“ mit ins Boot holen, die einen nachhaltigen Lärmschutz sowie den weitestgehenden Erhalt des Landschaftsbildes am Eingang zur Tourismusregion Chiemgau in Form von Grün- beziehungsweise Landschaftsbrücken anstrebt. Allerdings seien Einhausungen nicht die von den Planungsbehörden bevorzugte Alternative.
Trotzdem ist Josef Schmid, Vorsitzender der Bürgerinitiative, durchaus zufrieden mit den Ergebnissen der Konferenz: Mit Sitz und Stimme in der Arbeitsgruppe kann die Bürgerinitiative die weitere Planung mitgestalten; zudem, erklärte er am Rande der Gemeinderatssitzung, wurde Achenmühle mit seiner engen Tallage und der Wohnbebauung bis dicht an die Autobahn als Problempunkt erkannt und öffentlich dargestellt. „Auf dieser Basis beginnt nun die eigentliche Arbeit“.
Juni 2009


An Kakteen hatte Hubert Gann schon immer Spaß. Seine Sammlung umfasst heute mehr als 1500 Exemplare. Fotos: Pilger
Dornenreiches Hobby trägt prächtige Blüten
Rohrdorfer hegt und pflegt mehr als 1500 Kakteen

von Marisa Pilger

Rohrdorf – Es ist ein stachliges, oder – spitzfindig und botanisch richtig ausgedrückt - ein dornenreiches Hobby, das Hubert Gann seit nunmehr 40 Jahren pflegt. Im Grunde genommen hatte der Rohrdorfer „schon immer Spaß“ an Kakteen. Doch dann lernte er durch einen Bekannten deren unvergleichbare Artenvielfalt in Mexiko schätzen und lieben. „Und das hat mich nicht mehr so recht losgelassen.“, erinnert sich der 78jährige an die Anfänge seiner Sammelleidenschaft. Im Wohnzimmer haben Ariocarpus und Co allerdings längst keinen Platz mehr: Schließlich ist Ganns Kollektion im Laufe der Jahrzehnte auf 1500 bis 2000 Exemplare angewachsen. Auch der Anbau im ersten Obergeschoss, ausgestattet mit Ventilator und thermostatgesteuerter Heizung, reichte bald nicht mehr aus, und selbst das Glashaus im Garten musste erweitert werden, um den aberhunderten von Kakteen und Sukkulenten ein Dach über dem Kopf bieten zu können.
Die Palette an Arten und Gattungen ist groß, die Gann dort beherbergt: Vom Regenbogenkaktus bis zur Affenschaukel, von der Warzenkaktee Mammillaria bis zum gerippten Stenocactus – die Vielfalt auf den fahrbaren Tischen und Regalen eröffnet sich dem Laien erst bei genauerem Hinschauen. Exemplare der meskalinhaltigen Lophophoren-Art Peyotl, des „Rauschgiftkaktus“, fehlen ebenso wenig wie die Espostoa, jene Säulengewächse, aus deren watteartiger Behaarung die Peruaner einst Bettunterlagen fertigten. Ganns erklärte Favoriten aber sind der Thelocactus mit seiner bunten Bedornung und die ursprünglich im Hochland Mexikos beheimateten Astrophyten. Diese kommen beinahe einem Barometer gleich. Denn stehen alle zur gleichen Zeit in voller Blüte, „wird das Wetter schlecht“.
Der Lohn der Kakteenzüchter: Die Vielfalt an Farben und Formen.
Freilich, Geduld braucht man für die Kakteenzucht. Und „zu tun gibt’s immer etwas“, selbst im Winter, wenn seine „Schützlinge“ Winterschlaf halten und noch nichts von der bunten Blütenpracht erahnen lassen, die sich mit den ersten wärmeren Tagen einstellt. Anfang des Jahres etwa hat die Rote Spinne einigen seiner Prachtexemplare stark zugesetzt.
Täglich inspiziert der Rohrdorfer seine umfangreiche Sammlung, topft um, pfropft, sät aus oder bestäubt seine Pflanzen mit dem Pinsel. Und gegossen wird „nur mit Regenwasser“. Auf diese Weise hat sich Gann zumindest einen kleinen Querschnitt der Kakteen-Vielfalt Süd- und Mittelamerikas herangezogen; die Ausfuhr dieser Pflanzen ist gemäß des Washingtoner Artenschutzabkommens von 1984 streng verboten.
Weitere Möglichkeiten, neue Mitglieder aus der Familie der Cactaceae zu erstehen, Pflegetips einzuholen und Erfahrungen auszutauschen bieten zudem die Kakteenfreunde Rosenheim. Jeden Monat treffen sich die „Kakteerianer“ im Happinger Hof; Gann fungierte acht Jahre lang als Kassier der Ortsgruppe, die 1967 gegründet wurde und rund 60 Mitglieder zählt. Darüber hinaus stehen Vortragsabende und Ausflüge auf dem Programm, sowie alle zwei Jahre das traditionelle Grenzlandtreffen. Hand in Hand mit seinem Faible für die Kakteenzucht geht bei Gann die Begeisterung für Mexiko. Das Land in Mittelamerika gilt gewissermaßen als das Mekka der Kakteenliebhaber. Und dort hat der Rohrdorfer schon mehr als einmal das Angenehme mit dem Angenehmen verbunden, nämlich Urlaub und Hobby.
Für ein wahrhaftig stachliges Teilgebiet der Botanik ist unterdessen seine Frau Barbara zuständig: Sie hegt und pflegt in ihrem Garten mit Hingabe mehr als 300 Rosenstöcke.
Juni 2009


Das große Rennen rund um einen kleinen Kunststoffball
Unihockey gewinnt beim TSV Rohrdorf-Thansau zunehmend an Boden

von Marisa Pilger

Kondition und Koordination sind gefragt beim Unihockey. Der TSV Rohrdorf-Thansau hat die aus Skandinavien stammende Sportart seit gut zweieinhalb Jahren im Programm. Foto: Pilger
Rohrdorf – Seine Wiege steht in Skandinavien; aber auch Tschechien und die Schweiz gelten als traditionelle Hochburgen des Unihockey. Nun gewinnt die rasante Sportart rund um einen kleinen gelöcherten Kunststoffball, der gerade einmal 23 Gramm auf die Waage bringt, auch in der Inntalgemeinde Rohrdorf zunehmend an Boden: Hier sind vor nunmehr zweieinhalb Jahren die „Lumberjacks“ mit einem Dutzend Aktiver an den Start gegangen. Mittlerweile betreiben rund 70 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer dieses schweißtreibende Hobby; und die jüngste der neun Abteilungen des TSV Rohrdorf-Thansau stellt dabei gewissermaßen ein Unikat in der Region dar.
Dass Unihockey nichts mit Universität zu tun hat, muss Abteilungsleiter Toni Maier immer wieder erklären; wenngleich es FH-Studenten waren, die in Rosenheim um die Jahrtausendwende zunächst eine Freizeitgruppe auf die Beine gestellt haben. Finnische Gastschüler hatten die international als „Floorball“ und im Mutterland Schweden als „Innebandy“ bezeichnete Sportart aus ihrer Heimat an den Inn gebracht. Als dann der Anteil an Nicht-Studenten überwog, schloss sich die Truppe im Sommer 2005 dem Sportbund Rosenheim als eigenständige Abteilung an.

Leicht zu erlernen und hochdynamisch – diese beiden Merkmale zeichnen das Unihockey, „die schnellste Hallensportart der Welt“, aus Maiers Sicht aus; zumal die Ausrüstung – neben Sportkleidung sind lediglich ein spezieller Ball mit 26 Löchern sowie ein leichter, flexibler Schläger aus Kunststoff beziehungsweise Carbon erforderlich – nicht sehr teuer zu Buche schlägt.
Gespielt wird dreimal 20 Minuten auf einem 20 mal 40 Meter messenden Großfeld mit Hintertorraum, innerhalb einer 50 Zentimeter hohen Bande. Die Teams bestehen aus fünf Feldspielern und einem Torwart (ohne Schläger), die, wie im Eishockey, im fliegenden Wechsel ausgetauscht werden können.
Im Grunde genommen handelt es sich bei der mit 30 Jahren noch recht jungen Sportart um die Indoor-Variante des skandinavischen Bandy, einem Verwandten des Eishockey. Zugleich weist es aber auch Ähnlichkeiten mit den hierzulande gängigen Hockeyarten auf.

Nur wenige Wochen später holte sie den Sieg beim ersten von ihnen ausgerichteten „Lumberjacks Cup“, der sich in der Zwischenzeit von einem ausschließlich bayerischen zu einem international besetzten Turnier entwickelt hat. Er wird das nächste Mal am Samstag, 20., und Sonntag, 21. Juni, ausgetragen.
Eng beschränkte Hallenzeiten bewogen die „Lumberjacks“ 2006 zum Umzug nach Rohrdorf. Zugleich nahm die Mannschaft im Winter 2006/07 erstmals an der Regionalliga Süd, der dritthöchsten Spielklasse, teil und rangierte zum Saisonende auf Platz drei hinter dem UC Heidelberg und den Bosch Anchors Stuttgart; ein Jahr später wurden die Rohrdorfer Vizemeister. Deutschlandweit, schätzt Maier, bewegt sich die Zahl der lizenzierten Spieler bei etwa 6000; unter den rund neun Millionen Bewohnern Schwedens dagegen sind es an die 130.000.
Parallel zum „Lumberjacks Cup“ – dort treten nunmehr zwölf Mannschaften aus sechs Nationen gegeneinander an – hat sich auch die Vereinssparte rasant entwickelt. Im Herren-Team wuchs der Spielerstamm von zwölf auf 20 an; seit rund zwei Jahren gibt es zudem wöchentliche Trainingsstunden für die mittlerweile rund 15 Damen, die „Lumberchicks“. Den größten Zulauf aber verzeichnet Maier im Kinder- und Jugendbereich mit inzwischen mehr als 40 begeisterten Anhängern in zwei Altersklassen: Nach dem Schnuppertraining im Rahmen des Ferienprogramms „sind wir förmlich überrannt worden“.
Für den Sportverein sind die „Neuzugänge“ in jedem Fall eine Bereicherung. „Die Sportart kann von Mädchen und Jungen gespielt werden und stellt nicht zuletzt wegen der Verwandtschaft zum Eishockey und Inlinehockey eine interessante Alternative im Angebot des TSV dar.“, erklärt Vorstand Sepp Pichlmeier. Zumal die Rohrdorfer Halle, die zwar in den Wintermonaten nahezu ausgebucht ist, nun auch von April bis Oktober besser genutzt werde. Nahezu einstimmig sei die Aufnahme der neuen Abteilung beim TSV Rohrdorf-Thansau beschlossen worden. „Und die Entwicklung seitdem zeigt, dass dies richtig war.“
Den Übungsbetrieb im Turner Hölzl meistern die „Lumberjacks“ derzeit mit zehn Trainern und einem durchgängigen Trainingskonzept; wobei die Herrenmannschaft noch Spieler ab 15 Jahre sucht. Im Kleinfeldbereich wird für die kommende Saison darüber hinaus ein regulärer Spielbetrieb in den Klassen U11 und U15 auf Bayern-Ebene angepeilt.
Weitere Informationen rund ums Unihockey in Rohrdorf gibt's im Internet unter www.lumberjacks-rohrdorf.de beziehungsweise bei Toni Maier (08031/2479350).
23. Mai 2009

Der „Lumberjacks Cup

„In Süddeutschland gibt es kein zweites Turnier, das so hochkarätig besetzt ist.“, unterstreicht Toni Maier, Abteilungsleiter der „Lumberjacks Rohrdorf“, die Qualität des Wettbewerbs, der auch in diesem Jahr an zwei Standorten – im Rohrdorfer Turner Hölzl und in der Luitpoldhalle in Rosenheim – ausgetragen wird. Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Juni, treffen dort insgesamt zwölf Spitzenteams aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Finnland, Schweden und der Schweiz aufeinander. Der Eintritt zu allen Spielen ist frei.
Das erklärte Ziel der Gastgeber fürs Turnierwochenende: ein einstelliger Tabellenplatz.
pil



Neuer Tourismusverband und schneller Internetzugang
Gemeinderat beschließt Beitritt - Umfrage soll Bedarf an Breitbandverbindungen klären

Rohrdorf (pil) – Nach dem Austritt aus dem Tourismusverband München-Oberbayern schließt sich die Gemeinde Rohrdorf dem landkreisweiten „Chiemsee Alpenland Tourismus“ an. Darüber hinaus kündigte Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Bedarfserhebung in Sachen Breitband-Versorgung an.
Mit der neuen Institution, die als „e.V. & Co.KG“ firmieren wird, sollen mit Beginn des kommenden Jahres sämtliche touristischen Kräfte im Landkreis unter einem Dach gebündelt werden, erläuterte Praxl das Konzept. Die 46 Landkreisgemeinden sollen sich daran im Rahmen des Vereins mit insgesamt 475.000 Euro beteiligen, der Landkreis mit 625.000 Euro und die Stadt Rosenheim mit 110.000 Euro; ein Pool aus Partnern aus der Wirtschaft steuere weitere 290.000 Euro bei, wodurch dem „Chiemsee Alpenland Tourismus“ unterm Strich ein Budget von 1,5 Millionen Euro für die Vermarktung der Region als Urlaubsgebiet zur Verfügung stünde.
Mit der Mitgliedschaft wird jährlich ein Beitrag von 5500 Euro für die Gemeinde fällig, die nicht als Fremdenverkehrsort gilt; als Berechnungsgrundlage dienen dabei die Übernachtungszahlen. Zum Vergleich: Die Tourismushochburg Prien zahlt 67.000 Euro. Ein Aufsichtsrat sichere das Mitspracherecht der Kommunen. Sowohl der Chiemsee- als auch der Wendelsteinverband würden in der neuen Organisation aufgehen, deren Nutzen für Rohrdorf einige Räte in Zweifel zogen. So wurde unter anderem ein weiterer, kostenintensiver Verwaltungsapparat befürchtet sowie die Beitragshöhe moniert. An den oberbayerischen Verband hatte die Gemeinde im vorvergangenen Jahr 1200 Euro gezahlt. Mit drei Gegenstimmen schloss sich das Gremium dem Beschlussvorschlag der Verwaltung an, der neuen Organisation solidarisch zunächst für zwei Jahre beizutreten.
Nicht nur in Bereichen des Ortsteils Thansau liegt die Versorgung mit breitbandigen Internetzugängen nach wie vor im Argen. Mittels einer Umfrage soll nun der tatsächliche Bedarf von Privatpersonen wie Unternehmen im gesamten Gemeindegebiet ermittelt werden, um weitere Schritte in Angriff nehmen zu können. Auch in Sachen Jugendtreff tut sich etwas: Derzeit sei man auf der Suche nach einer Betreuungsperson für die Einrichtung im Keller des alten Schulhauses; eine Kooperation mit der Nachbargemeinde Neubeuern sei dabei durchaus denkbar.
Unter Dach und Fach ist nun der Bebauungsplan „TH 05 Kapellenberg“ in Thansau, wo ein Lebensmittelmarkt entstehen soll. Geschlossen stimmte der Gemeinderat nach Abschluss der öffentlichen Auslegung der Satzung zu. Ebenso einstimmig wurde die 43. Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich an der Meisenstraße bejaht und, in Verbindung damit, die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans „TH 16 Am Oberfeld-Ost“. Mit der Vergabe der Bauarbeiten (Straße, Wasser, Kanal) ist nun auch der Weg frei für den Ausbau der Markusstraße in Rohrdorf, der im Abschnitt Bahnhof-/ Ludwigstraße starten soll.
An der Beschilderung des SUR-Radweges im Zuge der Landesgartenschau 2010 in Rosenheim wird sich Rohrdorf mit einer Hinweistafel in der Ortsmitte beteiligen. Nicht zuletzt angesichts der Kosten von 3200 Euro pro Stück beschränkte sich das Gremium auf eine Tafel mit Informationen rund um die Gemeinde.
Mai 2009


Mehr Sicherheit auf Thansaus Schulwegen
Arbeitskreis benennt kritische Punkte - Verkehrsgutachten gefordert
zum Bericht


"Rausgeschmissenes Steuergeld"
Thansauer initiiert Unterschriftenaktion gegen Kirchturm-Zuschuss
zum Bericht


Neuer Anstrich für den Jugendtreff
Schritt für Schritt geht’s voran mit der Renovierung des Rohrdorfer Jugendtreffs. Die maroden Möbel wurden bereits entfernt und neue sanitäre Anlagen eingebaut. Jetzt trafen sich rund 15 Jugendliche zu einer Besprechung mit den Jugendbeauftragten und -referenten im Keller des alten Schulhauses, um das weitere Vorgehen zu besprechen: Als nächstes soll nun der Anstrich in Angriff genommen werden.
Bei der Jugendversammlung im November war beschlossen worden, den Treff, von dessen Existenz nur wenige wussten, neu zu organisieren. Für die Betreuung der Einrichtung wird eine Fachkraft eingestellt.
Wer Lust hat, mit zu planen, Malerarbeiten zu übernehmen oder sich an anderen Aufgaben zu beteiligen, erfährt Näheres bei Renate Pilger, Gemeindeverwaltung Rohrdorf, Telefon 08032/9564-0.
Text/ Foto: pil
2. April 2009



Weder Nachtexpress noch Klimaschutz-Werkstatt
Gemeinderat lehnt in beiden Fällen finanzielle Beteiligung ab

Rohrdorf (pil) – Der Nachtexpress für Rohrdorf wird nicht wieder aufleben. Einstimmig lehnte der Gemeinderat jetzt eine finanzielle Beteiligung an der Buslinie ab. Bereits vor Jahren hatte die Gemeinde eine nächtliche Busverbindung aus Rosenheim mitfinanziert, die 2003 schließlich wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt wurde. Das Gremium bezweifelte, dass sich für einen neuerlichen „Nachtexpress-Chiemgau“ genügend Fahrgäste erwärmen, um die Linie wirtschaftlich betreiben zu können; zumal eine Fahrt von Rosenheim nach Rohrdorf aufgrund der Streckenführung dann bis zu 40 Minuten dauere.
Ebenso wenig wird sich die Kommune als Gesellschafter an der vom Landkreis initiierten Klimaschutz-Werkstatt als zentrale Energieberatungsstelle für die Bürger aus Stadt und Landkreis beteiligen. „Eigentlich unnötig“, war die einhellige Meinung der Räte zu dem Vorhaben, eine weitere Organisation mit einem eigenem Verwaltungsapparat zu schaffen. Besser sei es, vorhandene Ressourcen (zum Beispiel Energieversorger, private und kommunale Berater) zu bündeln und gebietsweise gemeinsame Veranstaltungen rund ums Thema Umweltschutz und Energiesparen anzubieten.
Über einen Zuschuss von maximal 17.000 Euro können sich unterdessen die Thansauer Vereine freuen. Die Finanzspritze wird gewährt für den Bau eines Vereinsstadels nahe des Feuerwehrhauses. Mit einer Reihe von Bauarbeiten, die vergeben wurden, werden in verschiedenen Ortsteilen außerdem Trinkwasserleitungen erneuert beziehungsweise verlängert.
Für Diskussion im Rahmen des seit zwei Jahren andauernden Bebauungsplanverfahrens „RO 17 Markusstraße“ hatte die Situierung eines zusätzlichen Gebäudes gesorgt. Entgegen des Beschlussvorschlags der Verwaltung sprach sich das Gremium mehrheitlich für die von den Grundstückseigentümern gewünschte Verschiebung des geplanten Hauses nach Südwesten in Richtung Hangkante aus. Die Satzung wurde schließlich mit 17:4 Stimmen verabschiedet. In einem weiteren Schritt genehmigten die Räte die Ausführungsplanung für den Ausbau der Markusstraße, welche auch einen Umbau der Einmündung zur Bahnhofstraße vorsieht. Darüber hinaus werden in dem Straßenzug sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert und ein Regenwasserkanal verlegt. Ein Gehweg für die Markusstraße sei, wie Bürgermeister Christian Praxl explizit anmerkte, auf ausdrücklichen Wunsch der Anlieger nicht vorgesehen.
Ein eigener Tagesordnungspunkt war dem sechsstreifigen Ausbau der A 8 gewidmet. Die Planfeststellungsunterlagen der Autobahndirektion mit meterhohen Lärmschutzwällen und -wänden sollen nach derzeitigem Stand der Dinge Mitte des Jahres vorliegen; dann sei auch die Gemeinde mit einer offiziellen Stellungnahme gefordert. Inzwischen aber, riet Praxl, sollten die Bürger das Thema am Kochen halten und ihre Forderungen nach Einhausungen und Landschaftsbrücken mit Argumenten wie dem Erhalt des Landschaftsbildes und dessen Bedeutung für den Wirtschaftsfaktor Tourismus sowie der Feinstaubbelastung untermauern; hier engagiert sich auch die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle“. Denn die Entscheidung über das künftige „Gesicht“ der Salzburger Autobahn zwischen Rosenheim und Bad Reichenhall müsse letztlich auf politischer Ebene fallen.
März 2009


Solarstrom zapfen an der Tankstelle
Landkreisweit erste Zapfsäule am Wertstoffhof in Thansau eröffnet
zum Bericht


Trotz Gewerbesteuer-Ausfalls ausgeglichener Haushalt für 2008
Gemeinderat verabschiedet aktuellen Etat einstimmig - Zusammenarbeit mit Bürgerinitiative angekündigt

Rohrdorf (pil) - Trotz der um drei Millionen Euro spärlicher als erwartet geflossenen Gewerbesteuer konnte Rohrdorfs Kämmerer Peter Wagner dem Gemeinderat in der Jahresrechnung einen ausgeglichenen Haushalt 2008 vorlegen. Die Mindereinnahmen wurden durch Rücklagen aufgefangen; sie beliefen sich zum Ende des vergangenen Jahres auf 650.000 Euro.
Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sei die vorsichtige Planung im aktuellen Etat mit einem Gesamtvolumen von nunmehr 16,8 Millionen Euro, 13,9 Millionen im Verwaltungs- und 2,9 Millionen Euro im Vermögenshaushalt, also durchaus berechtigt. Der Gemeinderat befürwortete den Haushaltsplan, in dem nun auch der Zuschuss von 125.000 Euro für den Kirchturmbau in Thansau berücksichtigt ist (der gleiche Betrag ist ebenso fürs kommende Jahr vorgesehen), letztlich geschlossen; dieser Punkt hatte im Finanzausschuss eine rege Diskussion angestoßen. Eine Kreditaufnahme sei fürs laufende Jahr nicht vorgesehen, erläuterte Wagner weitere Eckpunkte aus dem Zahlenwerk; die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer rangierten im landkreisweiten Vergleich nach wie vor ganz unten, und die Gebühren für Wasser und Kanal seien ebenfalls seit langem konstant. Zudem sei die Gemeinde mit einem Schuldenstand von weniger als 800.000 Euro ins neue Jahr gestartet.
Vergeben wurden bei der Sitzung auch die landschaftsplanerischen Leistungen, die eine wesentliche Rolle bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes spielen werden. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat den Landschaftsarchitekten Rupert Schelle aus Bad Endorf mit den Arbeiten; er hat bereits diverse Grünordnungskonzepte im Gemeindebereich erarbeitet. Bei sieben Gegenstimmen gab der Gemeinderat grünes Licht für die endgültige Fassung der 45. Änderung des Flächennutzungsplanes und, damit verbunden, für die Satzung des Bebauungsplanes „TH 14 Ahornstraße“. Die Firma Hamberger will auf dem Areal unweit des Wertstoffhofes ihre Produktionsanlagen erweitern.
Keine Beeinträchtigung der Belange Rohrdorfs gehen nach Auffassung des Gremiums von dem geplanten, kleinteilig gegliederten Gewerbegebiet im Frasdorfer Ortsteil Unteracherting aus. Lediglich eine etwaige Trinkwasserversorgung in dem an Achenmühle angrenzenden Areal durch die Gemeinde Rohrdorf wurde mit einem entsprechenden Passus in der Stellungnahme ausdrücklich ausgeschlossen.
Keinerlei Nutzen sehen die Räte in der weiteren Mitgliedschaft im Tourismusverband München-Oberbayern. 1200 Euro Mitgliedsbeitrag hatte die Kommune im Jahr 2007 gezahlt. Allerdings, gab Bürgermeister Christian Praxl zu Bedenken, seien die rund 57.300 Übernachtungen zum allergrößten Teil durch den direkten Kontakt der Gäste mit dem einzigen großen Hotel am Ort beziehungsweise den anderen Übernachtungsbetrieben abgewickelt worden. Einem Zusammenschluss möglichst aller Kommunen in der Region unter einem großen werbewirksamen Dach stehe die Gemeinde Rohrdorf, die vor einigen Jahren auch aus dem Kur-und Tourismusverband Wendelstein ausgetreten ist, unterdessen durchaus aufgeschlossen gegenüber.
Ein einmaliger Jahreszuschuss von 600 Euro wurde für die verlängerte Mittagsbetreuung am Sonderpädagogischen Förderzentrum Brannenburg gewährt, das derzeit rund zwei Dutzend Kinder aus dem Gemeindebereich besuchen. Aufgrund der großen Nachfrage soll dort eine zweite Gruppe mit Zusatzangeboten wie Sozialtrainings, Sport und Musik eingerichtet werden.
Einstimmig nahm der Gemeinderat auch den Haushaltsplan der „Zwergerlmühle“, des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle, an, der einen Defizitausgleich seitens der Gemeinde in Höhe von 20.000 Euro vorsieht.
Unterstützung in Form entsprechender Gemeinderatsbeschlüsse sicherte Praxl abschließend der „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde e.V.“ zu, die sich nachdrücklich für einen umfassenden Lärmschutz im Zuge des geplanten Autobahnausbaus, etwa in Form von Landschaftsbrücken, stark macht. Parallel zu den Bemühungen der verschiedenen Bürger-Bündnisse entlang der Salzburger Autobahn wenden sich die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden im Schulterschluss an die politischen Entscheidungsträger.
Februar 2009


A8: Ein Plädoyer für den Erhalt des Landschaftsbildes
200 Interessierte beim Infoabend der Bürgerinitiative in Achenmühle

Rohrdorf (pil) – Dass der geplante Ausbau der A 8 auch die Rohrdorfer nicht unberührt lässt, zeigte sich bei einer Informationsveranstaltung, zu der die noch junge „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde e.V.“ eingeladen hatte. Rund 200 Besucher konnte Vorstand Josef Schmid trotz widriger Wetterverhältnisse im Dorfhaus Achenmühle begrüßen, darunter die Bürgermeister Christian Praxl (Rohrdorf) und Georg Huber (Samerberg), zahlreiche Gemeinderäte, stellvertretenden Landrat Paul Unterseher aus Höhenmoos und den tourismuspolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Klaus Stöttner (CSU), sowie Vertreter der Initiativen aus Frasdorf und Bernau und des Logistik Kompetenz Zentrums Prien.
So könnte Achenmühle mit Landschaftsbrücken über die neue Autobahntrasse aussehen. Am Bildrand links und rechts verschwindet die Fahrbahn in einem Tunnel. MdL Klaus Stöttner, so Josef Schmid von der Bürgerinitiative, wolle nun das Thema in die zuständigen Gremien weitertragen. Fotomontage: BI
Mit Nachdruck fordert das Rohrdorfer Bündnis - als Alternative zum vorgesehenen offenen Ausbau der Salzburger Autobahn - Grün- bzw. Landschaftsbrücken im Abschnitt zwischen Apfelkam und Daxa. Nur die Einhausung der Trasse an den Ortspassagen könne einen „zukunftsorientierten, nachhaltigen und allumfassenden Lärmschutz“ gewährleisten, führte Schmid in seiner Präsentation aus, bei der sich das Publikum auch von vergleichbaren, bereits realisierten Bauwerken ein Bild machen konnte. Notwendige Verkehrswege könnten ohne zusätzliche teure Brückenbauwerke und Unterführungen über die Grünbrücken geführt werden; ebenso wäre eine landwirtschaftliche Nutzung auf den Überbrückungsflächen möglich.
„Sicher nicht ohne Grund“, ergänzte der Mediziner Dr. Alexander Kahle aus Höhenmoos als Gastreferent, würden zum kommenden Jahr die Feinstaub-Grenzwerte deutlich nach unten geschraubt: Demnach sind ab 2010 pro Kalenderjahr nurmehr sieben anstatt wie bisher 35 Überschreitungen des Grenzwertes von 50 Mikrogramm/m3 erlaubt; der zulässige Jahresmittelwert wird von derzeit 40 auf 20 Mikrogramm gesenkt.
Diese und andere Schadstoffe wie etwa Stickstoffdioxide, so Schmid weiter, könnten nur mit Einhausungen kontrolliert abgeleitet und gefiltert werden. Unter den von der Autobahndirektion Südbayern vorgesehen drastischen Eingriffen ins Landschaftsbild hätten zudem nicht nur Flora und Fauna zu leiden. Ebenso sieht das Bündnis „die Grundlage für den Fremdenverkehr als zusätzliches wirtschaftliches Standbein“ in Gefahr. Schließlich bringe der anvisierte Ausbau eine Verbreiterung der Verkehrsachse um 19 auf dann 36 Meter (inklusive Lärmschutzmaßnahmen auf 45 bis 50 Meter) mit sich, sowie bis zu zwölf Meter hohe Stützmauern entlang der Nordseite und bis zu 5,50 Meter hohe Mauern und Wälle im Süden. Auch den Flächenverbrauch für den acht Kilometer langen Abschnitt im Gemeindebereich Rohrdorf führten die Referenten ins Feld: Insgesamt 288.000 Quadratmeter Bodenfläche – ungefähr 39 Fußballfelder - und damit mehr als doppelt soviel wie bisher, wären letztlich mit der angepeilte Trasse versiegelt. Dabei stelle die Voralpenlandschaft „die wichtigste Basis für jede Entwicklung und Belebung des Tourismus in unserer Region dar“.
Nun, möglichst noch vor Beginn des Genehmigungsverfahrens, will die Bürgerinitiative den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern ankurbeln. Schließlich, zog Schmid nach der Veranstaltung eine erste Bilanz, habe der Informationsabend deutlich gezeigt, dass viele Bürger nicht bereit seien, jede standardmäßig angebotene Lösung klaglos hinzunehmen.
3. Februar 2009


Glaubensfrage Kirchturmzuschuss
Rohrdorfer Finanzausschuss lässt 18-Millionen-Etat einstimmig passieren

Rohrdorf (pil) – Um die Finanzlage der Gemeinde Rohrdorf ist es nach wie vor nicht schlecht bestellt. Weil aber die wirtschaftliche Talfahrt auch vor Rohrdorf nicht halt mache, empfahl Kämmerer Peter Wagner dem Finanzausschuss bei der Vorberatung des Haushalts ausdrücklich, „das Geld zusammen zu halten“. Einstimmig sprach sich das Gremium für das Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von rund 18 Millionen Euro aus (davon 14,9 Millionen Euro im Verwaltungs- und 3,1 Millionen im Vermögenshaushalt) aus. Lediglich einige Nachträge, etwa zum Kirchturm-Zuschuss, zur offenen Jugendarbeit und zum Wertstoffhof-Personal, müssen noch bis zur beschließenden Sitzung des Gemeinderats am 12. Februar eingearbeitet werden.
Die größten Brocken auf der Ausgabenseite des Etats, den Bürgermeister Christian Praxl als „wohldurchdacht“ lobte, stellen die Kreisumlage (fast 4,8 Millionen), die Gewerbesteuerumlage (1,5 Millionen) und die Personalkosten mit rund einer Million Euro dar. Darüber hinaus sind 1,06 Millionen Euro für den Wasserleitungsbau veranschlagt, sowie jeweils 440.000 Euro für den Ausbau der Markusstraße und für den Kanalbau.
Bei den Einnahmen schlägt, neben Einkommensteueranteil (2,5 Millionen), Grundsteuer auf nicht-landwirtschaftliches Grundvermögen (540.000) und Umsatzsteuerbeteiligung (500.000 Euro), im Wesentlichen die Gewerbesteuer zu Buche. Diese wurde für 2009 vorsichtig mit sieben Millionen Euro angesetzt. Zum Vergleich: In den vergangenen fünf Jahren belief sich das Aufkommen hier auf durchschnittlich 8,5 Millionen Euro.
Bei unveränderten Hebesätzen für Grund- und Gewerbesteuer liegt die Steuerkraft pro Einwohner bei nunmehr 1804 Euro (2563 im Vorjahr); damit belege Rohrdorf den dritten Platz unter den Landkreisgemeinden. Der Schuldenstand der Kommune sinkt zum Jahresende auf knapp 800.000 Euro.
Beinahe zur Glaubensfrage war unterdessen die Debatte über den Zuschuss für den geplanten Kirchturm in Thansau geraten. Nur mit einer Finanzspritze von jeweils 125.000 Euro im laufenden sowie im kommenden Jahr sei der Turm für die katholische Kirchengemeinde finanzierbar, informierte der Bürgermeister die Räte über das Anliegen von Pfarrer Gottfried Doll. Trotz der hohen Summe plädierte die Mehrheit (Rederecht bei der Ausschusssitzung hatten alle Gemeinderäte) letztlich dafür, die Mittel bereitzustellen. Diese Investition, wurde argumentiert, könne sich die Kommune leisten, ohne dafür in anderer Hinsicht Verzicht üben zu müssen; zumal ein Kirchturm auch von hoher symbolischer Bedeutung für eine Gemeinde sei. Einzig Karl Blum (Bürgerblock) sprach sich vehement gegen diese Art der Verwendung von gemeindlichen Geldern aus und verwies auf weitaus wichtigere Aufgaben.
Mit dem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats, erklärte der Pfarrer nach der Ausschuss-Sitzung zuversichtlich, könnte der Bau des Glockenturms wohl noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Wie berichtet soll auf dem Thansauer Kapellenberg ein Campanile aus Glas, Stahl und Beton errichtet werden, dessen Kosten inklusive Geläut Doll mit rund 550.000 Euro bezifferte. Ungefähr 140.000 Euro habe die Kirchengemeinde dafür bereits gesammelt, weitere 50.000 Euro das Ordinariat bislang beigesteuert.
Dem Brandschutz und der Jugendförderung kommt die Spende der Firma Hamberger zugute, welche das Unternehmen auch in diesem Jahr der Gemeinde Rohrdorf zukommen ließ. Der Finanzausschuss befürwortete einstimmig eine Aufteilung des Betrages in Höhe von 1000 Euro zu gleichen Teilen.
Januar 2009


Elf Zwergerl sowie 140 Kinder und Jugendliche – darunter 25 Snowboarder – sind in diesem Jahr mit den Skilehrern des TSV Rohrdorf-Thansau auf die Piste gegangen. Während die einen in Durchholzen ihre ersten Bögerl meisterten, übten sich die anderen auf jeder Menge Kunstschnee im Skigebiet Zahmer Kaiser im Carving- und Parallelschwung. Ein Bus mit den Fortgeschrittenen steuerte wieder an zwei Tagen Westendorf /Tirol an, wo ausgezeichnete Pisten- und Wetterverhältnisse für gute Stimmung sorgten. Beim traditionellen Abschlussrennen am Amberglift in Durchholzen ging's dann – angefeuert von zahlreichen Eltern - um Zehntel- und Hundertstelsekunden, vor allem aber ums Dabeisein.
Insgesamt 25 Skilehrer und fünf Helfer waren an den vier Tagen im Einsatz. Gemeinsam mit den Abteilungsleitern Andi Leidl und Schorsch Dick junior überreichten sie ihren Schützlingen bei der Siegerehrung im Hotel zur Post in Rohrdorf die wohlverdienten Medaillen und Urkunden. Ein besonderer Dank ging außerdem an alle Sponsoren und Helfer. Denn nur durch deren Unterstützung konnten auch in diesem Jahr die Kleineren eine Pause im Zelt einlegen und sich bei einem Becher Punsch aufwärmen.
Text/Foto: pil



Nicht nur Kinder profitierten diesmal vom Rohrdorfer Ferienprogramm; es hat zudem mehr Farbe ins Gemeindeamt gebracht: So waren bei einer Ausstellung im Dorfhaus in Lauterbach während einer amerikanischen Versteigerung einer Gemeinschaftsarbeit von gut einem Dutzend Nachwuchskünstlern insgesamt 210 Euro zusammen gekommen. Diese Summe überreichte Bürgermeister Christian Praxl (links) jetzt an Ursula Bichler (Zweite von rechts), die Geschäftsführerin der „Rosenheimer Aktion für das Leben“. Die Einrichtung unterstützt seit 1986 Familien in sozialer und wirtschaftlicher Not. „Das Geld können wir sehr gut brauchen.“, freute sich Bichler. Zugleich bekam das farbenfrohe Werk, das in den Kursen von Andrea Eykmann (rechts) entstanden war, einen Ehrenplatz im Rathaus-Foyer, anstatt - wie ursprünglich vorgesehen - im Seniorenheim. Tatkräftige Unterstützung bei der Übergabe leistete die kleine Franziska Seidl, die bei der Auktion als Letzte den Spendentopf gefüttert hatte.
Text/Foto: Pilger



Landschaftsbrücken für die Autobahn
Bürgerinitiative fordert schonenden Ausbau der A8

Rohrdorf (pil) – Auf einen möglichst nachhaltigen und zukunftsorientierten Immissionsschutz sowie den weitgehenden Erhalt des Landschaftsbildes zielt die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde“ ab, die sich angesichts des geplanten Ausbaus der Salzburger Autobahn formiert hat.
„Jede Bürgerin und jeder Bürger unserer Heimatgemeinde hat Anspruch auf eine Umwelt, die ein höchstmögliches Maß an Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht.“, betonen die Vorstände Josef Schmid, Sebastian Diechler und Hans-Peter Steindlmüller. Als Alternative zum offenen Ausbau fordert das Bündnis deshalb an den dicht besiedelten wie an den landschaftlich empfindlichen Abschnitten Grün- bzw. Landschaftsbrücken.
Die Notwendigkeit des Autobahnausbaus auf sechs Fahrstreifen wird dabei in keiner Weise in Frage gestellt. Doch sollten in jedem Fall die Belastungen für die Anwohner durch Lärm und Feinstaub auf ein Minimum reduziert werden, Flora und Fauna möglichst erhalten bleiben. Gerade durch die enge Tallage und den unregelmäßigen Höhenverlauf der Strecke dränge sich zwischen Apfelkam und Daxa eine landschaftsschonende Tunnel-Lösung geradezu auf; zumal die neue Trasse in diesem Bereich, dem Tor zur Tourismusregion Chiemgau, ohnehin deutlich tiefer verlaufen soll. Mit Landschaftsbrücken würden sich dort mächtige, meterhohe Stützmauern und Schallschutzwände erübrigen.
Bei ihrer Suche nach vergleichbaren Bauwerken sind die Vertreter der erst vor kurzem gegründeten Initiative unter anderem in Deutschland, vor allem aber in Slowenien, Kroatien und Österreich fündig geworden.
Für die Ortsteile Rohrdorf und Thansau will sich das Bündnis darüber hinaus für einen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehenden Lärmschutz auf Kosten des Bundes einsetzen.
Zu einem ersten Informationsabend lädt die Bürgerinitiative am Mittwoch, 28. Januar, um 19.30 Uhr ins Dorfhaus Achenmühle ein. Weitere Auskünfte erteilt Vorstand Josef Schmid, Telefon 08032/91176.
30. Dezember 2008


Die alte Lehrervilla in Thansau. An ihrer Stelle soll ein Lebensmittelmarkt mit Tagescafé, Büro- und Praxisräumen entstehen. Foto: Pilger
Lebensmittelmarkt statt Lehrervilla
Thansau: Auch Tagescafé und Praxisräume geplant

Rohrdorf/Thansau (pil) – Ins Thema Nahversorgung für die Ortschaft Thansau kommt wieder Bewegung: Ein Investor hat das Grundstück der alten Lehrervilla gekauft und will dort einen Lebensmittelmarkt mit Tagescafé, Büro- und Arztpaxisräumen und 74 Parkplätzen errichten. Verhandlungen mit möglichen Betreibern des geplanten Supermarkts gegenüber des Seniorenheims „St. Anna“ seien bereits im Gang, ließ Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Sitzung wissen. Die für das Vorhaben erforderliche Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans TH 05 „Am Kapellenberg“ brachte der Rohrdorfer Gemeinderat jetzt einstimmig auf den Weg.
Bereits vor Jahren hat das letzte Lebensmittelgeschäft in Thansau dicht gemacht. Für einigen Wirbel in Sachen Einkaufen hatten dann Mitte 2004 die Planungen für einen Supermarkt auf dem Gelände des alten Sportplatzes gesorgt sowie ein Bürgerbegehren, das diesen Standort ablehnte und stattdessen ein Lebensmittelgeschäft im Ortskern von Thansau forderte. Erstere wurden schließlich vom damaligen Gemeinderat gestoppt, wodurch auch ein etwaiger Bürgerentscheid gegenstandslos wurde.
Ortswechsel: Die nicht genehmigten Bauten im südlichen Bereich des Betriebsgrundstücks an der Angermühlstraße können möglicherweise zum Teil noch einige Jahre bestehen bleiben. Bei fünf Gegenstimmen aus den Reihen des Bürgerblocks und der SPD befürwortete das Gremium einen entsprechenden Antrag des Grundstückseigentümers; doch letztlich hat über einen neuerlichen Duldungsbescheid das Landratsamt zu befinden. Ein Veto, so die mehrheitliche Auffassung, gefährde die Existenz der dort angesiedelten Betriebe, insbesondere einer Zimmerei. Und auch von einer Wohnbebauung – auf dem Areal besteht ein Baurecht für mehrere Wohneinheiten - blieben die unmittelbaren Nachbarn nicht unberührt.
Etwas sauer aufgestoßen war einigen Räten der Antrag auf Verlängerung der Frist kurz vor deren Ablauf am 31. Dezember. Bereits 2001 war der städtebauliche Vertrag abgeschlossen worden, der auch den Abriss der Schwarzbauten bis zum Jahresende 2008 festschrieb. Diese, stellte der Bürgermeister ausdrücklich klar, habe jedoch der jetzige Eigentümer nicht zu verantworten sondern lediglich von seinem Vorgänger übernommen. Zwischenzeitliche Auswüchse in Form von Containern und anderen Lagereinrichtungen habe jener gemäß der vertraglichen Auflagen beseitigt, und das Gelände sei nunmehr in einem ordentlichen Zustand. Eine Verschlechterung des Status Quo, so die vorherrschende Meinung, gehe mit einer Fristverlängerung, zumal gekoppelt an die derzeit ansässigen Unternehmen, nicht einher. Die ersten Bauten sollen demnach im März fallen, der letzte Teil des Komplexes spätestens 2014.
Ohne Gegenstimmen passierte die zweite Änderung der Ortsabrundungssatzung für Lauterbach das Gremium. Anwohner hatten im Rahmen der Bürgeranhörung Bedenken gegen einen geplanten, dem Wohngebiet vorgelagerten Pferdestall an der Simsseestraße geäußert. Neben der Geruchsbelästigung befürchten sie vor allem die Ausweitung zu einem gewerblichen Reiterhof. Dem Einwand der Nachbarn trägt nun eine Beschränkung des Pferdestalls auf eine Fläche von 75 Quadratmetern sowie auf eine Nutzung ausschließlich zu Freizeitzwecken Rechnung.
Ebenfalls einstimmig wurde mit dem Aufstellungsbeschluss und der Vergabe der Planungsarbeiten das Verfahren für einen neuen Flächennutzungsplan für den gesamten Gemeindebereich eingeläutet. Die nach derzeitiger Schätzung rund 100.000 Euro teure Neufassung wird das aktuelle, nunmehr 30 Jahre alte und 46mal geänderte Rahmenwerk ablösen und soll dann für die folgenden 15 Jahre die Weichen für die städtebauliche Entwicklung der Kommune stellen. Nach der vorgezogenen Bürgerbeteiligung und der Anhörung der Träger öffentlicher Belange billigten die Räte auch den Bebauungsplan RO 17 für die Markusstraße, der nun öffentlich ausgelegt wird. Von einem Gutachten über die zu erwartende Zunahme der „Verkehrsströme“, wie es von Seiten der Bahn gewünscht wurde, sieht der Gemeinderat allerdings ab; schließlich umfasse der Bebauungsplan im wesentlichen bestehende Bebauung und weise nur einzelne Baulücken auf.
Die 1000-Euro-Spende für soziale Zwecke der Firma Schattdecor an die Gemeinde kommt in diesem Jahr zu gleichen Teilen dem Sozialwerk und dem Behandlungszentrum Aschau zugute; letzterem sind die Konduktiven Förderklassen (Petö) an der Rohrdorfer Schule als Außenklassen angegliedert.
24. Dezember 2008



Mit dem Fahrstuhl Richtung Weihnachten
Beine hoch!“ - und los ging die Reise im Fahrstuhl von Nikodemus Baltasar Aufundab, eine Reise mit ungewöhnlichem Ziel und zwei blinden Passagieren an Bord. Kein Wunder, dass Mickie und Puck zur Strafe auf Wolke 19 Geschenke verpacken müssen: Denn dass es sich bei diesen beiden Weihnachtselfen, die nun das Heimweh umtreibt, um ganz besonders freche Exemplare handeln muss, merken die Zuschauer im Turner Hölzl recht schnell. Dabei hat die diesjährige Inszenierung des Rohrdorfer Kindertheaters „Harlekids“ unter der Regie von Xandi Fradl und Claudia Weiß-Lorenz nicht nur eine große Portion Witz zu bieten; sie fordert dem Publikum außerdem mehr als einmal tatkräftige Mithilfe ab.
Wenn das Fest der Liebe naht, ist bei den „Harlekids“ meist auch das Böse nicht weit. So wollen sich diesmal die herzlose Eisprinzessin und ihre beiden Komplizen, der von Sekunden besessene Flitz und der geldgierige Zaster, eiskalt des friedlichen, beschaulichen Weihnachtslandes bemächtigen: Der rotgewandete Oberelf friert zur Tomate zusammen und Bäckermeister Schmeck gleicht tiefgekühlt nurmehr einem Lebkuchenmännchen. Doch wem ist es zu verdanken, dass der frostige Coup letztlich misslingt und das Weihnachtsfest doch nicht ausfallen muss?
Harry Fradl hat das märchenhafte Stück „Wie Puck Weihnachten rettet“ aus der Feder von Christina Stenger überarbeitet, in dem der Postbote Taube – James Taube - selbstredend im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs ist. Insgesamt viermal nahm die engagierte junge Truppe ihre Zuschauer mit zu einem unterhaltsamen Ausflug in eine märchenhaft gestaltete Bühnen-Weihnachtswelt.
Text/ Fotos: Pilger
15. Dezember 2008


Im Sitzungssaal hatten die Kids das Sagen
Großer Andrang bei Rohrdorfs erster Jugendversammlung

Rohrdorf (pil) – Wo sonst der Rohrdorfer Gemeinderat tagt, hatten diesmal die Jugendlichen die Oberhand. Denn um deren Ideen und Anliegen ging es bei der ersten Jugendversammlung. Mit knapp 50 Mädchen und Burschen war der Andrang im Sitzungssaal so groß, dass zunächst noch weitere Stühle herbeigeschafft werden mussten.
„Nur wer mitredet, kann auch mitbestimmen“; unter diesem Motto wollten sich die neuen Jugendbeauftragten Astrid Zeitler und Renate Pilger gemeinsam mit den Jugendreferenten im Gemeinderat, Anette Wagner und Markus Unterseher, sowie Bürgermeister Christian Praxl und Stellvertreter Martin Fischbacher ein Bild machen von den Wünschen der 13- bis 20jährigen. Ziel ist es, sowohl die Jugendarbeit der Vereine weiter zu unterstützen als auch offene, vereins- und ortsteilunabhängige Einrichtungen zu schaffen. Hierfür ist jedoch nicht nur die Meinung der Jugendlichen gefragt, sondern auch deren Engagement gefordert.
Mit einem Fußballkäfig, einer Klettermöglichkeit und Banden für den Hartplatz in Achenmühle ging der Trend bei der „Stoffsammlung“ deutlich in Richtung Sport. Doch auch eine Eisdiele als Treffpunkt, eine Nachtbus-Verbindung und einen Probenraum für Bands notierte Carina Hernaiz vom Kreisjugendamt, die die Veranstaltung moderierte, auf dem „Wunschzettel“.
Auf ihr Anraten hin konzentrierte sich angesichts der Jahreszeit die Diskussion dann auf den Jugendraum im Untergeschoss der Montessori-Schule. Der Treff, von dessen Existenz offenkundig nur wenige gewusst hatten, ist den Schilderungen zufolge außerdem stark renovierungsbedürftig. Allerdings, machte Hernaiz den Jugendlichen klar, sei es mit einem frischem Anstrich und neuen Möbeln allein nicht getan. Gemeinsam mit den Gemeindevertretern müssten auch organisatorische Fragen wie Öffnungszeiten und Zuständigkeiten geklärt werden.
Bevor in einer nächsten Versammlungs-Runde weitere Schritte besprochen werden, steht nun zunächst ein Ortstermin im alten Schulhaus an.
Eine ähnlich rasch umzusetzende Lösung wie in Rohrdorf steht für Thansau, das als einziger Ortsteil keine entsprechende Einrichtung zu bieten hat, derzeit zwar nicht in Aussicht. Jedoch will Bürgermeister Praxl mit dem Pfarrer abklären, ob das dortige Pfarrheim für einen Jugendtreff genutzt werden könne.
27. November 2008


Wieder Kulturveranstaltungen im Steinbruch
Oper, Musical und Theaterstück, aber klare Absage an "Pyro-Spektakel"

Rohrdorf (pil)– Auch im kommenden Jahr wird der Rohrdorfer Steinbruch wohl Schauplatz kultureller Open-Air-Veranstaltungen. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung, der M8 Management GmbH die entsprechenden Genehmigungsbescheide zu erteilen; vorausgesetzt, sämtliche Sicherheitsauflagen sind erfüllt und die erforderlichen Parkflächen schriftlich nachgewiesen.
Geplant sind mit der Oper Nabucco (17. Juli), einem Konzert von Hansi Hinterseer (18.) sowie dem Kindermusical „Bibi Blocksberg“ und einer Theateraufführung des Brandner Kaspar (beide am 19.) ein ganzes Veranstaltungswochenende. Gleich eingangs hatte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) klargestellt: „So etwas wie das Pyro-Spektakel kommt nicht mehr in Frage“. Den Eigentümern der als Parkplatz in Frage kommenden Grundstücke rund ums Zementwerk wurde geraten, die Mietverträge gegen Vorkasse abzuschließen. Karl-Heinz Silichner (CSU) regte darüber hinaus ein Karten-Vorkaufsrecht für Rohrdorfer Bürger an.
Ebenfalls einstimmig passierte der Antrag des Evangelischen Bildungswerks Rosenheim das Gremium; wie in den Vorjahren erhält die Einrichtung eine Zuwendung in Höhe von 102 Euro (vormals 200 Mark) für die Erwachsenenbildung. In diesem Zusammenhang kündigte der Rathauschef ein neues Konzept für die Verteilung von Zuschüssen an; zunächst soll eine Zusammenstellung Aufschluss geben über die Summe der binnen eines Jahres geleisteten Finanzspritzen an die diversen Organisationen.
Noch keinen konkreten Betrag konnte der Gemeinderat hingegen Pfarrer Xaver Komba für seine Projekte in Songea (Tansania), die Sanierung der dortigen Krankenstation sowie die Verbesserung der Wasserversorgung, bewilligen. Zwar gab das Gremium prinzipiell grünes Licht für eine finanzielle Unterstützung; über die Höhe wollen die Räte jedoch erst entscheiden, wenn ihnen die Kosten für die Vorhaben bekannt sind.
Zurückhaltung herrschte in Sachen Landesgartenschau 2010. Grundsätzlich wurde eine Beteiligung Rohrdorfs im Rahmen der Gemeinden des Stadt- und Umlandbereichs Rosenheim (SUR) befürwortet. Bezweifelt wurde allerdings, dass sich Besucherströme der LGA auch in die Region ergießen werden. Die endgültige Entscheidung für ein Projekt, etwa die dauerhafte Beschilderung des SUR-Radwegs, will der Gemeinderat dann auf Grundlage einer genauen Kostendarstellung treffen.
Den Auftakt der Sitzung hatte eine Lehrstunde in Sachen Baugenehmigungsverfahren gemacht. Ein Vertreter des Landratsamtes beleuchtete sowohl die Rolle der Gemeinde als auch die des Landratsamtes im baurechtlichen Verfahren. Insbesondere verwies er auf den Anspruch des Bauwerbers auf Baugenehmigung, soweit das Vorhaben alle öffentlich-rechtlichen Vorschriften wie die Festsetzungen des Bebauungsplans oder der Ortsgestaltungssatzung einhalte.
Neben dem Procedere bei genehmigungspflichtigen Anlagen erläuterte der Referent unter anderem die Grundzüge des verfahrensfreien Bauvorhabens, etwa einer kleinen Garage oder einer Terrassenüberdachung. Darüber hinaus warnte er vor dem großzügigen Umgang mit dem in der Bayerischen Bauordnung vorgesehenen Freistellungsverfahren. Denn sollten sich hier im Nachhinein auch nur geringfügige Abweichungen zu den Festsetzungen des Bebauungsplans herausstellen, habe man es schlicht mit einem Schwarzbau zu tun.
November 2008


Riesenfreude über den Gewinn auf vier Rädern herrschte nicht nur bei Gudrun Lohmann, der Vorsitzenden des Sozialwerks. Foto: Pilger

Radioquiz beschert Sozialwerk VW-Bus
Vorsitzende Lohmann: Neunsitzer wird "Senioren-Auto"

Rohrdorf (pil) - „Bayerns beste Bayern“ haben dem Sozialwerk Rohrdorf ganz überraschend einen geräumigen fahrbaren Untersatz beschert. Denn an das Quiz des Radiosenders Bayern 1 war in diesem Jahr auch eine Benefizveranstaltung gekoppelt, bei der soziale Einrichtungen – insgesamt waren mehr als 1600 Bewerbungen aus den sieben Regierungsbezirken eingegangen - sieben VW-Transporter T5 gewinnen konnten. Jetzt wurden die „VR-mobile XXL“, gestiftet von den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken, im Rahmen einer Sternfahrt „ausgeliefert“.
Für Gudrun Lohmann, die Vorsitzende des Sozialwerks, kommt das Fahrzeug wie gerufen: „Das wird das Senioren-Auto in der Gemeinde!“, kündigte sie an. So wolle man den weißen Kleinbus nicht nur fürs Essen auf Rädern oder für den Transport sperriger Pflegehilfsmittel nutzen; vor allem böten sich, auch im Hinblick aufs Seniorenheim „St. Anna“, mit dem Neunsitzer ganz neue Möglichkeiten für einen Fahrdienst. Hoch erfreut nahm sie den Schlüssel für das Präsent auf vier Rädern vom Präsidenten des Genossenschaftsverbands Bayern, Konrad Irtel, entgegen.
22. November 2008


Neuer Titel für die "Zwergerlmühle"
Erstes "Integratives Haus für Kinder" der AWO in Achenmühle
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Eine "Begegnungsstätte für die Gemeinde"
Seniorenheim "St. Anna" in Thansau feierlich eingeweiht
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Die Enge hat ein Ende
"Eichenlaub"-Schützen jetzt mit neuem Vereinsheim
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Komm, ich zeig dir meinen Baum“ lautete das Thema der Kinderbibeltage in Rohrdorf und Thansau. Entsprechend befassten sich knapp 160 Mädchen und Buben in den beiden Ortsteilen mit einer Auswahl biblischer Bäume wie der Zeder, der Feige, der Olive und dem Weinstock.
Das Thema hatten die Betreuerinnen der einzelnen Gruppen (Vorschüler bis Viertklässler) altersgerecht aufbereitet. So konnten die Älteren ihre Sorgen-Steine rund um den Stamm eines Lebensbäumchens ablegen, während ihre Hoffnungen und Wünsche das Blätterkleid bildeten. Die Jüngeren widmeten sich unter anderem ihren „Wachstumspäckchen“, denen neben einem süßen „Kraftdünger“ auch ein Bibelspruch zugesetzt wurde.
Zum Ausklang der Veranstaltung, die zur Freude von Gemeindereferentin Luise Schudok in der Gemeinde längst fest verwurzelt ist, trafen sich wieder alle Teilnehmer zum Abschlussgottesdienst in der Kirche, wo die verschiedenen Gruppenarbeiten vorgestellt wurden.
Text/Foto: Pilger
4. November 2008



Spaziergang durch die Kirchengeschichte Bayerns
Benefiz-Veranstaltung im Rohrdorfer Pfarrheim

Rohrdorf (pil) – Einen Streifzug durch die Kirchengeschichte in Bayern bot Franz Warter im Rahmen eines Vortragsabends im Pfarrsaal. Vor rund 40 Zuhörern zeigte der Rohrdorfer in seinem einstündigen Vortrag die entscheidenden Epochen - insbesondere im Bezug zur bayerischen Staatsgeschichte – auf und beleuchtete deren Prägung durch die fest verwurzelte Volksfrömmigkeit. Der Referent, der sich als Laie seit 30 Jahren mit Theologie und Kirchengeschichte befasst, spannte den Bogen von den Anfängen des Christentums über die Karolingerzeit, den Investiturstreit und die Reformation bis hin zur Säkularisation. Dabei stellte Warter unter anderem das Wirken verschiedener Frauen wie etwa der Herzogstochter Theodelinde oder der Mathilde von Tuszien heraus.
Auch wurden die Leistungen der zahlreichen Orden als Bewahrer des Glaubens angesprochen sowie die zum Teil gewaltigen Sakralbauten als Zeugnis einer bewegten kunstgeschichtlichen Entwicklung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Geschehen im 19. Jahrhundert mit Bismarck und Ludwig II. Ebenso erinnerte der Redner an die zahlreichen Märtyrer während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und ging schließlich auf die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) für die Umsetzung des katholischen Glaubens ein.
Den Spendenerlös des Abends hat Warter ans Liebeswerk St. Ottilien (Missionsbenediktiner) weitergeleitet.
14. Oktober 2008


Der Weg des Apfels in die Flasche - so lautete das Motto beim Tag der offenen Tür bei der Obstverwertung Rohrdorf (ORO) anlässlich des 50jährigen Bestehens des Genossenschaftsbetriebs. Über 1000 Interessierte nahmen nach Angaben von Geschäftsführer Joachim Wiesböck an den Führungen durch die Saftkelterei teil, die 1958 als Selbstvermarktungsorganisation von 44 heimischen Obstbauern aus der Taufe gehoben wurde.
Eine Fotoschau gab Einblick in die bescheidenen Anfänge des Unternehmens, das sich längst einen Ruf als moderner Saftproduzent erworben hat. Neben der Dekanterzentrifuge und dem 2,1 Millionen Liter fassenden Tanklager stand für die Besucher außerdem die Besichtigung der Abfüllanlage samt elektronischem Flascheninspektor und Etikettiermaschine auf dem Programm. Text/Fotos: pil
24. September 2008



Schmaler Mittelstreifen, keine Standstreifen (linkes Foto) – die Planfeststellung für den Umbau der A8 zwischen Rosenheim und Achenmühle soll noch in diesem Jahr anlaufen. Langfristiges Ziel der Autobahndirektion Südbayern ist der durchgängige sechsstreifige Ausbau.Die Unterführung zwischen Rohrdorf und Thansau (foto rechts) gilt vor allem bei Fußgängern und Radlern als gefahrenträchtiges Nadelöhr. Mit dem Ausbau der Autobahn wird auch sie verbreitert. Fotos: Pilger

Der Lärmschutz hat oberste Priorität
Rohrdorf: Außerordentliche Bürgerversammlung zum Ausbau der A8

Rohrdorf (pil) – Der Ausbau der Salzburger Autobahn, der in Rohrdorf bereits seit vielen Jahren für Diskussionsstoff sorgt, hat auf dem Papier nun deutlich Gestalt angenommen. Gut 200 Zuhörer aus Rohrdorf und den Nachbargemeinden informierten sich jetzt bei einer außerordentlichen Bürgerversammlung im Turner Hölzl quasi aus erster Hand über den Stand der Dinge. Größtenteils von sachlicher Atmosphäre geprägt war dabei auch die Diskussion im Anschluss an den Fachvortrag.
Noch in diesem Jahr, erläuterte Dr. Wolfgang Wüst, Leiter der Abteilung Planung und Bau bei der Autobahndirektion Südbayern, soll das Planfestellungsverfahren für die 8,3 Kilometer lange Teilstrecke zwischen Rosenheim (östlich der Innbrücke) und Achenmühle eingeleitet werden. Frühestens 2010 könnte dann in diesem Bereich – einem Stück des 17 Kilometer langen Abschnitts zwischen Rosenheim und Bernauer Berg, der im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf eingestuft ist - der erste Spatenstich gesetzt werden.
Keinerlei Zweifel ließ Wüst von Beginn der Veranstaltung an, dass für die Autobahndirektion Südbayern - die Behörde betreut rund 1200 Kilometer Autobahn – als Baulastträger lediglich ein umfassender, sechsstreifiger Ausbau plus Standstreifen in Frage kommt; die Autobahntrasse wird dann von derzeit 17 auf 36 Meter verbreitert. Denn weder die bloße Sanierung der maroden Vorkriegsautobahn noch die Variante mit zwei per Verkehrsleitsystem zuschaltbaren Standspuren brächten die gewünschten Ergebnisse in Sachen Verkehrssicherheit und Lärmschutz. Der Verkehr soll während der gesamten Bauzeit auf jeweils zwei Spuren pro Fahrtrichtung weiterfließen.
„Die A8 geht in die Knie.“, verwies Wüst in seinem etwa einstündigen Vortrag nicht nur auf die schadhafte Bausubstanz der mehr als 70 Jahre alten Verkehrsader. Mit ihrem schmalen Straßenquerschnitt, fehlenden Standstreifen und zu kurzen Auffahrten sei sie den heutigen Verkehrsbelastungen längst nicht mehr gewachsen; die Zahl der Staus und Unfälle spräche für sich. Immerhin ratterten an Wochenenden oder zur Urlaubszeit täglich bis zu 90.000 Fahrzeuge über den Asphalt. Auch hat Wüst größte Bedenken, ob die Brücken weitere zehn Jahre Wind, Wetter und Verkehr standhalten könnten. Zudem entsprächen Schutzeinrichtungen (Leitplanken) und Trassierung (beispielsweise sehr kleine Kurvenradien) nicht mehr den Richtlinien.
Dabei ist nicht allein die Erhöhung der Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit der Autobahn erklärtes Ziel des Bauherrn. Vor allem müsse auch der Lärmschutz erheblich verbessert werden; Regenwasserbehandlungsanlagen und landschaftspflegerische Maßnahmen sollen zudem den Belangen des Umweltschutzes Rechnung tragen.
Auf beinahe dem gesamten Abschnitt zwischen Rosenheim und Achenmühle ist lärmmindernder Flüsterasphalt vorgesehen, führte Wüst weiter aus. Bis zu 6,50 Meter hohe Wälle, bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwände sowie Wall-/Wand-Kombinationen sollen die Anlieger zusätzlich vor dem Verkehrslärm schützen; wobei die Fahrbahn im Bereich Achenmühle um bis zu drei Meter gegenüber dem jetzigen Niveau abgesenkt wird. Diese „aktiven“ Lärmschutzmaßnahmen seien laut Bundesimmissionsschutzverordnung lediglich beim Vollausbau möglich; nicht beim Anbau von Standstreifen.
Allein eine halbe Million Kubikmeter Erdmassen werden auf dem gut acht Kilometer langen Teilstück zu bewegen sein, wobei die schlechte Beschaffenheit des Untergrunds umfangreiche Bodenverbesserungen erforderlich macht. Einhausungen der Trasse seien in der Planung unterdessen schon allein aus Kostengründen nicht vorgesehen. Ebenso wenig Hoffnung machte er den Anliegern für ein mögliches Tempolimit; dies würde in der Regel nur aus Gründen der Verkehrssicherheit verhängt.
Rund 54,7 Millionen Euro Baukosten sind nach derzeitigem Stand für den Abschnitt Rosenheim-Achenmühle veranschlagt, weitere 2,3 Millionen Euro für den erforderlichen Grunderwerb. Zwölf Brückenbauwerke müssen dort im Zuge des Mammut-Projekts erneuert werden – unter anderem die gefahrenträchtige Unterführung zwischen den Ortsteilen Rohrdorf und Thansau. Sie würde zwar auch in der günstigeren Standstreifen-Variante ausgebaut. Einen direkten Kostenvergleich zum vierstreifigen Querschnitt konnte Wüst unterdessen nicht liefern: „Den haben wir nicht ausgerechnet.“ Die Ersparnis liege aber Erfahrungswerten zufolge lediglich bei zehn bis 20 Prozent.
Demnächst will die Autobahndirektion ihre Pläne bei der Genehmigungsbehörde, der Regierung von Oberbayern, einreichen. Einwendungen können die Betroffenen dann bei der öffentlichen Auslegung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens einreichen.
Unbestritten stelle der Umbau einen enormen Eingriff ins Landschaftsbild dar, reagierte auch Bürgermeister Christian Praxl auf Kritik aus dem Publikum; unter anderem wurde die „Verschandelung der Landschaft“ angeprangert. Praxl: „Den kann man nicht schönreden.“ Aber, hielt er dagegen, „die Autobahn muss den vorhandenen Verkehr bewältigen“. Für Rohrdorf habe nunmehr der Lärmschutz oberste Priorität.
22. September 2008
Streifzug durchs Ferienprogramm
Vernissage im Dorfhaus gibt Einblick in "Produktpalette"
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Großer Andrang beim Baustellentag
Mehr als 150 Interessierte nahmen "St. Anna" in Augenschein
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Rohrdorfer Wiesn-Express wieder unter Dampf
Einen prominenten Fahrgast konnte Logistikunternehmer Helmut Wiesböck im Wiesn-Express begrüßen. Miss Herbstfest alias Marianne Pichler ließ es sich nicht nehmen, mit dem Sonderzug auf Fahrt zu gehen, der täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim mit Halt in Thansau verkehrt. Mit von der Partie am Rohrdorfer Bahnhof waren Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck, Sonja und Helmut Wiesböck, sowie Bürgermeister Christian Praxl und Auerbräu-Vorstand Ferdinand Steinacher (von links).
Abfahrt an allen Tagen ist um 17.30 Uhr ab Rohrdorf (Rückfahrt ab Rosenheim 23.40 Uhr), zum Familiennachmittag am Mittwoch zusätzlich um 13.30 Uhr (Rückfahrt 16.30 Uhr). Unterstützt wird die Initiative hauptsächlich von der Auerbräu AG, der Gemeinde Rohrdorf, der ORO sowie vom Gewerbeverband Rohrdorf/Samerberg.
Foto: pil
3. September 2008


Auf Balljagd bei den "Lumberjacks"
Rohrdorfer Ferienprogramm wartet wieder mit breitgefächertem Angebot auf

Rohrdorf (pil) - Unihockey, eine Mischung aus Eis- und Hallenhockey, ist in Rohrdorf längst keine unbekannte Größe mehr. Im Rahmen des Ferienprogramms nutzten nun zahlreiche potentielle Nachwuchsspieler die Gelegenheit, bei den „Lumberjacks“ Einblick in diesen schweißtreibenden Mannschaftssport zu nehmen (Foto), der vor allem in der Schweiz, in Tschechien und Skandinavien weit verbreitet ist. Neben Sportkleidung benötigen die Spieler lediglich einen Kunststoffstock und eine gute Portion Ausdauer, um dem Ball hinterher zu jagen.
Insgesamt hielt das Rohrdorfer Ferienprogramm in diesem Jahr 56 Aktionen bereit. So konnten die Mädchen und Buben nicht nur mit der Frauengemeinschaft Thansau den Kochlöffel schwingen, beim Jugendrotkreuz Verbände anlegen, sich auf den frisch renovierten Bahnen am Thansauer Festplatz im Stockschießen üben oder mit Jägern die Tier- und Pflanzenwelt erkunden. Auf großes Interesse bei den rund 250 Teilnehmern stießen auch die diversen Mal- und Bastelangebote, der Ausflug in den Chiemgauer Hochseilgarten, das Schnupperfischen am Hochstraßer See sowie der Besuch bei der Malteser Rettungshundestaffel, fasste Ferienprogramm-Organisatorin Petra Motzke von der Gemeindeverwaltung zufrieden zusammen; doch erst das Engagement der zahlreichen Privatpersonen und Vereine sowie die Spendenbereitschaft ortsansässiger Unternehmen hätten diese breitgefächerte Angebots-Palette möglich gemacht. Allerdings, ergänzt sie, lasse die Abmeldemoral bei Krankheit oder Verhinderung eines angemeldeten Kindes „sehr zu wünschen übrig“; die zum Teil heiß begehrten Plätze könnten dann jedoch nicht anderweitig vergeben werden.
Übrigens: Die Kunstwerke, die die Kinder bei den einzelnen Aktionen getöpfert, gebastelt und gemalt haben, sind am letzten Ferienwochenende im Dorfhaus in Lauterbach zu bewundern. Bürgermeister Christian Praxl wird die Ausstellung am Samstag, 13. September, um 18 Uhr eröffnen.
29. August 2008


"Thansauer können jetzt ruhiger schlafen"
Eon steckt zwei Millionen Euro in Umbau der Rohrdorfer Ache
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Die ersten Senioren kommen im Herbst
Arbeiten beim Altenheim "St. Anna" in vollem Gang
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„Erfolg kommt nicht von allein.“, betonte der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Konrad Irtel (rechtes Foto, Mitte). Als Präsent überreichte er dem Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der Oro, Joachim Wiesböck (links), und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Helmut Wiesböck, eine Glasskulptur der Begründer des Genossenschaftswesens, Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schultze-Delitzsch. So manche Erinnerung rief später nicht nur beim früheren Geschäftsführer Konrad Paul ein Rundgang durch die Fotoausstellung wach (links) Fotos: Pilger

Rohrdorfer Obstverwertung steht in vollem Saft
Festabend zum 50jährigen Bestehen - "Ein Stück Landkreisgeschichte geschrieben"

Rohrdorf (pil) – Wenngleich die Langform von ORO nicht jedem geläufig sei; als Marke habe sich die Abkürzung für die „Obstverwertung Rohrdorf/Oberbayern“ jedenfalls längst einen Namen gemacht. Den Stellenwert des Saftproduzenten, der jetzt im Kreise von rund 270 geladenen Gästen – darunter eine Reihe Gründungsmitglieder - sein 50jähriges Bestehen feierte, hob indes nicht nur Konrad Irtel, der frischgebackene Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern und Vorstandssprecher der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee, in seinem Grußwort hervor. Hier sei „ein Stück Landkreisgeschichte“ geschrieben worden, zollte auch der stellvertretende Landrat Paul Unterseher junior der „hochmodernen Kelterei mit überregionalem Ruf“ Anerkennung.
Ganz bewusst hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Wiesböck als Moderator des Festabends davon abgesehen, einzelne Personen in den Vordergrund zu stellen. Stellvertretend für die Männer der ersten Stunde begrüßte er den vormaligen Geschäftsführer Konrad Paul sowie den früheren Kellermeister Jakob Wagner; beide hatten mehr als vier Jahrzehnte die Entwicklung des Genossenschaftsbetriebs entscheidend mitgeprägt.
Welch reiche Ernte das Unternehmen einmal einfahren würde, war bei seiner Gründung allerdings nicht abzusehen. Denn so manchem schien nach dem harten Winter 1955/56 und dem schweren Hagelunwetter von 1956 – 75.000 Bäume mussten damals gerodet werden – die Zeit für die Gründung einer Selbstvermarktungsorganisation noch nicht reif, wie Altbürgermeister Fritz Tischner erinnerte. In einer mit zahlreichen Wortspielen rund um den „Malus domestica“, den Kulturapfel aus der Familie der Rosengewächse, gespickten Festrede nahm er seine Zuhörer mit auf einen unterhaltsamen Streifzug durch fünf Jahrzehnte Obstverwertung am Rohrdorfer Bahnhof; Abstecher in den Garten Eden, nach Troja zum Urteil des Paris und zum Schweizer Wilhelm Tell inklusive.
Allen Unkenrufen zum Trotz hoben 42 Obstbauern im Juli 1958 mit viel Mut und Zuversicht die „Obstabsatz- und -verwertungsgenossenschaft Landkreis Rosenheim“ aus der Taufe, die erst 1972 einen weniger sperrigen Namen erhalten sollte; insgesamt 48.000 Mark wurde seinerzeit als Startkapital gezeichnet. Als „Büro“-Mobilar dienten während der Anfangszeit alte Holzkisten, der Durchsatz der ersten Presse lag bei 20 Zentnern pro Stunde, und die Flaschen wurden mithilfe eines Schlauchs befüllt. Spätestens mit den 70er Jahren aber setzte ein richtig gehender Wachstumsschub ein, der Maschinenpark wurde sukzessive modernisiert und erweitert, die Lagerkapazität weiter vergrößert. Die 90er schließlich bescherten der Oro einen „Quantensprung“ bei den Umsatzzahlen. Und heute, schloss Tischner, zähle der „ansehnliche“ mittelständische Ausbildungsbetrieb mit 15 Beschäftigten, einer 25-teiligen Produktpalette und rund zwei Millionen Euro Jahresumsatz dank der neuen Dekanter-Presse zu den Vorreitern in Sachen Saftproduktion.
Mit der Verwertung von heimischem Mostobst trage das Unternehmen aber nicht nur dem Grundbedürfnis der Menschen nach gesunden Lebensmitteln Rechnung und fördere die Heimatverbundenheit. Die Oro leiste darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Landespflege, hatte zuvor auch Verbandsdirektor Martin Gruber vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege dem „Geburtstagskind“ bescheinigt, das seit mehr als 20 Jahren den Vorsitz im dortigen Arbeitskreis Keltereibetriebe innehat. Im Interesse der nachfolgenden Generationen mahnte Gruber zugleich, den Obstanbau, der zu Notzeiten überlebenswichtig war, künftig zwar mit Gelassenheit, keinesfalls jedoch nachlässig zu betreiben.
Eine Rückschau auf die 50jährige Unternehmensgeschichte bot zudem eine Fotoausstellung, die bei den Betrachtern so manche Erinnerung wachrief.
28. Juli 2008


Neue Wege in Sachen Marketing
FH-Absolvententag erstmals zu Gast bei Schattdecor
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"Sonderstellung in der Saftindustrie" durch Dekanterpresse
Obstverwertung Rohrdorf blickt auf erfolgreiches Jahr zurück - Umfangreiche Investitionen

Rohrdorf (pil) – Die zunehmende Konkurrenz durch Discounter-Ware lässt auch die Oro nicht unberührt. Doch trotz eines leichten Umsatzrückgangs und der hohen Energiepreise blickte Joachim Wiesböck, der Vorstandsvorsitzende der Obstverwertung Rohrdorf, bei der Generalversammlung auf ein erfolgreiches, von umfangreichen Investitionen geprägtes Geschäftsjahr zurück. Die Bilanzsumme der Genossenschaft fiel mit knapp über drei Millionen Euro so hoch wie nie zuvor in ihrer 50jährigen Geschichte aus.
Allein mit 400.000 Euro schlug der Anbau an die bestehende Lagerhalle zu Buche; weitere 250.000 Euro flossen in die Anschaffung neuer Maschinen, insbesondere der Dekanter-Presse. Unter Luftabschluss wird dort nun naturtrüber Apfelsaft mit einem hohen Fruchtfleischanteil gewonnen. Dieses innovative Verfahren verschaffe der Oro „eine Sonderstellung in der Saftindustrie“, wie Aufsichtsratsvorsitzender und Versammlungsleiter Helmut Wiesböck ergänzte.
Besorgnis erregend sei der 50-prozentige Umsatzrückgang der Saftproduzenten auf dem Sektor der Mehrweggebinde seit dem Jahr 2002. Diesem Trend zumindest regional entgegen zu wirken, sei der Oro jedoch – dank ihrer Mitarbeiter und der Qualität der Rohware - „gut gelungen“, ist der Vorstandschef überzeugt. Mit 50.000 Zentnern haben die heimischen Obstbauern im vergangenen Jahr so viele Äpfel wie seit 2000 nicht mehr angeliefert: „Das hat uns sehr gut getan.“, betonte er. Und auch für diese Saison rechnet Wiesböck mit einer überdurchschnittlichen Ernte, für die wieder Baumrüttler und Auflesemaschine über den Maschinenring Rosenheim angefordert werden können. Zudem habe die Lohnkelterei als weiteres Standbein des Regionalvermarkters im vergangenen Jahr nach längerer Zeit erstmals wieder zugelegt. Höhere Abnahmepreise fürs Mostobst allerdings, die Fachberater Josef Stein vom Landratsamt angesprochen hatte, bekämen letztlich die Verbraucher zu spüren.
Preislich könnten die mehrfach DLG-prämierten Säfte aus Rohrdorf zwar nicht mit den Billigprodukten mithalten; doch sei es ohnehin das erklärte Ziel der Oro, unter dem Motto „Aus der Region - für die Region“ besten Service gepaart mit hoher Qualität „zu einem vernünftigen Preis“ anzubieten. Die Kaufentscheidung aber müsse letztlich der Kunde fällen.
Ein Forschungsprojekt mit der Fachhochschule Weihenstephan, das vor kurzem auf den Weg gebracht wurde, ziele zusätzlich auf die Sicherung des hohen Qualitätsniveaus der Produktpalette ab. Im Rahmen dieser Kooperation sollen neue Apfelsorten mit definierten Kriterien wie Ausbeute, Geschmack, Pressbarkeit und Farbe erschlossen werden.
Die Bedeutung der heimischen Firmen für die Stärkung des lokalen Wirtschaftsraumes unterstrich der stellvertretende Landrat Paul Unterseher junior aus Höhenmoos in seinem Grußwort; nicht umsonst rangiere die Arbeitslosenquote im Landkreis bei lediglich 2,9 Prozent. Vor diesem Hintergrund wünschte der Kreispolitiker der Rohrdorfer Kelterei, die am Samstag mit einem Festakt ihr 50jähriges Bestehen begeht, auch für die Zukunft „genügend Obst zum Saften“. Zuvor hatte Revisorin Katrin Schulz vom Genossenschaftsverband Bayern dem Betrieb eine „gute Finanz- und Vermögenslage“ bescheinigt. Diese spiegelt sich auch in der einstimmig von den Genossenschaftsmitgliedern bewilligten Höhe der Dividende wider, die mit 8,5 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau liegt.
Keine Veränderung brachte die turnusgemäße Neuwahl zum Aufsichtsrat mit sich: Einstimmig bestätigte die Versammlung im Hotel zur Post Helmut Wiesböck im Amt.
15. Juli 2008


Bilderbuchwetter bescherte Petrus den Rohrdorfern zum Goldenen Priesterjubiläum ihres ehemaligen Pfarrers Geistlicher Rat Wolfgang Aumer; hier der Einzug zum Gottesdienst. Die lange Reihe der Gratulanten wurde von „Amtsinhaber“ Gottfried Doll angeführt. Fotos: Pilger

Goldenes Priesterjubiläum in Rohrdorf
Festgottesdienst zu Ehren von Pfarrer Wolfgang Aumer

Rohrdorf (pil) – Eigentlich wollte er nach der Mittleren Reife vom Gymnasium abgehen und Chemielaborant werden, um seiner Mutter nicht länger auf der Tasche zu liegen. Aber auf Anraten seiner Lehrer machte Wolfgang Aumer doch noch sein Abitur. Die Entscheidung, Priester zu werden, habe ihn dann „wie ein Blitz“ getroffen, blickte der Geistliche Rat in seiner Predigt zurück; und so konnten die Rohrdorfer jetzt mit einem festlichen Gottesdienst unter strahlend blauem Himmel das Goldene Priesterjubiläum ihres ehemaligen Pfarrers und Dekans feiern.
Fahnenabordnungen der Ortsvereine säumten aus diesem Anlass den Pausenhof im Turner Hölzl, für die musikalische Umrahmung sorgten die drei Kirchenchöre, der Liederkranz und Bläser der Musikkapelle Rohrdorf unter der Leitung von Christina Stocker. Die Dankesworte des Seelsorgers quittierten die zahlreichen Gäste aus dem kirchlichen Bereich, der politischen Gemeinde und den Vereinen beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen in der Mehrzweckhalle mit lang anhaltendem Applaus.
Nach der Priesterweihe am 29. Juni 1958 in Freising verschlug es den Kaplan Aumer zunächst nach Unterstein, München und Landshut. Es folgten Posten als Bundeswehrseelsorger (1966 bis '69) in Traunstein, Brannenburg und Neubiberg. Bis 1979 war Aumer als Geistlicher Leiter der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und als Betriebsseelsorger im Erzbistum München-Freising tätig, bevor er in Rohrdorf schließlich mehr als 20 Jahre (bis 2001) als „richtiger Pfarrer“ wirken konnte, wie Claudia Opperer vom Pfarrgemeinderat in ihrer Zusammenfassung des Festtages anmerkte; die Ernennungsurkunde hatte seinerzeit Kardinal Joseph Ratzinger, der jetzige Papst Benedikt XVI., unterzeichnet.
Hier baute Aumer unter anderem den Pfarrverband Rohrdorf-Thansau-Lauterbach auf, gründete die Jakobusgemeinschaft und eine Kolpingfamilie und stärkte die Jugend- und die Laienmitarbeit in der Kirche. Von 1992 bis 2000 stand der Seelsorger darüber hinaus dem Dekanat Inntal vor. Seinen Ruhestand verbringt der Geistliche, der sich mit Rohrdorf nach wie vor eng verbunden fühlt, in Schönau am Königssee und hilft, soweit dies seine Gesundheit zulässt, in Pfarreien im Berchtesgadener Land aus. Und noch heute, so Opperer weiter, liege dem Jubilar daran, bei allem Ernst, die Kirche mit Fröhlichkeit zu „unterwandern“.
Der langen Reihe von Gratulanten - angeführt von Pfarrer Gottfried Doll - gehörte auch Sr. Dr. Irmingard Thalmeier an. Statt Geschenke hatte Aumer um Spenden für deren Arbeit zugunsten Aidskranker in Südafrika gebeten. Von der „weltlichen“ Seite erinnerte Bürgermeister Christian Praxl an den frischen Wind, den Aumer in die Gemeinde gebracht habe: Ein Pfarrer, der bei den Menschen war und bei Bedarf buchstäblich auf die Pauke haute.
2. Juli 2008


Malen, riechen, schmecken im Dreivierteltakt
Integratives "Actionpainting" an der Rohrdorfer Schule
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Für ein malerisches „Frühlingserwachen“ sorgt Maria-Theresia Holzner derzeit im Landgasthof Gut Apfelkam. Blumenmotive wie „Die zwei Liebenden“ (Foto) überwiegen dabei in der mehr als ein Dutzend Bilder – fast ausschließlich Öl auf Leinwand – umfassenden Ausstellung der Lauterbacherin, die 1989 zur künstlerischen Arbeit kam. Text/Foto: Pilger
5. Mai 2008



Bauernhausmusuem: Von Feldkreuzen und Marterln
Sonderausstellung zum 20jährigen Bestehen - Saisonstart am 3. Mai

Rohrdorf (pil) – Das Bauernhausmuseum der Rohrdorfer Trachtler feiert einen „Runden“: Vor 20 Jahren wurde die Sammlung im Achentaler Heimathaus mit einem historischen Drescherfest eröffnet. Seither haben nicht nur sechs Sonderausstellungen zahlreiche Besucher angelockt. Das Museum birgt auch eine ständig wachsende Zahl von Zeugnissen bäuerlichen Lebens und Arbeitens aus früherer Zeit. Außerdem können die Besucher in der 39-bändigen Holzbibliothek „blättern“ oder in der Trachten- und Lesestube verweilen.
Zeitreise in die Vergangenheit: Am Samstag, 3. Mai, öffnet das Rohrdorfer Bauernhausmuseum wieder seine Pforten. Foto: pil
Fürs Jubiläumsjahr hat sich Museumsleiter Peter Reisner wieder etwas Besonderes einfallen lassen: Ab 3. Mai sind rund 120 großformatige Fotografien von Kapellen, Feldkreuzen, Marterln und Gedenksäulen aus sämtlichen Ortsteilen zu bewundern. Die stummen Zeitzeugen hat „Achentaler“ Walter Schneider vor die Linse genommen.
Bis ins Jahr 1967 reichen die Anfänge des Museums zurück: Damals, erinnert Peter Reisner, konnten sich die Trachtler über der alten Turnhalle ein Vereinsheim ausbauen. In zwei Räumen wollte der damalige Vorstand ein bäuerliches Museum einrichten. Allerdings erwiesen sie sich für diesen Zweck als nicht geeignet und wurden stattdessen als Depot genutzt.
Der langgehegte Wunsch nach einem kleinen alten „Bauernsachl“ für ein Vereinsheim samt Museum ging schließlich 1980 in Erfüllung: Mit Hilfe des damaligen Kreisbaumeisters Peter Frank, Zimmermeister Vinzenz Bachmann aus Schleching und vielen ehrenamtlichen Helfern und Spendern wurde ein fast 300 Jahre alte Bauernhaus in Grasweg bei Pfaffing abgetragen und in Rohrdorf wieder aufgebaut. Beim Trachtenjahrtag 1983 wurde das Gebäude eingeweiht. Der ebenfalls denkmalgeschützte Dick-Stadl, den die Trachtler im Jahr 2004 von seinem angestammten Platz in Sachsenkam auf das Gelände hinterm Rathaus versetzt haben, rundet zusammen mit dem Venezianer Sägegatter von der Hohe Asten das Museums-Ensemble ab. Für sein Engagement um den Erhalt wertvollen Kulturgutes wurde der Rohrdorfer Trachtenverein bereits 1994 mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.
Das Museum ist ab 3. Mai wieder jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet; für Gruppen ab etwa zehn Personen ist der Besuch auch an Wochentagen möglich. Terminvereinbarung mit Peter Reisner unter Telefon 08032/5337.



"Du bleibst da und wirst Bürgermeister"
30 Jahre lang hatte Fitz Tischner in Rohrdorf das Heft in der Hand

Rohrdorf (pil) – Eigentlich wollte er nur sechs Jahre im Rohrdorfer Rathaus bleiben, als Geschäftsleitender Beamter quasi „an vorderster Front“ kommunalpolitische Erfahrungen sammeln und dann den Sprung ins Wirtschaftsministerium wagen. Doch schon bald befand sein Mentor, das damalige Gemeindeoberhaupt Benno Hollinger: „Du bleibst da und wirst Bürgermeister.“ Und Fritz Tischner blieb.
Sechs mal sechs Jahre sind es also letztlich geworden, wenn der Dienstälteste unter den Rathaus-Chefs im Landkreis mit Ablauf des 30. April in den Ruhestand geht und nach drei Dekaden den Bürgermeistersessel räumt. Jetzt eine kurze Bilanz zu ziehen, sei gar nicht so einfach, meint der 65jährige, der zweite Gemeinde-Chef überhaupt in der Nachkriegsgeschichte Rohrdorfs. Doch eines weiß er: „Es waren schöne und, wie ich glaube, erfolgreiche Jahre.“ Die Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner hat er dabei immer als Bestandteil des demokratischen Spiels verstanden; die persönlichen Anfeindungen – bisweilen bis ins Privatleben – allerdings „hätte es nicht gebraucht“. Unumwunden räumt Tischner aber ein: „Ich bin sicher auch kein einfacher Mensch.“
Abschied im Doppelpack: Mit Bürgermeister Fritz Tischner (links), dessen Konterfei demnächst in den Bilderreigen der vormaligen Gemeindeoberhäupter aufgenommen wird, geht nach 30 Jahren auch der Geschäftsleitende Beamte Josef Ludwig in den Ruhestand. Foto: Pilger
Die vormals sehr bäuerlich geprägte Gemeinde hat unter seiner Amtszeit eine rasante Entwicklung erlebt, die sie heute als die finanziell wohl am besten ausgestattete im Landkreis dastehen lässt. Die 5600-Einwohner-Kommune ist es auch, welche mit 6,7 Millionen Euro die bislang höchste Kreisumlage an den Landkreis Rosenheim zu zahlen hatte; das Gewerbesteueraufkommen lag im Spitzenjahr 2006 bei immerhin 14 Millionen Euro. Umso mehr trägt das „erste dramatische Erlebnis“ des Bürgermeisters Tischner aus heutiger Sicht eher amüsante Züge: gleich zu Beginn seiner Amtszeit hatte die nunmehr so finanzstarke Kommune nicht genügend Geld, um die Kreisumlage zu zahlen.
Getreu dem Motto „Der beste Arbeitsplatz ist der, den man mit dem Radl erreichen kann.“ hat Tischner deshalb schon bald konsequent den Weg geebnet für weitreichende wenngleich nicht immer unumstrittene Gewerbeansiedlungen; die Unternehmenslandschaft wurde bis dato vom Zementwerk dominiert. Rund 2800 zum Teil hochqualifizierte Arbeitsplätze haben die Unternehmen in der Gemeinde, vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zum Global Player, heute zu bieten – mehr als Arbeitnehmer im Ort wohnen. Für so manchen Firmenchef mag dabei der seit 30 Jahren unveränderte Gewerbesteuer-Hebesatz von 300 Punkten den Ausschlag gegeben haben, sich in Rohrdorf anzusiedeln. 2006 honorierte das Wirtschaftsministerium die Gewerbepolitik der Rosenheimer Stadtrandgemeinde mit dem „Bayerischen Qualitätspreis“.
Der stetige Anstieg der Finanzkraft hat freilich auch im Erscheinungsbild der Gemeinde Spuren hinterlassen. Nicht nur die Sport- und Freizeitanlage im Turner Hölzl, die Kindergärten und Schulen, die Vereins- und Feuerwehrhäuser in den einzelnen Ortsteilen sowie der neue Bauhof zeugen von umfangreichen Investitionen. Auch wurde der Bau von Versorgungsleitungen, Straßen und Kanalisation unermüdlich vorangetrieben. „Wenn man alles wegreißen ließe, was in den letzten 30 Jahren gebaut worden ist, bräuchte man dafür wohl ebenso lange.“, schmunzelt der CSU-Mann. Anfang der 90er Jahre hatten sich zwischenzeitlich allerdings 19 Millionen Mark Schulden angehäuft, weshalb ihm Kritiker vorwarfen, die Gemeinde finanziell an die Wand zu fahren; derzeit steht sie mit knapp 900.000 Euro in der Kreide, bei Rücklagen von 3,5 Millionen Euro.
Große Bedeutung misst Tischner auch der Arbeit des Abwasserzweckverbandes Prien- und Achental bei, dem er drei Jahrzehnte lang vorstand. Insgesamt 100 Millionen Euro wurden in dieser Zeit im Verbandsgebiet verbaut. Zwischen 1983 und '86 entstand die Kläranlage in der Bockau; und in der Gemeinde sind nur mehr drei Dutzend entlegene Anwesen nicht ans Kanalnetz angeschlossen. „Bei allem, was neu war, sind wir dabei gewesen.“, blickt der scheidende Bürgermeister nicht ohne Stolz zurück. So auch beim Zusammenschluss einiger Inntalgemeinden zur „Inngas GmbH“, von deren Versorgungsnetz heute die Rohrdorfer und Thansauer profitierten.
Gleichzeitig aber legte der „alte Weltenreisende“ und bekennende Anhänger der modernen Kunst immer großen Wert auf die Förderung des kulturellen wie auch des sozialen Bereichs. Mit Freude erfüllt ihn daher nicht nur die gelungene Integration der Petö-Kinder in der Rohrdorfer Grundschule. Dieses Thema, weiß er schon jetzt, „liegt mir weiterhin am Herzen“; ebenso die Kontakte zum ukrainischen Ternopil und zu Songea in Tansania, wohin immer wieder finanzielle Unterstützung fließt. Die von ihm zitierte „Weltoffenheit“ als Spiegel der Gemeinde-Seele zeigt sich außerdem in den Partnerschaften zu Tarnowo Podgórne (Polen), Rosate (Italien) und Schattendorf (Österreich) ebenso wie in der Verbindung zu Waldstatt in der Schweiz.
Viermal wurde Tischner, der unter anderem auch den Vorsitz der Landkreis-Bürgermeister im Bayerischen Gemeindetag inne hatte, im Amt bestätigt. Doch trotz aller Erfolge hält sich der Abschiedsschmerz in Grenzen. In seinem Ruhestand will sich der Vater zweier erwachsener Söhne nun einer Reihe ehrenamtlicher Engagements widmen und seine Leidenschaft als Theatergänger pflegen. Das Versprechen an seine Frau, zunächst einmal zwei Monate ohne Terminkalender zu leben, hat er allerdings schon wieder revidieren müssen.
27. April 2008


"Harlekin" auf der Suche nach einer neuen Heimat
Jahreshauptversammlung beim Theaterverein

Rohrdorf (pil) – Der Wunsch nach einer neuen Heimat bewegt die Rohrdorfer Harlekin-Komödie auch weiterhin. Erneut brachte Vorsitzender Hartl Kaiser, der sich bereits seit geraumer Zeit eine andere Spielstätte für die Theaterer erhofft, das Thema bei der Jahreshauptversammlung mit Nachdruck aufs Tapet. Denn im Turner Hölzl, wo man sich lediglich „geduldet“ fühle, komme es wegen der hohen Auslastung vor allem durch sportliche Veranstaltungen immer wieder zu organisatorischen Problemen - etwa, wenn während der Probenphasen wegen der Bühnenaufbauten ein Hallenteil gesperrt werden muss. Auch leide die Atmosphäre der Aufführungen unter dem Sporthallen-Ambiente. Freilich konnten weder der dritte Bürgermeister Joachim Wiesböck noch der künftige Rathaus-Chef Christian Praxl eine rasch zu realisierende Lösung präsentieren. Dieser versprach aber: „Wir werden uns des Themas annehmen.“
Engagement für die Rohrdorfer „Harlekin-Komödie“: Geehrt wurden Claudia Weiß-Lorenz und Christine Unterseer sowie Klaus Biehl und Hartl Kaiser (jeweils von links); es fehlt Uli Stuffer. Foto: pil
Darüber hinaus zog Kaiser in der Turner Hölzl Stubn eine Zwischenbilanz vom Fortgang der Umstrukturierung des Vereins, die vor zwei Jahren eingeläutet worden ist. So sei die Organisationsmappe mit Aufgabenbeschreibungen und Dokumentationen beinahe komplett verwirklicht. Allerdings würde er sich von vielen seiner Mitglieder deutlich mehr Engagement wünschen, was Arbeitseinsätze ebenso wie das gesellige Vereinsleben anbelangt.
Recht zufrieden blickte Vorstandsmitglied Kurt Weiß auf die jüngste Spielsaison zurück. Trotz allgemein rückläufiger Besucherzahlen bei den Laienbühnen waren insgesamt 681 Zuschauer zu den fünf Vorstellungen der Komödie „Die Annonce“ gekommen. „Bestens bewährt“ habe sich dabei der Vorverkauf übers Internet und beim Wirt der Turner Hölzl Stubn.
Über eine ganze Reihe von Aktivitäten in der Jugendgruppenstunde berichtete Xandi Fradl. Rund 15 Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren treffen sich jeden zweiten Dienstag im Pfarrheim zu Pantomime-Spielen und Sprachübungen ebenso wie zum Marionetten basteln. Außerdem wurde der Sketch fürs Vorprogramm des Erwachsenen-Theaters einstudiert, für den die „Harlekids“ kräftigen Beifall ernteten.
Keinerlei Umbesetzung gab es im Zuge der turnusgemäßen Neuwahlen, die einstimmig über die Bühne gingen. Das dreiköpfige Vorstandsteam bilden wieder Hartl Kaiser, Kurt Weiß und Harry Fradl. Die Jugendleitung behält Xandi Fradl bei, Kassierin bleibt Irmi Mayr, und für die Öffentlichkeitsarbeit ist weiterhin Sylvia Müller zuständig.
Dank des neuen Handbuchs, in dem auch die Kriterien für Ehrungen festgeschrieben sind, wurden erstmals langjährige Mitglieder für ihre Verdienste um den Verein gewürdigt: Es sind dies Uli Stuffer und Klaus Biehl (beide zehn Jahre in der Vorstandschaft; letzterer sechs Jahre erster Vorstand) und Claudia Weiß-Lorenz (zwölf Jahre in der Vorstandschaft, unter anderem als zweiter Vorstand und zweiter Abteilungsleiter). Die Silberne Ehrennadel des Verbands der Amateurtheater für 25jährige Mitgliedschaft erhielt Christine Unterseer; bei der Harlekin-Komödie hatte sie unter anderem die Jugend- und die Spielleitung inne. Ebenso ausgezeichnet wurde Hartl Kaiser, der dem Verband seit 29 Jahren angehört. Der amtierende Vorsitzende engagiert sich seit 26 Jahren in Rohrdorf in der Vorstandschaft, unter anderem als Spielleiter, Öffentlichkeitsreferent und Abteilungsleiter.
17. April 2008


Neuer Anlauf mit viel Holler
Wirtschaft am Hochstrasser See soll wieder aufblühen
zum Bericht


Neue Decke für die Stockschützen
Generalsanierung der Thansauer Bahnen
mehr...


TSV: Satzungsänderung zugunsten "Kick for Help"
Jahresversammlung mit Wiederwahl des kompletten Vorstands

Rohrdorf (pil) – Zusätzlich zur Förderung des Breiten- und Leistungssports will der TSV Rohrdorf-Thansau künftig die Unterstützung Behinderter oder Kranker im Vereinszweck festschreiben. Ohne Gegenstimmen – bei vier Enthaltungen - gaben die Mitglieder bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung grünes Licht für eine entsprechende Ergänzung in der Satzung. Der neue Passus soll die Abwicklung der Spendenaktion „Kick for Help“ über den Sportverein abdecken, die auf Initiative von Christian Reisner bei der Fußballer-Weihnachtsfeier im Jahr 2003 ins Leben gerufen worden ist. Zahlreiche kranke und behinderte Kinder aus dem Gemeindegebiet und der näheren Umgebung wurden im Rahmen dieser Aktion bereits bedacht – sei es mit Spielzeug, mit einer Reittherapie oder einer Ballonfahrt.
Keine Veränderungen im Vorstandsteam brachten die Neuwahlen: Einstimmig im Amt bestätigt wurden Vorsitzender Sepp Pichlmeier sowie dessen Stellvertreter Volker Fritsch und Hans Hefter. Schriftführerin ist weiterhin Anja Aß, und um die Finanzen kümmert sich Kassier Sascha Ellmann. Die Revision bleibt in den Händen von Ludwig Wiesböck und Edith Fritsch.
In seinem Rückblick erinnerte Pichlmeier nicht nur an die Veranstaltungen anlässlich der 20jährigen Partnerschaft mit der burgenländischen Marktgemeinde Schattendorf. So sei der TSV auch bei den Partnerschaftstagen in Rosate (Italien) mit knapp zwei Dutzend Teilnehmern vertreten gewesen. Der Verein mit seinen 1360 Mitgliedern verstehe sich – neben dem sportlichen Anliegen – als Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens in der Gemeinde, verwies er auf die Ferienprogramm-Aktion (Fahrt in die Allianz Arena), die Teilnahme am Dorfschießen und die Arbeitseinsätze bei der Renovierung von St. Jakobus. „Es tut dem Verein gut, sich hier zu zeigen.“ Umso erfreulicher sei es, dass mit dem „Emil-Seitz-Ring“ - der Straße am Parkplatz des Sportgeländes – nun eine treibende Kraft bei der Gründung des Vereins im Jahr 1922 gewürdigt werde. Als „Meilensteine“ seiner bislang dreijährigen Amtszeit listete er zudem den Bau des Fußball-Vereinsheims, die Gründung einer neunten Abteilung (Unihockey) sowie die Einführung der neuen Vereinssoftware mit einem zentralen Buchhaltungssystem auf.
Breiten Raum bei der Versammlung im Gasthof „Zur Post“ nahmen die Berichte aus den neun Sparten – Fußball, Gymnastik, Kraftsport, Kun-Tai-Ko, Skisport, Stockschützen, Tennis, Triathlon und Unihockey – ein. Dabei blickt insbesondere die Abteilung Kun-Tai-Ko („kleiner mächtiger Körper“) auf eine erfolgreiche Saison zurück: Mit Lena Stumböck und Marlene Hellthaler landeten bei den Deutschen Meisterschaften in der Kategorie Musikformen gleich zwei Rohrdorferinnen auf den Plätzen eins und drei. Einen wahren „Volltreffer“ hat zudem die Gymnastik-Sparte mit dem Kindertanzen gelandet, das mehr als 50 Tanzwütige – überwiegend Mädchen - mobilisiert hat. Allerdings liegt das Kinderturnen derzeit mangels Übungsleiter brach. Ebenfalls stark im Aufwind sehen sich die Unihockey-Spieler. Mit derzeit rund 40 Mitgliedern hat sich die Zahl der Aktiven seit dem Startschuss vor gut einem Jahr mehr als verdreifacht. Zusätzlich zum neuen Damenteam soll dort jetzt eine Jugendmannschaft aufgebaut werden. Und nach der wetterbedingten Nullrunde im vergangenen Jahr konnte die Skiabteilung heuer wieder mit Ski- und Snowboardkursen für rund 190 Teilnehmer sowie mit mehreren Ausflügen aufwarten.
2. April 2008
zur Jahreshauptversammlung 2007

Zahlreiche Ehrungen
Auf dem Programm stand zudem eine ganze Reihe von Ehrungen für lange Vereinszugehörigkeit:
Seit 70 Jahren ist Johann Baptist Schauer Mitglied beim TSV. 60 Jahre dabei sind Regina Burmer, Josef Fischbacher, Josef Kreidl und Alfred Neubauer, seit 50 Jahren gehören Franz Kandlbinder, August Moser und Herrmann Steinkirchner dem Verein an und seit 40 Jahren Benno Hollinger, Brigitte Neubauer und Josef Weyerer.
Für 25jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:Franziska Aiwanger, Simon Aiwanger, Wolfgang Aß, Johanna Beck, Sabine Bliemetsrieder, Georg Dick junior, Huberta Dieterich, Alois Dirigl, Edith Fritsch, Volker Fritsch, Yvonne Fritsch, Ingo Geiger, Andreas Göschl, Peter Göschl, Jürgen Gruber, Wolfgang Maier, Andreas Mock, Bernhard Neumaier, Peter Schlosser, Andreas Steiner, Herrmann Steinkirchner und Petra Weiss .



Der Chor des Priesterseminars in Teropil/Ukraine
Singen für den Umbau
Chor des Priesterseminars Ternopil zu Gast in der Region

Landkreis (pil) – Mehrere ukrainisch-katholische Gottesdienste im Byzantinischen Ritus mit Konzerten stehen zwischen Samstag, 5., und Freitag, 18. April, auf dem Programm, wenn der Chor des Priesterseminars in Ternopil (Ukraine) der Region einen vierzehntägigen Besuch abstattet. Dabei wollen die angehenden Priester auch Geld sammeln für die Renovierung und damit den Erhalt des Seminars, mit dessen Aufbau der jetzige Bischof Vasyl Semenjuk zusammen mit fünf Studenten 1989 unter bescheidensten Verhältnissen begonnen hat.
Das kleine Haus fünf Kilometer außerhalb von Ternopil, das die Stadt zur Verfügung gestellt hatte, wurde in Eigenarbeit um-, aus- und angebaut. Mittlerweile beherbergt das Seminar 115 Theologiestudenten, darunter auch junge Männer aus armen Verhältnissen, die das Schulgeld „abarbeiten“ und durch die Ausbildung eine Perspektive für die Zukunft erhalten; denn jeden Jungpriester erwartet eine sichere Arbeitsstelle.
Allerdings machen nun strenge staatliche Vorgaben eine grundlegende Sanierung erforderlich: Sämtliche Treppen, sanitären Anlagen sowie alle Zimmer müssen binnen zwei Jahren einem Mindeststandard bezüglich Zimmerhöhe, Ausstattung und Brandschutz angepasst werden. Ein erster Kostenvoranschlag hierfür beläuft sich auf rund 540.000 Euro, beschreibt Kathi Schmid aus Höhenmoos, die Vorsitzende des „Helferkreis für die Diözese Ternopil (Ukraine) e.V.“ und Koordinatorin der Gottesdienste, die Zwangslage des Priesterseminars. Allein ein Sack Zement koste dort derzeit umgerechnet etwa neun Euro. Und von staatlicher Seite erhalte die Ukrainisch-Katholische Kirche keinerlei Unterstützung. Zwar habe sich bereits ein privater Geldgeber bereit erklärt, die Hälfte der Baukosten zu tragen; für die andere Hälfte jedoch müssen Seminar und Diözese aufkommen.
Weitere Informationen gibt’s bei Kathi Schmid, Telefon 08032/ 5578. Spenden für den Umbau können auch auf das Konto „Helferkreis für die Diözese Ternopil e.V.“ überwiesen werden: Konto-Nr.53538 bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Bankleitzahl 71150000, Betreff „Priesterseminar“.
30. März 2008

Zu hören ist der achtköpfige Chor während beziehungsweise nach den Gottesdiensten an folgenden Terminen:
Samstag, 5. April, 19 Uhr, Törwang
Sonntag, 6. April, 8.30 Uhr, Rohrdorf (anschließend Frühschoppen mit Bildvortrag)
Montag, 7. April, 18 Uhr, Bad Reichenhall
Dienstag, 8. April, 19 Uhr, Oberaudorf, Klinik Bad Trissl
Mittwoch, 9. April, 19.30 Uhr, Prien, Kleiner Kursaal (Konzert und Bildvortrag)
Donnerstag, 10. April, 14 Uhr, Lauterbach (Seniorentreff); 19 Uhr Rimsting
Freitag, 11. April, 19 Uhr, Reit im Winkl
Samstag, 12. April, 18.45 Uhr, Söllhuben
Sonntag, 13. April, 8.30 Uhr, Altenbeuern; 14.30 Uhr, Kirchwald bei Nußdorf; 19 Uhr Kolbermoor (Heilige Dreifaltigkeit)
Montag, 14. April, 8.15 Uhr, Maria Eck
Dienstag, 15. April, 19 Uhr, Stephanskirchen
Mittwoch, 16. April, 19.15 Uhr, Halfing
Donnerstag, 17. April, 17 Uhr, Fraueninsel
Freitag, 18. April, 9 Uhr, Höhenmoos (Abschlussgottesdienst mit anschließendem Frühstück und Verabschiedung im Haus der Vereine)



Das "Schwoager Müsli" hatte die Nase vorn
Ski alpin beim TSV: Andi Leidl erstmals Vereinsmeister

Rohrdorf (pil) - Das „Schwoager Müsli“ hatte die Nase vorn bei der Vereins- und Dorfmeisterschaft des TSV Rohrdorf/Thansau, Disziplin Ski alpin. Bei frühlingshaftem Wetter und Firnschnee schwang sich das vierköpfige Team bestehend aus Maria Haimmerer, Sepp und Matthias Hollinger sowie Thomas Stuffer am Sudelfeld zum Sieg und durfte den großen Wanderpokal der Gemeinde übernehmen.
Es war ein flüssig ausgesteckter Riesentorlauf beim Kollaklift, den jeder der 50 Teilnehmer zweimal absolvieren musste, wobei im ersten Durchlauf die Vereinsmeister ermittelt wurden. Tagesbestzeit fuhr hier Abteilungsleiter Andi Leidl, der sich damit erstmals den Titel bei den Herren sichern konnte.
Als Sieger in den einzelnen Altersklassen kamen durchs Ziel: Zwergerl I: Andreas Quitt; Zwergerl II: Dominik Wiesböck; Schülerinnen I: Andrea Wagner; Schüler II: Alexander Schober; Schüler III: Sebastian Schmid; Snowboard Jugend: Lisa Berger; Jugend männlich: Florian Hausböck; Frauen: Anette Wagner; Herren II: Sepp Hollinger; Herren I: Andi Leidl; Snowboard Erwachsene: Wiggerl Wiesböck; Rennläufer Schülerinnen: Susanne Bliemetsrieder; Rennläufer Jugend: Maria Haimmerer.
9. März 2008




Für die ambulante Pflege einmal den Erdball umrundet
Arbeitsreiches Jahr beim Sozialwerk - Katharinenheim stellt neues Projekt vor

Rohrdorf/ Bad Endorf (pil) - Nicht nur als Träger des neuen Seniorenheims „St. Anna“ in Thansau steht für den Katharinenheim Endorf e.V. das Wohlergehen betagter und pflegebedürftiger Menschen im Blickpunkt. Mit einem umfangreichen Dienstleistungsangebot will der Verein, der seit 1920 das gleichnamige Alten- und Pflegeheim in Bad Endorf betreibt, nun dazu beitragen, die eigenständige Lebensführung Alter und Kranker in den eigenen vier Wänden möglichst lange zu erhalten und zugleich die Angehörigen unterstützen. Einblick in das Projekt „Daheim betreut wohnen“, das derzeit in der Chiemgau-Gemeinde entwickelt wird, gaben die beiden Koordinatorinnen der Service-Leistungen, Nadja Stiels und Petra Oertel, im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Sozialwerks Rohrdorf.
Hausnotruf, Fachberatung, Essen auf Rädern, Hausmeisterdienste, Wäscherei-Service, Vermittlung von Haushaltshilfen, Begleitdienst, Freizeitgestaltung, Hilfe bei der Suche nach einem Pflegeheim – diese und weitere Posten könnten demnach künftig im Rahmen eines Vertrags mit dem Katharinenheim gebucht werden. Der Stundensatz für die einzelnen Leistungsbausteine rangiere dabei nach derzeitigen Schätzungen zwischen 16 und 25 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
Für Rohrdorf käme freilich nur ein „abgespecktes Konzept“ in Frage, betonten die Referentinnen. Denn das Angebot solle nicht mit dem Leistungskatalog des Sozialwerks konkurrieren, sondern diesen vielmehr ergänzen. Hingegen gebe es in Bad Endorf keinen ambulanten Pflegedienst. In jedem Fall seien aber ehrenamtliche Helfer gefragt, die sich in dem Projekt engagieren. Weitere Auskünfte dazu erteilt das Katharinenheim, Telefon 08053/4060.
Über die Arbeit des Sozialwerks hatte zuvor Einsatzleiterin Gabriele Prankl in der Gaststätte im Turner Hölzl informiert. Genau 47.208 Kilometer – eine Strecke länger als einmal rund um den Erdball – haben die Schwestern im vergangenen Jahr auf ihren Dienstfahrten durchs Gemeindegebiet zurückgelegt. Das siebenköpfige Pflegeteam hatte in insgesamt 6490 Pflegestunden (rund 100 mehr als im Vorjahr) 66 Patienten versorgt (vier weniger als im Vorjahr); die meisten im Alter zwischen 60 und 90 Jahren; acht Personen waren älter als 90 Jahre. Hinzu kamen 95 Beratungseinsätze (plus 9). Die steigende Pflegebedürftigkeit erklärte Prankl damit, dass viele der Patienten allein lebten.
Als nach wie vor „schlecht“ bewertet die Vorsitzende Gudrun Lohmann die sozialpolitischen Rahmenbedingungen für die ambulanten Dienste. So sehe die Pflegereform für Demenzkranke ohne Pflegestufe lediglich ein Betreuungsgeld von bis zu 200 Euro monatlich vor. Mit Sorge verfolgt sie zudem die Diskussion um die geplanten Pflegestützpunkte zur Beratung; diese zentralen Einrichtungen, so ihre Befürchtung, bedrohten vor allem kleinere Pflegedienste in ihrer Existenz. Dabei sei gerade die ambulante Versorgung durch örtliche Sozialwerke „das Beste für eine Gemeinde“.Weiterhin hohe und komplexe Anforderungen an die Schwestern, so Lohmann weiter, stellten die immer kürzeren Verweilzeiten von Patienten im Krankenhaus.
Erfreuliches hatte Kassier Peter Holzner zu vermelden: Knapp 27.000 Euro Spenden konnte er auf der Einnahmenseite verbuchen; unterm Strich hat das Sozialwerk mit seinen derzeit knapp 500 Mitgliedern das Jahr 2007 mit einem Gewinn von etwa 5000 Euro abgeschlossen. Dagegen war im Vorjahr ein gemeindlicher Zuschuss für den Verlustausgleich erforderlich gewesen.
Als „echte Erfolgsgeschichte“ würdigte schließlich Bürgermeister Fritz Tischner die Entwicklung der 1974 gegründeten Einrichtung, die sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten längst als unverzichtbare Institution in der Gemeinde etabliert habe.

Neuwahlen
Bei den Neuwahlen ist im Wesentlichen alles beim Alten geblieben: Vorsitzende des Sozialwerks Rohrdorf ist weiterhin Gudrun Lohmann, Vize Benno Hollinger, Kassier Peter Holzner und Schriftführerin Hella Hauber. Als Beisitzer fungieren Bernhard Weindl, Elisabeth Stein und Erich Bielmeier; Revisoren sind nun Franz Göttlinger und Herbert Wörndl.

9. März 2008


GEMEINDERATSWAHL ROHRDORF

CSU und Bürgerblock legen zu
SPD und FWG büßen jeweils einen Sitz ein

Rohrdorf (pil) -Verschiebungen zugunsten von CSU (nunmehr 8 Sitze) und Bürgerblock (6) gab's bei der Sitzverteilung im Rohrdorfer Gemeinderat (vorläufiges Ergebnis). Demnach konnten beide Gruppierungen jeweils einen Sitz zulegen. Der Freie Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle (FWBl) holte wieder 3 Sitze. Dagegen büßten sowohl SPD (nunmehr 2) als auch die Freie Wählergemeinschaft Rohrdorf (1) jeweils ein Mandat ein.
Folgende Kandidaten haben den Einzug in den Gemeinderat geschafft:
Für die CSU:
Joachim Wiesböck, Geschäftsführer (1729 Stimmen), Rosina Reck, Hausfrau (1600), Franz Dinzenhofer, Landwirt (1265), Johann Krapf, Landwirt (1230), Georg Stadler, Heizungs- und Sanitärmeister (1095), Bernhard Maurer, Landwirt (1072), Karl-Heinz Silichner, Braumeister (1032) und Martin Frey, Entwicklungsingenieur (962).
Für den Bürgerblock (BR): Martin Fischbacher, selbständiger Kaufmann (2181), Petra Scholz-Gigler, Diplom-Psychologin und Musiklehrerin (1385), Dr. Rupert Stocker, Dr.-Ingenieur Maschinenbau (1355), Karl Blum, Polizeibeamter a.D. (1072), Maria Scholz, Oberstudienrätin (1018) und Dr. Anette Wagner, Tierärztin (1015).
Für den Freien Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle (FWBl):
Sebastian Kreidl, selbständiger Schreinermeister (1082), Franz Steiner sen., Landwirt (823) und Markus Unterseher, kaufmännischer Angestellter (784).
Für die SPD:
Rudolf Mayerhofer, Betriebsanlagenelektroniker (1024) und Franz Praxl, Bahnbeamter (927).
Für die Freie Wählergemeinschaft Rohrdorf (FWG):
Marianne Keuschnig, kaufmännische Angestellte (825).
Der neue Gemeinderat sowie der künftige Bürgermeister Christian Praxl werden bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 8. Mai, vereidigt.



BÜRGERMEISTERWAHL ROHRDORF

Stießen im Rathaus auf den Wahlsieg an: Rohrdorfs künftiger Bürgermeister Christian Praxl und seine Frau Veronika. Foto: Pilger
Klarer Wahlsieg für Christian Praxl
Strahlende Gesichter bei der CSU - Rätselraten beim Bürgerblock

Rohrdorf (pil) – Der erlösende Anruf kam um 19.37 Uhr: CSU-Kandidat Christian Praxl hatte das Rennen um den Bürgermeistersessel der Gemeinde Rohrdorf für sich entschieden. Bis zum Schluss galt der Wahlausgang allgemein als spannend. Mit 61 Prozent für den Bewerber der Christsozialen fiel das Ergebnis dann aber doch recht deutlich aus; sein Gegenkandidat Martin Fischbacher (Bürgerblock) kam auf 39 Prozent. Darüber hinaus läutete der Wahlabend die Schlussphase einer drei Jahrzehnte währenden Ära in Rohrdorf ein: Denn mit Praxls „Dienstbeginn“ am 1. Mai endet zugleich die Amtszeit von Fritz Tischner.
Strahlende Gesichter bestimmten die kleine Wahlparty im Bürgermeisterzimmer, wo der künftige Rathaus-Chef mit der Familie und Parteifreunden auf den Erfolg anstieß. „Kontrolliert optimistisch“ sei er gewesen, nun aber „freudig überrascht über die Sechs an der Zehnerstelle“ - so brachte der 49jährige seine Gemütslage auf den Punkt. Die richtig große Aufregung hatte den dreifachen Vater erst während der letzten Stunde der „Wartezeit“ gepackt.
Seinen Sieg sieht er im wesentlichen in zwei Punkten begründet. Zum einen habe sich die Bürgermeisterwahl – die Beteiligung lag bei 71,46 Prozent - einmal mehr als Persönlichkeitswahl erwiesen. Praxl ist in Thansau aufgewachsen, wohnt aber seit Jahren in Rohrdorf. Er stand elf Jahre lang der Freiwilligen Feuerwehr Thansau vor; außerdem engagierte er sich jahrelang als Jugendtrainer beim TSV Rohrdorf/ Thansau. Zum anderen verfüge er dank seiner fast dreißigjährigen Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung – zuletzt als Leiter des Bauamts - über reichlich Erfahrung und Kompetenz im kommunalen Bereich.
Die Überarbeitung des Flächennutzungsplans unter dem Vorzeichen einer harmonischen Entwicklung der Ortschaften, Hochwasser- und Lärmschutz, der Bau der Umgehungsstraße Rohrdorf-Nord sowie die Förderung der Vereine und gemeinnützigen Organisationen sind einige der Eckpfeiler des CSU-Programms, das Praxl unter dem Motto „Zukunft gemeinsam gestalten“ nun Zug um Zug mit dem neuen Gemeinderat umsetzen will.
Der Ortsvorsitzende Joachim Wiesböck hatte zwar fest mit einem Sieg gerechnet, jedoch nicht in dieser Größenordnung. „Wir sind mehr als zufrieden.“, kommentierte er gestern auf Anfrage das Ergebnis. Fritz Tischner hatte vor sechs Jahren mit 58,4 Prozent gegen Franz Warter vom Bürgerblock abgeschnitten. Für den neuen Gemeinderat signalisierte Wiesböck bereits ausdrücklich Interesse an einer sach- und themenbezogenen Zusammenarbeit mit allen Fraktionen.
Rätselraten herrscht dagegen beim Bürgerblock vor. „Wir hatten uns mehr ausgerechnet.“, gab Martin Fischbacher unumwunden zu. Eigentlich hatte der Bürgerblock auf einen „Stimmenpuffer“ in Rohrdorf und Thansau gehofft, um die erwartungsgemäß schwachen Ergebnisse in Lauterbach und Höhenmoos abzudämpfen. Doch auch dies sei trotz des engagierten und fairen Wahlkampfs nicht gelungen. „Wir haben keine Ahnung, woran es gelegen hat.“, bekannte Fischbacher im Gasthof zur Post, wo der Bürgerblock zusammengekommen war, um unabhängig vom Wahlergebnis zu feiern.
Für den scheidenden Bürgermeister Fritz Tischner indes ist das Ergebnis ein klares Zeichen dafür, dass die Bürger die eingeschlagene Richtung der Kommunalpolitik in einer der führenden Gemeinden Bayerns beibehalten wissen wollen. Die Mehrheit der Wähler habe letztlich die realistischen Vorstellungen des CSU-Kandidaten ebenso wie dessen Glaubwürdigkeit mit dem Kreuz an der entsprechenden Stelle auf dem gelben Wahlzettel quittiert.
4. März 2008


Willi Hofmann: "Der VdK wird nicht nachgeben!"
Deutliche Worte zur Mehrwertsteuer auf Medikamente bei Jahresversammlung - Ehrungen

Lauterbach (pil) – „Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt sondern Lohn für eine jahrzehntelang erbrachte Lebensleistung! Sie darf nicht auf ein staatliches Almosen reduziert werden.“ Der VdK-Kreisvorsitzende Willi Hofmann hatte seinen Vortrag über die Lage im grundgesetzlich verankerten sozialen Rechtsstaat Deutschland in gewohnt deutliche Worte gefasst. Dank diverser Reformen, Riester- und Nachhaltigkeitsfaktor sowie steigender Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sei in den letzten Jahren keine Bevölkerungsgruppe so stark zur Kasse gebeten worden wie die Rentnergeneration, prangerte der frühere Bundesschatzmeister bei der Jahreshauptversammlung des knapp 100 Mitglieder zählenden VdK-Ortsverbands Rohrdorf an.
Scharfe Kritik übte Hofmann in seinem Referat unter der Überschrift „Zukunft braucht Menschlichkeit“ auch am geplanten Gesundheitsfonds, der wiederum die Rentner und Geringverdiener belaste. Mit Nachdruck werde der VdK gegen eine Zweiklassen-Medizin kämpfen, denn „Gesundheit darf nicht vom Geldbeutel der Patienten abhängen.“
Ebenso bleibe der Verband bei seiner Forderung, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von derzeit 19 auf sieben Prozent zu senken. 2,3 Millionen Unterschriften seien in dieser Sache bereits dem Kanzleramt in Berlin übergeben worden. „Der VdK wird nicht nachgeben!“, versprach das Ehrenmitglied des Landesverbandes im Gasthaus Alpenblick in Lauterbach.
Mit einer bundesweiten Kampagne will der VdK nun das öffentliche Bewusstsein für die wachsende Kinder- und Altersarmut schärfen; allein drei Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland seien von Armut bedroht. Ein Durchschnittsrentner habe heute monatlich rund 130 Euro weniger zur Verfügung als noch vor vier Jahren. Und weitere Belastungen – etwa durch die Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags - seien bereits in Sicht. Soziale Gerechtigkeit dürfe nicht zum Auslaufmodell geraten, warnte Hofmann. Der Sozialverband als Sprachrohr für 1,4 Millionen Bundesbürger werde deshalb auch weiterhin die soziale Gesetzgebung kritisch verfolgen und als Bollwerk gegen Sozialabbau jeglicher Art auftreten.
Über diverse Fortbildungen und ihre Ernennung zur ehrenamtlichen Richterin am Sozialgericht München informierte unter anderem Ortsvorsitzende Marianne Keuschnig. Ihr Dank galt allen Spendern und Helfern, die zum Erfolg der Sammlungen „Helft Wunden heilen“ in den beiden vergangenen Jahren mit insgesamt 7800 Euro beigetragen hatten. Mit einem Teil dieses Betrages konnte alten, kranken und behinderten Gemeindebürgern in Not finanzielle Hilfe gewährt werden, etwa für den Kauf von Kleidung, beim Wohnungswechsel oder für diverse Therapiemaßnahmen.
Ebenso standen wieder zahlreiche Weihnachts-, Kranken- und Geburtstagsbesuche auf dem Programm, wobei Keuschnig immer wieder dankbar dafür ist, am Leben „ihrer Mitglieder“ teilhaben zu dürfen.
Einen Aufwärtstrend beim Mitgliederstand verzeichnete Geschäftsführer Dieter Störmann für den Kreisverband. Dieser ist im Laufe des vergangenen Jahres um gut 230 auf nunmehr etwa 7340 angewachsen. 5410 Beratungsgespräche wurden im Jahr 2007 geführt, 657 Anträge in Sachen Schwerbehindertenausweise, Kriegsopferversorgung, Renten- und Krankenversicherung gestellt, 153 Widersprüche gegen Bescheide eingelegt, 64 Klagen eingereicht – und insgesamt 300.000 Euro für VdK-Mitglieder erstritten, zog Störmann Bilanz. Einen der Schwerpunkte der Verbandsarbeit bilde dabei der Bereich Rentenversicherung. Neben der Anhebung der Zuverdienstgrenze für Rentner auf 400 Euro sei auch die Verlängerung des ALG I für Ältere nur auf Druck des VdK zustande gekommen, ist er überzeugt. Doch trotz dieser Erfolge kann der Fachmann keine Entwarnung geben: „Es wird immer schwieriger, sein Recht durchzusetzen.“


Über 350 Jahre Mitgliedschaft
Den Abschluss der VdK-Versammlung in Lauterbach bildeten die Ehrungen für insgesamt mehr als 350 Jahre Mitgliedschaft. Seit 60 Jahren gehören Jakob Opperer und Josef Schlosser dem VdK an, Amalie Liegl ist seit 40 Jahren Mitglied und Joachim Klugherz seit 30 Jahren. Gewürdigt wurden außerdem Max Kreidl, Hermann Wörndl und Anna Wortmann (alle 25 Jahre) sowie Anna Adlmaier, Josef und Petra Fink, Monika Halbmayer, Gerhard Henger, Hans Kerling, Horst Mitscherling, Eva-Maria Thomas sowie Paula Wolf (jeweils zehn Jahre). Foto: pil
4. März 2008


"Es fehlt an Nachwuchs"
Jahreshauptversammlung der Arbeiterwohlfahrt
zum Bericht


Von Pflugbogen bis Parallelschwung...

...von Carven bis Snowboarden – beim Kinderskikurs des TSV Rohrdorf/Thansau kamen sowohl die Anfänger als auch die Fortgeschrittenen wieder voll auf ihre Kosten. Insgesamt waren diesmal 155 Kinder und Jugendliche sowie ein Dutzend „Zwergerl“ bei zwar kaltem aber wunderschönem Winterwetter in Durchholzen auf die Piste gegangen. Vier Tage lang übten die 25 Skilehrer und deren Helfer mit ihren Schützlingen den richtigen Schwung auf einem und zwei Brettern ebenso wie das Lifteln. Die Fortgeschrittenen fuhren dabei an zwei Tagen ins Skigebiet Westendorf/Tirol, wo ebenfalls beste Bedingungen herrschten; währenddessen machten die Jüngsten an drei Nachmittagen ihre ersten „Schritte“ auf Skiern.
Ihr Können stellten die Brettlfans dann beim Abschlussrennen am Amberglift in Durchholzen unter Beweis, wo die vielen Eltern, die auch in diesem Jahr die Strecke säumten, den Nachwuchs kräftig anfeuerten. Dass letztlich jeder ein Sieger war, bewiesen die Goldmedaillen, die alle Teilnehmer von ihren Übungsleitern überreicht bekamen. Die schnellsten drei aus jeder Gruppe erhielten bei der Siegerehrung im Hotel zur Post in Rohrdorf darüber hinaus eine Urkunde.
Der große Organisationsaufwand hat sich zur Freude der Abteilungsleiter Andi Leidl und Schorsch Dick junior auch in diesem Jahr gelohnt: „Dank der routinierten und geduldigen Skilehrermannschaft des TSV war die umfangreichste Jugendveranstaltung der Gemeinde Rohrdorf wieder ein voller Erfolg“. pil
15. Januar 2008


Schöne Bescherung: Maria Noichl mit dem Vorsitzenden der SPD Rohrdorf-Thansau, Rudolf Mayerhofer. Foto: Pilger
Bekenntnis zur SPD - Unbequem aber lohnenswert
Maria Noichl beim Wahlkampfauftakt in Rohrdorf

Rohrdorf/Thansau (pil) – „Warum lohnt es sich nach 60 Jahren CSU-Dominanz überhaupt noch, in der SPD aktiv zu sein?“ Dieser Frage ging Maria Noichl, SPD-Stadträtin und Vorsitzende des Unterbezirks Rosenheim-Stadt, bei der Weihnachtsfeier des Ortsvereins Rohrdorf-Thansau nach, welche zugleich den Auftakt für den Wahlkampf markierte. Die Lehrerin, die im kommenden Herbst in den Landtag einziehen will, ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie mit ihrem Bekenntnis zur Sozialdemokratischen Partei einen – zumal in Bayern - zwar unbequemen aber dennoch lohnenden Weg eingeschlagen habe. Wenngleich ihr das Parteibuch keinerlei finanzielle oder berufliche Vorteile beschere, zieht die 40jährige für sich eine bislang durchaus positive Bilanz.
Neben der Bildung „für Herz und Hirn“ hob sie beim „Wirt von Thansau“ die persönliche Standfestigkeit hervor, die das Eintreten für die oppositionserfahrene Gruppierung mit sich bringe. Noichl versteht die SPD vor allem als Kontrollorgan und damit als Wahrerin von Transparenz und Demokratie, die zudem regelmäßig die Vordenkerrolle übernähme – etwa in Sachen Elterngeld und Mindestlohn. Den Erfolg schrieben sich dann zwar andere Parteien auf die Fahnen, doch gehe es ihr vorrangig um die Sache. Dieser Einlassung schloss sich der Rohrdorfer Ortsvorsitzende Rudolf Mayerhofer mit Verweis auf den „SPD-Herzenswunsch“ Altenheim an. Neben aller politischen Arbeit aber, betonte Noichl abschließend, bildeten die „Roten“ auch eine enge soziale Gemeinschaft, für die es sich immer wieder einzustehen lohne.
21. Dezember 2007


Eine bunt gemischte Riege für die Kommunalwahl
Liste der SPD Rohrdorf/Thansau steht - Sechs Frauen

Rohrdorf/Thansau (pil) – Mit einer bunt gemischten 20köpfigen Riege steigt nun die SPD Rohrdorf/Thansau in den Wahlkampf ein. Zügig und einstimmig ging die Aufstellung der offenen Liste im „Wirt von Thansau“ über die Bühne. Der Kandidaten-Mix – die Altersspanne reicht vom Schüler bis zum Rentner - stammt mehrheitlich aus dem Ortsteil Thansau und deckt die unterschiedlichsten Berufsfelder ab. Und mit sechs Bewerberinnen könne sich auch die Frauenquote durchaus sehen lassen, betonte Ortsvorsitzender Rudolf Mayerhofer bei der Versammlung zufrieden. Zum Vergleich: Auf der CSU-Liste kandidieren drei Frauen, beim Bürgerblock acht.
Einen eigenen Bewerber für den Chefsessel im Rathaus schicken die Sozialdemokraten jedoch auch diesmal nicht ins Rennen. Ebenso wenig wurde eine Empfehlung für einen der beiden bereits nominierten Bürgermeister-Kandidaten von CSU (Christian Praxl; sein Bruder Franz steht auf Platz zwei der SPD-Liste) und Bürgerblock (Martin Fischbacher) gegeben, die beide zur Aufstellungsversammlung gekommen waren und sich dort kurz vorstellten. In Rohrdorf, so Mayerhofer, breche mit der Kommunalwahl im März nach drei Jahrzehnten Amtszeit von Rathauschef Fritz Tischner (CSU) ohnehin „eine neue Ära“ an; wobei für die SPD auch künftig die Sachthemen im Vordergrund stünden, denen man sich „mit vollem Einsatz zum Wohle des Bürgers“ widmen wolle.
1. Dezember 2007

Die Kandidaten
Angeführt wird die Liste vom Ortsvorsitzenden Rudolf Mayerhofer. Auf den weiteren Plätzen folgen Franz Praxl, Adelheid Musselmann, Helmut Wieshuber, Barbara Seeliger, Simon Hausstetter, Wolfgang Walkmann, Margit Mayerhofer, Matthias Leippe, Horst Weiß, Franz Gemmer, Wolfgang Braun, Rosemarie Praxl, Kerstin Prochnow, Herbert Wörndl, Michael Setz, Eckehardt Neumann, Kurt Braun, Kurt Probst und Veronika Wieshuber.




VSF – Vorbedingung schöne Füße; so wollte jedenfalls die Malerin Marie (Gaby Hiller) die Abkürzung in ihrer Annonce verstanden wissen. Und Hugo Huber alias Wilhelm Lallinger ist es als Wohnungssuchender ohnehin gewohnt, so allerhand auf sich zu nehmen.
Amüsantes Verwirrspiel um vier Inserate
Rohrdorfer "Harlekins" ernten viel Beifall für "Die Annonce"

Rohrdorf (pil) – Vier Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, unter einem Dach – dieser Umstand allein sorgt schon für reichlich Turbulenzen im Hause Bormann. Doch als sich das Quartett mithilfe von Zeitungsinseraten auch noch zur gleichen Zeit und ohne das Wissen der jeweils anderen auf Männersuche begibt – wenn auch aus ganz unterschiedlichen Beweggründen –, sind weitreichende Verwicklungen vorprogrammiert. Denn selbstredend geraten die vier Bewerber – vom Aktmodell über den Heiratskandidaten und den Klavierschüler bis hin zum Wohnungssuchenden - zunächst an die falsche Dame.
Es ist Boulevardtheater im besten Sinn, was die Rohrdorfer „Harlekins“ mit der Komödie „Die Annonce“ in dieser Saison auf die Bühne bringen: Die hochdosierte Mischung aus Verwechslungen, zweideutigen Dialogen und Situationskomik, garniert mit einer ewig aktuellen Kollektion an Männerunterhosen, bescherte den rund 170 Premierengästen im Turner Hölzl gleich von Beginn an einen schwungvollen Theaterabend, der mit reichlich Schlussapplaus endete. Den ersten großen Beifall des Abends jedoch ernteten die Nachwuchsschauspieler von den „Harlekids“, die im Vorprogramm mit dem Sketch „Die Kontakanzeige“ die Lacher auf ihrer Seite hatten.
Auch das Dienstmädchen Vroni (Nicole Liegl) ist am Ende mit einem Mann (Kurt Weiß als Heiratskandidat) versorgt: Was bleibt, ist eine offene Stelle und ein Bewerber am Telefon. Fotos: Pilger
Zwei Stunden lang bestimmte dann das lebendige Spiel der acht Harlekin-Darsteller das Geschehen in der Münchner Villa der alternden Schauspielerin Agathe Bormann. Und gleich zu Beginn sprang der Funke auf die Zuschauer über, die immer wieder begeistert Szenenapplaus spendeten. Birgit Klesinski ist die Rolle der bisweilen affektierten Diva, die mit knallrosa Federboa und gleichfarbigen Quasten an den Pumps ausstaffiert durch die Szene stöckelt, geradezu auf den Leib geschrieben. Das Mienenspiel der vormals gefeierten Actrice angesichts des halbnackten Spartakus spricht Bände: In „der Bormann“ erwacht sichtlich die Wollust wieder. Marcus Bauer setzt sich derweil tänzelnd und mit hingebungsvoller Selbstverliebtheit in seinen Körper in Pose – und wird wenig später durch einen Krampf lahm gelegt. Allein das Ambiente des Salons erscheint etwas bieder angesichts einer Agathe, die in „Sodom und Gomorra“ brillierte und von „Schäferspielen auf dem Land“ schwärmt.
In der Zwischenzeit schwelgt die Malerin Marie voll Inbrunst in Wunschträumen von ihrem künftigen Modell, das sie bei der Fertigstellung ihres Werkes „Festmahl bei Spartakus“ inspirieren soll. Gaby Hiller zieht aber nicht nur beim Schwärmen alle Register; ganz ungeniert legt sie auch Hand an ihre vermeintlichen Modelle, um deren körperliche Eignung zu untersuchen. Diese Art der Körpervisite indes bleibt nicht ohne Folgen: In dem verklemmten Wohnungssuchenden Wilhelm Lallinger erweckt die resolute Künstlerin dadurch den leidenschaftlichen Schwerenöter, den sie sich kaum vom Leib halten kann. Hugo Huber – fast ohne Ausnahme meistert er seinen „bnöden Sprachfehner“ - war das Faible für die Figur des Wilhelm Lallinger, der erst noch sein Feinripp-Unterhemd fein säuberlich zusammenlegt, deutlich anzumerken.
Und auch die anderen Schauspieler hielten mit ihren Talenten nicht hinterm Berg: Kurt Weiß etwa, dem als erwartungsvoller Heiratskandidat buchstäblich die Augen übergehen angesichts der (un-)missverständlichen „Angebote“ der deutlich älteren Agathe und der anschließend betrunken auf dem Sofa einschläft. Hannes Lemberger erklärt sich unterdessen in seiner bajuwarischen Unbefangenheit zu jeder Art von „Klavierunterricht“ bereit; und sei es im römischen Gewand.
Als Vorlage für die Komödie in drei Akten, in der die vieldeutige Abkürzung VSF für zusätzliche Verwirrung bei den Beteiligten sorgt, diente Günter Schwarz – er führt zugleich Regie - ein Lustspiel des Schweizer Autors Marc Camoletti. Der Titel des Urstücks „Hier sind sie richtig“ kam dabei auch in der „Annonce“ zum Tragen: Mit eben diesen Worten lotste Klavierlehrerin Anni (wunderbar distinguiert und ein bisschen zickig dargestellt von Marianne Keuschnig) ihren Schüler in ihr Zimmer, nachdem sich der gordische Knoten der Verwechslungen gelöst hat.
Die ganze Anzeigen-Affäre ins Rollen gebracht hatte übrigens, Vroni, das zur romantischen Verzückung neigende Dienstmädchen (herrlich schnippisch und ebenso pfiffig wie naiv: Nicole Liegl), das unbedingt heiraten möchte und dank eines Inserats immerhin schon einmal eine Kaffeemaschine ergattert hat. Denn sie war es, die auch die drei anderen Damen dazu ermuntert hatte, eine Annonce aufzugeben und auf diesem Wege einen Mieter, einen Klavierschüler beziehungsweise ein Aktmodell zu suchen. Als letzte Amtshandlung im Hause Bormann bleibt der Ehefrau in spe schließlich nur noch, einem Bewerber – auf welche der vier Anzeigen auch immer – telefonisch die offene Stelle des Dienstmädchens zu offerieren...
14. November 2007

Felsenfeste Freundschaft
Petrus im Mittelpunkt der Bibeltage
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Streifzug mit einer guten Portion Augenzwinkern
Franz Warter beleuchtet in seinen "Rohrdorfer Spaßetteln" 80 Jahre Dorfleben

Rohrdorf - Dem Blitz-Miche, dem Raggei und anderen Unikümern hat Franz Warter (Foto) schon im Untertitel seiner „Rohrdorfer Spaßetteln“ ein kleines Denkmal gesetzt. In dem apfelgrünen Büchl erzählt der Bäckermeister (Jahrgang 1952) mit einer Portion Augenzwinkern eine ganze Reihe von heiteren Begebenheiten, die sich so oder doch zumindest so ähnlich im Lauf der vergangenen 80 Jahre in Rohrdorf zugetragen haben. Auf die exakte zeitliche Einordnung der 40 Geschichten, die im Grunde genommen „die Dorfgemeinschaft geschrieben hat“, verzichtet der Autor. Es ist vor allem die Grundstimmung des Gemeindelebens, bei dem Privates, Kultur, Kirche und Wirtshaus immer eng miteinander verquickt waren, die er vermitteln will.
Rund zwei Jahre lang hat Warter an den „Spaßetteln“ gearbeitet, die er seinem Schwager und gutem Freund, dem verstorbenen Stocker Anderl, gewidmet hat. Der damalige Wirt war es auch, der ihn, Warter, bereits vor Jahren am Stammtisch zu dem Büchlein inspiriert hat: „Schreib die alten Spaßettln auf, sonst wearns sicherlich a mal vergessen!“ Um aber niemanden „vorzuführen“, hat der Verfasser ganz bewusst viele Namen geändert. Vom Interesse der Bürger an den „alten Geschichten“ zeugte der Andrang von mehr als 130 Besuchern bei der Buchvorstellung im Stocker-Saal. Erhältlich sind die „Rohrdorfer Spaßetteln“ zum Preis von 9,80 Euro in den beiden Läden der Konditorei Gredler in Rohrdorf und Thansau.
Text/ Foto: pil


Modernes Erscheinungsbild mit Pultdächern: Jetzt wurde der Rohrdorfer Bauhof offiziell eingeweiht. Zu diesem Anlass erhielt Bauhofleiter Sebastian Huber (rechts) neben dem symbolischen Edelstahlschlüssel ein praktisches Handkehrgerät. Letzteres hatte der Neubeurer Vize Franz Steinkirchner im Zeichen der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit an Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner (links) überreicht.

Ein sichtbares Zeichen setzt die mehrere Meter hohe Eisenskulptur des Söchtenauer Bildhauers Rudl Endriss: Sie stellt in abstrahierter Form einen Menschen dar und ist nachts von innen beleuchtet.
Fotos: Pilger
Ein "Dienstleistungszentrum" für die Bürger
Segen für Rohrdorfer Bauhof - Dimensionierung umstritten

Rohrdorf (pil) - „Nein, zu groß ist er nicht geworden!“ Bürgermeister Fritz Tischner und Sebastian Huber, der Leiter des Rohrdorfer Bauhofs, sind sich einig angesichts des Neubaus auf dem „Geiginger Feld“. Jetzt wurde der 1,9 Millionen Euro teure Bauhof-Komplex, der schon seit längerem in Betrieb ist, offiziell eingeweiht.
Drei Gebäudeteile mit rund 1400 Quadratmeter Nutzfläche umfasst die Anlage an der Straße nach Lauterbach. Der südliche Trakt mit Splittdepot, Lagerflächen sowie den Sozialräumen und Büros erstreckt sich auf etwa 70 Meter Länge. Daran schließen sich im rechten Winkel neben Schreinerei und Lager die Garagen mit Wartungs- und Waschhalle an. Acht große Lagerboxen auf dem 2000 Quadratmeter großen Hof bieten zudem Stauraum für verschiedene Baumaterialien, während im Norden des 6000-Quadratmeter-Grundstücks ein Salzsilo mit 200 Kubikmeter Fassungsvermögen in die Höhe ragt. Ein sichtbares Zeichen für die „menschliche Seite“ des Bauhofs setzt unterdessen die mehrere Meter hohe Eisenskulptur von Rudl Endriss aus Söchtenau. Das Kunstwerk in Form eines abstrahierten Menschen sorgte in der Gemeinde bereits für reichlich Gesprächsstoff.
Lediglich acht Monate hatte die Errichtung des Bauhofes gedauert, der nach Aussage von Architekt Christian Guggenbichler in der weiteren Umgebung „seinesgleichen sucht“: Die Weichen für das Projekt wurden im Jahr 2005 mit der Änderung des Flächennutzungsplanes gestellt; nach der Genehmigung des Bauantrags im März 2006 wurde am 15. Mai der erste Spatenstich gesetzt, und bereits sieben Monate später folgte die Übergabe zum Betrieb. Allerdings machte eine schadhafte Abdichtung der anvisierten Einweihung im Frühjahr einen Strich durch die Rechnung: Wegen aufsteigender Feuchtigkeit an den Innenwänden musste der gesamte Sockel im Sozialbereich frei- und dann trockengelegt werden. Damit konnte gestern zugleich die „Einweihung der geglückten Sanierung“ gefeiert werden, wie der Projektplaner anfügte; den kirchlichen Segen erteilten Pfarrer Gottfried Doll und sein evangelischer Kollege Reinhold Seibel
Als „Dienstleistungszentrum“, das den steigenden Ansprüchen der Bürger gerecht zu werden versuche, bezeichnete Rathauschef Fritz Tischner vor Gemeinderäten und einigen Bürgermeisterkollegen aus den Nachbargemeinden die neue Unterkunft für Bauhof-Mitarbeiter, Wasserwart, Fahrzeuge, Geräte und Werkstätten. Der jetzige Standort außerhalb der Ortschaft und zentral innerhalb des Gemeindegebiets sei dabei - ebenso wie die Dimensionierung des Bauhofs - durchaus umstritten gewesen. Doch, betonte Tischner, gliedere sich die moderne Anlage, an deren Bau zahlreiche ortsansässige Betriebe beteiligt waren, gut in die Landschaft ein. Und mit dieser vierten Erweiterung innerhalb von 36 Jahren könnte der Rohrdorfer Bauhof nunmehr eventuell seinen Endzustand erreicht haben.
28. Oktober 2007


Thansauer wurde Postler des Jahres
Rudolf Fastenmeier in Berlin ausgezeichnet
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Ein Topf Kartoffelsuppe und die Geschichte vom Schwein Frieda
Das Theater "EigenArt" tischte in Rohrdorf eine ganz besondere Kost auf
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Grundstein für die "Wunschbaustelle"
Seniorenheim "St. Anna": Bauarbeiten im Zeitplan
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"Es hat sich nicht rentiert"
Wirt am Hochstrasser See wirft das Handtuch
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Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Sonderzug ab Rohrdorf - Freie Fahrt an Familiennachmittagen

Rohrdorf (pil) – Mit dem Wiesn-Express wartet auf die Rohrdorfer auch in diesem Jahr zusätzlich zum Herbstfest ein besonderes Schmankerl: Auf der Strecke zwischen Rohrdorf Bahnhof (ORO) und Rosenheim, wo sonst nur Güterzüge verkehren, schickt die Firma Logistik Wiesböck wieder 16 Tage lang einen Personen-Sonderzug auf Fahrt. Bereits vor und während der 20minütigen „Anreise“ nach Rosenheim können sich die Passagiere diesmal an der Bar im Zug auf die Wiesn einstimmen.
Abfahrt an allen Tagen ist um 17.30 Uhr an der ORO (17.35 Uhr in Thansau, Finkenstraße); Rückfahrt ab Rosenheim um 23.35 Uhr. Zusätzlich geht der Nahverkehrszug der Bayerischen Oberlandbahn am Eröffnungstag, Samstag, 25. August, um 13.30 Uhr auf Tour (Rückfahrt um 17 Uhr).
Eine Freifahrt bescheren die Gemeinde Rohrdorf und der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg den Passagieren der Nachmittagszüge an den beiden Familientagen (mittwochs). Am 29. August und 5. September startet der Wiesn-Express nämlich auch um 13 Uhr in Rohrdorf und um 17.10 Uhr in Rosenheim.
Die Hin- und Rückfahrt inklusive einer Maß Auerbräu Bier kostet zehn Euro, eine Einzelfahrt (ohne Biermarkerl) 3,50 Euro. Kinder unter zehn Jahre fahren umsonst mit.
Weitere Auskünfte über Reservierung und Gruppenermäßigungen für Betriebe und Vereine erteilt Helmut Wiesböck, Telefon 08032/1283.



Von Trümmersuche bis Mantrailing
Rohrdorfer Kinder bei den Rettungshunden
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Bauarbeiten für "St. Anna" sind in vollem Gange
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Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Wiesböck (rechts) und ORO-Geschäftsführer Joachim Wiesböck (links) würdigten die Verdienste des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Karl Frey. Foto: pil
Generationswechsel vollzogen
Karl Frey scheidet aus ORO-Vorstand aus

Rohrdorf (pil) – Die Talsohle scheint durchschritten; jedenfalls fiel der Bericht, den der Vorstandsvorsitzende Karl Frey quasi als seine letzte Amtshandlung bei der Generalversammlung der Obstverwertung Rohrdorf (ORO) präsentierte, „erfreulicher als im Vorjahr“ aus: Der leichte Verlust konnte wieder aufgefangen werden.
Zu der positiven Entwicklung des Jahresergebnisses hatten neben einer Preiserhöhung nicht zuletzt eine Ausweitung der Produktpalette sowie eine gezielte Absatzförderung beigetragen. Erfreulich hoch, so Frey weiter, sei dabei die Resonanz auf den Stand auf der letzten Südostmesse (SOM) ausgefallen. Auch die Weichen für die Zukunft habe die Genossenschaft bereits gestellt: So wird eine neue Obstpresse mit Dekanter-Technik angeschafft; und der Bau der neuen Voll- und Leerguthalle soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“, ist er überzeugt.
Angesichts dieser Entwicklung und einer verjüngten Führungsmannschaft sah er für sich den richtigen Zeitpunkt gekommen, „das Ruder zu übergeben“; mit seinem Abschied aus dem Vorstand beendete der 64jährige den bereits vor Jahren eingeläuteten Generationswechsel in der ORO. Zugleich wurde der Vorstand von vier auf künftig drei Mitglieder verkleinert; einen entsprechenden Vorschlag befürwortete die Versammlung im Hotel zur Post mit einer Gegenstimme.
In seiner Laudatio würdigte der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Wiesböck insbesondere Freys Fachwissen sowie dessen Organisationstalent und soziale Kompetenz. Allein unter Freys Ägide – er saß ab 1979 insgesamt 18 Jahre im Aufsichtsrat, fünf davon als Vorsitzender, und anschließend im Vorstand – habe die ORO rund zwei Drittel der gesamten Investitionen seit ihrer Gründung im Jahr 1958 getätigt.
Vor allem bei den Schorlen hat der Saftproduzent im vergangenen Jahr zugelegt; sie machen mit rund einer halben Million Liter mittlerweile etwa 15 Prozent der gesamten Absatzmenge aus, ging Geschäftsführer Joachim Wiesböck bei seinem Bericht ins Detail. Als Zugpferde hätten sich zudem neue Produkte wie beispielsweise Glühwein, Eistee und Apfel-Hollunder-Saft erwiesen. Und weil „die Qualität passt“, sieht auch er durchaus optimistisch in die Zukunft. Trotzdem gibt Wiesböck angesichts der Umsatzsteigerung auf gut zwei Millionen Euro noch keine endgültige Entwarnung: „Eine gute Ernte würde vieles erleichtern.“
Große Erwartungen setzt der Geschäftsführer nicht zuletzt in die Anschaffung des Baumrüttlers und der Auflesemaschine, die die mühselige Obsternte so weit wie möglich mechanisieren sollen. „Die Technik funktioniert.“, betonte er. Jetzt gelte es, die heimischen Obstbauern mit den Maschinen und ihren Anforderungen etwa an die Bodenbeschaffenheit vertraut zu machen. Erste Anfragen bezüglich eines vertraglichen Streuobstanbaus seien bereits bei ihm eingegangen. Schließlich, so Wiesböck, sei es das erklärte Ziel der ORO, das Obst für ihre Produkte auch weiterhin möglichst aus der Region zu beziehen.
Der Feuerbrand stand schließlich im Brennpunkt des Vortrags von Dr. Wolfgang Kreckl von der Landesanstalt für Landwirtschaft und Pflanzenschutz. Von Lindau bis Berchtesgaden gebe es keinen weißen Fleck mehr auf der Landkarte, obwohl die trockene Witterung im Frühling den Bakterien laut der bislang geltenden Prognose-Modelle eigentlich hätte den Garaus machen müssen. Vielmehr, so Kreckl, zeichne sich in manchen Regionen eines der schlimmsten Jahre ab.
Wie die befallenen Gehölze zu behandeln sind – möglicherweise durch einen radikalen Rückschnitt – hänge allerdings von jeweiligen Gegebenheiten des einzelnen Obstgartens ab. Kreckl: „Ein Patentrezept gibt es nicht.“
Einstimmig wurde zudem die Satzungsänderung beschlossen, die wegen des geänderten Genossenschaftsgesetzes erforderlich geworden war.
27. Juni 2007


Hoffnungsträger für den Wechsel
Bürgerblock Rohrdorf schickt Martin Fischbacher als Bürgermeisterkandidat ins Rennen

Rohrdorf (pil) – Der Bürgerblock Rohrdorf (BR) hat seiner „Hoffnung auf eine Kehrtwende in der Gemeindepolitik nach 30 Jahren Tischner & Co.“ ein Gesicht gegeben: Martin Fischbacher (44), der erste Vorsitzende, geht als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2008 ins Rennen.
Blickt der Wahl optimistisch entgegen: Martin Fischbacher vom Bürgerblock Rohrdorf. Foto: pil
Zwar will die Gruppierung erst im Herbst mit einem detaillierten Wahlprogramm an die Öffentlichkeit gehen, doch die Prioritäten sind bereits gesetzt. „Wir wollen mehr demokratische Entscheidungen im Gemeinderat über die Parteigrenzen hinweg. Die Zeit der Vetternwirtschaft muss ein Ende haben.“, formuliert der Vater dreier Kinder, der sich seit mehr als zwölf Jahren beim Bürgerblock engagiert, eines der Hauptanliegen. Der selbständige Kaufmann aus Geiging war mit einer Stimmenthaltung nominiert worden. Allerdings in kleiner Runde; denn zur Enttäuschung der Vorstandschaft waren nur 19 der rund 110 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ins Gasthaus zur Post gekommen.
Ebenfalls weit vorne rangiert für Fischbacher ein „sinnvoller und bewusster Umgang mit dem Geld der Bürger“. Er verspricht mit Blick auf Projekte wie das Dorfhaus in Lauterbach oder den neuen Bauhof: „Wir werden mehr aufs Geld schauen.“ Zudem will der ehemalige TSV-Abteilungsleiter die Höhe der Vereinszuschüsse künftig auch vom Umfang der Jugendarbeit abhängig machen.
Einen kurzen Rückblick aufs vergangene Jahr gaben drei der insgesamt fünf BR-Gemeinderäte im Anschluss ans Aufstellungsprocedere. Sie nahmen Themen wie den beantragten Grüngut-Container am neuen Bauhof, die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes und die Erweiterung des Hamberger-Logistikzentrums in der Bockau ebenso ins Visier wie die Vorgeschichte des Seniorenheims, das nun in Thansau gebaut wird. Massive Kritik übten die BR-Vertreter dabei durchwegs am Demokratieverständnis, das bei vielen Mitgliedern des Gemeinderats vorherrsche.
Umso größer sind die Erwartungen, die der Bürgerblock in die Wahl am 2. März 2008 setzt. Dann werden die Karten in Rohrdorf vollkommen neu gemischt: Bürgermeister Fritz Tischner, an dem BR-Kandidat Franz Warter dreimal gescheitert ist, tritt nach 30jähriger Amtszeit nicht mehr an. Ihm soll nach dem Willen der CSU Christian Praxl, der Bauamtsleiter der Gemeinde, folgen. Zudem verzichtet die SPD auf einen eigenen Bewerber, wie aus dem Umfeld des Vorstands verlautete. Fischbacher jedenfalls rechnet sich gute Chancen auf einen Wahlsieg aus: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“
16. Juni 2007


Schattdecor feiert "Rückkehr nach Thansau"
Über 40 Millionen Euro in neue Firmenzentrale investiert
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Streit in der Insektenschule
Mitmachmärchen zum Thema Konfliktbewältigung
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Integrationsprojekt mit Leinwand und Farbe
Actionpainting für Petö-Klasse in Rohrdorf
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Auch Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft standen bei der Jahreshauptversammlung des TSV Rohrdorf-Thansau an: Vorstand Sepp Pichlmeier, Franz Christl (seit 50 Jahren Mitglied), Werner Bräuer (40), Ehrenmitglied Fritz Tischner, Franz Edholzer (60), Richard Schauer (60), Ehrenmitglied Lenz Kuchler, 2. Vorstand Volker Fritsch und Siegfried Weingartner (50) (von links). Verhindert war Albrecht Schellenbach (50). Foto: pil
Zwei Ehrenmitglieder und eine neue Sparte
TSV Rohrdorf/Thansau blickt auf aktives Vereinsjahr zurück

Rohrdorf (pil) – Mit den „Lumberjacks“ ist beim TSV Rohrdorf-Thansau vor kurzem die neunte Abteilung an den Start gegangen. Einen Einblick in den Trendsport Unihockey - eine Mischung aus Eis- und Hallenhockey -, der seit einiger Zeit auch in Deutschland an Boden gewinnt, gab Abteilungsleiter Toni Maier bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Stocker. Höhepunkt der Veranstaltung aber war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Lenz Kuchler von der Kraftsportabteilung sowie an Bürgermeister Fritz Tischner.
Das genaue Datum von Kuchlers Vereinsbeitritt war zwar nicht mehr zu eruieren („Irgendwann war ich eben dabei.“); doch waren es seine Verdienste um die Leichtathletik und die Kraftsportabteilung, die dem olympischen Fackelläufer von 1972 die Ehrenmitgliedschaft bescherte. Mit dieser besonderen Auszeichnung honorierte TSV-Vorstand Sepp Pichlmeier auch Tischners mutigen und unbeirrten Einsatz für die Sportanlage im Turner Hölzl. „Beeindruckt von der Leistung der Sportvereine“ nahm dieser die Auszeichnung entgegen und zollte seinerseits dem „Ehrenamt in seiner höchsten Form“ großen Respekt.
In seinem Rückblick ging Pichlmeier neben dem Bau des Fußball-Vereinsheims und dem Einsatz der TSV-Mitglieder bei der Kirchenrenovierung auch auf die staatliche Förderung ein. Seit Januar 2006 ist die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Vereinspauschale geregelt, bei deren Berechnung der Anteil der jugendlichen Mitglieder bis 26 Jahre (in Rohrdorf derzeit 51 Prozent) und die Summe der gültigen Übungsleiterlizenzen in besonderem Maße gewichtet werden. Wegen der Deckelung der Förderbeträge habe der TSV mit seinen insgesamt rund 1400 Mitgliedern und 35 Lizenzen im vergangenen Jahr allerdings nur knapp 7500 Euro aus diesem Topf erhalten. Und auch für 2007 befürchtet Pichlmeier eine erneute Deckelung. Sein Dank galt insbesondere der Gemeinde, die den Zuschuss für die Übungsleiterstunden von 1,50 auf zwei Euro erhöht hat; 5800 Euro waren auf diesem Wege in die Vereinskasse geflossen.
Im Mittelpunkt der Berichte aus den einzelnen Sparten standen die sportlichen Aktivitäten. So waren die Triathleten bei insgesamt 31 Wettkämpfen angetreten; und 21mal standen TSV'ler auf dem Stockerl. Zudem ist eine zweite Auflage des Dorflaufs für den 6. Oktober vorgesehen. Bei den Tennisspielern konnte sich unter anderem die Mädchen-Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksklasse 2 sichern. Ins Zeug gelegt hat sich auch die Kraftsportabteilung, die mittlerweile an die 70 Personen betreut. Vor allem Montag vormittags ist die 80 Quadratmeter große „Bude“ im Turner Hölzl rappelvoll – und fest in Frauenhand.
Mit einer neuen Leitung wartet die Gymnastikabteilung auf: Nach fast 25 Jahren gab Vroni Stuffer ihr Amt an die 22jährige Bernadette Schöttke ab, die die Funktion nun gemeinsam mit Margit Batt und Christl Hausböck als gleichberechtigte Stellvertreterinnen ausübt. Die Kinder-Tanzkurse, die erst seit einigen Wochen laufen, sind bereits restlos ausgebucht. Kräftigen Zulauf verzeichnet auch die Sparte Kun-Tai-Ko, die im vergangenen Mai erstmals einen Workshop rund um den brasilianischen Kampftanz Capoeira veranstaltet hat.
Nach langer Pause waren voriges Jahr erstmals wieder Dorfmeisterschaften im Eisstockschießen auf dem Thansauer Badesee ausgetragen worden, an der sich elf Mannschaften beteiligten. Die Fußballer unterdessen haben in diesem Jahr gleich doppelten Grund zum Feiern: Neben 20 Jahren Trainingslager in Schattendorf begeht die größte TSV-Abteilung im Sommer ihr 60jähriges Bestehen.
Allein der Bericht der Skiabteilung nahm sich etwas traurig aus. Deren Aktivitäten lagen – abgesehen von Skigymnastik und Nordic Walking - in diesem Winter zwangsläufig fast komplett auf Eis.
3. April 2007


Großer Bahnhof bei den „Lumberjacks“
Dank der Rohrdorfer „Neuzugänge“, die derzeit auf Platz drei der Regionalliga Süd, der dritthöchsten Spielklasse im deutschen Unihockey, rangieren, steht dem Turner Hölzl ein internationales Turnier ins Haus: Am Wochenende 16./17. Juni steigt dort der „Lumberjack Cup“, zu dem zwölf Mannschaften unter anderem aus der Schweiz, aus Italien und Österreich erwartet werden.
Außerdem sucht das Team neue Mitspieler. Nähere Auskünfte über Unihockey (von Universalhockey; englisch „floorball“) und die Trainingszeiten gibt es bei Abteilungsleiter Toni Maier Telefon 08031/2479350 oder im Internet unter www.lumberjacks-rohrdorf.de.



Die Jubilare mit den Geschäftsstellenleitern Sascha Ellmann (links) und Peter Holzner (Zweiter von links) sowie Vorstandssprecher Konrad Irtel (Zweiter von rechts). Foto: pil
Unterm Strich zwei erfolgreiche Jahre
Jahreshauptversammlung der Raiffeisenbank Rohrdorf/Thansau

Rohrdorf/Thansau (pil) – Die Ehrung langjähriger Mitglieder bestimmte neben den Berichten des Geschäftsführers und des Vorstandes die Tagesordnung bei der Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Rohrdorf/Thansau. Gewählt wurden zudem die Delegierten für die Vertreterversammlung. Obwohl das Wirtschaftsbarometer erst im zweiten Halbjahr 2006 wieder nach oben ausgeschlagen hatte, konnte Peter Holzner, Geschäftsstellenleiter in Thansau, unterm Strich zwei erfolgreiche Jahre für beide Geschäftsstellen verbuchen; insgesamt wurden dort 3000 Kunden mit 6500 Konten betreut.
Wie Holzner sieht auch Konrad Irtel optimistisch in die Zukunft. Der Vorstandssprecher der frischgebackenen „VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG“ erläuterte die Hintergründe der Fusion der Raiffeisenbank Rosenheim eG mit der Volksbank-Raiffeisenbank Chiemsee eG zu einer der größten Genossenschaftsbanken Bayerns. Mit knapp 500 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von über 1,6 Milliarden Euro bilde man eine starke Kraft in der Region, in der bis zum Jahr 2020 mit einem Bevölkerungszuwachs von mehr als 20 Prozent zu rechnen sei. „Lebensqualität durch Nähe“, appellierte Irtel in Anlehnung an das Banken-Motto an die Zuhörer, bedeute aber auch, bei Anschaffungen oder sonstigen Vorhaben zunächst ans örtliche Gewerbe zu denken.
Für 50-jährige Mitgliedschaft bei der Raiffeisenbank Rohrdorf/Thansau wurden geehrt: Robert Stahl, Lorenz Höhensteiger sen. , Johann Baptist Schauer, Josef Opperer Sen., Johann Staudacher sen. und Christine Unterseher. Seit 40 Jahre dabei sind Ludwig Winkler, Konrad Langl, Rupert Reisner, Horst Mitscherling, Konrad Thalmeier, Josef Piezinger sen., Hermann Wörndl, Franz Heck, Andreas Wiesböck sen. und Josef Knoll sen.
1. April 2007


"Die Alm im Tal" - Neustart am Hochstrasser See
Dieter Bauer setzt auf regionale Küche - Eröffnung am 1. Mai
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Ins Herz Ost-Afrikas

Rohrdorf (pil) – Nach Kenia, ins „Herz Ost-Afrikas“, entführt Josef Stocker sein Publikum am Samstag, 24. Februar. Bei dem Diavortrag, zu dem die Kolpingfamilie im Anschluss an die Vorabendmesse ins Rohrdorfer Pfarrheim einlädt, schildert der Referent unter anderem, wie die letztjährige Missions-Spende in der Gemeinde von Pfarrer Barnabas Monene verwendet wurde.
Stocker und seine Frau Christina hatten den Pfarrer im Sommer 2005 während einer Afrikareise kennengelernt und beschlossen, dessen Engagement für ein Heim für Aidswaisen zu unterstützen. Im vergangenen Jahr stellte die Mission einen Teil des Erlöses aus den Benefizkonzerten für das Projekt in Kenia zur Verfügung; weitere Beträge gingen nach Indien und Südafrika. Der Eintritt zu der Diaschau – Beginn ist gegen 19.45 Uhr - ist frei; Spenden kommen der Mission zugute.
Unterdessen laufen auch schon die Vorbereitungen für die nächsten Konzerte unter dem Motto „Klassik für die Mission“ am Sonntag 25. März (Pfarrkirche Rohrdorf) und 1. April (Pfarrkirche Aschau). Unter der Leitung von Christina Stocker führen dort jeweils ab 19.30 Uhr der Kammermusik-Kreis Rohrdorf und der Frauenchor „Singfonie“ aus Bad Aibling Werke aus vier Jahrhunderten auf. Als Bass-Solist ist Helmut Wiesböck zu hören.




--- ZUR FOTOSERIE ROHRDORFER FASCHINGSZUG 2007 ---


Seniorenheim in Thansau - Startschuss steht kurz bevor
Wohn- und Pflegebereich mit 77 Plätzen - Träger: "Wir wollen Leben reinbringen"
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TSV macht Kindern Beine
Mit den Pussy Cat Dolls, US 5, Rihana & Co. macht der TSV Rohrdorf-Thansau ab sofort tanzwütigen Mädchen im Alter zwischen sieben und zehn Jahren Beine. Übungsleiterin Bernadette Schöttke wird mit den Kindern jeweils donnerstags von 16.30 Uhr bis 18 Uhr im Turner Hölzl passend zur neuesten Musik der Stars aktuelle Tanzschritte einstudieren.
Das erste Treffen steht am Donnerstag, 1. Februar, auf dem Programm. Interessierte schauen einfach vorbei; weitere Informationen gibt’s unter Telefon 0171/8786348.
Bernadette Schöttke stammt aus Garmisch-Partenkirchen und hat ihren Einstand bereits beim Krönungsball der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft gegeben: Sie hat die Showeinlage der „Pussy Piraten“ entworfen und einstudiert. pil



Nur das Wartehäusl steht auf der verkehrten Seite
Haltestelle Tiefenthaler verlegt - Station an der ORO bleibt erhalten
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Durfte nicht ohne Zugabe abtreten: Die Garde der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft.
Fotos: Pilger
Einen Prinzenwalzer der Extra-Klasse legten Simone I. und Balthasar I. Im Turner Hölzl aufs Parkett.

"Piraten der Karibik" übernehmen das Ruder in Rohrdorf
Beim Krönungsball im Turner Hölzl schlugen die Wellen der Begeisterung hoch

Rohrdorf (pil) – Eine Meuterei war nicht nötig. Bürgermeister Fritz Tischner rückte die Gemeindekasse und den Rathaus-Schlüssel – wenn auch zähneknirschend – freiwillig heraus und gab damit den Weg frei für Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal. Welchen Kurs das Rohrdorfer Prinzenpaar samt Crew während der fünfwöchigen Regentschaft einschlagen wird, konnten die rund 400 Gäste beim ebenso schwungvollen wie unterhaltsamen Krönungsball im Turner Hölzl miterleben. Dort lichteten die „Piraten der Karibik“ die Anker für die große Fahrt durch eine turbulente Faschingssaison 2007, welche für die Rohrdorfer nicht zuletzt einen Gaudiwurm im Schlepptau hat.
Weil sowieso alle nur gekommen seien, um das Prinzenpaar und die Garde zu bewundern, machte Hofmarschall Franz Steiner, stilecht ausgestattet mit Federhut und Degen, gar nicht viele Worte; wenngleich es ihm sein neues Amt - Steiner: „eine Riesenehre“ - eigentlich erlaube zu reden, während ihm ein gesamter Saal zuhören müsse, wie er augenzwinkernd anmerkte.
Der Hofmarschall und sein Spickzettel: Franz Steiners kurzem Exkurs über die Historie der Seeräuber im Allgemeinen und Edward Seegar alias Edward England im Besonderen folgte die obligatorische Ordensverleihung.
Bevor die neuen Majestäten allerdings endgültig das Ruder übernehmen konnten, erhielten sie von ihren Vorgängern, Ramona I. vom Schloss der südlichen Sonne und Andreas V. von der Burg des flüssigen Goldes, die Machtinsignien. An Faschingserfahrung mangelt es den beiden frischgekrönten Häuptern nicht: Die 22jährige Thansauerin Simone Praxl schwang bereits 2004 als Gardemädchen das Tanzbein. Balthasar Unterseher (27) aus Höhenmoos widmete sich zu dieser Zeit „ministeriellen“ Aufgaben.
Tosenden Beifall erntete nicht nur das Prinzenpaar für einen hinreißenden Walzer und später für eine mitreißende Show zu Chachacha-Klängen; akrobatische Hebefiguren raubten Tänzern wie Zuschauern dabei gleichermaßen den Atem. Selbstredend durften auch die 14 Gardemädchen unter dem Kommando von Gardemajor Katharina Dick nicht ohne Zugabe abtreten. Für den zackigen Marsch wie für den fetzigen Showblock hatten die Organisatoren sämtliche seeräuberisch angehauchten Musiktitel – vom Soundtrack von „Fluch der Karibik“ bis hin zum Klassiker „Drunken Sailor“ - „ausgebeutet“.
Ernteten tosenden Applaus: Die „Pussy-Piraten“. Die Showeinlage hatte Bernadette Schöttke entworfen und mit den RFG-Ministern einstudiert.
Doch nicht nur Prinzenpaar und die ganz nach Seeräuber-Manier gekleidete Hofstaat-Crew hatten fürs Auge einiges zu bieten. Auch in die Dekoration der Mehrzweckhalle hatte die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) unter der Präsidentschaft von Bernhard Leidl viel Arbeit – und die Gemeinde finanzielle Unterstützung - gesteckt. Bereits im Foyer, wo Totenköpfe den richtigen Weg zum stillen Örtchen wiesen, tauchten die Besucher in die karibische Themenwelt ein. In der Halle selbst verhüllten unzählige Meter Stoff die Deckenkonstruktion, auf der Bühne fehlte neben einem großen Steuerrad auch das Rumfass nicht, während auf den Tischen (schokoladegefüllte) Golddukaten im flackernden Kerzenlicht funkelten.
Dass die Tanzfläche auch zwischen den einzelnen Programmpunkten nicht leer blieb, dafür legte sich die Band „Katzoff“ - verstärkt durch vier Bläser der „Jungen Riederinger“ - mit Oldies und aktuellen Hits in die Riemen, die den Rohrdorfern das nächste Mal beim Gildeball am Samstag, 20. Januar, einheizen wird.
Um Mitternacht, nach Inthronisationszeremoniell, Ordensverleihung, bei der neben Bürgermeister, Pfarrer und Eltern des Prinzenpaares zahlreiche Freunde und Förderer des Rohrdorfer Faschings gewürdigt wurden, und Showblock schlugen dann ein weiteres Mal die Wellen der Begeisterung ganz hoch: Die „Pussy-Piraten“ der RFG-Mannschaft kehrten eine ganz andere Seite des vermeintlich recht rauen Seeräuber-Lebens heraus und brachten so das Programm zu einem krönenden Abschluss. In der Bar dagegen war dann noch längst nicht Zapfenstreich...
17. Januar 2007

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Regieren bis Ascher-
mittwoch: Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal. Foto: pil
Krönungsball: Für Rohrdorfs Narren wird's jetzt ernst
Simone I. und Balthasar I. übernehmen am Samstag die Regentschaft

Rohrdorf (pil) - Am Samstag, 13. Januar, wird’s ernst für die Rohrdorfer Narren: An diesem Abend übernehmen nach Wochen der Vorfreude Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, beim Krönungsball (Schwarz-Weiß-Ball) bis Aschermittwoch das Ruder in der Gemeinde. Unterstützt wird das Prinzenpaar der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) dabei von 13 wagemutigen Piraten und der 14-köpfigen feschen Gardecrew unter dem Kommando von Gardemajor Katharina Dick. Der Startschuss für die Thronbesteigung im Turner Hölzl fällt um 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr).
Alle drei Jahre steigt satzungsgemäß der organisierte Fasching in Rohrdorf. Und erstmals in der 33jährigen RFG-Geschichte stehen die narrischen Wochen, durch die Hofmarschall Franz Steiner das Prinzenpaar und den Hofstaat geleiten wird, unter einem festen Motto: „Piraten der Karibik“. Ein Mix aus farbenfrohen Kostümen, heißen Rhythmen und sportlichen Tanzeinlagen ist also garantiert. Um sowohl beim Prinzenwalzer als auch beim Showblock Fehltritte jeglicher Art zu vermeiden, haben sich Garde wie Prinzenpaar bei der Tanzschule Kesmarki intensiv auf ihre Auftritte vorbereitet.
Verständlich, dass da auch die Minister – Pardon, die Piraten! – nicht zurückstecken wollen: Seit Wochen feilen die 13 an ihrer Mitternachtsshow, die im Übrigen zur geheimen Verschlusssache erklärt wurde.
Der Krönungsball bildet ohnehin nur den Auftakt für eine turbulente Faschingssaison 2007: Das Rohrdorfer Prinzenpaar samt Crew gibt sich darüber hinaus die Ehre beim Gildeball (20. Januar, Turner Hölzl), beim Hofball (11. Februar, Gasthof zur Post), beim Powerball (17. Februar, Turner Hölzl) sowie beim Kehraus (20. Februar, Gasthof zur Post).
Darüber hinaus geht am Sonntag, 11. Februar, wieder ein Faschingszug auf Achse; die Vorbereitungen für den Gaudiwurm, der sich ab 14 Uhr durch den Ort schlängelt, halten nicht nur die Vorstandschaft mit Bernhard Leidl als Erster Präsident, Vize Tobias Raab, Schriftführerin Mona Holderle und Kassier Ramona Maier auf Trab.
Wer die „Piraten der Karibik“ für Auftritte buchen möchte, setzt sich am besten mit Christina Purainer (Telefon 0170/5404051) in Verbindung.


Rettende Engel nach Herzstillstand - Ein Wettlauf gegen die Zeit
Ohne ihren Mann und den "First Responder" hätte Petra Ellermann Weihnachten wohl nicht erlebt

von Marisa Pilger

Rohrdorf/Neubeuern - Für Petra Ellermann liegt in diesem Jahr etwas Besonderes über dem Weihnachtsfest, einem Fest, das sie ohne ihre beiden rettenden Engel wohl nicht erlebt hätte. Denn an einem Abend im Juli – sie ist gerade dabei, das Gartenhäuschen zu streichen – sackt die 43jährige plötzlich zusammen: Herzstillstand. Dank der Geistesgegenwart ihres Mannes und des Einsatzes des „First Responder“ aus Rohrdorf kann Petra Ellermann wieder ins Leben zurückgeholt werden. Dass im Notfall jede Minute zählt, hat sie damals am eigenen Leib erfahren.
Gerade war Petra Ellermann noch auf der Leiter gestanden; im nächsten Moment „hör' ich einen Bumms.“ Ein Blick auf seine Frau, die leblos auf dem Boden liegt, genügt Jürgen Ellermann. Ihm ist sofort klar: „Da stimmt was nicht!“ Sofort greift er zum Telefon, wählt 112, die Notrufnummer der Feuerwehr, – die 19222 konnte er sich bis zu diesem folgenschweren 17. Juli nie merken; doch die Weitervermittlung zur Rettungsleitstelle klappt reibungslos. Mit Unterstützung übers Telefon versucht Jürgen Ellermann, den Puls bei seiner Frau zu fühlen – vergebens. Seine Frau hat einen plötzlichen Herzstillstand erlitten. Ohne lange zu zögern, beginnt der 63jährige - angeleitet vom Mitarbeiter der Leitstelle - mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Ohne den Einsatz des automatisierten externen Defibrillators (AED), des „Defi“, hätte Petra Ellermann vermutlich nicht überlebt. Von einem angeborenen Herzfehler wusste sie zwar, doch hatte ihr der noch nie Probleme bereitet: Im Klinikum Rosenheim wurde ihr nun ein Schrittmacher mit integriertem Defibrillator eingesetzt. Markus Hackl engagiert sich in seiner Freizeit währenddessen nicht nur ehrenamtlich beim Roten Kreuz; der 26jährige ist darüber hinaus bei der Freiwilligen Feuerwehr Neubeuern aktiv. Foto: Pilger
Um 18.53 Uhr, drei Minuten, nachdem sein Piepser Alarm ausgelöst hat, trifft der „First Responder“ der BRK-Bereitschaft Rohrdorf bei den Ellermanns ein. Zufällig hat sich Markus Hackl an diesem Tag bereits gegen 18 Uhr anstatt um 19 Uhr zur Rufbereitschaft angemeldet, das Einsatzfahrzeug steht an diesem Abend in Neubeuern – vor Hackls Haustür. Für den 26jährigen ist es die erste reelle Reanimation, die er in Eigenregie mit dem AED, dem Automatisierten Externen Defibrillator, vornimmt. Noch bevor Rettungswagen und Notarzt kommen und die Versorgung der Patientin übernehmen, schlägt Petra Ellermanns Herz wieder. Einige Wochen später verlässt sie das Krankenhaus ohne bleibende Schäden.
Schätzungen zufolge stirbt in Bayern etwa alle 30 Minuten ein Mensch am "plötzlichen Herztod". Ausgelöst wird die lebensbedrohliche Situation meist durch Kammerflimmern, das Herz kann Blut und Sauerstoff nicht mehr in die lebenswichtigen Organe pumpen.
Die effektivste Maßnahme, um Patienten mit Herzversagen erfolgreich wiederzubeleben, ist die möglichst frühzeitige Defibrillation. Mit einem Elektroschock auf das Herz soll ein Herzrhythmus in Gang gesetzt und der Blutkreislauf sowie die lebensnotwendige Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff reaktiviert werden. Die Behandlung der Betroffenen wird dabei zum Wettlauf gegen die Zeit, denn mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, sinkt die Überlebenschance des Patienten um zehn Prozent; bereits nach vier bis fünf Minuten kommt es zu bleibenden Schädigungen des Gehirns.
Erklärtes Ziel der „First Responder“ ist es, das sogenannte „therapiefreie Intervall“ zu verkürzen und die professionelle Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicher zu stellen – egal ob bei Verkehrsunfällen oder internistischen Notfällen. Sie übernehmen nach Feierabend und an Wochenenden die Rufbereitschaft und sind meist in Minutenschnelle beim Patienten; ein System, das sich jedoch komplett aus Spenden finanzieren muss.
Mit einer Patenschaft wollen die Ellermanns nun ein Zeichen setzen, denn „es kann jeden treffen, zu jeder Zeit“: Jeweils für den Schicksalsmonat Juli übernimmt das Ehepaar künftig die laufenden Kosten für den Rohrdorfer „First Responder“ in Höhe von rund 200 Euro.
Längst arbeitet Petra Ellermann wieder; doch geht die Sekretärin im Golfclub Maxlrain die Dinge nun gelassener an, lebt bewusster. Ihr Mann indes hat sich wenig später zu einem Erste-Hilfe-Kurs angemeldet und legt dies auch allen anderen Bürgern ans Herz: „Einmal nur für die Führerscheinprüfung reicht eben nicht!“
25. Dezember 2006


First-Responder-Fahrzeuge sind inzwischen an zwölf Standorten im Dienstbereich der Rettungsleitstelle der Stadt Rosenheim stationiert, der neben dem Stadtgebiet und dem Landkreis Rosenheim auch den Landkreis Miesbach (insgesamt etwa 402.000 Einwohner) umfasst: in Aschau, Söllhuben, Rohrdorf, Rott, Ostermünchen, Feldkirchen-Westerham, Bruckmühl, Au bei Bad Aibling, Irschenberg, Bayrischzell, Rottach-Egern und neuerdings in Breitbrunn.
Gute Ortskenntnisse im Gemeindebereich und kurze Anfahrtswege - und damit ein Zeitvorteil von fünf bis zehn Minuten - sind die großen Pluspunkte der ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“, die die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Die Helfer haben eine Grundausbildung, etwa zum Sanitäter, durchlaufen, nehmen an Fortbildungen teil und üben regelmäßig den Umgang mit dem Frühdefibrillator. Eine wichtige Rolle spielen die „First Responder“, die in diesem Jahr zu etwa 1800 Einsätzen gerufen wurden, insbesondere bei der Reanimation nach Herzversagen.
Allerdings zählt diese Einrichtung nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben. Die Betreiber – Bayerisches Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehren, Bergwacht, Johanniter-Unfallhilfe oder Malteser Hilfsdienst – sind deshalb für die Finanzierung des „First Responders“, sowohl für die Anschaffung des Fahrzeugs als auch für den laufenden Betrieb, auf Spenden angewiesen. pil



St. Jakobus: Nach neun Monaten Rückkehr aus dem "Exil"
Renovierte Rohrdorfer Pfarrkirche mit Festgottesdienst wiedereröffnet

Rohrdorf (pil) – „Freut euch!“ - Mit gutem Grund rückte Weihbischof Dr. Franz Dietl das Motto des Apostel Paulus beim Festgottesdienst in St. Jakobus in den Mittelpunkt. Feierte die Rohrdorfer Pfarrgemeinde doch am dritten Advent, dem Gaudete-Sonntag (gaudete, lateinisch: „Seid froh!“), nach neunmonatigem „Exil“ im Pfarrsaal die Wiedereröffnung und Einsegnung ihres frisch renovierten Gotteshauses. Die musikalische Ausgestaltung der Zeremonie hatten Kirchenchor und -orchester unter der Leitung von Christina Stocker übernommen, die unter anderem die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart und das „Hallelujah“ von Georg Friedrich Händel erklingen ließen.
Die Sitzplätze in der Pfarrkirche reichten nicht aus für die zahlreichen Besucher beim Festgottesdienst, den Weihbischof Dr. Franz Dietl gemeinsam mit Pfarrer Gottfried Doll in Rohrdorf zelebrierte. Foto: pil
In der Tat erstrahlt St. Jakobus in neuem Glanz: Die Altäre wurden gereinigt und ausgebessert, die Wände in mühsamer Kleinarbeit von Sandpartikeln befreit; der neue Anstrich bringt nun die architektonische Gliederung des Raums zur Geltung und mildert den scharfen Kontrast der Deckengemälde zur Umgebung ab, wie Kirchenmaler Reiner Neubauer aus Bad Endorf im Anschluss an den Gottesdienst kurz erläuterte. Denn bislang hätten die Fresken des Künstlers Anton Niedermaier eher wie „Abziehbilder“ im Gewölbe angemutet.
Den Boden im Altarraum zieren jetzt rote und beige Platten aus Adneter und Untersberger Marmor; die Bleiverglasung der Fenster wurde repariert, ebenso Gestühl, Holzböden, Treppen und Sakristeieinrichtung. Einer Generalreinigung musste sich schließlich auch die Orgel unterziehen. Und für angenehme Temperaturen in der Kirche, die - wie der Pfarrhof – an die Hackschnitzel-Heizanlage des benachbarten Bauern angeschlossen ist, sorgt neuerdings eine Wandheizung.
Die Sitzplätze reichten gar nicht aus für die zahlreichen Besucher beim Festgottesdienst, den Weihbischof Dr. Franz Dietl gemeinsam mit Pfarrer Gottfried Doll in Rohrdorf zelebrierte. Ihnen zur Seite standen dessen Vorgänger Wolfgang Aumer, Pfarrer Johannes Schlegl aus der Rohrdorfer Partnergemeinde Schattendorf, Kaplan Albert Hack, Pfarrer Xaver Komba aus Tansania - er arbeitet derzeit in München an seiner Promotion - und Diakon Anton Zanker. Mit Fahnenabordnungen waren auch die Ortsvereine vertreten.
Mit etwa 1,1 Millionen Euro schlägt nach Angaben von Pfarrer Gottfried Doll die umfassende Innenrenovierung zu Buche; davon trägt das Ordinariat 630.000 Euro, die Gemeinde Rohrdorf 150.000 Euro. Zuschüsse fließen zudem von Seiten des Denkmalschutzes; weitere Mittel kamen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Rest wird aus Spenden von Privatleuten, ortsansässigen Firmen und Vereinen sowie durch Eigenleistungen finanziert.
So waren im vergangenen Dreivierteljahr nicht nur Schreiner, Elektriker, Heizungsbauer und Kirchenmaler in St. Jakobus am Werk gewesen: Auch mehr als 150 ehrenamtliche Helfer aus der Pfarrei hatten mit angepackt, Putz von den Wänden geschlagen, den Boden im Altarraum ausgehoben, betoniert und immer wieder Baustellendreck weggeputzt. Etwa 80.000 Euro konnten auf diese Weise eingespart werden, schätzt Doll, der gemeinsam mit Kirchenpfleger Jakob Opperer bei der weltlichen Feier im Gasthaus zur Post allen Geldgebern und Helfern dankte.
Fest eingespannt war auch die für die Planung, Finanzierung und Durchführung der Renovierung verantwortliche Kirchenverwaltung – in ihrer Funktion vergleichbar mit dem Gemeinderat –, die erst vor kurzem für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden war (wir berichteten). Neben Dekan Doll und Jakob Opperer sind dies Andreas Frei, Hildegard Fuchs und Bernhard Thalmeier.
Ein Geschenk zur Wiedereröffnung hatte zudem Bürgermeister Fritz Tischner in petto. Er überreichte namens der Gemeinde 5000 Euro für die „ästhetische Überarbeitung“ der gotischen Jakobus-Figur. Ebenso einstimmig wie diese Unterstützung hatte der Gemeinderat die Spende für Pfarrer Xaver Komba in Höhe von 15.000 Euro befürwortet. In Songea (Tansania), wo der ausrangierte MAN der Freiwilligen Feuerwehr Rohrdorf seine Dienste beim Wassertransport tut, will der Geistliche eine Einrichtung für Aids-Waisen aufbauen.
Mit einem besinnlichen Adventssingen klang schließlich der Feier-Tag in der frisch renovierten St.Jakobus-Kirche stimmungsvoll aus.
22. Dezember 2006


"Pionierarbeit in Kleingruppen"
Montessori-FOS in Rohrdorf gestartet - Neben Passau bayernweite Vorreiterrolle
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Wenn Steine sprechen lernen
Harlekids melden sich mit viel Witz auf der Bühne zurück

Rohrdorf (pil) – Frisch und munter und mit einer guten Portion Witz haben sich die „Harlekids“ nach einem Jahr Pause auf der Bühne zurückgemeldet. Aber auch das Publikum im Turner Hölzl ist gefordert, wenn es darum geht, einer dusseligen Räuberbande einen Streich zu spielen und so dem Mädchen Xenia die Rückkehr auf ihren Heimatplaneten Noxilla zu ermöglichen. Denn für das glückliche Ende des intergalaktischen Abenteuers müssen erst ein paar „Steine“ sprechen lernen.
eiß begehrt bei Schmatz (Maxi Unterlinner), Struwwel (Celina Müller) und dem Räuberhauptmann Holzauge (Ramona Wiesböck) sind Xenias (Laura Fradl) Rubine (von links). Träumer (liegend, Jonas Weiß) muss bei so viel Aufregung allerdings erst einmal eine Runde schlafen. Foto: Pilger
Dabei haben die Zuschauer das ganze Theater im Grunde genommen dem wirren Professor Naddel (Stefan Thalmeier) zu verdanken. Weil der versehentlich in Rohrdorf anstatt im Uni-Hörsaal gelandet ist und das Publikum nicht enttäuschen will, erzählt der Professor kurzerhand die Geschichte von „Xenia vom Noxilla“, in die letztlich auch er selbst und sein Assistent Hermann (Lukas Asal), im früheren Beruf Räuber, verstrickt sind.
Seit Wochen hatten die „Harlekids“ unter der Regie von Claudia Kaiser und Xandi Fradl geprobt; jetzt brannten sie spürbar darauf, dass es Xenia (Laura Fradl) endlich in aller Öffentlichkeit auf die Erde – oder vielmehr die „Erbse“ - verschlägt.
Dort wird das gutgläubige Mädchen prompt von einer Räuberbande übers Ohr gehauen; Xenia (Erkennungszeichen: „Psst, bip, bip!“) tauscht dummerweise Rubine und Gold gegen Bachkiesel und kann deswegen kein Benzinox für ihre Heimreise im Miniraumgleiter herstellen. Dabei, raunte einer der kleinen Zuschauer, sind doch auch stinknormale Steine „voll wertvoll“.
Sichtlich wohl in seiner Rolle als gutmütiger und vor allem ständig hungriger Räubergesell Schmatz fühlte sich Maxi Unterlinner, während Jonas Weiß als ewig müder Träumer mit ebenso großer Hingabe auf der Bühne und sogar im Zuschauerraum schlief. Und wie ein frecher Kobold muckte Struwwel (Celina Müller) nicht nur gegen den Räuberhauptmann Holzauge (Ramona Wiesböck) auf.
Doch wo Räuber ihr Unwesen treiben, ist auch die Polizei (in Gestalt von Sarah Hiller und Barbara Quitt) nicht weit: Holzauge samt Bande wanderte hinter Gitter, Xenia bekam ihre Rubine zurück und konnte Benzinox machen. Warum der kleinen Außerirdischen der Abschied von der „Erbse“ doch noch schwer werden sollte, wird hier nicht verraten. („Psst!“ - ohne „bip, bip“.)
16. Dezember 2006


Eine spezielle Maus für den Computer steht ganz oben auf dem Wunschzettel der Petö-Klasse an der Rohrdorfer Grundschule. Auf diese werden die neun überwiegend spastisch gelähmten Mädchen und Buben wohl nicht mehr lange warten müssen. Denn Christian Reisner (links), Initiator der Spendenaktion „Kick for Help“, bescherte den Kindern auch in diesem Jahr quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: 900 Euro hatte Reisner bei seinem jüngsten Besuch in der Integrationsklasse, einer Außenklasse des Behandlungszentrums Aschau, im „Gepäck“.
„Durch diese Spenden ist eine bessere und vor allem eine individuellere Förderung der Kinder möglich.“, freut sich Elternbeirätin Bettina Brühl (rechts) gemeinsam mit den Kindern und den beiden Konduktorinnen Zsuzsanna Hadhazi und Orsolya Balint. Dank der Unterstützung von „Kick for Help“ konnten bereits Scooter sowie Spezialtastaturen angeschafft werden. Insgesamt hat die Initiative in den drei Jahren ihres Bestehens bislang 23 kranken und behinderten Kindern in Rohrdorf und Umgebung Sonderwünsche - etwa in Form einer Ballonfahrt oder als Zuschuss für eine Reittherapie - erfüllt. In diesem Jahr wurde der Spendentopf unter anderem mit einem Teil des Erlöses aus dem WM-Studio gespeist, das Tobias Göttlinger und Stefan Schwarzenböck im Thansauer Feuerwehrhaus eingerichtet hatten. Text/Foto: pil 6. Dezember 2006



Chachacha ist angesagt: Prinzessin Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, hier inmitten ihres Hofstaates, übernehmen unter dem Motto „Piraten der Karibik“ bis Aschermittwoch das Regiment in Rohrdorf. Foto: pil

"Piraten der Karibik" machen klar zum Entern
Rohrdorfer Faschingsgesellschaft stellt Prinzenpaar vor

Rohrdorf (pil) – Die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) macht klar zum Entern. Schließlich wollen die „Piraten der Karibik“ spätestens beim Krönungsball am Samstag, 13. Januar, das Ruder in der Gemeinde übernehmen. Bei der Jahreshauptversammlung absolvierten Prinzessin Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, jetzt gewissermaßen ihren Stapellauf und wurden mit begeistertem Applaus im Gasthaus zur Post empfangen.
An Faschingserfahrung mangelt es den beiden Majestäten ohnehin nicht: Simone Praxl, im bürgerlichen Leben verdient die 22jährige ihre Brötchen als Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik, schwang bereits 2004 als Gardemädchen das Tanzbein. Dort hat die unternehmungslustige Thansauerin auch „ihren Prinzen“ Balthasar Unterseher kennengelernt; der Groß- und Außenhandelskaufmann (27) aus Höhenmoos widmete sich damals noch „ministeriellen“ Aufgaben.
Erstmals, betonte Hofmarschall Franz Steiner, stehe der RFG-Fasching, der satzungsgemäß alle drei Jahre in der Gemeinde steigt, unter einem festen Motto. Als Nachfolger von Helmut Wiesböck würzte der vormalige Minister Steiner die Vorstellung der narrischen Besatzung mit reichlich trockenem Humor, verteilte Rosen (an die Damen) und Schnapsgläser (an die Herren).
Bei der 14-köpfigen Garde schwingt Katharina Dick als Gardemajor das Szepter; mit von der Partie sind außerdem Maria Baumgartner, Claudia Kaiser, Sophie Lumpe, Stella Müller, Michaela Pichlmeier, Caroline Schauer, Theresa Steindlmüller, Alexandra Stiller, Maria Stöhr, Katharina Unterseher, Kathrin Viertl, Rosmarie Weiherer und Veronika Weiherer. Ihnen zur Seite stehen - anstatt der Minister - 13 Piraten: Markus Hainzlmeir, Maximilian Haas, Mathias Praxl, Gert Kirr, Wolfgang Gasbichler, Andreas Leidl, Georg Dick, Josef Gasbichler, Christian Stuffer, Michael Bojuk, Andreas Maier, Andreas Fuihl, und Peter Schaal.
Ganz unvorbereitet sticht dabei keiner der RFG unter der Präsidentschaft von Bernhard Leidl und dessen Vize Tobias Raab in See. Denn eine Beamer-Präsentation bereitete die Narren eindrucksvoll auf die körperlichen Veränderungen vor, die ein allzu ru(h)mreiches Piratenleben nach sich ziehen kann.
Schließlich hat die RFG bis zum Aschermittwoch am 21. Februar ein umfangreiches Programm vor sich: Am Samstag, 13. Januar, steigt ab 19 Uhr der Krönungsball (Schwarz-Weiß-Ball) im Turner Hölzl, der Gildeball folgt eine Woche später und der Powerball am Samstag, 17. Februar. Darüber hinaus schlängelt sich am Sonntag, 11. Februar, ab 14 Uhr der Faschingszug durch den Ort (zur Fotoserie vom Faschingszug 2004). Die Wagenbauer treffen sich deshalb am Freitag, 1. Dezember, um 20 Uhr im Gasthof zur Post; dort steht am 11. Februar zudem der Hofball auf dem Programm, ebenso wie der Kehraus am 20. Februar.
15. November 2006


Vier bis fünf Leute mussten früher einen Tag lang für eine Kipperladung mit 80 bis 90 Zentner Obst anpacken; mithilfe der Maschinen, die Martin Westner bedient, kann die Arbeit, wie hier bei Georg Höhensteiger in Thalmann, innerhalb einiger Stunden und mit deutlich weniger Arbeitskräften erledigt werden. Fotos: Pilger

Erntehelfer für die Obstbauern
ORO will mit 45.000-Euro-Investition den Streuobstanbau attraktiver machen

Martin Westner, Landwirt aus Pinswang, ist derzeit mit den neuen Erntegeräten auf den Streuobstwiesen in der Region auf Achse. Angefordert werden können die maschinellen Erntehelfer beim Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim (Telefon 08031/400730).
Die Kosten für den Lipco Hydraulikschüttler betragen 50 Euro pro Stunde (netto). Für den Bäuerle Obstsammler schlägt die Miete stündlich mit 65 Euro zu Buche.
Rohrdorf (pil) – Zwei neue Erntehelfer stehen den Obstbauern in der Region seit kurzem zur Seite: Ein Hydraulik-Schüttelgerät und ein Obstwiesel, in welche die Obstverwertung Rohrdorf (ORO) rund 45.000 Euro investiert hat, übernehmen nun das schweißtreibende Schütteln der Bäume ebenso wie das mühsame Aufklauben des Streuobstes. Die Vermittlung der Geräte sowie die komplette Logistik und die Abrechnung der Ernte organisiert der Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim.
Im Moment heißt es zusätzlich zu den Früchten vor allem Erfahrungen sammeln. Doch für ORO-Geschäftsführer Joachim Wiesböck ist diese Art der Ernte, wie sie in anderen Anbaugebieten längst praktiziert werde, schon jetzt aus zwei Gründen interessant. Zum einen sei der im Jahr 1958 gegründeten Genossenschaft als Regionalvermarkter daran gelegen, dass möglichst heimisches Obst in die Saftflaschen wandert, anstatt Äpfel aus Niederbayern, Tschechien, Österreich oder Baden-Württemberg zuzukaufen. Allerdings seien die von den Landwirten abgelieferten Mengen in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. Mit den neuen Geräten will Wiesböck die Attraktivität des Streuobstanbaus ebenso steigern wie dessen Wirtschaftlichkeit. Als Anreiz zahlt der Fruchtsafthersteller für jeden Doppelzentner maschinell geernteter Äpfel und Birnen einen zusätzlichen Euro, also 12 Euro.
Zum anderen, ergänzt er, kämen die Früchte wegen der ernormen Zeitersparnis bei der Ernte beinahe direkt vom Baum in die Presse; entsprechend höher falle die Qualität des Saftes aus.
Rund 15 Bäume kann sich der Hydraulikschüttler pro Stunde vornehmen. Um Verletzungen an den Stämmen vorzubeugen, sind die Greifer mit Gummibacken gepolstert. Bedenken wegen möglicher Schäden im Wurzelbereich hat Wiesböck nicht; in anderen Gegenden würden bereits seit Jahren ähnliche Geräte erfolgreich eingesetzt. Der selbstfahrende Obstsammler befördert währenddessen stündlich zwei bis drei Tonnen Äpfel oder Birnen über eine Schnecke in seinen Bunker (Fassungsvermögen rund 15 Zentner); von dort aus wird das Mostobst hydraulisch auf Anhänger gekippt.
Bei einem Ernteertrag von rund zehn Zentner pro Baum könnte sich der Maschineneinsatz bereits in kleineren Anlagen mit nur fünf Bäumen lohnen, meint Wiesböck. Grundsätzlich müssten für dieses Verfahren aber sowohl Untergrund als auch Bäume entsprechend vorbereitet werden. Überlange Zweige und Wassertriebe zum Beispiel dämpften die Schüttelbewegungen ab, viele der Äpfel blieben am Baum hängen. Dann müsste der Bauer – wie gehabt - händisch mit einer Stange oder einem Haken nacharbeiten. Und bei falscher Bodenoberfläche würde der Wiesel neben dem Obst auch viel Erde aufsammeln.
Ideal wäre es, wenn die Streuobstwiese zwei bis drei Wochen vor der Ernte gemäht werde. Das Bücken zum Aussortieren der verfaulten Früchte vor dem Einsammeln allerdings bleibe dem Bauern nach wie vor nicht erspart.
29. Oktober 2006


Petö-Kinder und die Lizenz zum Helfen
"Ballermann"-Markeninhaberin unterstützt Rosenheimer Verein Fortschritt
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Die Bleibuchstaben haben eigentlich längst ausgedient. Eigens für den „Tag des Kunden“ holte sie Walter Hafenrichter wieder hervor. Steinmetz-Nachwuchs am Werk: An den Kalksteinblöcken konnten sich die Kinder nach Herzenslust mit Hammer und Meißel austoben.

Umfassender Einblick ins Rohrdorfer Branchenregister
"Unternehmen erleben mit Firmen und Vereinen": Reger Zulauf beim Straßenfest

Rohrdorf (pil) – Einen lebendigen Einblick ins Rohrdorfer Branchenregister vermittelte die Verbrauchermesse, die am Sonntag unter dem Motto „Unternehmen erleben mit Firmen und Vereinen“ bis zum Nachmittag etliche Besucher in die Dorfmitte lockte. Knapp 50 Betriebe und Vereine aus dem gesamten Gemeindegebiet hatten dort auf Initiative des Gewerbeverbands Rohrdorf-Samerberg ein Straßenfest auf die Beine gestellt, bei dem sich die Bürger zwanglos und ohne Kaufdruck über Produkte und Dienstleistungsangebote vor der eigenen Haustür informieren konnten.
Ohnehin stand an diesem Tag nicht der Abschluss von Aufträgen im Mittelpunkt; vielmehr bot die Ausstellung den heimischen Gewerbetreibenden eine Plattform, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Egal ob Schlosser oder Dachdecker, ob Gebäudereiniger oder Finanzmakler – wie breit gefächert die Palette an Handwerkern und Dienstleistern in der Gemeinde ist, zeigte sich beim Rundgang durch die Dorfstraße.
Maßkrugschieben zugunsten des Sozialwerks: Neben Informationen rund ums Gewerbe kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Fotos: Pilger
Oft seien die Verbraucher gar nicht über das umfangreiche Angebot am Ort informiert, erklärte Fritz Schauer, stellvertretender Vorsitzender des Gewerbeverbands Rohrdorf-Samerberg. Und so nutzten Bäcker, Transportunternehmer, Installateure, EDV-Fachleute und Physiotherapeuten gleichermaßen die Gelegenheit, sich einem breiten Publikum vorzustellen und für ihre Produkte zu werben. Der Erlös aus den Standmieten kommt dabei dem Sozialwerk zugute.
„Viele wissen gar nicht, dass wir auch Küchen machen.“, meinte etwa Schreinermeister Richard Schauer, an dessen Stand sich die Besucher zudem am Wetthobeln beteiligen oder ihre Fertigkeiten im Nistkasten bauen unter Beweis stellen konnten.
Ein eher ungewohntes Bild bot Walter Hafenrichter von der Offsetdruckerei Hasinger: Er hatte eigens für den Aktionstag das Kästchen mit den alten Bleitypen hervorgeholt und bedruckte - ganz nach Kundenwunsch - händisch kleine Werbegeschenke wie Streichholzheftchen. Die Kalksteinblöcke von Steinmetz Rudolf Söllner aus Achenmühle waren derweil vor allem von Kindern belagert, die die Quader schier unermüdlich mit Hammer und Meißel bearbeiteten.
Dank eines umfangreichen Rahmenprogramms kam neben den Informationen rund ums Gewerbe auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Unter Anleitung der Skiabteilung des TSV Rohrdorf-Thansau konnten sich besonders Waghalsige beim Tragl-Steigen in luftige Höhen vorarbeiten; Schusskraft, und Treffsicherheit war dagegen bei den Fußballern gefragt und Muskelschmalz beim Steinheben. Lange Warteschlangen bildeten sich auch immer wieder beim Minibagger und an der Schmink-Station des Theatervereins „Harlekins“. Viel Applaus ernteten die Megagirls der Montessori-Schule für ihre Akrobatik-Einlage ebenso wie die Feuerwehr für ihre „Rettungsaktion“. Und beim „Blasometer“ der Musikkapelle stellte sich schnell heraus, ob der „Schnauf“ fürs Tuba-Spielen ausreicht.
Gerade das erklärte Miteinander von Firmen und Vereinen beim „Tag des Kunden“ in Rohrdorf war es, was auch Bürgermeister Fritz Tischner bei der offiziellen Eröffnung ausdrücklich begrüßte: Auf diese Weise präsentiere die Gemeinde ihre Bandbreite sowohl in wirtschaftlicher als auch in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht, betonte er.
Nicht zuletzt bestärkt durch das positive Echo seitens der Aussteller wie der Besucher sehen sich die Organisatoren vom Gewerbeverband nun in ihrer Absicht bestärkt, den „Tag des Kunden“ im kommenden Jahr in ähnlicher Form in Samerberg aufzuziehen. Den vorläufigen Schlusspunkt in Rohrdorf jedenfalls bildeten die mehr als 400 Ballons, die als bunte Luftpost in den Himmel stiegen.
28. September 2006


Ein großes Danke vom Fußballer-Nachwuchs: Nach 14 Monaten Bauzeit wurde jetzt das neue Vereinsheim im Turner Hölzl eingeweiht. Foto: pil
Neue Unterkunft für die Fußballer
Vereinsheim im Turner Hölzl eingeweiht - "Ein langgehegter Wunsch"

Rohrdorf (pil) – Vierzehn Monate lang war gebaggert, geschaufelt, gemauert, gesägt und gehämmert worden. Jetzt ging mit der Einweihung des neuen Vereinsheims im Turner Hölzl für die Fußballabteilung des TSV Rohrdorf-Thansau ein „langgehegter Wunsch“ in Erfüllung, wie Vereinsvorsitzender Sepp Pichlmeier betonte.
Etwa 4500 Arbeitsstunden steckten in dem neuen Treffpunkt, den noch sein Vorgänger Peter Reisner auf den Weg gebracht hatte. Doch nicht nur den vielen Helfern, die ohne Bezahlung auf der Baustelle angepackt hatten, galt Pichlmeiers Dank. Ein „Vergelt's Gott“ richtete er auch an die Unternehmen, die das Vorhaben mit großzügigen Geld- und Materialspenden unterstützt hatten, sowie an die Gemeinde, die ein zinsloses Darlehen gewährt hatte.
Bezug nehmend auf eine Passage aus dem Buch Jesaja erteilte Dekan Gottfried Doll dem neuen Domizil für die 250 Rohrdorfer Fußballer den kirchlichen Segen. Dabei sei der Neubau „nicht ganz unumstritten“ gewesen, wie Bürgermeister Fritz Tischner anmerkte. Doch habe der rege Betrieb im in die Jahre gekommenen Sportlerheim am Trainingsplatz an der Autobahn den Gemeinderat schließlich davon überzeugt, dass die Fußballer eine angemessene Unterkunft benötigten.
Das Holzhäusl am alten Sportplatz habe nun ausgedient und werde abgerissen, erklärte Pichlmeier, der den symbolischen überdimensionalen Schlüssel für das neue Heim gleich an Abteilungsleiter Bruno Steinbacher weitergab.
22. September 2006


Schattdecor: 40-Millionen-Investition in die Zukunft
Arbeiten an neuer Firmenzentrale bald abgeschlossen - Eröffnung im Mai 2007
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Ein Unternehmer ohne Starallüren
Bürgermedaille für Walter Schatt
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Ein Auto gehört ohnehin zur Grundausstattung der Miss Herbstfest. Die amtierende Wiesn-Königin Christine dagegen kann sogar mit einem ganzen Zug aufwarten; betreibt ihr Onkel, der Logistikunternehmer Helmut Wiesböck, doch den Wiesnexpress, der täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim verkehrt. Von den Vorzügen des Sonderzugs überzeugte sich jetzt auch Auerbräu-Chef Wilhelm Hermann (rechts) und stieß mit Wiesböck und dessen Frau Sonja (links) auf eine gute Fahrt an. Foto: Pilger

Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Sonderzug verkehrt täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim

Rohrdorf/Thansau (pil) – Mit dem Beginn des Herbstfestes geht auch der Rohrdorfer Wiesn-Express wieder auf Fahrt. Wie bereits im vergangenen Jahr schickt das Logistikunternehmen von Helmut Wiesböck den Sonderzug der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) täglich auf die Strecke Rohrdorf-Thansau-Rosenheim, die sonst dem Gütertransport vorbehalten ist. Abfahrt ist jeweils um 17.30 Uhr in Rohrdorf mit Zusteigemöglichkeit in Thansau/Finkenstraße (17.35 Uhr); Rückfahrt ab Rosenheim 23.35 Uhr. Außerdem ist zum Bieranstich am Samstag, 26. August, um 13.30 Uhr eine Eröffnungsfahrt vorgesehen.
Mit einem zusätzlichen Zug werden die Familientage am Mittwoch bedient (13 Uhr ab Rohrdorf, 18.10 ab Rosenheim). Um Eltern und Kindern einen ausgedehnten Wiesnnachmittag zu ermöglichen, startet der Abendzug an den Kindertagen dann eine Stunde später. Für die Nachmittagsfahrt am 30. August hat sich bereits die „Miss Herbstfest“ angekündigt; als Nichte von Helmut Wiesböck hat Christine Obermüller aus Rohrdorf selbstredend eine ganz besondere Beziehung zum Wiesn-Express.
Ein weiteres Schmankerl erwartet die Fahrgäste schon am Montag, 28. und Dienstag, 29. August. An diesen Tagen haben die ORO beziehungsweise das Hotel zur Post den gesamten Zug gemietet und bescheren der Bevölkerung auf diese Weise eine Freifahrt zur Wiesn und zurück.
Darüber hinaus ist am Rohrdorfer Bahnhof ein Barzelt geplant, wo sich die Wiesn-Heimkehrer freitags und samstags noch einen Schlummertrunk genehmigen können.
Die Rückfahrt inklusive einer Maß Bier kostet 9,50 Euro, ohne Markerl 5,50 Euro; zudem sind Einzelfahrten ohne Bierzeichen erhältlich. Kinder bis zehn Jahre fahren umsonst mit. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von der Auerbräu AG (Herbstfestticket mit Biermarke) und der Gemeinde Rohrdorf. Auskünfte über Reservierungen und Gruppenermäßigungen erteilt Helmut Wiesböck, Telefon 08032/1283 beziehungsweise 08033/304650.
22. August 2006


Kartfahren und Indianer-Workshop waren die Renner
Abwechslungsreiches Ferienprogramm für die Rohrdorfer Kinder

Voller Stolz präsentierten die Mädchen und Buben ihre Wiesn-Herzl. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Auch beim Rohrdorfer Ferienprogramm hat die Wiesn Einzug gehalten. Passend zur fünften Jahreszeit durften sich Mädchen und Buben mit Zuckerguss und bunten Streuseln ihr ganz persönliches Lebkuchenherz gestalten. Darüber hinaus hatte die Frauengemeinschaft Thansau im Pfarrheim ein paar Spiele rund ums Herbstfest aufgebaut, und so hatten die Kinder auch beim Dosenwerfen mit ihren selbst gebastelten Bällen und beim Popcornketten-Auffädeln eine Mordsgaudi.
Mit rund 50 Einzelaktionen - vom Blick hinter die Gefängnismauern in Bernau über einen Abend bei den Schützen bis hin zu zahlreichen Bastelangeboten – hatte die Gemeinde in diesem Jahr ein ebenso umfangreiches wie breitgefächertes Programm aufgelegt. Doch egal ob Confiserie-Besichtigung, Brotbacken, Seidenmalen oder Sommerkino - ohne das Engagement von Vereinen und Privatpersonen wäre das Ferienprogramm in dieser Form nicht zustande gekommen, betont Petra Motzke von der Gemeindeverwaltung. Schließlich erforderten viele der Angebote nicht unerhebliche Vorbereitungen beziehungsweise Aufräumarbeiten.
Allerdings hat das Wetter den Organisatoren mehr als einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Eine Zeitlang habe ich nur noch Teilnahmegebühren zurückgezahlt.“, erzählt die Rathaus-Mitarbeiterin; denn während einige Veranstaltungen verschoben werden konnte, fielen mehrere Aktionen wie etwa der Tag bei der Wasserwacht und die Übernachtung auf der Alm ganz ins Wasser. Und obwohl insgesamt rund 580 Anmeldungen im Rathaus eingegangen waren, mussten einige Angebote mangels Interessenten abgesagt werden. Andere dagegen, etwa das Kart-Fahren und der Indianer-Workshop, wurden wegen des großen Andrangs kurzfristig ein weiteres Mal durchgeführt. Eine Vorhersage über die Resonanz auf einzelne Programmpunkte sei Petra Motzke zufolge jedoch nahezu unmöglich. So war der Crash-Kurs fürs „Erstellen einer Homepage“, der im vergangenen Jahr wegen Teilnehmermangels ausgefallen war, in diesem Jahr voll.
Und mag das Ferienprogramm 2006 gerade erst über die Bühne gegangen sein, Vorschläge für das kommende Jahr werden im Rathaus bereits jetzt entgegengenommen (Telefon 08032/956439).
6. September 2006


Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Sonderzug verkehrt täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim
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Brezn aus Rohrdorfer Backstube im Banat
Finanzspritze im Doppelpack für Rumänienhilfe des Dekanats Inntal

Rohrdorf (pil) - Dank zweier Schecks wandern im Banat demnächst Brot und Brezn aus einer Rohrdorfer Backstube über den Tresen. Zwar ist der Umzug des Inventars aus der früheren Bäckerei Sanftl nach Rumänien bereits vor längerer Zeit über die Bühne gegangen; jedoch entsprach das neue Domizil für die gespendete Einrichtung noch nicht den Richtlinien der rumänischen Verwaltung, die diese im Vorgriff auf die angestrebte EU-Mitgliedschaft des Landes vorgibt: 30.000 Euro musste die Rumänienhilfe des Dekanats Inntal für den erforderlichen Umbau des Gebäudes zusammenbringen.
Vor drei Monaten allerdings, erinnert sich der neugewählte Dekanatsratsvorsitzende Hans-Peter Breitrainer, habe er die wenig erbauliche Nachricht erhalten, dass noch beinahe ein Drittel der Summe abgehe. Die Gemeinde Rohrdorf, die schon für den 1800 Euro teuren Transport der Einrichtung nach Lipova aufgekommen war, hatte da bereits weitere 5000 Euro in Aussicht gestellt. Das verbleibende 4000-Euro-Loch zu stopfen, erklärte sich ohne lange Umschweife die Geschäftsleitung des Zementwerks anlässlich der Einweihung der Entstaubungsanlage und der neuen Rohmühle im Mai bereit. „Das war eine Selbstverständlichkeit.“, erklärte Geschäftsführer Heinrich Rodlmayr jetzt bei der Scheckübergabe, zumal die Installation der 28 Millionen Euro teuren Anlage unfallfrei über die Bühne gegangen sei.
Gleich von zwei Seiten nahm Adelheid Musselmann Spenden für die Rumänienhilfe des Dekanats Inntal in Empfang. Mit ihr freuten sich Karl Frey, Werksleiter beim Zementwerk und Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Rohrdorf, Rathaus-Chef Fritz Tischner, der Dekanatsratsvorsitzende Hans-Peter Breitrainer, Dekan Gottfried Doll sowie Heinrich Rodlmayr und Peter Damberger von der Geschäftsleitung des Zementwerks (von links). Foto: Pilger
Das Zementwerk-Geld für die Rumänienhilfe stammt aus dem Topf, der durch die jährlichen Aufführungen der Priener Tourismusgesellschaft im Steinbruch gespeist und allein für die Unterstützung sozialer Zwecke angezapft wird.
Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ wollen alle Beteiligten die Unterstützung für die rumänische Kleinstadt verstanden wissen. Die Caritas betreibt dort neben Second-Hand-Läden unter anderem eine Armenküche, wobei Brot einen wichtigen Bestandteil der Mahlzeiten bildet. Dieses kann künftig aus der „caritaseigenen“ Bäckerei geliefert werden.
Bereits 1987, als das Land noch unter der Herrschaft des kommunistischen Staatspräsidenten Nicolae Ceausescu litt, brachte die Thansauerin Adelheid Musselmann gemeinsam mit Elisabeth Mädler (Raubling) die Rumänienhilfe im Dekanat Inntal ins Rollen. Lebensmittel, die gegen D-Mark und Dollar in den Intershops gekauft werden mussten, wurden zur Weiterverteilung an Pfarrer beziehungsweise direkt an einzelne Familien übergeben. Wenige Monate nach dem Sturz des Diktators im Dezember 1989 begann die Zusammenarbeit mit dem Malteserhilfsdienst mit Sitz in Klausenburg: 1990 wurden zwölf künstliche Nieren an die dortige Uni-Klinik geliefert; zudem erhielten zwei kleine Dörfer in den Karpaten 700 Lebensmittelpakete.
Die Hilfsmitteltransporte starten seither jährlich Richtung Osteuropa; doch diese, betont Musselmann, wären ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und Förderer in den 20 Pfarreien des Dekanats gar nicht möglich: Allein bis zum Jahr 2002 flossen 300.000 Mark an Geldspenden und 80 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien; seit 2003 sind abgesehen von den Sachspenden weitere 40.000 Euro hinzugekommen.
2001 wurde in Lipova schließlich ein „Renovabis“-Projekt angesiedelt; die Solidaritätsaktion für Osteuropa war im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufen worden. So dient das Hildegardis-Haus unter der Leitung der deutschen Theologin Dr. Imogen Tietze, Bildungsreferentin der Diözese Temesvar, zum einen als Bildungshaus der Diözese. Zum anderen beherbergt das Caritas-Zentrum unter anderem eine medizinische Sozialstation; drei Krankenschwestern betreuen von dort aus rund 300 Personen.
Mit dem Schülerwohnheim „Haus Jakobus“, das in Zusammenarbeit mit dem bischöflichen Hilfswerk entsteht, erhalten zudem begabte Kinder aus sozial schwachen Familien die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu machen und sich so eine bessere Ausgangsbasis für ihr späteres Berufsleben zu schaffen.
4. August 2006


Hochwassergefahr: Rohrdorfer Ache soll umgekrempelt werden
Eon-Wasserkraft fasst Zwei-Millionen-Euro-Projekt für 2007 ins Auge - Infoabend in Thansau
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Schattenplätze waren heiß begehrt bei der Nachprimiz von Albert Hack, zu der sich rund 500 Gläubige im Turner Hölzl versammelt hatten. Aus diesem Grunde blieben große Teile der Stuhlreihen leer. „Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar.“ Mit einem Packerl Gummibären wurde Albert Hack die Nachprimiz noch zusätzlich versüßt. Fotos: Pilger

Der "Pfarrerlehrbua" hat ausgelernt
Feierliche Nachprimiz für Albert Hack im Turner Hölzl

Rohrdorf (pil) – Der „Pfarrerlehrbua“, wie er sich in einem Pfarrbrief selbst einmal bezeichnete, hat ausgelernt und nahm nun feierlich Abschied von Rohrdorf. Mehr als 500 Gläubige aus dem gesamten Pfarrverband hatten sich nach Schätzung von Claudia Opperer, der Zweiten Vorsitzenden des Rohrdorfer Pfarrgemeinderats, zur stimmungsvollen Nachprimiz von Albert Hack im Turner Hölzl versammelt. Bei strahlendem Sonnenschein waren dort die Schattenplätze heiß begehrt.
In seiner Predigt ließ der frischgebackene Priester keinen Zweifel daran, wie er die Ankündigung „Den mach' ma' scho' no' katholisch“ verstanden wissen will: den Glauben im Kreise Gleichgesinnter leben und hinaus in die Welt tragen, wie es Jesu seinen Jüngern im Evangelium rate.
Vor zwei Jahren war der gebürtige Garmischer nach seinem Theologiestudium als Priesteramtskandidat in die Gemeinde Rohrdorf gekommen; im Münchner Liebfrauendom wurde der 28jährige vor kurzem zum Priester geweiht, die Primiz feierte er in seiner Heimatgemeinde St. Martin in Garmisch.
Auch die Ortsvereine mit ihren Fahnenabordnungen hatten sich zur Nachprimiz eingefunden, die Hack gemeinsam mit Pfarrer Franz Sand aus seiner Heimatgemeinde, Pfarrer Franz Leitner aus Kiefersfelden, seinem Weihekurskollegen Ralph Regensburger aus Feldkirchen-Westerham, Diakon Anton Zanker, Gemeindereferentin Luise Schudok und Dekan Gottfried Doll zelebrierte. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen die Kirchenchöre des Pfarrverbandes zusammen mit der Musikkapelle Rohrdorf.
Bei der weltlichen Feier in der Halle sprachen anschließend die kirchlichen Gremien und Vereine aus den einzelnen Ortsteilen dem Primizianten ihren Dank für sein Engagement aus; dieser tritt demnächst eine Kaplanstelle in München-Moosach an.
20. Juli 2006


50 Jahre und kein richtiges Daheim
Thansauer "Eichenlaub"-Schützen feiern im großen Rahmen - Festzug und Zeltbetrieb
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Endstation für Haltestelle an der ORO?
Partyraum und Toilette: Wartehäusl wurde bereits vor Monaten entfernt

Sollte die Bushaltestelle vor der ORO aufgelöst werden, bleibt die gemeindeeigene Fläche nach Aussage von Bürgermeister Fritz Tischner „ein grüner Bereich“. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Die Tage der Bushaltestelle am alten Bahnhof in Rohrdorf sind möglicherweise gezählt. Bereits vor Monaten war das hölzerne Wartehäuschen ersatzlos entfernt worden, nachdem sich dort Jugendliche wiederholt ausgetobt hatten. Immer wieder sei der Unterstand beschmiert oder beschädigt und zudem als Partyraum und Toilette zweckentfremdet worden, schildert Bürgermeister Fritz Tischner. Inzwischen laufen seitens der Gemeinde Überlegungen, die Haltestelle komplett aufzulassen. Die gemeindeeigene Fläche solle dabei „ein grüner Bereich“ werden.
Im Zuge einer attraktiveren Gestaltung des Nahverkehrs sei man an einer Auflösung „interessiert“, begründet Tischner einen entsprechenden Vorstoß beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO). Die Schleife in die enge Bahnhofstraße auf dem Kurs Prien/ Rosenheim koste nur unnötig Zeit; zumal die dortige Haltestelle - abgesehen von wenigen Schülern – kaum noch genutzt werde.
Bislang, betont unterdessen Franz Polland, Leiter der RVO-Niederlassung in Rosenheim, sei jedoch alles offen. Die von der Gemeinde angeregte Fahrgastzählung werde im Herbst – nach der Urlaubs- und Ferienzeit – durchgeführt. Erst dann würden auch mögliche Änderungen von Linienführungen zum Fahrplanwechsel im Dezember erörtert. Darüber hinaus müsse eine Wendemöglichkeit für die Busse der Linie 9494 (Rosenheim-Prien), die in Rohrdorf starten beziehungsweise enden, gewährleistet sein.
Für die Kinder der Linie 9574, die von Höhenmoos kommend die Schulen in Raubling und Brannenburg anfährt, könnte die Auflassung der gewohnten Haltestelle vor der ORO bedeuten, dass sie dann im Bereich der ehemaligen Bäckerei Sanftl ein- und aussteigen würden, bestätigte Franz Polland auf Anfrage. Der nächstgelegene Halt auf der Fahrt nach Rosenheim läge beim Bushäusl am Dorfplatz. Und, hält Tischner den Bedenken besorgter Eltern unumwunden entgegen, „es ist jedem Kind zuzumuten“, dorthin zu marschieren. Fahrgäste aus der Innstraße im Ortsteil Thansau etwa hätten einen ungleich längeren Weg zum Haltepunkt in der Erlenstraße.
14. Juli 2006


Seit einem Vierteljahrhundert lassen's die Rohrdorfer Böllerschützen krachen. Zu den Gratulanten zählten unter anderem Gauschützenmeister Siegfried Raab (vorne rechts) und Bürgermeister Fritz Tischner (vorne links). Foto: pil
Böllerschützen ließen's gewaltig krachen
Rohrdorfer feiern 25jähriges mit Salven und Schnellfeuer

Rohrdorf (pil) – Es war nicht zu überhören, dass es bei den Rohrdorfer Böllerern etwas zu feiern gab: Samt Gastgeber hatten sich rund 70 Schützen aus Eggstätt, Bad Endorf, Prutting, Riedering, Happing und Brannenburg am Sportplatz im Turner Hölzl versammelt und ließen es zum 25jährigen mit Salven, Reihenfeuer, Doppelschlag und Schnellfeuer gewaltig krachen.
Im Januar 1981 war mit der Genehmigung des Landratsamts der Startschuss für die recht geräuschvolle Art der Brauchtumspflege gefallen. „Und kaum hatten wir uns ein bisschen eingeübt, kamen auch schon die ersten Einladungen“, erinnerte Schussmeister Martin Piezinger in seinem kurzem Rückblick; bis nach Hamburg und in die Schweiz sind die Schützen seither gereist. 1988 konnten die Rohrdorfer 2000 Teilnehmer beim 3. Bayerischen Böllertreffen begrüßen; und im Jahr 1995 ging dort das Delegiertentreffen für Oberbayern über die Bühne.
Wie die Teilnahme am Fronleichnamsfest hat auch das Schießen am Heiligen Abend vor dem Kriegerdenkmal längst einen festen Platz im Terminkalender; und ebenso traditionell werden die Böller beim Weinfest der SPD geladen, das in diesem Jahr zum 20. Mal veranstaltet wurde.
Seinen besonderen Dank richtete Piezinger an Karl Frey, den Betriebsleiter des Zementwerks; dort treffen sich die Aktiven regelmäßig zum Übungsschießen.
3. Juli 2006


Wenn die Augen nicht richtig greifen
Funktionaloptometrie und Osteopathie - Vortragsabend im Vereinsheim
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Mit Spenden voll ins Schwarze getroffen
Schützenverein "Eichenlaub" feiert 50jähriges Bestehen
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Nach der Weihe wurden die Fahrzeuge der BRK-Bereitschaft Rohrdorf unter die Lupe genommen. Der „First Responder“ absolvierte im Laufe des Nachmittags noch einen „Einsatz“ – zu Demonstrationszwecken.Foto: pil
Ortskenntnis und kurze Anfahrt als großer Pluspunkt
Weihe für Rohrdorfs "First Responder"-Fahrzeug

Rohrdorf (pil) – Anlässlich der Fahrzeugweihe wurde der „First Responder“-Wagen der BRK Bereitschaft Rohrdorf jetzt offiziell eingeführt. Bei strahlendem Sonnenschein weihte Pfarrer Gottfried Doll im Beisein von Bürgermeistern, Gemeinderäten und Vereinsvertretern zudem das SEG-Fahrzeug, das bereits seit 2002 im Einsatz ist.
Gerade, wenn für den Patienten jede Minute zähle – wie etwa bei einem Herzinfarkt –, sei der „First Responder“, der „Helfer vor Ort“, dank seiner Ortskenntnis und der Nähe zum Einsatzort von unschätzbarem Wert, hob Karl-Heinrich Zeuner, der Vorsitzende des BRK-Kreisverbands Rosenheim, in seiner kurzen Ansprache hervor; denn die nächstgelegenen Rettungswägen seien in Rosenheim beziehungsweise Bad Aibling und Prien stationiert. Insbesondere dankten Zeuner und Bereitschaftsleiter Christoph Koll der Gemeinde Rohrdorf, die die Einrichtung gemeinsam mit Samerberg, Neubeuern und einigen ortsansässigen Firmen unterstützt. Allein die Summe für die medizinische Ausstattung mit Notfallrucksack, Pulsoxymeter, Intubationstasche und Defibrillator listet die Bereitschaft mit gut 3800 Euro auf; die laufenden Kosten schlagen mit monatlich etwa 250 Euro zu Buche.
Rohrdorfs Zweiter Bürgermeister Karl Frey ließ unterdessen auch die Leistungen der Rotkreuzler im Rettungsdienst nicht unerwähnt. Die dortige Rufbereitschaft hatte zum 31. August vergangenen Jahres geendet. Eine überraschende Finanzspritze kam noch von Kathi Schmid, der Vorsitzenden des „Weihnachtsmarkt Achenmühle e.V.“: Nach der 500-Euro-Spende im Dezember stellte der Verein weitere 1000 Euro für den „Helfer vor Ort“ zur Verfügung, der so Zeuner, naturgemäß „Geld kostet“, sich aber allein aus Spenden finanzieren muss.
Am 17. November 2005 um 19 Uhr war der Audi Quattro erstmals ausgerückt, ließ der Bereitschaftsleiter die Anfänge kurz Revue passieren. Doch längst bewegt sich die Anzahl der Einsätze der eigens ausgebildeten, ehrenamtlichen „First Responder“ im dreistelligen Bereich, die sich Kolls Erläuterungen zufolge durch die englische Bezeichnung von den Laien-Ersthelfern abheben sollen.
11. Mai 2006


Zum Antrieb von Arbeitsmaschinen wie etwa der Dreschmaschine wurden Säulengöpel eingesetzt, die wiederum durch im Kreis marschierende Zugtiere bewegt wurden („Tretmühle“).
Bäuerliches Leben und Arbeiten von anno dazumal
Neuerungen zum Auftakt der Museums-Saison im Rohrdorfer Heimathaus

Rohrdorf (pil) – Die Zeit scheint stehen geblieben im Rohrdorfer Heimathaus, wo Aussteuerkasten, Holzrechen, Säulengöpel und Spinnrad ans bäuerlichen Leben und Arbeiten von anno dazumal erinnern. Sogar an einer Wagner-Werkstatt führt die kleine Reise in die Vergangenheit vorbei, zu der ein Rundgang durchs großteils neugestaltete Museum einlädt. Mit dem Beginn der Saison am Samstag, 29. April, öffnet außerdem der Dick-Stadel erstmals seine Pforten für die Besucher und gibt den Blick frei auf so manches Zeugnis der Gemeindegeschichte.
Schon vor dem Wintereinbruch waren Odlwagen, Pflüge, Kutschen und Obstpresse in den Bundwerkstadel umgezogen, den der Trachtenverein „Achentaler“ in einigen tausend Stunden Arbeit vom Dick-Anwesen in Sachsenkam auf seinen neuen Standort gleich hinterm Rathaus verpflanzt hat. Und zum Schlitten, auf dem die Rohrdorfer Apostelglocke im Zweiten Weltkrieg in ein sicheres Versteck geschafft worden war, hat sich vor kurzem der alte gemeindliche Leichenwagen gesellt.
Anschauungsunterricht übers Arbeiten der Vorfahren geben zudem die Sicheln, Metzen (alte Getreidemaße), Reiter (Siebe) und Maltersäcke im Troadkasten, dem Herzstück des Dick-Stadels, gleich neben dem Venezianer-Gatter, einem 150 Jahre alten Sägewerk.
„Vom Flachs zum Leinen“ heißt eine Abteilung im Rohrdorfer Bauernhausmuseum. Neben Spinnrad und Webstuhl haben die Trachtler noch zahlreiche andere Zeugnisse bäuerlichen Lebens und Arbeitens zusammengetragen. Fotos: pil
Auch im Heimathaus selbst, einem denkmalgeschützten Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, herrschte in den vergangenen Monaten alles andere als Winterruhe: In der Hauskammer – gleich gegenüber der Rauchkuchl - lädt nun eine Lesestube zum Blättern in antiquarischen Büchern ein. Zudem wurden dort Vitrinen eingebaut für eine Trachtenausstellung. Ganz anderen „Lesestoff“ bietet die mittlerweile 39-bändige Holzbibliothek, eine Sammlung verschiedener Holzarten samt Samen, Blättern oder Nadeln, Knospen und Frucht; der „Buchrücken“ besteht dabei aus der Rinde des jeweiligen Baumes.
Mit der „Guten Kammer“ – eingerichtet mit den besten Möbeln des Hauses, der Buama-Kammer, der Schlafkammer der Bauersleut und der Austragskammer erhalten die „Achentaler“ in ihrem Heimathaus zudem ein Stück bäuerlicher Wohnkultur am Leben. Anfang der 80er Jahre hatten die Trachtler das Gebäude in Albaching Stück für Stück abgetragen und in Rohrdorf wieder aufgebaut; 1994 wurde der Verein für sein Engagement um das bäuerliche Museum mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.
Auf der Tenne dreht sich derweil in einer Abteilung alles ums Wäschewaschen: Waschzuber, Mangel und Kohlebügeleisen zeugen von der Knochenarbeit., die der „Waschtag“ vor hundert Jahren für die Frauen mit sich brachte, und lassen erahnen, wie hart der Kampf ums tägliche Brot in der „guten alten Zeit“ gewesen ist. Eine andere Box dokumentiert den Weg, den der Flachs bis hin zum Leinen durchläuft.
„Unser Haus soll dem Besucher das Gefühl geben, als wären die Hausbewohner gerade abwesend, würden aber bald wieder zurückkommen und ihre Arbeit fortsetzen.“, erklärt Museumsleiter Peter Reisner. Dabei ist der Ehrenvorstand der „Achentaler“ schon wieder auf der Suche nach Leihgaben und Spenden für die nächste Sonderausstellung: Im Dachgeschoß des Heimathauses sollen bald gestickte Leinenstücke wie Tischdecken, Altartücher und Wandbehänge zu bewundern sein.
23. April 2006

Das Museum ist zwischen dem 29. April und 28. Oktober wieder jeden Samstag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für größere Gruppen wie Schulen und Vereine wird das Heimathaus nach Vereinbarung mit Museumsleiter Peter Reisner auch unter der Woche aufgesperrt. (Auskünfte unter Telefon 08032/5337). Jeweils am ersten Samstag im Monat stehen Sondervorführungen wie Brotbacken, Musizieren, Korbflechten oder der Betrieb des Sägewerks auf dem Programm.


Seit November im Einsatz: Der „First Responder“ der BRK-Bereitschaft Rohrdorf, hier mit Bereitschaftsleiter Christoph Koll, Sanitäter Daniel Röber und dem stellvertretenden Bereitschaftsleiter Martin Antretter (von links). Wer aktiv oder passiv beim „Helfer vor Ort“ mitwirken will, erhält nähere Auskünfte bei Christoph Koll, Telefon 0170 / 8058297. Foto: pil
BRK: Schnelle Hilfe durch "First Responder"
Tag der offenen Tür mit Fahrzeugweihe am 7. Mai

Rohrdorf (pil) – Auch nach der Einstellung der Rufbereitschaft im Rettungsdienst steht die Rohrdorfer Rot-Kreuz-Bereitschaft den Bürgern in Notfällen zur Verfügung: Mehr als 50 Einsätze hat der „First Responder“ seit November in den Gemeindebereichen Rohrdorf, Samerberg und Neubeuern bereits absolviert. Neben Herzinfarkten und häuslichen Unfällen ist der „Helfer vor Ort“ dabei vor allem zu Notfällen wie Asthma- oder Epilepsie-Anfällen und Verbrennungen ausgerückt. Zehn Sanitäter mit einer Zusatzausbildung am Automatischen Externen Defibrillator (AED) decken derzeit ehrenamtlich die Rufbereitschaft (werktags von 19 bis 6 Uhr sowie an Feiertagen und Wochenenden rund um die Uhr) für den Audi Quattro mit dem Funkrufnamen „Rot Kreuz Rohrdorf 79/1“ ab. Der „Helfer vor Ort“, den die Rettungsleitstelle (Telefon 19222) parallel zum Rettungswagen alarmiert, ersetze jedoch keinesfalls den regulären Rettungsdienst. Vielmehr, betont Bereitschaftsleiter Christoph Koll, unterstütze er diesen durch die schnelle Erste Hilfe bis zu dessen Eintreffen. Bei einem Tag der offenen Tür im BRK-Heim in der Florianstraße wollen die Rotkreuzler am Sonntag, 7. Mai, ihre neue Einrichtung näher vorstellen, die sich komplett aus Spenden finanzieren muss. Den Auftakt der Veranstaltung macht um 14 Uhr die Weihe des First-Responder-Fahrzeugs.


Die "Harlekins" fit für die Zukunft machen
Umstrukturierungen beim Rohrdorfer Theaterverein - Auftritte nur noch alle zwei Jahre

Rohrdorf (pil) – Reichlich frischen Wind will das neue, nunmehr dreiköpfige Vorstandsteam der „Harlekins“ unter dem Vorsitz von Bernhard Kaiser in den Rohrdorfer Theaterverein bringen. Denn bereits seit längerem hat den Theaterern neben den stetig rückläufigen Zuschauerzahlen vor allem die mangelnde Motivation in den eigenen Reihen Probleme bereitet. So konnte das letzte Stück („Unter anderem Umständen“) nur mit Müh' und Not besetzt werden; der Auftritt des Kindertheaters „Harlekids“ fiel im vergangenen Jahr mangels Regisseur sogar komplett ins Wasser.
Sie wollen „Harlekin“ fit für die Zukunft machen: Irmi Mayr (Kassier), Xandi Fradl (Jugendleitung), Harry Fradl (Vorstandsmitglied) (hinten von links). Vorne: Die Vorstandsmitglieder Kurt Weiß (links) und Bernhard Kaiser (rechts) mit dem frischgebackenen Ehrenmitglied Pepp Kaiser. Nicht auf dem Foto: Anke Kurfer (Öffentlichkeitsarbeit). Foto: pil
„Wir wollen den Verein fit machen für die Zukunft“, kündigte Kaiser bei der Jahreshauptversammlung im Turner Hölzl an und legte gleich einige konkrete Vorschläge auf den Tisch. Den wegen der Umstrukturierungen notwendigen Satzungsänderungen stimmten die 25 Wahlberechtigten geschlossen zu. Statt wie bisher jährlich gehen Erwachsenen- und Kindertheater künftig im Wechsel alle zwei Jahre über die Bühne. In den „Harlekids“-Jahren (2006 und 2008) wollen die „Großen“ stattdessen ihr Sommernachtsfest – heuer am Samstag, 15. Juli - veranstalten, bei dem wieder Sketche und andere Darbietungen auf dem Programm stehen. Ein Tag der offenen Tür mit witzigen Einlagen und einer Mini-Playback-Show könnte im Gegenzug auch die Jüngeren in den Jahren 2007 und 2009 anlocken, in denen die „Harlekins“ auf der Bühne stehen.
Vorrangig geht es dem gleichberechtigten Deiergespann Bernhard Kaiser, Kurt Weiß (zuständig für den technischen Bereich) und Harry Fradl (kaufmännischer Bereich) darum, die Kameradschaft im Verein wieder zu stärken. „Der Spaß an ,Harlekin' soll wieder im Vordergrund stehen.“, betonte Kaiser nachdrücklich. Mit der neuen, zunächst auf vier Jahre befristeten Regelung versprechen sich die Laienspieler nicht zuletzt eine Entzerrung der Termine; bislang folgte den Erwachsenenaufführungen in der Regel nur wenige Wochen später bereits das Kindertheater.
Ferner soll ein Newsletter die 103 Mitglieder zweimal jährlich über das Vereinsgeschehen auf dem Laufenden halten. Um diesen sowie um andere Sonderaufgaben wie die Fortführung der Chronik kümmert sich nun ein Vereinsausschuss; ein weiterer Bereich umfasst die Gestaltung des Foyers passend zum jeweiligen Stück.
Mit klaren Aufgabenbeschreibungen will der neue Vorstand dabei im kleinen Rahmen Qualitätsmanagement umsetzen, wodurch der Verein „organisatorisch auf gesunde Füße“ gestellt werden soll. Anhand der Dokumentationen solle nach seiner Amtszeit jeder im Stande sein, den Verein weiterzuführen, erklärte Kaiser. Er löste Klaus Biehl ab, der aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert hatte.
Allein Kaisers Ruf „Wir wollen raus aus der Halle!“ stand zum Abschluss noch im Raum. Wie bereits vor zwei Jahren schloss dritter Bürgermeister Joachim Wiesböck mittelfristig eine eigene Unterkunft für Theaterleute und Musikkapelle nicht aus; lässt doch die bestuhlte Sporthalle im Turner Hölzl in Sachen Atmosphäre mehr als zu wünschen übrig. Einen Neubau hält der Kommunalpolitiker allerdings für unwahrscheinlich. Vielmehr sei die Umnutzung eines bereits bestehenden Raums denkbar.
7. April 2006


Schecks in Höhe von insgesamt 10.000 Euro übergab Ludwig Nickl, Prokurist beim Zementwerk Rohrdorf, jetzt an fünf Hilfsorganisationen: Benno Hollinger, zweiter Vorstand des Rohrdorfer Sozialwerks, Maria Haidl (stellvertretende Pflegedienstleiterin Brannenburg-Flintsbach), Peter Gaschott (Kassier in Raubling), Monika Kaiser-Fehling (Pflegedienstleiterin in Brannenburg), Werksleiter Karl Frey, Martin Antretter (stellvertretender Bereitschaftsleiter) und Daniel Röber vom BRK Rohrdorf sowie Pflegedienstleiterin Annemie Stetter und Vorstandsmitglied Siegfried Neubauer, beide Neubeuern/Nußdorf/Samerberg (von links). Foto: pil
Kräftige Finanzspritze dank "Carmen"
Zementwerk spendet 10.000 Euro an Sozialwerke und BRK

Rohrdorf (pil) – Die Geschichte um die schöne Zigeunerin Carmen hat vier Sozialwerken im Inntal sowie der BRK-Bereitschaft Rohrdorf in diesem Jahr zu einer kräftigen Finanzspritze verholfen: Ludwig Nickl, Prokurist des Zementwerks Rohrdorf, überreichte jetzt an die Vertreter der fünf Organisationen einen Scheck über jeweils 2000 Euro.
Das Geld stammt knapp zur Hälfte aus dem Kartenverkauf der letztjährigen Aufführung der Bizet-Oper im Steinbruch; jeweils ein Euro der rund 4400 verkauften Tickets wanderte in den Topf, den das Zementwerk auf die runde Summe von 10.000 Euro auffüllte.
Die Adressaten der Spenden waren zum einen die Sozialwerke in denjenigen Gemeinden, in denen das Zementwerk Betriebsstätten unterhält, neben Rohrdorf und Raubling also Brannenburg/Flintsbach und Neubeuern/Nußdorf/Samerberg. „Jede Spende ist willkommen“, betonte der Raublinger Kassier Peter Gaschott angesichts der finanziellen Situation der Sozialwerke stellvertretend für all seine „Kollegen“. Im Gegensatz zu privaten Pflegediensten dürften sich die Sozialwerke ihre Patienten nicht aussuchen – etwa nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, ergänzte Pflegedienstleiterin Annemie Stetter (Neubeuern/Nußdorf/Samerberg). Allerdings sei die Pflege zum Beispiel von Demenzkranken mit den Zuweisungen aus der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse nicht zu decken. Ebenso könne die Versorgung so manches Härtefalls nur dank der Beitragszahlungen und Spenden finanziert werden. „Ohne Spenden würde die Pflege unmenschlich.“, machte Stetter deutlich.
Zum anderen erhielt die Rot-Kreuz-Bereitschaft Rohrdorf monetären Beistand für ihren First-Responder-Wagen, der seit November im Einsatz ist.
Bei der Priener Tourismusgesellschaft laufen unterdessen die Vorbereitungen für das nächste monumentale Steinbruch-Spektakel. Am Freitag, 26. Mai, 21 Uhr, präsentiert die PTG dort Carl Orffs „Carmina Burana“.
7. April 2006


MAN reist nach Tansania
Ausrangiertes Löschfahrzeug der Rohrdorfer Wehr künftig in Ostafrika im Einsatz

Knapp einen Monat ist der rote MAN per Schiff unterwegs, bevor er in Tansania eintrifft. Eine gute Reise wünschten Albert Bauer aus Neubeuern, einer der „Motoren“ des Hilfsgüter-Transports, Bürgermeister Fritz Tischner und Feuerwehr-Kommandant Josef Piezinger. Rudi Piezinger junior und Herbert Paul brachten das Fahrzeug von Rohrdorf in die belgische Hafenstadt Antwerpen (von links). Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Mit einem Klaps auf den Kotflügel wurde der Abschied besiegelt, als Josef Piezinger, der Kommandant der Rohrdorfer Feuerwehr, und Bürgermeister Fritz Tischner jetzt das altgediente Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 auf seine lange Reise nach Ostafrika schickten. Denn nach mehr als 30 Dienstjahren in Rohrdorf wird der knallrote MAN (Baujahr 1970) künftig für die Pfarrei Mjimwema im Süden Tansanias im Einsatz sein. Dann allerdings weniger, um Brände zu löschen; die neuen Besitzer wollen sich den 2400-Liter-Tank des Fahrzeugs vor allem bei der Bewässerung der Wiederaufforstungsprojekte in der Erzdiözese Songea, etwa 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Dar-es-Salaam gelegen, zunutze machen.
Bereits im Herbst 2004 waren bei einem Besuch des tansanischen Pfarrers Xaver Komba in Rohrdorf die Weichen für den Hilfsgüter-Export gestellt worden, der allerdings beinahe gescheitert wäre: Grundsätzlich, erläuterte der Bürgermeister, gelte in dem ostafrikanischen Staat ein Einfuhrverbot für Autos, die bereits mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben. Aus diesem Grunde hatte der Gemeinderat zwischenzeitlich ins Auge gefasst, das Fahrzeug der „Feuerwehrhilfe International“ in Lappersdorf bei Regensburg zur Verfügung zu stellen, die den MAN dann nach Brasilien verschifft hätte.
Dank des Engagements des Neubeurer Bäckers Albert Bauer und dank der Missionsbenediktiner in St. Ottilien, welche schließlich die Organisation des Transports übernahmen, konnte das 36 Jahre alte Löschfahrzeug samt diversen Ersatzteilen, 20 Schutzanzügen, 150 Meter B- und 140 Meter C-Schläuchen sowie einigen Atemschutzmasken nun doch noch seine Reise nach Tansania antreten.
21. März 2006


St. Jakobus macht für mehrere Monate dicht
Umfangreiche Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche

Rohrdorf (pil) – Wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten schließt die Rohrdorfer Pfarrkirche für voraussichtlich sieben Monate ihre Pforten. Der vorerst letzte Gottesdienst in der Kirche wird am Sonntag, 19. März, um 19 Uhr gefeiert, bevor das Allerheiligste in den Pfarrsaal umzieht.
Auch der prächtige Hochaltar mit dem barocken Säulenaufbau, den die Rohrdorfer 1787 vom Damenstift in Hall (Tirol) erwarben, wird wieder aufpoliert. Foto: pil
Viel Schmutz hat sich seit der letzten „Überholung“ vor rund einem Vierteljahrhundert in dem barocken Bauwerk abgelagert. Jetzt steht den mittlerweile gräulichen Wänden ein neuer weißer Anstrich ins Haus; zudem müssen die Fenster ausgetauscht werden. Ein Kirchenmaler aus Bad Endorf reinigt die Deckengemälde, und auch die Altäre sollen - ebenso wie das Kirchensilber - bald wieder in neuem Glanz erstrahlen. Der Altarraum erhält darüber hinaus einen neuen Steinboden. Im gleichen Zuge wird die Luftheizung, die jahrzehntelang buchstäblich viel Staub aufgewirbelt hat, ausrangiert und durch eine Wandheizung ersetzt.
Ausgedient haben in Kirche, Pfarrhof und Pfarrsaal künftig auch fossile Brennstoffe wie Erdöl und Gas: Die Umstellung der kompletten Heizung auf den nachwachsenden heimischen Energieträger Holz ist bereits beschlossene Sache. Der gesamte Komplex wird deshalb an die Hackschnitzelanlage des benachbarten „Bauern am Thurm“, der Familie Glombitza, angeschlossen.
Mitte Oktober, hofft Pfarrer Gottfried Doll, hält die Gemeinde wieder Einzug in die Pfarrkirche, deren Renovierung rund eine Million Euro kosten wird. Den Löwenanteil trägt mit 630.000 Euro das Erzbischöfliche Ordinariat; 150.000 Euro steuert die politische Gemeinde bei. Der Rest stammt aus Spenden und Eigenleistungen. In diesem Zusammenhang werden nach wie vor tatkräftige Helferinnen und Helfer für die verschiedensten Arbeiten gesucht. Nähere Informationen gibt’s im Pfarrbüro (Telefon 08032/5252).
16. März 2006

Kirchenkonzert der Musikkapelle
Bevor ab Montag die Handwerker das Heft in der Rohrdorfer Pfarrkirche in die Hand nehmen, geben dort am Sonntag, 19. März, nach dem Josefi-Gottesdienst verschiedene Ensembles der Musikkapelle den Ton an. Der Eintritt zu dem Konzert (Beginn: 20.15 Uhr) ist frei; jedoch sind Spenden zugunsten der Renovierung und der Jugendarbeit der Musikkapelle erwünscht.
Die Gottesdienste werden während der Renovierungsphase überwiegend im Pfarrsaal abgehalten. Der Palmsonntag wird im Turner Hölzl gefeiert; den Abendmahlgottesdienst des Pfarrverbandes am Gründonnerstag sowie die Osternachtfeier zelebriert Pfarrer Doll in Thansau.



Seminaristenchor aus der Ukraine zu Gast in der Region
Mehrere Gottesdienste im Byzantinischen Ritus auf dem Programm
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"Bayerischer Qualitätspreis" für Rohrdorf
Hohe Vielfalt an Betrieben in innovationsfreudiger Gemeinde

Rohrdorf (pil) – Jetzt haben es die Rohrdorfer schwarz auf weiß: Die Landkreisgemeinde an der Salzburger Autobahn gehört zu den drei wirtschaftsfreundlichsten Kommunen im Freistaat: Neben dem schwäbischen Nördlingen und der Stadt Selb in Oberfranken wurde die Rosenheimer Stadtrandgemeinde von Wirtschaftsminister Erwin Huber und Innenstaatssekretär Georg Schmid für seine Verdienste um die kommunale Wirtschaftsförderung ausgezeichnet. Den „Bayerischen Qualitätspreis“ in Form einer gläsernen Pyramide samt Urkunde nahm Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner vor kurzem bei einer Feierstunde in der Münchner Residenz entgegen.
In seiner Laudatio hob Jury-Vorsitzender Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Horst Wildemann von der Technischen Universität München (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik) unter anderem die Güte der Organisation sowie eine „beachtlich hohe Vielfalt an Gewerbebetrieben“ in der Gemeinde hervor: Ein-Mann-Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen sind in dem „aufstrebenden Wohn- und Industriestandort“ ebenso vertreten wie weltweit als „Global Player“ tätige Großbetriebe.
Der Preis der Qualität: Die Gemeinde Rohrdorf erhielt den „Bayerischen Qualitätspreis“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums in der Kategorie "Wirtschaftsfreundliche Gemeinde": Wirtschaftsminister Erwin Huber, Erster Bürgermeister Fritz Tischner, Staatssekretär Georg Schmid vom Innenministerium, Zweiter Bürgermeister Karl Frey, Dritter Bürgermeister Joachim Wiesböck und Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Horst Wildemann von der TU München bei der Preisverleihung in der Münchner Residenz (von links.) Foto: nn
Eine umfassende Infrastruktur, schlanke Verwaltungsstrukturen im Rathaus, ein modernes Bürgerbüro sowie die Verfügbarkeit von Online-Formularen machten die traditionell geprägte und zugleich innovationsfreudige Gemeinde sowohl für die Wirtschaft als auch für die Bürger attraktiv. Darüber hinaus, betonte Wildemann weiter, fördere eine „schnellstmögliche, individuelle Bauleitplanung“ Firmenansiedlungen, was sich nicht zuletzt in rund 300 Betrieben – vier davon mit weit mehr als 250 Mitarbeitern – widerspiegle. Die Nähe zur kreisfreien Stadt Rosenheim ermögliche zudem die Bildung von regionalen Arbeitsgemeinschaften. Bürgermeister Tischner indes sieht mit der Auszeichnung – die kommunalen Preisträger wurden in diesem Jahr unter 18 Gemeinden ausgewählt - seine „jahrelange Arbeit bestätigt“. Seit seinem Amtsantritt habe er sich über drei Jahrzehnte hinweg konsequent darum bemüht, attraktive Rahmenbedingungen für Gewerbebetriebe zu schaffen; auch „wenn's nicht immer leicht war“: Immerhin 2800 zum Teil sehr hochwertige Arbeitsplätze kann die 5600-Einwohner-Gemeinde heute dadurch aufweisen. „Gewerbe ist Chefsache.“, ist der Rathaus-Chef dabei überzeugt, ganz gleich, ob es sich um die Ansiedlung neuer Unternehmen handelt, oder darum, zu erfahren wo die bestehenden der Schuh drückt.
„Qualität ist heute mehr denn je notwendig, um im Markt erfolgreich bestehen zu können.“, betonte bei der Preisverleihung auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber mit Blick auf die „Musterbeispiele für Qualität, Qualitätsmanagement und Kundenorientierung“. Der „Bayerische Qualitätspreis“ (er ist nicht mit einem Geldbetrag dotiert) wurde 1993 von der Bayerischen Staatsregierung als erste nationale Auszeichnung dieser Art ins Leben gerufen und wird sowohl an Unternehmen als auch an Kommunen verliehen. Im vergangenen Jahr gehörte die Gemeinde Irschenberg zu den Preisträgern; bereits 2000 wurde die Stadt Rosenheim mit der gläsernen Pyramide ausgezeichnet.
16. März 2006


Christen sollen den Wandel mitgestalten
Alois Glück als Festredner im Dekanatsbezirk Rosenheim
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Die Tage der Teilhauptschule sind gezählt
Standort Thansau bleibt bis mindestens 2010 erhalten

Rohrdorf (pil) – Nach rund 30 Jahren sind auch in Rohrdorf die Tage der Teilhauptschule gezählt. So müssen diejenigen Kinder, die nach der vierten Klasse nicht aufs Gymnasium oder auf die Realschule wechseln, ab Herbst im vier Kilometer entfernten Neubeuern die Schulbank drücken: Konnte ein großer Teil der Mädchen und Buben bislang noch in der 5. und 6. Klasse zu Fuß zum Unterricht kommen beziehungsweise radeln, müssen auch sie künftig auf den Bus umsteigen. Als „Auslaufmodell“ wird dann im Turner Hölzl bis zum Sommer 2007 lediglich noch eine Sechste unterrichtet - als Neubeurer Außenklasse in der künftigen „Grundschule Rohrdorf/Thansau“.
Nicht nur der Rohrdorfer Bürgermeister Fritz Tischner (CSU) und Rektor Wolfgang Zeller sind von dieser Entwicklung, die Hauptschüler bereits zwei Jahre früher als bisher aus dem Ort und ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, wenig erbaut. Mit dem heftigst umstrittenen Landtagsbeschluss, die Teilhauptschulen aufzulösen, werde aber letztlich auch der Wählerwille umgesetzt, gibt Zeller mit Blick auf das gescheiterte Volksbegehren „Die bessere Schulreform?“ zu Bedenken. Unter diesem Motto hatte der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) im Winter 1999/2000 gegen die Bildungsoffensive der damaligen Kultusministerin Monika Hohlmeier Front gemacht und sich insbesondere gegen die Einführung der sechsstufigen Realschule ausgesprochen; diese habe nunmehr vor allem in den Teilhauptschulen den befürchteten Kinderschwund nach sich gezogen.
Auch Elternbeiratsvorsitzende Claudia Mendte-Kraus bedauert das Aus der Teilhauptschule, in der sich erste bis sechste Jahrgangsstufe unter einem Dach vereinigt hatten; glücklicherweise aber hätten die Rohrdorfer Hauptschüler auch künftig nur einen vergleichsweise kurzen Schulweg zu bewältigen.
Die freiwerdenden Räume (zuletzt wurde die Teilhauptschule nur noch mit jeweils einer fünften und einer sechsten Klasse geführt) werden sukzessive vom Integrations-Projekt belegt, das seit vergangenem Jahr in Rohrdorf läuft: Im Herbst soll dort die zweite Petö-Klasse starten.
Unklar ist derzeit jedoch, in welchem Umfang zusätzliche Angebote wie die Arbeitsgemeinschaft Schulgarten oder Kreativ-Projekte weitergeführt werden können. Schließlich, erläutert Zeller, müssten mit den Schülern auch Lehrkräfte abwandern. Und auch was mit den Lehrmitteln für die 5. und 6. Jahrgangsstufe passieren wird, weiß er noch nicht.
Eine ganz klare Prognose geben dagegen Rektor und Bürgermeister angesichts der Schülerzahlen für die Thansauer Schule ab: Dort läuft der Betrieb auf jeden Fall bis 2010/2011 wie bisher mit fünf Klassen weiter (die erste beziehungsweise zweite Jahrgangsstufe läuft zweizügig und zieht im dritten Schuljahr ins Turner Hölzl um).
29. Januar 2006


Finanzspritze für die Klassenkasse
"Kick for Help" unterstützt Rohrdorfer Petö-Kinder
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Schleppen für den Unterricht
Thansauer Schülerin initiiert Wiege-Aktion für Schulränzen
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Baumpflege oder Umweltfrevel?
Fällaktion an der Eichenstraße ruft Anwohnerin auf den Plan
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"Hau ab!" - Wie die Stimme zur Waffe wird
Selbstbehauptungstraining an der Rohrdorfer Schule
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Geldsegen vom Heiligen Mann
Nikolausdienst spendet Erlös an "Kick for Help"
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Tüftler hat den Finger schon wieder am Abzug
Peter Fortner aus Geiging optimiert Biathlon-Waffen für Weltelite
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Drei Nachmittage rund um die Taufe
150 Teilnehmer bei den Kinderbibeltagen in Rohrdorf und Thansau

Rohrdorf/Thansau (pil) – Kerze (für das Licht Christi), Wasser, weißes Kleid (für Reinheit und Unschuld) – dank des symbolträchtigen Themas konnten die Organisatorinnen der Bibeltage in Rohrdorf und Thansau in diesem Jahr aus einem besonders reichhaltigen Fundus an Sinnbildern schöpfen. Rund 150 Kinder tauchten drei Nachmittage lang in ein Thema ein, mit dem fast alle bereits im Säuglingsalter hautnah Erfahrung gemacht haben: „Ich bin getauft – Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.
Jeder Gesalbte kann sich als König fühlen. War die Salbung mit Chrisam-Öl früher den Königen, Propheten und Priestern vorbehalten, ist sie längst Bestandteil einer katholischen Tauffeier. Foto: pil
Im Mittelpunkt der Lesungen, die Gemeindereferentin Luise Schudok zur Einstimmung in der Kirche abhielt, stand die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes. Als Taube war anschließend der Heilige Geist auf Jesus herabgekommen.
In den Gruppen (Vorschule bis vierte Klasse) bereiteten die Betreuerinnen die Thematik anschließend altersgerecht auf. So bastelten die Kleineren Tontauben und verzierten Weihwasser-Fläschchen; das Bekreuzigen mit Weihwasser soll die Gläubigen immer wieder an das Sakrament der Taufe erinnern. Leuchtend-gelbe Kronen sollten den Kindern signalisieren, dass das Chrisam-Öl, mit Balsam versetztes Olivenöl, im Alten Testament ausschließlich Königen, Priestern und Propheten vorbehalten war. Und auch über den Ursprung ihrer Vornamen und deren Bedeutung erfuhren die Mädchen und Buben so einiges.
Wieder eine andere Gruppe war mit dem Schmücken von Taufbecken und Osterkerze beschäftigt; denn zur Freude von Luise Schudok bildete in beiden Gemeindeteilen eine stimmungsvolle Kindstaufe den Abschluss der Bibeltage.
„Nur in der Gemeinschaft kann der Glaube weitergegeben werden.“, ist sie überzeugt. Ihr Dank gilbt deshalb insbesondere den rund 40 Frauen, die viel Zeit und Engagement in die Vorbereitung und die Durchführung der Bibeltage gesteckt haben.
15. November 2005


Millioneninvestition für Heißes und Kaltes
Planatol stellt neues Rührwerk vor - 60 Arbeitsplätze durch Betriebsverlagerung
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Insgesamt zehn neue Lehrlinge konnten Ludwig Nickl und Heinrich Rodlmayr von der Geschäftsleitung, Werksleiter Karl Frey sowie die Ausbilder Peter Aicher und Sebastian Petersamer (hinten von links) begrüßen. Nicht im Bild: der Schlosserei-Azubi. Foto: nn
Im Zehnerpack ins neue Lehrjahr
Zementwerk Rohrdorf schafft wieder zusätzlichen Ausbildungsplatz

Rohrdorf (pil) – Mit insgesamt zehn frischgebackenen Auszubildenden ist das Rohrdorfer Zementwerk ins neue Lehrjahr gestartet. Die Palette der Berufszweige reicht dabei vom Industriemechaniker über die Chemielaborantin bis hin zum Elektroniker und zur Industriekauffrau. Und auch ein angehender Forstwirt ist unter den „Neuen“. Die „Lehrlings-Riege“ – insgesamt sind es nunmehr vier kaufmännische und 21 gewerbliche – macht damit rund zehn Prozent der Gesamtbelegschaft im Standort Rohrdorf aus, zu dem umfangreiche Waldflächen gehören.
Darüber hinaus hat sich das Unternehmen wieder an dem zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft vereinbarten Ausbildungspakt beteiligt und einen zusätzlichen Ausbildungsplatz in der Schlosserei geschaffen; der junge Mann, der die Lehrstelle zum Industriemechaniker nun besetzt, wäre ansonsten auf der Straße gestanden.
27. Oktober 2005


Auch der Nachwuchs kam bei der Einweihung nicht zu kurz. Am Sonntag allerdings ging die Kirta-Hutschn angesichts des Ansturms in die Knie.

"Den Kindern ein Stück Heimat erhalten"
Dick-Stadel feierlich eingeweiht - Große Anerkennung für Leistung der Trachtler

Als landwirtschaftlicher Nutzbau hatte der Bundwerk-Stadel in Sachsenkam ausgedient. Mit der Einweihung, die der katholische Pfarrer Gottfried Doll, sein evangelischer Kollege Torsten Bader und Diakon Albert Hack vornahmen, erhielt der generalüberholte und nunmehr unterkellerte Fachwerkbau jetzt seine neue Bestimmung: Er dient künftig als Ausstellungsraum fürs Heimatmuseum der Rohrdorfer Trachtler.
Rohrdorf (pil) – Ein „Haufen Arbeit“ sei es gewesen, der Umzug des Dick-Stadels von Sachsenkam nach Rohrdorf. Doch auf das Ergebnis war bei der Einweihungsfeier nicht nur Rupert Wagner, der Vorstand des Rohrdorfer Trachtenvereins „Achentaler“, sichtlich stolz. Bürgermeister Fritz Tischner und die stellvertretende Landrätin Marianne Steindlmüller würdigten das Unternehmen, das - abgesehen von ein paar kleinen Fleischwunden – ohne Verletzte über die Bühne gegangen ist, gleichermaßen als eine „enorme Gemeinschaftsleistung“. Und wenngleich, wie der Rathauschef süffisant anmerkte, die Gemeinde im vergangenen Jahr einen besonders hohen Verbrauch an Straßenmaterial zu verzeichnen habe, gratulierte er den Trachtlern gerne zu ihrem erfolgreichen Unterfangen, vor allem den Kindern ein „Stück Heimat zu erhalten“.
In Kurzform ließ Wagner vor den Gästen den Umzug Revue passieren, dessen Startschuss im Herbst 2003 mit der Gründung eines Ausschusses gefallen war. Folgt man dabei den Ausführungen des Bürgermeisters, hatte alles schon kurz nach dem Aufbau des Achentaler Heimathauses begonnen; bereits damals sei der Wunsch nach einem schönen Stadel als Abrundung des Areals laut geworden. „Bei jeder Feuerwehrversammlung“ habe er – Tischner - Dick dann bearbeitet, das Schmuckstück, das in Sachsenkam zu verfallen drohte, den Trachtlern zu schenken.
Brauchtum und Heimatpflege wird großgeschrieben bei den „Achentalern“. Die Kunst des Dengelns, des Schärfens der Sensenschneide mit dem Hammer, etwa beherrschen nur noch wenige. Fotos: Pilger
Neben dem Gemeinderat, erinnerte Wagner, gab schließlich auch Kreisbaumeister Alois Juraschek grünes Licht: An Josefi 2004 ging's dann richtig los, und im Sommer waren Keller und Zufahrtstraße samt Wendeplatz fertig. Mit Hilfe einer Spezial-Firma aus Wildschönau wurde anschließend der Stadel zerlegt und Ende September 2004 in Rohrdorf wieder aufgestellt. 2005 stand noch der Innenausbau an, für den im neuen Ausstellungsraum „bis zur letzten Minute“ vor der Einweihung gewerkelt worden war.
Wagners Dank galt deshalb den vielen Helfern, die auf den beiden Baustellen in Sachsenkam und Rohrdorf tatkräftig angepackt hatten (insgesamt 4000 bis 4500 Stunden) sowie den 22 Vereinsfrauen und -dirndln, die die Männer während der kompletten Bauphase „kulinarisch versorgt“ hatten, und nicht zuletzt den Vertretern zahlreicher Betriebe, welche den Stadel-Umzug großzügig finanziell und materiell unterstützt hatten. 40.000 Euro hatte allein die Gemeinde Rohrdorf zur Verfügung gestellt; darüber hinaus, schmunzelte Tischner, musste er seine Bauhof-Mitarbeiter nie lange suchen....
Die Schätze, die beim Ausräumen des Stadels ans Tageslicht befördert worden waren, konnten die Rohrdorfer an Kirchweih bewundern. Mit Führungen durchs Heimathaus und Vorführungen des Venezianer Sägegatters hatten die Trachtler für ein buntes Programm rund ums Heimathaus gesorgt; die Kirta-Hutschn allerdings ging angesichts des Ansturms in die Knie.
18. Oktober 2005


Nach dem Unterricht geht's in den Kindergarten
Mittagsbetreuung neu organisiert - Förderverein löst sich auf

Rohrdorf (pil) – Die Auswirkungen des neuen Finanzierungsmodells für Kindertagesstätten machen sich auch in der Gemeinde Rohrdorf bereits bemerkbar. So trafen sich vor kurzem die Mitglieder des Fördervereins für die Mittagsbetreuung ein letztes Mal - zur Auflösungsversammlung. Diese Aufgabe haben mit Beginn des neuen Schuljahres die Kindergärten in Thansau und Achenmühle übernommen. Unterdessen formiert sich im Ortsteil Rohrdorf möglicherweise eine neue Elterninitiative.
Etwa 16 Mädchen und Buben trudeln in der „Heiligen Familie“ in Thansau nun täglich mit dem Schulbus ein. Neben Essen und Spielen steht dort in der Zeit bis 16 Uhr Hausaufgabenbetreuung auf dem Programm; denn Kindergartenleiterin Birgit Kreipl legt auch bei den Schulkindern „großen Wert auf einen geregelten Ablauf“.
Zwar greife das neue Finanzierungsmodell, nach dem dann auch die Eltern der Kindergartenkinder die Betreuungszeit in Stunden „buchen“ und entsprechend zahlen müssen, erst im kommenden Jahr. Doch mit der Schulkinder-Betreuung – zunächst wurde ein Probelauf für ein Jahr angelegt - will sie bereits jetzt einem möglichen Personalabbau entgegensteuern. Der pauschale Zuschuss des Staates zu den Personalkosten falle künftig weg; Erzieherinnen und Pflegerinnen müssten dann großteils aus den zeitabhängigen Betreuungsbeiträgen finanziert werden, erläutert sie die Notwendigkeit einer möglichst hohen Auslastung ihrer Einrichtung auch am Nachmittag. Und nicht zuletzt profitierten auch die Mädchen und Buben – vom Kindergartenzwergerl bis zum Viertklassler - von der Mischung aus „jung“ und „alt“.
Für die Mittagsbetreuung als feste Einrichtung allerdings sei die „Heilige Familie“ zumindest im Moment räumlich nicht gerüstet. Für diesen Fall, so Kreipl, müsste ein Anbau her.
Im AWO-Kindergarten „Zwergerlmühle“ in Achenmühle wurde die Mittagsbetreuung (bis 15 Uhr) nach einigen Jahren Pause auf Wunsch einiger Eltern wiederbelebt und wird derzeit von einer Handvoll Kinder genutzt. Wer will, bekommt ein warmes Mittagessen und macht seine Hausaufgaben im Personalzimmer. Neben dem Freispiel sollen die Schulkinder auch hier ihrem Alter entsprechend gefördert und mit speziellen Aufgaben – etwa am bevorstehenden Martinstag - gefordert werden. Auch „Vorlesestunden“, in denen die Zwergerl den „Großen“ an den Lippen hängen, seien keine Seltenheit, freut sich Kindergarten-Leiterin Traudl Kaiser. Und weil die Kinder die vorgegebene Buchungszeit von wöchentlich wenigstens 20 Stunden während der Schulzeit gar nicht ausnutzen können, dürfen die Schulkinder auch in den Ferien in die „Zwergerlmühle“ kommen; dann bereits ab 7.30 Uhr.
Einen anderen Weg will unterdessen Susanne Bauer-Vollmer gehen. Sie hofft, mithilfe anderer Eltern in Rohrdorf eine Gruppe ähnlich der des nunmehr aufgelösten Fördervereins auf die Beine zu stellen. Dort war eine Betreuung für nur einen oder zwei Tage in der Woche möglich. Und auch die Busfahrt nach Thansau, ergänzt sie, sei nicht für alle Kinder ideal. Wegen der großen Tour durch alle Ortsteile dauere sie an einem Tag in der Woche für einen der Erstklassler immerhin knapp eine Stunde. Interessenten für eine Mittagsbetreuung in Rohrdorf können sich mit Susanne Bauer-Vollmer unter Telefon 08032/989777 oder 0179/4942222 in Verbindung setzen.
18. Oktober 2005


Vor der Auflösung mangels Vereinszwecks: Vorstand und Betreuerinnen des Fördervereins Mittagsbetreuung: Hintere Reihe: Kassier Marianne Keuschnig, erste Vorsitzende Rosita Wächter, Gründungsmitglied Gudrun Lohmann, mittlere Reihe: Christine Jasinski (Betreuerin Thansau), zweite Vorsitzende Helga Eisner, Petra Brandl (Thansau), vorne: Barbara Koll und Brigitte Lagler, die Betreuerinnen in Rohrdorf (jeweils von links). Foto:pil
Insgesamt 87 Familien hat der Förderverein für die Mittagsbetreuung im Laufe seines achtjährigen Bestehens geholfen. Dieser war als Initiative alleinerziehender Mütter gegründet worden und hatte sich unter dem Vorsitz von Rosita Wächter zu einer festen Einrichtung entwickelt. Vor kurzem haben sich die Mitglieder zur Auflösungsversammlung getroffen. Im Hinblick auf das neue Finanzierungsmodell für Kindergärten, erklärte Kassier Marianne Keuschnig, habe sich der Verein, der jährlich mit rund 3000 Euro von der Gemeinde bezuschusst worden sei, zu diesem Schritt entschlossen - in Absprache mit der Gemeinde und den Kindergarten-Trägern (Arbeiterwohlfart und Kirche).
Bis 14 Uhr hatten sich jeweils zwei Betreuerinnen um insgesamt 24 Kinder im Thansauer Pfarrheim und in der Schule in Rohrdorf gekümmert; hinzukamen kurzfristig immer wieder „Notfall-Kinder“. Doch abgesehen von dieser Flexibilität sieht Keuschnig in der Betreuung in den Kindergärten mit warmem Essen und längeren Öffnungszeiten vor allem Vorteile. Eine Übergangsgruppe in Rohrdorf sei leider nicht mehr zustande gekommen; umso mehr begrüßt sie das Engagement von Susanne Bauer-Vollmer, die sich dort für eine alternative Betreuung stark macht.



Dick-Stadel in neuem Glanz - Kirta rund ums Heimathaus
Platteln, Brotbacken und Führungen durchs Museum am Kirchweihsonntag

Der denkmalgeschützte Dick-Stadel in Sachsenkam vor seinem Umzug zum Bauernhausmuseum...
Rohrdorf (pil) – Just zum 70jährigen Bestehen haben die Rohrdorfer Trachtler den nicht alltäglichen Umzug über die Bühne gebracht – und Heimathaus und Venezianer-Gatter einen neuen Nachbarn bekommen: Der denkmalgeschützte Bundwerkstadel, der bis vergangenen Herbst noch auf dem Hof von Christoph Dick in Sachsenkam stand, rundet nun den hufeisenförmigen Museumskomplex hinter dem Rohrdorfer Rathaus ab. Am Kirchweihsonntag, 16. Oktober, kann dort nicht nur der 140 Jahre alte Stadel in seiner neuen Pracht bewundert werden.
An seinem früheren Standort in Sachsenkam wären die Tage des Stadels – als Baumeister wird der Rohrdorfer Zimmerermeister Johann Träxler vermutet – wohl ohnehin gezählt gewesen. Die großen Tore aus unbehandeltem Fichtenholz waren marode, das Dach war an einigen Stellen undicht, Windbretter fehlten und manche der Sparren begannen bereits zu faulen. Schon länger diente der Fachwerkbau dem damaligen Eigentümer, dem Landwirt Christoph Dick, nur noch als Abstellschuppen; im rechten Anbau war seine Werkstatt untergebracht. Aber „landwirtschaftlich ist er nicht mehr nutzbar“, begründete Dick seinen Entschluss, den Stadel dem Trachtenverein zu schenken.
...und in neuem Glanz zwischen Heimathaus und Sägegatter. Fotos: Pilger
In Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege stimmte schließlich Kreisbaumeister Alois Juraschek der Versetzung des Stadels zu. Auf diese Weise bleibe er der Gemeinde erhalten, noch dazu in einem entsprechenden Rahmen. Für die „Achentaler“ stand mit dem Umzug allerdings einiges an Arbeit an. Schließlich musste das gute Stück in seine Einzelteile zerlegt, nummeriert und auf Paletten verladen werden. Lediglich der vier auf vier Meter große Troadkasten (er ist rund 80 Jahre älter als der Stadel selbst) wurde per Tieflader in einem Stück abtransportiert. An die 4000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken im Ab- und Aufbau des hölzernen Schmuckstücks. Finanziell und materiell unterstützt wurde das Vorhaben außerdem von zahlreichen Rohrdorfer Unternehmern und Privatleuten und nicht zuletzt von der Gemeinde.
11. Oktober 2005


Prost Mahlzeit!: Der „Kochkurs“ bei Ron Walliams (Hugo Huber, rechts) entpuppt sich für Irene Dane (Gabriella Hiller, links) als knallhartes Ehe-Training. Für weitere Turbulenzen in der Komödie „Unter anderen Umständen ...“ sorgen nicht zuletzt Patch (Bernhard Kaiser), der als Sicherheitsbediensteter den Sparkurs der Hausverwaltung zu spüren bekommt, und Rons Schwester, Mrs. Walliams (Bettina Kolb). Text/Foto: pil

Turbulentes Trockentraining in Sachen Ehe
Harlekins spielen "Unter anderen Umständen ..."
Auch das Verheiratetsein will gelernt sein. Und weil die Mutter von Irene Dane (Gabriella Hiller) so gar nicht einverstanden ist mit der Wahl ihrer Tochter, meldet sie die Studentin zur Abschreckung kurzerhand zu einem Lehrgang in „Dorpats Institut für Gefühlssteuerung“ an. Was Irene allerdings nicht ahnt: Statt des versprochenen Kochkurses steht ihr ein dreiwöchiges Ehe-Training bevor, bei dem sie der „Küchenchef“ Ron Walliams (Hugo Huber) mit allen Macken ihres Zukünftigen Walter Helling (Hubert Greiml) konfrontieren wird. Sogar eine simulierte Schwangerschaft muss sie durchstehen – nur zur Übung. Rons Schwester (Bettina Kolb) als vermeintliche Übungs-Schwiegermutter und das „Zimmermädchen“ Patch (Bernhard Kaiser) verleihen dem „Kochkurs“ zusätzlich Würze, und es ist schließlich Ron, der buchstäblich nicht mehr weiß, was eigentlich gespielt wird.
Mit Ernst Jacobsohns turbulenter Komödie „Unter anderen Umständen...“ stehen die Rohrdorfer „Harlekins“ in diesem Jahr in etwas kleinerer Besetzung auf der Bühne. Insgesamt fünfmal ist die Inszenierung unter der Regie von Hugo Huber im Turner Hölzl zu sehen. Premiere ist am Samstag, 15. Oktober; die weiteren Aufführungen – Beginn ist jeweils um 20 Uhr - stehen am 22., 23., 28. und 29. Oktober auf dem Programm. Karten gibt's bei der Raiffeisenbank Rohrdorf oder unter www.harlekin-online.de.



Büchergeld: Gemeinde Schechen verzichtet
Zieht Rohrdorf nach? - Bürgerblock stellt Eilantrag
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Geteiltes Echo auf "Tag des Kunden" in Rohrdorf und Samerberg
Heimisches Gewerbe stellt sich vor - Neuauflage geplant - Kritik am Landesverband

Rohrdorf/Samerberg (pil) – Zweigeteilt fiel das Echo auf den ersten „Tag des Kunden“ im Einzugsbereich des Gewerbeverbands Rohrdorf/Samerberg aus. Während sich die Resonanz auf die Infostände der Rohrdorfer Geschäftsleute eher in Grenzen hielt, zog Vorsitzender Werner Schmid für den Samerberg eine „hervorragende“ Bilanz. Dort seien die örtlichen Betriebe – vom Trachtengeschäft über den Heizungsbauer bis zur Kosmetikerin - buchstäblich im Mittelpunkt des Geschehens gestanden und zahlreiche neue Kontakte geknüpft worden, freut sich Schmid.
Wie sein Amtskollege Georg Huber in Samerberg hatte auch der Rohrdorfer Bürgermeister Fritz Tischner den Unternehmern auf dem Dorfplatz einen Besuch abgestattet. Ohnehin, betonte Tischner, räume die Gemeindeverwaltung so weit wie möglich heimischen Betrieben Vorrang bei der Auftragsvergabe an, könnten diese doch insbesondere den direkten Kontakt zum Kunden in die Waagschale legen: „Der Billigste ist nicht immer der Preiswerteste.“ Möglicherweise schweife
"Wir machen mehr" - Unter diesem Motto lud auch der Gewerbeverband Rohrdorf/Samerberg zum ersten bundesweiten "Tag des Kunden" ein. Foto: pil
die Gemeinde nun auch bei Anschaffungen rund um die EDV nicht mehr in die Ferne; schließlich war neben einem Gebäudereiniger, einem Reisebüro und einer Finanzmaklerin für Frauen unter anderem ein Computerservice-Unternehmen in der Ortsmitte vertreten. An beiden Standorten hatten darüber hinaus heimische Betriebe und Gastwirte eine kleine Brotzeit und Getränke aufgetischt.
Dass sich der Gewerbeverband Rohrdorf/Samerberg auch im nächsten Jahr am „Tag des Kunden“ - einem Projekt des Deutsche Gewerbeverbands unter dem Motto „Wir machen mehr“ - beteiligen wird, steht für Werner Schmid nach ersten Gesprächen mit den Ausstellern bereits fest.
Kritik äußerte er unterdessen an der Öffentlichkeitsarbeit seitens des Landesverbandes. Die sei im großen und ganzen den Ortsverbänden überlassen worden, und viele Bürger hätten von dem Aktionstag gar nichts gewusst. Dass auch das Werbebanner wegen des fehlenden Datums auf wenig Gegenliebe gestoßen war, erfuhr Christian Michael Klotz, der Geschäftsführer des Bezirksverbands Oberbayern-Ost, gleich vorort. Rund 40 der insgesamt 70 Ortsverbände aus seiner Region hatten sich bei „Wir machen mehr“ beteiligt – Anlaufschwierigkeiten inklusive. Doch, machte Klotz bei seiner Stippvisite in Rohrdorf Mut, „nächstes Jahr wird's einfacher“.
20. September 2005

Für farbenfrohe Blickfänge im Landgasthof Gut Apfelkam sorgen derzeit die Werke der Lauterbacher Malerin Maria-Theresia Holzner (links). Für die Gaumenfreuden sorgen unterdessen Madlen Plato und Stephan Brandl (stehend rechts) mit ihrem Team: Alexander Süß, Markus Schmiedhuber, Lukas Tröger und Johannes Aschenbrenner (knieend von links). Text/Foto: pil
"Gewitterstimmung" im Landgasthof
Maria-Theresia Holzner stellt in Apfelkam aus
Nicht nur mit kulinarischen Köstlichkeiten werden die Gäste im Landgasthof Gut Apfelkam derzeit verwöhnt. Denn mit „Gewitterstimmung“, „Harmonie des Herzens“ und „Heiterkeit der Gedanken“ hat Maria-Theresia Holzner für zusätzliche Blickfänge in den urigen Räumen mit Holzdielen und Kachelofen gesorgt: Während der nächsten Wochen sind dort insgesamt 18 Bilder aus dem Atelier der Lauterbacherin zu bewundern. Holzner, die 1989 als Autodidaktin zur künstlerischen Arbeit kam, setzt bevorzugt auf Blumen als Motive. Als größte Herausforderung sieht sie dabei, „die Farbharmonie der Natur auf die Leinwand zu bringen“ – und hin und wieder auf Holz. Doch wenngleich sich Maria-Theresia Holzner vorwiegend der gegenständlichen Malerei verschrieben hat, ist unter ihren knapp 50 Werken auch „Modernes“ und „Surrealistisches“ zu finden; so etwa Engels- und Elfendarstellungen, denen ein Schuss Mystik anhaftet.
16. September 2005

Gewerbeverband rührt Werbetrommel in Sachen Nahversorgung
Erster "Tag des Kunden" - Firmenpräsentationen in Rohrdorf und Samerberg

Rohrdorf/Samerberg (pil) – Die örtlichen Betriebe stehen im Mittelpunkt eines Aktionstages, zu dem der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg am Freitag, 16. September, einlädt. Zwischen 10 und 15 Uhr rühren auf dem Dorfplatz in Rohrdorf, beziehungsweise vor dem Rathaus in Törwang zahlreiche Firmen und Geschäfte aus den beiden Gemeindegebieten die Werbetrommel in Sachen Nahversorgung.
Viele Bürger wüssten oft gar nicht um das umfangreiche Angebot an Handwerkern, Dienstleistern und Handelsunternehmen direkt vor der eigenen Haustür, bringt Vorsitzender Werner Schmid das Problem auf den Punkt. Er setzt deshalb große Erwartungen in den ersten „Tag des Kunden“, den der Deutsche Gewerbeverband bundesweit angestoßen hat. Eine neue Broschüre bietet einen Branchen-Überblick über die mittlerweile rund 70 Mitgliedsbetriebe des Gewerbeverbands Rohrdorf-Samerberg. Und mittels eines Fragebogens will der Ortsverband darüber hinaus feststellen, welchen Stellenwert die örtlichen Betriebe bei der Bevölkerung einnehmen und wo es nachzubessern gilt.
An den Ständen vor der Dorfbäckerei in Rohrdorf präsentieren sich unter anderem Transportunternehmen, eine Tankstelle, ein Bauunternehmen, ein Druckereibetrieb, ein Reisebüro sowie ein Computer-Service und die Obstverwertung. Vor dem Samerberger Rathaus sind zudem ein Kosmetikstudio, ein Getränkemarkt, ein Heizungsbauer, Gastwirte und eine Versicherungsagentur vertreten.
„Nahversorgung kostet etwas mehr.“, räumt Schmid mit Blick auf die von den großen Handelsketten praktizierte „Politik der kleinen Preise“ unumwunden ein. Im Gegenzug könne aber der ortsansässige Betrieb mit Nähe zum Kunden, Fachwissen und so manchem Sonder-Service punkten, was sich langfristig wiederum auszahle.
Nur wenn die Kaufkraft in der Gemeinde bleibe, könnten dort auch Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert werden, mahnt er und verdeutlicht die Situation anhand einiger Zahlen: Beinahe 70 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland stelle der Mittelstand bereit; und gar 80 Prozent aller Lehrlinge würden in mittelständischen Betrieben aufs Berufsleben vorbereitet. Nicht zuletzt trage der Mittelstand, dem 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland angehörten, zum Erhalt historisch gewachsener Ortszentren bei und verhindere eine Verödung der Innenstädte.
Den ersten „Tag des Kunden“ mit Brotzeit und Präsenten will Schmid indes vor allem als kleines „Dankeschön“ für die Rohrdorfer und Samerberger verstanden wissen; denn, betont er, „die Kunden sind unser wichtigstes Gut!“
9. September 2005


Fest in Kinderhand war die alte Walze im Bauhof. Dort durften die Mädchen und Buben außerdem mit dem Unimog auf Tour gehen und sich auf der Hebebühne Höhenluft um die Nase wehen lassen. Natürlich war auch für eine Brotzeit gesorgt. Foto: pil
Das Losverfahren hat sich bewährt
Wieder großer Andrang beim Ferienprogramm

Rohrdorf (pil) – Kinovergnügen unter freiem Himmel, mittelalterliche Schreibstunden im Kloster Seeon und Torfstechen in der Nicklheimer Filzen. Eine bunte Palette mit 34 Aktionen – vom Übernachten auf der Alm über den Instrumententest bei der Musikkapelle bis hin zum Streifzug durch den Wald mit einem Jäger - hatte das Rohrdorfer Ferienprogramm in diesem Jahr zu bieten.
Wie üblich galt das Hauptinteresse wieder den Bastelstunden, in denen unter anderem lustige Löffelfiguren und kunstvolle Klangspiele aus Tontöpfen entstanden. Aber auch die Visite bei der Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz) und das Schnupperfischen am Hochstrasser See standen ganz weit oben auf der Wunschliste der Ferienkinder, resümiert Petra Motzke von der Gemeindeverwaltung.
Uneingeschränkt positiv fiel ihre Bilanz in punkto Losverfahren aus, mit dem heuer erstmals die Plätze vergeben worden waren: „Das ist gut angekommen.“ Motzkes besonderer Dank aber gilt den Vereinen und vielen ehrenamtlichen Helfern, die das Ferienprogramm in diesem Umfang erst ermöglicht haben.
4. September 2005


Grünes Licht für den Wiesn-Express
Sonderzug verkehrt an allen 16 Tagen zwischen Rohrdorf und Rosenheim

Der Wiesn-Express zwischen Rohrdorf und Rosenheim verkehrt in diesem Jahr täglich. Für Mittwoch, 31. August, hat sich bereits prominenter Besuch angekündigt: An diesem Nachmittag (13 Uhr ab Rohrdorf) geht die Miss Herbstfest mit dem Sonderzug auf Fahrt. Foto: Pilger
Rohrdorf (pil) – Nur wenige Tage vor der Eröffnung des Rosenheimer Herbstfests hat das Eisenbahnbundesamt in München endgültig grünes Licht gegeben: Der Wiesn-Express zwischen Rohrdorf und Rosenheim darf auch in diesem Jahr auf Fahrt gehen, freut sich Logistik-Unternehmer Helmut Wiesböck. Den Fahrplan hat der Rohrdorfer dabei für diese Saison größtenteils umgekrempelt: So startet der Integral der Bayerischen Oberlandbahn heuer an allen 16 Wiesntagen jeweils um 17.30 Uhr an der ORO in Rohrdorf (17.35 Uhr in Thansau, Finkenstraße); zurück geht's um 23.40 Uhr. Lediglich am Eröffnungstag, 27. August, sowie an den beiden Familientagen (Mittwoch) stehen zusätzliche Fahrten um 13 Uhr (Rückfahrt: 17 Uhr) auf dem Programm. Am Bahnhof in Rosenheim besteht jeweils Anschluss zum kostenlosen Wiesnbockerl sowie zum vergünstigten Stadtverkehr. Auch für ein Barzelt am Rohrdorfer Bahnhof, wo sich die Wiesn-Heimkehrer freitags, samstags und mittwochs noch einen Schlummertrunk genehmigen können, ist gesorgt.
Mit den täglichen Abendfahrten und Gruppenermäßigungen will Wiesböck die Zugverbindung nicht zuletzt Vereinen und Betrieben schmackhaft machen; zumal der RVO in Absprache mit ihm und der Gemeinde Rohrdorf parallel zum Zugfahrplan keine Bus-Sonderfahrten auflege.
Neben dem Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg beteiligt sich auch die Rosenheimer Auerbräu AG wieder an der Aktion. So kostet eine Rückfahrt im Sonderzug 4,50 Euro, inklusive Biermarkerl 8,50 Euro. Kinder unter zehn Jahren dürfen kostenlos mitfahren.(Weitere Auskünfte und Reservierung unter Telefon 08033/304650 oder 08032/1283). Eine erneute finanzielle Beteiligung der Kommune am Herbstfestzug hat der Rohrdorfer Gemeinderat wie berichtet abgelehnt; im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde durch eine Ausfallbürgschaft einen Teil des Verlustes aufgefangen.
Dass die Fahrgenehmigung erst wenige Tagen vor Wiesn-Beginn erteilt worden ist, erklärt Wiesböck mit einer Reihe von Auflagen, die er diesmal vom Eisenbahnbundesamt bekommen habe. So habe er beispielsweise eigens ein Gutachten einholen müssen, um den Funk- beziehungsweise Handyempfang auf der gesamten Strecke Rohrdorf/Rosenheim nachzuweisen.
24. August 2005


Luftgewehrschießen: St. Jakobus räumt "Hauptgewinn" ab
Altschützen spenden Reinerlös der ersten Dorfmeisterschaft für Kirchenrenovierung

Über die große Resonanz auf die erste Rohrdorfer Dorfmeisterschaft im Luftgewehrschießen freute sich nicht nur Altschützen-Vorstand Rupert Steiner (Zweiter von rechts), der bereits eine Neuauflage des Wettkampfes angekündigt hat. Den Königstitel sicherte sich Jakob Opperer medior (rechts), Dritter wurde Schorsch Gschwendtner (knieend). Den „Hauptgewinn“ – 1000 Euro für die Renovierung der Jakobuskirche - aber erhielten Pfarrer Gottfried Doll (Mitte) und Diakon Albert Hack (Zweiter von links). Zum Erfolg der Veranstaltung gratulierte Zweiter Bürgermeister Karl Frey (links). Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Auch wenn das Team „Jakobus“ mit 644 Ringen lediglich den siebten Platz belegte, ging die Pfarrei-Mannschaft doch als der eigentliche Sieger aus der ersten Rohrdorfer Dorfmeisterschaft im Luftgewehrschießen hervor: Schließlich kommt der Reinerlös der Aktion in Höhe von 1000 Euro in vollem Umfang der Renovierung der Jakobus-Kirche zugute. Darüber hinaus sicherte sich Kirchenpfleger Jakob Opperer mit einem 16,6-Teiler den Titel des Dorfkönigs. Zweite wurde Christa Eggendorfer (37,8), gefolgt von Schorsch Gschwendtner (40,7).
Ohnehin stand bei dem Wettbewerb, zu dem die Altschützengesellschaft erstmals aufgerufen hatte, weniger der sportliche Aspekt im Vordergrund. Vielmehr hatte sich der rund 120 Mitglieder zählende Verein zum Ziel gesetzt, die Dorfgemeinschaft zu beleben und insbesondere die einzelnen Vereine näher zusammenzubringen. 53 Mannschaften mit insgesamt 212 Teilnehmern hatten die Organisatoren auf diese Weise an den 10-Meter-Schießstand im Turner Hölzl geholt, wo binnen vier Tagen an die 8000 Treffer auf den Zielstreifen registriert wurden. Verschossen worden waren allerdings etwa 10.000 der kleinen Bleikugeln, wie Vorstand Rupert Steiner bei der Siegerehrung schmunzelnd anmerkte.
Auf ihre gewohnte Montur aus Schießjacke und Handschuhen mussten die aktiven Schützen bei dieser Meisterschaft im Zuge der Chancengleichheit allerdings verzichten, erläuterte Vorstandsmitglied Fritz Schauer. Und weil die „Laien“ darüber hinaus das rund fünf Kilo schwere Gewehr beim Anvisieren und Schießen auflegen durften, seien schließlich auffallend wenige „versierte“ Schützen auf den vorderen Rängen gelandet.
27. Juli 2005

Weitere Ergebnisse

In der Einzelwertung wurden im Wechsel die jeweils besten Ergebnisse von Ringen pro Serie (maximal 100) beziehungsweise der niedrigste Teiler beim Schuss ins Zentrum der Scheibe (10 Ringe), sogenannte Blattl, berücksichtigt. Der Teiler gibt dabei die Abweichung des Treffers in 1/100 Millimetern aus der Scheibenmitte an.
Hier lag Jakob Opperer junior mit 95 Ringen vorne. Ihm folgte Martin Grick mit einem 8,5-Teiler; Rang drei belegte Kim Rogers (94 und 91 Ringe). Maria Bräuer sicherte sich mit einem 8,6-Teiler den vierten Platz in der Einzelwertung; auf Platz fünf landete Tobias Raab mit 94 und 87 Ringen.
In der Mannschaftswertung hatte sich die „Musi Rohrdorf“ (Jakob Opperer junior, Hans Knoll, Richard Haimmerer, Thorsten Weingart) mit 692 von 800 möglichen Ringen vor „D'Jaga“ (Kim Rogers, Wolfgang Kerling, Maria Bräuer, Thomas Schmid, 688 Ringe) und den „Starzberglern“ mit Harry Alles, Stephan Faltermeier, Karl Zweckstätter und Georg Mayr (663) an die Spitze der 53 Mannschaften geschossen.
Für besondere Erheiterung indes sorgte das Schlusslicht „Die Wilden Roten“ (478 Ringe); waren die SPDler doch als allererstes Team des Wettbewerbs am Schießstand angetreten.



"Dauer-Lauf durchs Berufsleben"
Zementwerk Rohrdorf ehrt Jubilare

Rohrdorf (pil) – Die Worte von Mike Edelmann verhießen Gutes: „Es soll mehr gefeiert werden!“, kündigte der Geschäftsführer des Rohrdorfer Zementwerks an. Der Anfang sei bereits gemacht; an dem Tag, als der große Drehofen erstmals zu 100 Prozent mit Sekundärbrennstoffen angefeuert wurde. Einen ganz besonderen Anlass zum Feiern aber boten auch die 16 Mitarbeiter, die jetzt für 40- respektive 25jährige Firmenzugehörigkeit geehrt beziehungsweise in den Ruhestand verabschiedet wurden. Stolz ist dabei nicht nur Edelmann auf die vielen „Vierziger“. So konnte Prokurist Ludwig Nickl sechsmal neben Firmenchronik und Urkunden eine Ehrenmedaille der Industrie- und Handelskammer für Firmentreue über vier Jahrzehnte hinweg überreichen. In zum Teil recht persönlich gefärbten Worten zollte er seinen langjährigen Mitarbeitern Respekt und Anerkennung.
Im Rahmen einer Feierstunde, an der neben der Firmenleitung auch Vertreter des Betriebsrates teilnahmen, ehrte das Rohrdorfer Zementwerk seine Firmenjubilare und verabschiedete sechs Mitarbeiter in den Ruhestand. Foto: pil
„Vierzig Jahre - das hätte für mich Arbeiten vom ersten Tag an bedeutet“, witzelte Edelmann (Jahrgang 1965), der den Seltenheitswert eines solchen Ereignisses in Zeiten des „Job-Hoppings“ auch stellvertretend für Prokurist Heinrich Rodlmayr und Werksleiter Karl Frey hervorhob. Nur mit Ausdauer und Spaß an der Arbeit ließe sich ein solcher Dauerlauf bewältigen, der seit jenem Jahr anhält, in dem der spätere Langstreckenläufer Dieter Baumann geboren wurde, das internationale Kinderhilfswerk Unicef den Friedensnobelpreis erhielt und Roy Orbison mit „Pretty Woman“ die deutsche Hitparade eroberte.
Die gleiche Motivation und Energie aber bescheinigte Edelmann bei der zwanglosen Feier in der Kantine ausdrücklich auch den fünf „Fünfundzwanzigern“ im Rohrdorfer Zementwerk, das erst kürzlich sein 75jähriges Bestehen gefeiert hat. Schließlich, betonte er, verkörperten die Mitarbeiter das Kapital des Unternehmens.
In den Ruhestand wurde neben Simon Straßburger, Ferdinand Bürsch, Friedrich Pokorny, Paul Urscher und Johann Bichler auch Horst Hansen verabschiedet, der zugleich sein 40jähriges feierte. Zu den „Vierzigern“ zählen darüber hinaus Josef Schlepp, Hans-Dieter Regner, Johann Krapf, Fritz Mayer und Rupert Schmidpeter. Für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit wurden Alfons Artmann, Günter Hefter, Franz Stocker, Nicolo Proce und Erika Kraft von der Rohrdorfer Kieslieferungsgesellschaft geehrt.
21. Juli 2005


Willi Hofmann: "Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt"
VdK-Kreisvorsitzender spricht bei Jahreshauptversammlung in Rohrdorf - Neuwahlen

Rohrdorf (pil)Neuwahlen, eine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und vor allem ein engagiertes sozialpolitisches Referat unter dem Motto „Entsolidarisierung stoppen“ bestimmten die Jahreshauptversammlung des VdK Rohrdorf, zu der sich 17 der insgesamt 97 Mitglieder im Gasthof „Alpenblick“ in Lauterbach eingefunden hatten.
So fiel das Bild, das der Kreisvorsitzende Willi Hofmann in seinem Vortrag von der derzeitigen Situation im „sozialen Rechtsstaat“ zeichnete, wenig erbaulich aus. Auf etwa 1100 Euro im Jahr müssten die Rentner nunmehr wegen der zusätzlichen Belastungen und Nullrunden seit 2004 verzichten, rechnete der VdK-Landes- und Bundesschatzmeister vor; das entspreche etwa einer Monatsrente. Doch Sozialabbau „gefährdet den inneren Frieden“, warnte der agile 80jährige vor weiteren Einschnitten. Er empfahl allen, gegen die jüngsten Rentenbescheide Widerspruch einzulegen wegen des seit 1. Juli erhobenen Sonderbeitrags für Zahnersatz und Krankengeld in Höhe von 0,9 Prozent. Letzteres sei eine Leistung, die Rentner „niemals in Anspruch nehmen können“. Der VdK strebe hier ein Musterklageverfahren an.
„Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt oder ein Almosen des Sozialamts“, betonte er nachdrücklich, sondern „Lohn für eine jahrzehntenlang erbrachte Lebensleistung“. Dreizehnmal sei seit 1977 die Rentenformel geändert worden – immer zu Lasten der Rentner. Gerademal drei Prozent der 20 Millionen Rentner bezögen monatlich 1500 Euro und mehr. Eine Altersversorgung aus Höchstbeiträgen, für die 50 Jahre lang einbezahlt wurde, liege bei 2200 Euro; und diese erhielten lediglich 2000 Senioren (0,1 Promille).
Die, kritisierte Hofmann scharf, lägen damit aber immer noch weit hinter den Bezügen pensionierter „Wahlbeamter“. Zum Vergleich wartete er unter Berufung auf einen „Focus“-Bericht mit einigen Zahlen auf: Demzufolge habe Bundesfinanzminister Hans Eichel bereits jetzt einen Gesamtanspruch von monatlich mehr als 11.500 Euro, bei Bundeskanzler Gerhard Schröder beliefe sich die Summe auf knapp 9000 Euro und Sozialministerin Ulla Schmidt könnte als Ruheständlerin monatlich gut 6200 Euro einstreichen.
Mehr denn je müsse der VdK heute für einen ausgewogenen Zustand im sozialpolitischen Bereich eintreten. Hofmann: „Die Sozialpolitik darf nicht zum Abfallprodukt der Politik gemacht werden.“ Die Krise in den Sozialversicherungssystemen führt er insbesondere auf die Finanzierung der Deutschen Einheit zurück. „Der Sozialstaat ist nicht Täter sondern Opfer!“; pflichtete er dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger bei.
Nicht ohne Stolz aber hob das VdK-Urgestein den Wandel der Einrichtung vom einfachen Selbsthilfeverband der Nachkriegszeit zum großen Sozialverband für behinderte, kranke und ältere Menschen und Rentner mit bundesweit 1,4 Millionen Mitgliedern hervor. Umso mehr als die Wiege des VdK in Hofmanns Heimatstadt Rosenheim steht, wo er am 19. Juli 1945 die erste Beratungsstelle für Kriegsopfer, Flüchtlinge und Heimatvertriebene als „private Wohlfahrtseinrichtung“ mitbegründete. Die Mitgliederkartei des Kreisverbands umfasst zu seiner Freude in der Zwischenzeit knapp 7000 Einträge – Tendenz steigend.
Auf die Arzneimittel-Zuzahlungen für chronisch Kranke und die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Anerkennung als Schwerbehinderter ging abschließend Kreisgeschäftsführer Dieter Störmann bei der Versammlung ein.
1. Juli 2005


Ehrung und Ehrenvorsitz
Wechsel in der Vorstandschaft: Einstimmig wurde Marianne Keuschnig (rechts) zur neuen Vorsitzenden des VdK-Ortsverbandes Rohrdorf gewählt. Die bisherige Vize tritt damit die Nachfolge von Hermann Wörndl (Mitte) an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte. Sie gab als bisherige Schriftführerin auch einen Überblick über die Aktivitäten des Ortsverbandes, zu denen vor allem Krankenbesuche zählen. Wörndl, er gehört dem Vorstand seit 1982 an, wurde bei der Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden – dem zweiten neben Jakob Opperer – ernannt.
Als Vize und Schriftführer fungiert nun Rudolf Schmid, Keuschnig übernimmt künftig zudem das Amt des Kassier.
Für 30 Jahre Mitgliedschaft beim VdK erhielt darüber hinaus Ernst Bartoschek (links) das Treuezeichen in Gold.
Foto: pil



Senioren und Kinder im Mittelpunkt
Jahreshauptversammlung bei der Arbeiterwohlfahrt
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"Beswingter" Stehempfang für Albert Hack
Pfarrverband Rohrdorf gratuliert zur Diakonweihe
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Neues Laichgewässer an der Rohrdorfer Ache
Biotop soll Krötenwanderung über Staatsstraße beenden

Rohrdorf (pil) – Zwei Fliegen mit einer Klappe will das Straßenbauamt Rosenheim mit dem neuen Laichgewässer an der Rohrdorfer Ache schlagen, das innerhalb von nur vier Tagen nahe des Logistik-Centers der Firma Hamberger entstanden ist. Das Biotop, das als Ausgleichsfläche im Zuge der geplanten Ortsumfahrung Wildenwart angelegt worden ist, soll langfristig die Krötenwanderungen über die Staatsstraße 2359 auf Höhe des Gewerbegebiets Griesenholz beenden, erläuterte Klaus Rehm, Leiter des Straßenbauamts Rosenheim, gestern beim Ortstermin. In Wildenwart selbst sei die Schaffung einer Ausgleichsfläche nicht zwingend notwendig gewesen.
Noch umgibt nackter Lehmboden das neue Laichgewässer. Die Begrünung des Biotops, das beim Straßenbauamt mit rund 6000 Euro zu Buche schlägt, soll die Natur selbst vornehmen. Passend zum eher feuchten Lebensraum der Amphibien war auch das Wetter beim gestrigen Pressetermin: Dieter Weickmann und Klaus Rehm (Straßenbauamt), Hans Höger und Monika Jaduczynski (Landratsamt), Christian Praxl (Gemeinde Rohrdorf), Albert Kordick (Bund Naturschutz), Rohrdorfs Zweiter Bürgermeister Karl Frey und Heinz Steiner von den Hamberger Industriewerken (von links). Foto: pil
Jedes Jahr, führte Dieter Weickmann vom Straßenbauamt aus, seien zahlreiche Tiere auf ihrer Wanderung von den Winterquartieren zum bisherigen Laichplatz östlich der Rosenheimer Straße überfahren worden. Mit dem neuen Weiher, der im Endzustand bis zu 1,40 Meter tief sein wird und dann an die 800 Quadratmeter Fläche bedeckt, hofft auch Albert Kordick vom Bund Naturschutz auf ein Ende des Krötensterbens. Seit 21 Jahren sammelt er morgens die Tiere an den Krötenzäunen ein und trägt sie über die viel befahrene Staatsstraße. Vor zehn Jahren seien dabei noch an die 1000 Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche in den Kübeln der Naturschützer gelandet; seither habe sich diese Zahl jedoch rapide auf kaum mehr ein Fünftel reduziert. Künftig werden die Umweltschützer deshalb die Tiere, die normalerweise zum Ablaichen an ihren Geburtsort zurückkehren, zum neuen Laichplatz an der Rohrdorfer Ache schaffen.
Der Dank seitens Straßenbauamt, Unterer Naturschutzbehörde im Landratsamt und der Gemeinde Rohrdorf - vertreten durch Zweiten Bürgermeister Karl Frey – gilt vor allem der Firma Hamberger Industriewerke, die rund 1500 Quadratmeter als neuen Lebensraum für Kröten & Co. zur Verfügung gestellt hat; umso mehr als viele der etwa 18 im Freistaat vorkommenden Amphibienarten als gefährdet auf der Roten Liste stünden.
19. April 2005


Wenn Rohrdorfs Feuerwehrler in die Knie gehen
Voller Einsatz beim Patenbitten in Höhenmoos
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Reger Gedankenaustausch mit Gästen aus Polen
Besuch aus der Partnergemeinde Tarnowo Podgórne zum Weltgebetstag
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"mefro"-Gruppe auf dem Sprung an die Spitze in Europa
Rohrdorfer Unternehmen will Räder-Sparte von Michelin kaufen

Rohrdorf (pil) – Die „mefro“-Unternehmensgruppe mit Sitz in Rohrdorf steht kurz vor dem Sprung nach ganz weit oben. Demnächst will der Felgenproduzent den Geschäftsbereich Stahlscheibenräder des französischen Michelin-Konzerns übernehmen und könnte damit an die Spitze der europäischen Räderhersteller aufsteigen. Das Geschäft ist so gut wie unter Dach und Fach; für die endgültige Vertragsunterzeichnung mit den Franzosen stehen nur noch die Unterschriften und Stellungnahmen der Betriebsräte aus.
Nach dem Kauf der Michelin-Sparte werden jährlich mehr als 20 Millionen Pkw-Stahlräder, 5,5 Millionen Nutzfahrzeugräder und 1,5 Millionen Stahlräder für Traktoren, Land- und Baumaschinen die Fertigungsstätten unter dem Dach der künftigen „mefro wheels“ verlassen. „Mit der Akquisition des Michelin Geschäftsfeldes Räder verfolgen wir konsequent die weitere Expansion in diesem Bereich.“, nahm Dr. Alfred Fischbacher, Geschäftsführender Gesellschafter der „mefro“, Stellung zur bevorstehenden Übernahme; über finanzielle Details wurde nichts bekannt.
Knapp 160 Millionen Euro setzte die Firmen-Gruppe, hinter der die Familie Fischbacher steht, mit ihren rund 1000 Mitarbeitern an drei Produktionsstandorten im vergangenen Jahr um. Dabei ist das Unternehmen neben der Stahlrad-Produktion auch auf die Herstellung von Pressteilen und Systemen für die deutsche Automobilindustrie spezialisiert.
Bis 1991, als der Metallwarenbetrieb das Räderwerk Ronneburg in Thüringen kaufte, wurde ausschließlich in Rohrdorf produziert; im Jahr 2000 kam mit der Südrad GmbH Radtechnik in Ebersbach/Baden-Württemberg eine weitere Tochterfirma hinzu. Mit der Übernahme der Michelin-Sparte dehnt sich der Firmenverbund dann auf Solingen (Michelin Kronprinz Werke), das französische Troyes (Michelin Roues Frances) und Bilecik in der Türkei (Tekersan) aus. Außerdem wurde die Vertriebsgesellschaft Fritz Berger in Essen erworben.
Wie das Familienunternehmen in einer Pressemitteilung zusicherte, werden alle 1800 betroffenen Mitarbeiter übernommen, wobei auch „die bisherigen, sehr erfolgreich agierenden Managementteams der früheren Unternehmensteile“ bestehen bleiben.
In der Michelin-Zentrale in Clermont-Ferrand hat man sich bereits seit längerem mit dem Gedanken getragen, diesen Geschäftsbereich an einen Spezialisten zu verkaufen. Die Herstellung von Rädern, begründet der Konzern seine Entscheidung, böte „nur sehr wenige Synergiemöglichkeiten“ mit der von Reifen. Die „mefro“-Gruppe indes sei mit der Übernahme auf dem besten Wege, zur Nummer eins der europäischen Räderhersteller aufzusteigen.
23. Februar 2005


Neuland für die Petö-Kinder
Bayernweit einmaliger Pilotversuch an der Rohrdorfer Grundschule
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Fuchsjagd und Moorleiche - Das wahre Abenteuer wartet im Wald
Weg vom Fernseher, raus in den Wald: Mit viel Musik und Temperament nahm „Wurliz, der kleine Troll“ die Mädchen und Buben der Rohrdorfer Schule auf einen spannenden Streifzug durch den Wald mit. Ihnen hatten sich auch die Kinder der Montessori-Schule und des Thansauer Kindergartens angeschlossen. Foto: pil
Ein "trolliger" Ausflug mit "Wurliz" und seiner Band

Rohrdorf (pil) – An einem Dienstag vormittag muss es gewesen sein, vor 357 Jahren, als die vier Trolle das letzte Mal ein Menschenkind beim Baumkraxeln gesehen haben. Überhaupt die Menschen, diese sonderbaren Laus-losen Wesen, bei denen fast alles viereckig ist: Anstatt in kuschelig runden Kuhlen wohnen sie in viereckigen Steinhöhlen, wo das Wasser aus Hähnen anstatt von Tropfsteinen kommt. Da können Wurliz, Zottwiesel, Grundler und Glugwurz, die vier zotteligen Gestalten, nur verständnislos den Kopf schütteln. Vor allem aber starren die Menschenkinder leider mit Vorliebe in diese viereckigen Flimmerkästen, während draußen im Wald das Abenteuer wartet – man muss nur genau hinsehen.
Und wie das mit dem Hinschauen geht, zeigte „Wurliz, der kleine Troll“, der im Menschenleben Matthias Brandstäter heißt, Jahrgang 1966 ist und Malerei und Kunsterziehung studiert hat, eindrucksvoll während seiner einstündigen Show im Turner Hölzl. Gemeinsam mit der dreiköpfigen Troll-Band (Wolfgang Hierl, Erich Kogler und Uli Jenne) ging's barfuß über Stock und Stein, vorbei an moosbewachsenen Bäumen, taunassen Blumen und Ringelnattern im Schilf. Sogar eine atemberaubende Fuchsjagd erlebten die Mädchen und Buben bei ihrem Streifzug durch den Wald mit.
Die Idee, den „Kleinen Troll“ auch für die Schulkinder auf die Bühne zu holen, war bereits beim Sommerfest des Thansauer Kindergartens geboren worden. Dort war Wolfgang Zeller, Rektor der Grund-und-Teilhauptschule Rohrdorf, von Brandstäters Solo-Auftritt ganz angetan gewesen. Die stinkende Moorleiche allerdings, die der zottelige Waldgeist Wurliz als seinen Lebensretter aus einem Sumpfloch zog, war so manchem der kleineren Zuschauer in der Mehrzweckhalle nicht ganz geheuer.
4. Februar 2005


"Kindergärten sind eine wertvolle Hilfe für alle Bürger"
Alfred Fischbacher übergibt 2000-Euro-Spende an "Heilige Familie"
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Warum der Osterhase Weihnachten diesmal nicht verschläft
Zauberhafte Reise zu den Trollen im Regenbogenwald mit den "Harlekids"

Geschafft: Cora und ihre Bande sitzen in der Falle. Jetzt müssen die drei nur noch verraten, wo sie die Rentiere von Santa Claus versteckt haben. Bis dahin haben Ailis (Vanessa Mitter), Pock, Furchie der Drache und die Elfenprinzessin Rosilia noch alle Hände voll zu tun. Fotos: pil
Rohrdorf (pil) – Kaum hatte Hugo Huber die ganze Gesellschaft musikalisch in den Regenbogenwald entführt, waren sie auch schon zu hören, die bewundernden „Ah!“ und „Oh!“. Die Urwaldatmosphäre gemischt mit weihnachtlicher Dekoration, die Bühnenbildner und Techniker der „Harlekids“ mithilfe von Nebelschwaden, Wasserlauf, Lichteffekten und exotischer Geräuschkulisse ins Turner Hölzl gezaubert hatten, zog kleine wie große Zuschauer sofort in seinen Bann.
Klar, dass im Trollwald andere Regeln gelten. – Nur deshalb haben Furchi der furchtlose Drache (Maria Haimmerer) und Rosilia die Elfenprinzessin (Helena Kurfer) mächtig Ärger bekommen, als sie eine ganze Stunde zu früh vom Spielen heimgekommen sind. Trotzdem laufen auch im Regenbogenwald die Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren. Die trollige Idylle wird aber jäh gestört, als Eglof der begnadete Dichter (Seppi Haimmerer) das Menschenkind Melina präsentiert, das sich verirrt hat: „Beim Wald Erkunden hab ich die da gefunden.“ Als sich dann noch herausstellt, dass Cora und ihre Bande die Rentiere aus dem Santa Claus-Wald bei ihrem Probeflug entführt haben, um Weihnachten zu verhindern, ist es mit der Beschaulichkeit im Trollland endgültig vorbei. Das geht sogar dem Osterhasen Brunilo (Markus Mottinger) auf die Löffel, der Weihnachten bislang immer verpennt hat.
Viel Magie war im Spiel um den "Trollzauber im Regenbogenwald".
Insgesamt 14 Rollen und einen Schuss Nachdenklichkeit hat Christine Unterseer in ihrem amüsanten Erstlingswerk „Trollzauber im Regenbogenwald“ untergebracht und so auch allen neuen „Harlekids“ einen Auftritt ermöglicht. Die letzten beiden Aufführungen stehen am Samstag, 11. (17 Uhr), und Sonntag, 12. Dezember (15 Uhr) im Rohrdorfer Freizeitzentrum auf dem Programm.
Einen Plan zur Rettung des Weihnachtsfests haben die Bewohner des Regenbogenwalds schnell geschmiedet, und tatsächlich tappen Cora und ihre Bande in die magische Falle.
Ende gut alles gut: Weihnachten ist gerettet und zerbrochene Freundschaften werden gekittet.
Das coole Trio lässt sich jedoch weder von aus 27 Jahre alten Trollsocken gepresstem Stinksaft erschüttern noch vom Grimmkerl-Schock; hartnäckig schweigen sich die drei über den Aufenthaltsort der Rentiere aus. Doch da greift Pock (Damian Steindlmüller) zur Geheimwaffe.... Und so steht Drachenseidank einer gemeinsamen Vorweihnachtsfeier, bei der zerbrochene Freundschaften gekittet werden und Brunilo das erste Weihnachtsgeschenk seines Lebens erhält, schließlich nichts mehr im Wege.
„Gute kindgerechte Stücke werden immer rarer.“, erklärt Regisseurin Christine Unterseer, die seit 20 Jahren bei den „Harlekins“ aktiv ist, warum sie in diesem Jahr selbst in die Tastatur gegriffen hat; zumal das Rohrdorfer Kindertheater, das für seine Leistung auch diesmal langanhaltenden Applaus geerntet hat, bereits seit 1996 jedes Jahr mit einer anderen Geschichte auf der Bühne steht.
08. Dezember 2004


Baggern gegen das Hochwasser
Eon verbessert Abfluss der Rohrdorfer Ache
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Von "verschneiten" Garderoben und einer Holländer-Flut
Die "Mehlprimeln" wuchern in Rohrdorf mit Sprachakrobatik und feiner Ironie

Von Marisa Pilger

Rohrdorf – Die Zukunft in Deutsch, die Vergangenheit in Geschichte, die Opposition in Sozialkunde, und in Chemie „alles, was sich nicht mit der CSU verträgt“. So könnte sie ausschauen, Stoibers Streichliste für den gymnasialen Lehrstoff. Und dass an dieser Stelle nicht alle gelacht hatten, wurde von Dietmar und Reiner Panitz in der Rohrdorfer Schulaula durchaus süffisant registriert. Gut eineinhalb Stunden lang wucherten dort die „Mehlprimeln“ anlässlich des 30jährigen Bestehens des Sozialwerks mit reichlich feiner Ironie, bissiger Satire und viel Musik.
Tischten ihrem Publikum in Rohrdorf leichtverdauliche Humor-Kost mit gepfefferten Einlagen auf: Reiner (links) und Dietmar Panitz alias die „Mehlprimeln“.
Foto: Pilger
Weder vor dem volkstümelnden Musikantenstadl („1000 Watt und Lederhosen“) und dem „Schnee“ in dessen Garderoben machte das Kabarettisten-Duo halt, noch vor der Rentenreform, wegen der sich demnächst „80jährige Lehrer durch den Unterricht zittern und vergeblich die Enter-Taste suchen“. So ließen die knapp 200 Zuschauer die Brüder aus bayerisch Schwaben auch erst nach mehreren Zugaben - eine wurde ausdrücklich nur für die Unterzeichner des Wald-Volksbegehrens gegeben - abtreten.
Egal ob Jugend- oder Sportwahn, erfrischend respektlos mit einem Schuss Sarkasmus nahm das eingespielte Doppel, das seit 30 Jahren auf der Bühne steht, die zwanghaft jungen Alten auf ihren Motorrädern („mit dezent integriertem Blutdruckmessgerät und Navigations-System bei Alzheimer“) ebenso aufs Korn wie die Gipfelstürmer, die mit Sandalen auf 3000 Meter hinaufkraxeln. Wen die Lawine erwischt, der hat „Pech gehabt“; für den anderen gibt's „doppelt so viel Zwieback im Biwak“.
Auch Themen von politischer Brisanz wurden nicht ausgeklammert. Mit trockenem Humor und spitzer Zunge skizzierten die „Mehlprimeln“ etwa die möglichen Folgen des Abschmelzens der Polkappen, warnten vor angeschwemmten Holländern („Samt Tulpen und Tomaten!“) und ertrinkenden Immobilienhaien in Frankfurt/Main. Nicht weniger überzeichnet und pointiert fiel die Schilderung von Urlaubsheimkehrern aus, die sich - angesichts des erschreckend hohen Flächenverbrauchs im Freistaat - nurmehr mithilfe von Stadtführungen und Anfahrtsskizzen in der neuen alten Heimat zurechtfinden.
Bauern, die in Brüssel gegen Genmanipulation in der Landwirtschaft zu Felde ziehen wollen, wurde unterdessen mit einer kleinen Wortkunde rund ums „Odeln“ - zusammengetragen im „Sprachdreieck Franken/ Bajuwaren/ Spätzleschwaben“ - der Boden bereitet. Und ganz offenkundig hatte die Freude an der Sprachakrobatik auch beim hintersinnigen Exkurs über die Bürger und deren Vertrauen in Reformen Pate gestanden.
Für wahre Lachsalven in der Aula sorgte nicht zuletzt das Stau-Tagebuch einer Familie aus Westfalen, die wochenlang am Mittleren Ring feststeckte – umso mehr, als Reiner Panitz mit unbewegter Miene verlas, welche Blüten das Leben mit den „lackbespritzten Blechbehältern“ treiben lässt.
Nicht ganz geklärt wurde allerdings wurde die Frage, warum ein großes Gartencenter seinen Weihnachtsmarkt bereits am 7. Oktober eröffnet hat; möglicherweise, damit die Bürger mit ihrer Haus-und Garten-Illumination („150.000 Lämplein, geil und hell“) rechtzeitig zum Fest fertig werden.
26. November 2004


Die Harlekids und der "Trollzauber im Regenbogenwald"
Kindertheater ab 4. Dezember - Doppelte Premiere für Christine Unterseer

Vorhang auf : Insgesamt viermal stehen die Rohrdorfer „Harlekids“ mit dem „Trollzauber im Regenwald“ auf der Bühne; Premiere ist am Samstag, 4. Dezember. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Mit einer „zauberhaften“ Weihnachtsgeschichte warten die Rohrdorfer „Harlekids“ in diesem Jahr auf: Eine Hiobsbotschaft erreicht das Trollmädchen Ailis und ihren Bruder Pock, als sie gerade mitten in den Vorbereitungen fürs Fest stecken: Das Menschenkind Melina hat sich in den Regenbogenwald verirrt. So etwas gab es noch nie! Zu ihrer Bestürzung erfahren die Trolle von Melina außerdem, dass die blonde Cora und ihre Bande das Weihnachtsfest verhindern wollen. Da kann nur ein Trollzauber helfen, Coras dunkle Pläne zu durchkreuzen. Aber ob das gelingt?
Für Christine Unterseer, die beim „Trollzauber im Regenbogenwald“ Regie führt, bedeutet die Aufführung am Samstag, 4. Dezember, um 17 Uhr, gleich eine doppelte Premiere: Aus ihrer Feder stammt nämlich die Geschichte, in der insgesamt 14 Trolle, Elfen, Drachen und sogar der Osterhase auftreten, und in die wie immer auch das Publikum miteinbezogen wird. „Gute Stücke werden immer rarer.“, erklärt die erfahrene Laiendarstellerin ihr Engagement, zumal das Rohrdorfer Kindertheater bereits seit 1996 jedes Jahr mit einer anderen Geschichte auf der Bühne steht. Ein ganz unbeschriebenes Blatt ist die 37jährige beim Texten ohnehin nicht: Die zweifache Mutter hat schon des öfteren Sketche und Einlagen für Hochzeitsfeiern verfasst.
Die weiteren Termine für den „Trollzauber im Regenwald“ sind Sonntag, 5. und 12. Dezember (jeweils 15 Uhr) sowie Samstag, 11. Dezember, 17 Uhr. Karten zum Preis von fünf Euro gibt's bei der Raiffeisenbank in Rohrdorf oder im Internet unter www.harlekids.de.



"Nahversorgung für Thansau in greifbarer Nähe"
Händler-Initiative will Selbsthilfe-Aktion starten - Unmut bei Bürgerversammlung
zum Bericht


Am Anfang gab's "herzlich wenig zu tun"
30 Jahre Sozialwerk Rohrdorf - Kabarett und Gottesdienst

Rohrdorf (pil) – „Schwester Dagmar hatte in den ersten Monaten herzlich wenig zu tun.“ Unverbrämt beschreibt Ehrenvorsitzender Theo Then, wie schleppend die Arbeit des Rohrdorfer Sozialwerks vor 30 Jahren angelaufen ist. Ende 1974 wurde der Förderverein aus der Taufe gehoben, um eine Gemeindeschwester anzustellen. Heute sind insgesamt fünf Krankenschwestern, zwei Altenpflegerinnen, zwei Helferinnen und zeitweise ein Zivi im Einsatz. Sie ermöglichen so Alten und Kranken den Verbleib in der familiären Umgebung und entlasten die pflegenden Angehörigen. Seinen runden Geburtstag will der Pflegedienst mit einem Kabarett-Abend mit den "Mehlprimeln", und einem ökumenischen Gottesdienst in der Jakobuskirche (Mittwoch, 15. Dezember, 19 Uhr) feiern.
Wer springt ein, wenn die Mutter krank wird, oder wenn die eigenen Kräfte nicht ausreichen, den Haushalt zu führen? Diese Nöte im Blickfeld, trieb Benno Hollinger, der damalige Bürgermeister von Rohrdorf, unermüdlich die Gründung eines Trägervereins für eine Alten- und Familienpflegerin voran, der mit dem Caritasverband zusammenarbeiten sollte. Nicht nur bei seinen Amtskollegen, auch bei den Pfarrern von Höhenmoos, Neubeuern und Samerberg warb Hollinger für sein Vorhaben, schreibt Theo Then in seinem Rückblick auf 30 Jahre Sozialwerk – 18 davon unter seinem Vorsitz. Bei der Gründungsversammlung am 16. Dezember 1974 traten denn auch spontan 46 Personen dem Verein bei, der künftig die Alten-und Krankenpflege in den Gemeinden Rohrdorf und Höhenmoos abdecken sollte. Die anderen Gemeinden wollten noch abwarten.
Anfangs scheuten sich jedoch viele, Pflegefälle beim Sozialwerk anzumelden und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Für die Alten und Kranken im Einsatz: Doris Blasius, Angelika Schulze, Heidi Schmid, Ruth Reiserer (hintere Reihe von links), Petra Stahl, Monika Greifenstein, Karen Kolb, Einsatzleiterin Gabriele Prankl und Martha Hilkinger (vorne von links).
Foto: pil
Erst durch die Antrittsbesuche, die die Gemeindeschwester bei den alten Leuten machte, „um ihre Arbeitszeit einigermaßen sinnvoll auszufüllen“, ging es „allmählich aufwärts“. 1977 gilt als „Jahr des Durchbruchs“: die Mitgliederzahl war auf 240 angestiegen, und „für die Schwestern gab es das ganze Jahr über viel Arbeit“. Für 1986 sind bereits 3800 Arbeitsstunden der Ganztagsschwester und ihrer drei Aushilfen vermerkt. 1991 konnten dank zahlreicher Spenden unter anderem ein hydraulisches Krankenbett, ein Badewannenlifter und vier Krankenbetten angeschafft werden.
Einen entscheidenden Einschnitt stellte die Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 dar. Gudrun Lohmann, die dem Trägerverein des Pflegedienstes seit fünf Jahren vorsteht, spricht von der „schwierigsten Situation“ in der Geschichte des Sozialwerks, das bis dato eher mit einer Art Nachbarschaftshilfe vergleichbar gewesen war.
Angesichts vollkommen neuer Ausführungsbestimmungen „wusste niemand so recht, wie es weitergeht mit den kleinen Diensten“, erklärt Lohmann rückblickend. Abhilfe schaffen sollte der Zusammenschluss mit den Sozialwerken Riedering und Neubeuern/Nußdorf/Samerberg zu einer GmbH, aus der sich Rohrdorf nur wenige Monate später wieder löste. Lediglich die Bürogemeinschaft mit Nußdorf blieb noch bis Oktober 2000 bestehen.
Längst ist das Sozialwerk mit seinen dunkelblauen Dienstautos und Sitz im Rathaus aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Der Förderverein zählt mittlerweile mehr als 500 Mitglieder. Und das neunköpfige Team – ausschließlich examinierte Kräfte - leistet wöchtenlich etwa 175 Stunden Pflegedienste, wobei neben Verbandswechsel, Baden, Spritzen setzen und Umbetten die Beratung der Angehörigen einen großen Teil der Arbeit ausmacht.
12. November 2004

Gesprächskreis und Pflegepartner

„In der häuslichen Pflege funktioniert nichts ohne die Angehörigen!“ Gudrun Lohmann weiß um den enormen psychischen Druck, unter dem Menschen stehen, die pflegebedürftigen Verwandte rund um die Uhr daheim versorgen. Maximal dreimal am Tag kommt der Pflegedienst. Den Rest der Zeit lasten Arbeit und Verantwortung auf den Angehörigen; hinzu kommt das ständige Dasein-Müssen.
Auf Initiative von Einsatzleiterin Gabriele Prankl wurde deshalb im April 1999 ein Gesprächskreis eingerichtet, der allen pflegenden Angehörigen offensteht. Bei den monatlichen Treffen geht es auch um praktische Themen wie „rückenschonendes Verhalten beim Pflegen“ oder die Linderung von Erkältungen mit Hausmitteln. Zudem stehen immer wieder Fachvorträge auf dem Programm, etwa zum Umgang mit Demenzkranken oder über Schlafstörungen. Vor allem aber bietet sich hier den Betroffenen, den Pflegenden also, die Gelegenheit, im kleinen Kreis Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Mut zu machen.
Auf ungleich weniger Resonanz stößt dagegen ein anderes Angebot des Sozialwerks: Vor zwei Jahren ließen sich 13 Frauen und ein Mann im Rahmen des Caritas-Konzepts „Für ein paar Stunden Urlaub“ in einem mehrwöchigen Lehrgang zu „Pflegepartnern“ ausbilden. Die Ehrenamtlichen wollten mit den Patienten spazierengehen, spielen oder ihnen vorlesen und damit die Angehörigen zumindest für kurze Zeit am Tag entlasten.
Eine „ideale Ergänzung zur häuslichen Pflege“, hatte Lohmann – sie arbeitet als Lehrerin an der Caritas-Altenpflegeschule Altenhohenau bei Griesstätt - damals gedacht; doch „die Akzeptanz ist minimal“.
12. November 2004



Von Weggefährten und Hochzeitstorten
Das Buch Tobit im Mittelpunkt der Bibeltage in Rohrdorf und Thansau

Die Rohrdorfer Viertklassler hatten für die Abschluss-Andacht ihrer letzten Bibeltage eigens einen Tanz einstudiert. Foto: pil
Rohrdorf/Thansau (pil) - Gott lässt uns nicht allein – dies war die zentrale Botschaft bei den diesjährigen Kinderbibeltagen in Thansau und Rohrdorf, zu denen Gemeindereferentin Luise Schudok mehr als 140 Mädchen und Buben begrüßen konnte. Im Mittelpunkt der jeweils drei Nachmittage stand die alttestamentarische Geschichte um Tobit und dessen Sohn Tobias, der mithilfe seines Weggefährten, des Erzengels Rafael, nicht nur eine Frau findet sondern auch das Geld seines erblindeten Vaters sicher nach Hause bringt und Tobit schließlich wieder zum Augenlicht verhilft. Die allgegenwärtige Liebe Gottes sollten auch die herzförmigen Namensschilder veranschaulichen, die die Kinder am ersten Tag gebastelt haben.
Vor allem hob Schudok die „großartige Leistung“ ihrer Mitarbeiterinnen hervor. Jeweils 15 Ehrenamtliche waren in den beiden Ortsteilen im Einsatz und haben die Thematik auf ganz unterschiedliche Weise mit ihren Gruppen – von den Vorschulkindern bis hin zu den Viertklasslern – altersgemäß aufgearbeitet. Nicht zu vergessen seien in diesem Jahr auch Vroni Schauer und Bärbel Brandmaier, die die Hochzeitstorten gebacken haben; denn am zweiten Tag wurde die Vermählung Tobias' mit Sara gefeiert. Der letzte Nachmittag in den beiden Pfarrheimen stand schließlich im Zeichen des Schutzengels, des Weggefährten Tobias'.
Das dreitägige Konzept habe sich einmal mehr bewährt, zog die Gemeindereferentin jetzt zufrieden Bilanz; ihr liegt vor allem am Herzen, den Kindern mithilfe der Bibeltage die „kostbaren Geschichten“ aus dem Alten und Neuen Testament nahe zu bringen.
05. November 2004


"Harlekins": Großer Auftritt für Hartl Kaiser
100. Bühnenjubiläum - "Liebling, ich bin da!" bis 5. November

Einen ganz besonderen Auftritt hatte Hartl Kaiser von den „Harlekins“ jetzt im Turner Hölzl: Der Rohrdorfer, der seit 25 Jahren Theater macht und derzeit den Rupert Jones in „Liebling, ich bin da!“ verkörpert, stand zum 100. Mal auf der Bühne. Bereits 1985 hat Kaiser den erfolglosen Seifenfabrikanten aus der Popplewell-Komödie (hier eine Proben-Szene mit Gabriella Hiller als seine Frau Celia) gespielt. Damals feierte der 24jährige außerdem als Regisseur Premiere. Ans Aufhören denkt Kaiser, den das Ensemble nach der Aufführung mit einem kleinen Präsent überraschte, aber noch lange nicht. Auch wenn am Freitag, 5. November, 20 Uhr, zum letzten Mal der Vorhang hoch geht für „Liebling, ich bin da!“. Foto: pil
01. November 2004


Das Herzstück des Zementwerks: der 110 Meter lange Drehofen mit einem Durchmesser von 5,2 Metern. Etwa eine Stunde braucht das Material durch die Röhre, deren Oberfläche an die 200 Grad heiß ist. Fotos: pil Gigant auf zwei Ketten: 25 Tonnen oder zwölf Kubikmeter Material kann die Bagger-Schaufel fassen. Zum Einsatz kommt der Koloss allerdings kaum noch, weil er zu schwerfällig ist, erläuterte Betriebsleiter Karl Frey.

"Keine Müllverbrennungsanlage"
An die 2000 Besucher beim Umwelttag im Rohrdorfer Zementwerk

Rohrdorf (pil) – Zementindustrie und Nachhaltigkeit – dass diese Verbindung keine Illusion ist, demonstrierte das Rohrdorfer Zementwerk bei seinem 4. Umwelttag. Nachdem sich der Dauerregen verabschiedet hatte, waren auch die Besucherzahlen in die Höhe geschossen und übertrafen die Prognosen vom Vormittag bei weitem. An die 2000 Interessierte, schätzte Werksleiter Karl Frey am Abend, informierten sich am Samstag bei Betriebsführungen, an Schautafeln und bei Videovorführungen eingehend darüber, wie sich das 74 Jahre alte Unternehmen mit den Themen Umweltschutz und soziale Verantwortung auseinandersetzt. Viele nutzten darüberhinaus die Shuttle-Busse zum Recycling-Zentrum Dettendorfer in Tattenhausen, von dem das Zementwerk einen Teil seiner Brennstoffe bezieht.
Die EU macht's dem Zementwerk nicht gerade leicht: 19 Richtlinien gab's im Jahr 1990 zum Thema Umweltschutz. 14 Jahre später haben die Europa-Politiker in Brüssel bereits 580 Gesetzes-Päckchen geschnürt. -Tendenz steigend, befürchtet Zementwerks-Geschäftsführer Mike Edelmann.
Der Einsatz von Sekundärbrennstoffen, der im Verlauf der vergangenen zehn Jahre schrittweise auf 90 Prozent gesteigert worden ist, ist nach wie vor ein heißes Eisen. Neben industriellen Kunststoffabfällen und Resten aus der Papierverwertung wanderten im vorigen Jahr 12.000 Tonnen zerkleinerte Altreifen anstatt auf Deponien in dem 110 Meter langen Drehofen, in dem stündlich 12.000 Liter Heizöl verfeuert werden müssten. Seit August werden dort außerdem Abfallprodukte aus der Pharma- und Kosmetikindustrie wie beispielsweise Lösungsmittel verheizt. „Wir sind aber nicht mit einer Müllverbrennungsanlage vergleichbar.“, betont Geschäftsführer Mike Edelmann. Durch die extrem hohen Temperaturen von rund 1500 Grad (im Gegensatz zu 800 Grad in Müllverbrennungsanlagen), die die das Material erreicht, laufe im Ofen eine vollständige Verbrennung ab; Asche fällt nicht an.
Ein Computer im zentralen Leitstand dokumentiert dabei kontinuierlich den Ausstoß von Schadstoffen. (Frey: „Ein Zementwerk ohne Emissionen gibt es nicht.“) Und Edelmann lädt „jeden“ ein, sich davon zu überzeugen, dass die strengen Grenzwerte der TA Luft unterschritten werden.
Sogar einen Blick ins Feuer der „kleinen Hölle“, des Drehofens, gewährt die Zentrale, wo alle Produktionsschritte per Computer überwacht und gesteuert werden. Wenn's läuft sind nur sechs Mitarbeiter pro Schicht im Einsatz. An den Leitstand angeschlossen analysiert die neue Labor-Automation - eine Eine-Million-Euro-Investition - ständig Proben und arbeitet im wahrsten Sinn für fünf.
Handwerkliches Geschick war gefragt beim Sägen und Feilen in der Lehrwerkstatt.
Rund 4000 Tonnen Portland-Zement (er wird im Gegensatz zum antiken Roman-Zement bei sehr hohen Temperaturen hergestellt) laufen in Rohrdorf an einem Produktionstag vom Band. Dabei stammen von dem Jahresbedarf an 1,5 Millionen Tonnen Roh-Schotter nur ungefähr 40 Prozent aus dem Rohrdorfer Steinbruch. Allein 250.000 Tonnen Kalkstein rollen jährlich auf dem Schienenweg aus Kirchbichl an, wo eigens eine Verladestation gebaut wurde. 18.000 Lkw-Fahrten fielen damit weg, obwohl dies die billigere Variante gewesen wäre, rechnet Edelmann vor.
Die Nutzung der Ofen-Abwärme, sowie - zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes - das Beimischen von Abfallprodukten wie Hüttensand und die Verwendung von REA-Gips aus Rauchgas-Entschwefelungsanlagen waren weitere Themen bei den Führungen, die den Besuchern einen umfassenden Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens erlaubten, in dem Betriebsrente kein Auslaufmodell ist.
Dabei kam auch der Nachwuchs nicht zu kurz: In der Lehrwerkstatt hatten Ausbilder und Auszubildende einen Info-Stand aufgebaut, wo sich kleine Handwerker unter anderem im Metallsägen üben konnten. Mit 26 Lehrlingen (14 Prozent der Gesamtbelegschaft) liege der Betrieb zwar über dem eigenen Nachwuchsbedarf; trotzdem, hob Edelmann hervor, hätten zwei junge Leute nachträglich einen Ausbildungsplatz erhalten, die sonst auf der Straße gestanden hätten. Erschreckend sei jedoch, dass das Niveau der Schulbildung von Jahr zu Jahr sinke.
18. Oktober 2004


Vom Fabrikant zum Hausmann: Rollentausch mit Folgen
"Harlekins" stehen wieder auf der Bühne - Premiere am 23. Oktober

Insgesamt fünfmal stehen die Harlekins mit "Liebling, ich bin da!" im Turner Hölzl auf der Bühne. Foto: pil
Es kann zu allerhand Turbulenzen führen, wenn ein erfolgloser Fabrikant (Bernhard Kaiser alias Rupert Jones) und dessen rührige Ehefrau Celia (Gabriella Hiller) die Rollen tauschen. Insbesondere, wenn die frischgebackene Unternehmerin mit dem Sekretär in Paris Geschäfte macht und der glücklose Hausmann derweil mit dem Wirtschaftsgeld auszukommen versucht. Doch nicht genug damit, dass der Rollentausch auch bei den Nachbarn Nachahmer findet. Eines Tages steht die Jones-Tochter Karen (Nicole Liegl) vor der Tür - und mit ihr zwei „Überraschungen“....
Insgesamt fünfmal stehen die Rohrdorfer „Harlekins“ mit der Komödie „Liebling, ich bin da!“ auf der Bühne. Premiere im Turner Hölzl ist am Samstag, 23. Oktober; die weiteren Aufführungen unter der Regie von Günter Schwarz stehen am 29., 30., und 31. Oktober sowie am Freitag, 5. November (jeweils um 20 Uhr) auf dem Programm.
Karten zum Preis von acht Euro gibt's bei der Raiffeisenbank Rohrdorf und unter www.harlekin-online.de.
13. Oktober 2004



Für Radwanderer ins Zeug gelegt
Für „hervorragende Leistungen bei der Entwicklung touristischer Radangebote in der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land – Traunstein“ wurde jetzt das Hotel „Zur Post“ in Rohrdorf ausgezeichnet. Radwanderer erhalten dort problemlos eine Unterkunft für nur eine Nacht; zudem stehen unter anderem eine kleine Werkstatt sowie reichlich Stellplätze für die Drahtesel zur Verfügung. Und für Kurzentschlossene haben Theresa Albrecht und ihr Mann Thomas (rechts), die selbst schon bis nach Ungarn gestrampelt sind, Leih-Radl im Angebot.
Bürgermeister Fritz Tischner, der die Urkunde im Namen von EuRegio-Präsident Hermann Steinmaßl an das Gastwirt-Ehepaar überreichte, wies in diesem Zusammenhang auf die wachsende Bedeutung des Radtourismus in der gesamten Region hin.
Zu der Auszeichnung, die lediglich 18 Betriebe in der gesamten EuRegio erhielten, gratulierte auch Dritter Bürgermeister Joachim Wiesböck (links). Foto: pil
22. September 2004



3500 Abc-Schützen mit dem Ziel zu leben
"Sicher zur Schule, sicher nach Hause" - Verkehrswacht wieder voll im Einsatz
zum Bericht



Tisch decken und andere Künste
Umfangreiches Ferienprogramm - Künftig neues Anmeldeverfahren?

Rohrdorf (pil) - Wo muss das Weinglas stehen? Welches Messer liegt außen? Diese und andere Feinheiten, die eine perfekt gedeckte Tafel ausmachen, wurden jetzt erstmals beim Rohrdorfer Ferienprogramm aufgetischt. Unter Anleitung zweier Hotelfachfrauen durften die Teilnehmer im Hotel zur Post verschiedene Falttechniken an Stoff- und Papierservietten ausprobieren, Blumenschmuck arrangieren, Menükarten gestalten und Papierschmuck für Strohhalme basteln. Den krönenden Abschluss bildete ein Eisbecher, den sich jeder selbst zubereiten und nach Herzenslust mit Schokostreuseln und Waffeln dekorieren durfte.
Angesichts des großen Andrangs beim Tischdecken hatte Hotel-Chefin Theresa Albrecht spontan noch einen zusätzlichen Termin angeboten, freut sich Petra Meyer von der Gemeindeverwaltung. Bei insgesamt 39 Aktionen konnten die Rohrdorfer Mädchen und Buben in diesem Jahr außerdem den Lebensraum des Bibers erkunden, einem Imker bei seiner Arbeit über die Schulter schauen, sich im Bauchtanz üben, mit der Musikkapelle auf die Pauke hauen und der Polizei in Brannenburg einen Besuch abstatten.Die Übernachtung auf der Alm, bedauert sie, musste allerdings wegen des schlechten Wetters ausfallen.
Zu den Schmankerln zählte unter anderem die Fahrt zum Rotter Bauernmarkt, wo die Kinder Stockbrot backen durften. Besonders angetan waren die Teilnehmer auch von der Führung durch die frisch renovierte Rotter Kirche, schildert Meyer, die das Ferienprogramm zum drittenmal organisiert und schon wieder Vorschläge fürs nächste Jahr sammelt. Doch, betont sie, für jede Aktion werden freiwillige Helfer und Betreuer benötigt; und auch die können sich bereits jetzt bei ihr melden (Telefon 08032/956439).
Allein das Anmeldeverfahren soll künftig etwas anders laufen; um den Trubel bei der Einschreibung zu umgehen, werde 2005 möglicherweise ein Losverfahren – ähnlich dem in Neubeuern – eingeführt.
2. September 2004

Mit jeweils einem 1250-Euro-Scheck wurden jetzt die Sozialwerke der Gemeinden bedacht, in denen das Zementwerk Betriebsstätten unterhält: Der Rohrdorfer Werksleiter Karl Frey, Johann Weiß (Verwaltungsrat Sozialwerk Brannenburg), Agnes Nitsch und Gerda Furtner (Raubling), Ludwig Nickl vom Zementwerk, Siegfried Neubauer (Sozialwerk Nußdorf) und Gudrun Lohmann (Rohrdorf) (von links). Foto: pil
Warmer Geldregen für vier Sozialwerke
Zementwerk Rohrdorf stockt Betrag nach Benefizkonzert auf

Rohrdorf (pil) – Den Wolkenbrüchen folgte ein warmer Geldregen, der jetzt über vier Sozialwerke im Inntal niederging. Unter dem Motto „Industrie mit Musik“ war das Opern-Konzert unter der Leitung von Hans-Jürgen Doetsch gestanden, das ursprünglich im Steinbruch des Rohrdorfer Zementwerks erklingen sollte. Dauerregen hatte allerdings die Musiker und die rund 800 Zuhörer kurzfristig zum Umzug in die Lagerhalle gezwungen.
Wegen des schlechten Wetters waren zwar deutlich weniger Besucher als erhofft zu dem Benefizkonzert gekommen; trotzdem konnte Ludwig Nickl von der Geschäftsleitung jetzt vier 1250-Euro-Schecks an die Vertreter der Sozialwerke Rohrdorf, Neubeuern/Nußdorf/Samerberg, Raubling und Degerndorf/ Flintsbach/Brannenburg überreichen. Den „erspielten“ Betrag von 4500 Euro hatte das Zementwerk auf eine „schöne durch vier teilbare Summe“ aufgestockt.
18. August 2004



Nahversorger begrüßen Entscheidung des Gemeinderats
"Fehlplanung mutig revidiert" - Gemeinsam Lösung für Thansau suchen

Rohrdorf (pil) – Als “sehr weitsichtige und zukunftsorientierte Entscheidung“ begrüßt die Initiative Nahversorgung Rohrdorf-Thansau den Beschluss des Gemeinderats, die Planungen für ein Einkaufszentrum auf dem Gelände des alten Sportplatzes zu stoppen.“ „Es gehört viel Mut und menschliche Größe dazu, eigene Fehlplanungen einzusehen und seine Meinung öffentlich zu revidieren.“, zeigt sich der Händler-Zusammenschluss in seinem jüngsten Flugblatt zufrieden und erleichtert.
Damit blieben den Rohrdorfern die zu Fuß erreichbaren Einkaufsmöglichkeiten und somit die soziale und gesunde Dorfstruktur mit Traditionsbetrieben erhalten. Für Thansau gehe es nun darum, „gemeinsam die bestmögliche Lösung“ zu finden, und zwar an einem zentralen und für alle Thansauer gut erreichbaren Standort. Ob in Thansau allerdings eine Einkaufsmöglichkeit geschaffen werden könne, hänge letztlich vom Gemeinderat ab, der hierfür erst die entsprechenden ortsplanerischen Voraussetzungen schaffen müsste. Die Nahversorgungs-Initiative ihrerseits hat der Gemeinde „bei der Erfüllung ihrer Aufgaben“ Unterstützung zugesichert; wobei die Einzelhändler überzeugt sind, dass die Gemeinde schon allein „im Interesse der Thansauer Bevölkerung“ dieses Angebot annehmen werde.
30. Juli 2004



Wiesn-Express 2004 - Jetzt steht auch der Fahrplan

Rohrdorf (pil)- Der Fahrplan für den Wiesn-Express 2004 steht bereits. Der Sonderzug, den das Kiefersfeldener Logistik-Unternehmen Wiesböck organisiert hat, verkehrt während der Rosenheimer Wiesn (28. August bis 12. September) jeweils freitags, samstags, sonntags und mittwochs zwischen Rohrdorf (ORO) und dem Rosenheimer Bahnhof mit Halt in Thansau. Geringfügige Änderungen bleiben vorbehalten.
Eine Rückfahrt mit dem Express kostet - eine Auerbräu-Biermarke inklusive - 8,50 Euro, die Einzelfahrt ohne Biermarke drei Euro. Kinder bis zwölf Jahre fahren umsonst mit, Jugendliche können sich das Biermarkerl auf alkoholfreie Getränke anrechnen lassen.
Für Firmen, Vereine und Gruppen ab 20 Personen gibt's im Vorverkauf Sonderpreise (näheres unter Telefon 08033/304650).
Zur Ankunft des Abendzuges plant die Jungbauernschaft zudem wieder einen Barbetrieb am Rohrdorfer Bahnhof. Damit der „Integral“ nicht leer vom Depot nach Rosenheim fahren muss,hat die Bayerische Oberlandbahn den Sonderservice auf die Strecke Holzkirchen/Rosenheim ausgeweitet.
26. Juli 2004


Nach Zwangspause: Rohrdorfer Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Logistik-Unternehmen greift Idee auf - Diesmal auch am Freitag nachmittag und Sonntag vormittag unterwegs - Unterstützung von Gemeinde und Gewerbeverband

Auf einen mindestens ebenso großen Andrang beim Rohrdorfer Wiesn-Express wie vor zwei Jahren hofft der Unternehmer Helmut Wiesböck. Während der Sonderzug damals im Zeichen der DB-Regio unterwegs war, geht in diesem Jahr der „Integral“ der Bayerischen Oberlandbahn auf Fahrt. Foto: nn
Rohrdorf (pil) – Nach der Zwangspause vom vergangenen Jahr sind die Weichen für den Rohrdorfer Wiesn-Express nun wieder gestellt: An zehn Tagen geht die Bayerische Oberlandbahn (BOB) zur Herbstfestzeit auf der Strecke zwischen ORO und Rosenheimer Bahnhof mit Halt in Thansau auf Fahrt; als Organisator zeichnet das Logistik-Unternehmen Wiesböck in Kiefersfelden verantwortlich.
Zur Enttäuschung vieler Bürger war der Sonderzug, den die DB 2002 als einmalige Marketing-Aktion für ihren neuen Elektrotriebwagen aufgelegt hatte, im vorigen Jahr aufs Abstellgleis geraten. Unter anderem hatten die Betreiber des Schienenersatzverkehrs kritisiert, viele ihrer Fahrgäste würden auf den mit Biermarken subventionierten Wiesnzug umsteigen. Deshalb hat der Rohrdorfer Helmut Wiesböck mit seinem erst vor wenigen Monaten gegründeten Unternehmen die Idee wieder aufgegriffen, die Trasse Rohrdorf/Thansau/Landl/Rosenheim für die Express-Fahrten von der DB-Netz „gemietet“, den Fahrplan modifiziert und die Bayerische Oberlandbahn als „Transporteur“ verpflichtet. Diese wiederum hat den Sonderservice auf die Strecke Holzkirchen/Rosenheim ausgeweitet.
Neu sind laut Wiesböck die Fahrten am Sonntag Vormittag und am späten Freitag Nachmittag. Vorgesehen sind jeweils zwei Touren an den Sams- und Sonntagen sowie mittwochs. Der exakte Zeitplan für die 18 Fahrten des „Integral“ mit 160 Sitz- und 200 Stehplätzen, so Wiesböck, liege jedoch noch nicht vor.
An der Aktion beteiligt sich auch in diesem Jahr die Rosenheimer Auerbräu AG. So kostet eine Rückfahrt Rohrdorf/Rosenheim inklusive Biermarkerl 8,50 Euro, wobei sich Jugendliche den Gutschein gegen alkoholfreie Getränke anrechnen lassen können. Kinder unter zwölf Jahren fahren umsonst mit.
Jetzt hofft Wiesböck auf einen mindestens ebenso großen Zulauf beim Wiesn-Zug wie vorletztes Jahr; damals seien gut 2000 Rückfahrten verkauft worden. Zur Absicherung des Vorhabens hat der Rohrdorfer Gemeinderat einer Ausfallbürgschaft „in großzügiger Höhe“ zugestimmt, wie Geschäftsleiter Josef Ludwig auf Anfrage bestätigte; und auch der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg unterstützt die Aktion finanziell.
17. Juli 2004


Supermarkt am alten Sportplatz vorerst vom Tisch
Bei vielen Bürgern herrscht Unverständnis und Verärgerung über Gemeinderatsbeschluss

Rohrdorf (pil) – Das Projekt Supermarkt am alten Sportplatz ist fürs erste vom Tisch. Entsprechende Beschlüsse fasste der Rohrdorfer Gemeinderat bei seiner jüngsten, dem Vernehmen nach recht turbulenten Sitzung. Die Mehrheit der Räte hatte sich auf Antrag von Zweiten Bürgermeister Karl Frey (CSU) dafür ausgesprochen, die Aufstellung des Bebauungsplanes ebenso zu stoppen wie die Änderung des Flächennutzungsplanes. Der Bürgerentscheid, über dessen Zulassung in derselben Sitzung zu entscheiden gewesen wäre, wurde damit gegenstandslos; der erste Teil der Fragestellung hatte sich explizit auf ein Einkaufszentrum an der Autobahnausfahrt bezogen, erläuterte jetzt Bürgermeister Fritz Tischner (CSU) am Rande des Schulfestes in Thansau.
Die Gemeinde, fasste Tischner zusammen, sei wegen der Klagen aus der Bevölkerung, vor allem aus Thansau, in Sachen Einkaufen aktiv geworden; und für das Grundstück am alten Sportplatz hätte man nun auch schon einen Investor gehabt. Doch wenn jetzt andere Gruppierungen die Angelegenheit in die Hand nehmen wollten, könne sich die Gemeinde zurückhalten, merkte der Gemeindechef mit Verweis auf die Standort-Alternativen an, die mittlerweile von verschiedenen Seiten ins Gespräch gebracht worden sind: das Linhuber-Grundstück sowie ein Areal bei der ehemaligen Lehrervilla. Zumal Organisation und Planungen für das Projekt an der Autobahn sehr viel Arbeit fürs Rathaus bedeutet hätten; die, so Tischner weiter, könne man sich nun sparen.
Bei zahlreichen Bürgern stößt der Beschluss des Gemeinderats, die Planung am Sportplatz fallen zu lassen, jedoch auf Unverständnis und Verärgerung. Vor allem in Thansau, wo vor rund zwei Jahren das letzte Lebensmittelgeschäft dichtgemacht hat, befürchten viele: „Jetzt kommt bestimmt gar nichts!“, weder an der Autobahn noch in Thansau. Zudem sei auf diese Weise den Bürgern die Möglichkeit genommen, sich für oder gegen einen Supermarkt am Sportplatz auszusprechen.
Ein Teil des Unmuts richtet sich aber auch gegen Carolin Fischbacher, die mit ihrem Bürgerbegehren den Stein ins Rollen gebracht hat. Sie hatte sich gegen den Standort Autobahn ausgesprochen und gleichzeitig einen Supermarkt im Ortskern von Thansau gefordert; über 400 Bürger, so der Bürgermeister nach der Sichtung der Unterschriftenlisten, hätten sich dem angeschlossen. Darüberhinaus üben mehrere Einzelhändler, die sich zur „Nahversorgung Rohrdorf/Thansau“ zusammengeschlossen haben, scharfe Kritik an dem von der Gemeinde angepeilten Standort: Sie müssten angesichts eines Einkaufszentrums an der Autobahn um ihre Existenz bangen.
Ob dieses Kapitel allerdings endgültig zugeschlagen ist, bleibt abzuwarten. Tischner jedenfalls stellte in Aussicht, wenn wieder Unterschriftenlisten ins Rathaus flatterten – und zwar solche, die die Gemeinde in Sachen Supermarkt zum Handeln aufforderten - „werden wir wieder aktiv.“
23. Juli 2004

Der Protest wird lauter
Bürgerblock kündigt Widerstand gegen geplanten Supermarkt am alten Sportplatz an

Rohrdorf (pil) – Der Protest gegen ein Einkaufszentrum auf dem alten Sportplatz wird lauter. Nach der neugegründeten Initiative „Nahversorgung Rohrdorf/Thansau“ sprach sich am Sonntag der Bürgerblock (BR) bei seiner Info-Veranstaltung deutlich gegen das Vorhaben an der Autobahnausfahrt aus, für das der Gemeinderat auf einer seiner letzten Sitzungen die Projektplanung in Auftrag gegeben hatte. Langfristig, ist Vorsitzende Petra Scholz-Gigler überzeugt, werde der Supermarkt, der „scheinheilig“ (der frühere BR-Vorsitzende Franz Warter) auf die grüne Wiese hingestellt werde, dort ohnehin „nur noch das Kleinste sein“. „Das ist der Auftakt für größere Dinge!“, etwa für einen Autohof à la Lomo, warnte Scholz-Gigler davor, sich angesichts des vorhabenbezogenen Bebauungsplans in Sicherheit zu wiegen. Zumal das Areal inmitten freier Felder und außerdem direkt an einer Trasse liege, die im Landesentwicklungsplan als „Entwicklungsachse von überregionaler Bedeutung“ eingestuft sei. Nicht umsonst sei schließlich der neue Kreisel so groß ausgefallen.
Gefahrenquelle in der Kritik: Durch diese Unterführung an der Staatsstraße müssten die Rohrdorfer zum Einkaufen, wenn der Supermarkt am Sportplatz gebaut wird und die Läden in der Ortsmitte zumachen. Für Fußgänger steht dort nur ein schmaler Bordstein zur Verfügung. Foto: pil
Überhaupt sei ein Supermarkt an der vorgesehenen Stelle ohne einen weiteren Durchstich unter der Autobahn schlichtweg „eine Frechheit“, eine „Verhöhnung des Alters“, machten einige Zuhörer ihrem Ärger Luft. Ein Gang mit einem Kinderwagen oder auch mit vollen Einkaufstüten auf dem schmalen Bordstein in der bestehenden Unterführung berge große Gefahren; ganz zu schweigen von den Älteren oder Behinderten, die diese Stelle dann passieren müssten. Aus den Reihen der Zuhörer wurde sogar der Rücktritt der Senioren- sowie der Behindertenbeauftragten gefordert, die im Gemeinderat für dieses Vorhaben gestimmt hätten. Heftige Kritik übte die BR-Chefin am Gewerbeverband, der jegliche Offensive vermissen lasse. Um so mehr begrüßte sie die Initiative der Einzelhändler, die angesichts des 9000 bis 12.000 Quadratmeter umfassenden Großprojekts um ihre Existenz bangen.
„Man muss da etwas bauen, wo es fehlt!“ - nämlich im Ortsteil Thansau. Darüber waren sich die 40 Anwesenden einig; neben dem Linhuber-Grundstück kam dabei das Areal gegenüber der ehemaligen Lehrervilla als möglicher Standort zur Sprache. Klar war zwar auch, dass ein Supermarkt von den Thansauern allein nicht leben könne. Doch sei keinem geholfen, wenn wegen eines großen Einkaufsmarktes am Sportplatz auch noch der Laden zumache, in dem die Thansauer Post-Zweigstelle untergebracht sei. Eine Alternative – eine Gemeinschafts-Filiale der Rohrdorfer Bäcker, Metzger und Lebensmittelhändler -, wie sie eine Thansauerin vorschlug, will die Nahversorgungs-Initiative nun mit ihren Mitgliedern diskutieren.
Petra Scholz-Gigler appellierte insbesondere an die Thansauer, sich am bevorstehenden Bürgerentscheid zu beteiligen. Schließlich, machte die BR-Vorsitzende deutlich, sei dieses Thema in seiner Auswirkung auf die Gemeinde „das wichtigste seit Jahren“. Wie berichtet, hatte eine Thansauerin ein Bürgerbegehren gegen das Projekt am alten Sportplatz ins Rollen gebracht und gleichzeitig einen Supermarkt-Standort im Thansauer Ortskern gefordert. Mehr als 500 Unterschriften hatte Carolin Fischbacher nach eigenen Angaben dafür gesammelt.
6. Juli 2004



Mit Western-Tanz und Cancan sorgten die Stepptänzerinnen der „Heißen Eisen“ für Stimmung im Turner Hölzl. Foto: pil
Jazz, Cancan und Sketche
Theater-Sommernacht im Turner Hölzl ging reibungslos über die Bühne

Rohrdorf (pil) - Mit einem bunten Programm-Mix wartete die Rohrdorfer Laienbühne „Harlekin“ bei ihrer dritten Theater-Sommernacht auf. Neben der Theater-Jugend des Trachtenvereins „Achentaler“ traten im Turner Hölzl unter anderem die Kleine Bühne Pfraundorf sowie die Weiß-Blaue Bühne Rosenheim auf. Der hauseigene Nachwuchs „Harleteens“ überzeugte mit dem Sketch „Die Kontaktanzeige“ des Komiker- Paares Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger, besser bekannt als „Herbert und Schnipsi“. Und auch die Einlagen der Stepptanz-Gruppe „Heiße Eisen“ fanden bei den rund 300 Zuschauern großen Anklang. Swing- und Jazzmusik der Vagener Band „Swing and more“ sorgte für den musikalischen Rahmen des Kleinkunst-Abends, der Dank der wärmenden Glühschwammerl erst gegen Mitternacht ein Ende fand.
29. Juni 2004

Schattendorf, Tarnowo Podgórne, Rohrdorf - drei Orchester, ein Konzert. Als "Überraschungsgast" beim Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen begrüßte Bürgermeister Fritz Tischner Vasyl Semenjuk, den Bischof von Ternopil. Fotos: pil

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"Europa findet bei den Leuten statt"
Konzert der Europäischen Nationen im Turner Hölzl - Neue Partner legen großen Wert auf Kontakt zwischen den Jugendlichen

Rohrdorf (pil) - "Europa findet bei den Leuten statt." Die Worte des Europaabgeordneten Alexander Radwan hallten gleich mehrstimmig nach, als die drei Orchester der Partner-Gemeinden Rohrdorf, Schattendorf und Tarnowo Podgórne zu ihren Instrumenten griffen. Beim "Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen" im Turner Hölzl standen dabei nicht nur optisch die zumeist jugendlichen Musiker um Kapellmeister Krzysztof Zaremba im Mittelpunkt; das Programm nach der Pause bestritten beinahe ausschließlich die Polen mit Swing, Pop und Rock'n'Roll. Die in doppelter Hinsicht sehr junge Kapelle - sie wurde erst vor drei Jahren ins Leben gerufen - konnte bei ihrem ersten Auslandsauftritt mit den "Alten" mühelos mithalten.
Den Partnerschaftsvertrag zwischen Tarnowo Podgórne und Rohrdorf hatten die Bürgermeister Kazimierz Marchlewski und Fritz Tischner wie berichtet bereits am Donnerstag in familiärer Atmosphäre unterzeichnet. - Eine Verbindung, die sich nicht nur auf den Erfahrungsaustausch auf Verwaltungsebene beschränken soll. "Wir legen großen Wert auf Kontakte zwischen den Jugendlichen.", betonte Marchlewski in der Konzertpause. Als ersten Schritt in diese Richtung sei bereits ein Sprachkurs in Bayern für die Mitglieder des Jugendblasorchesters im Gespräch. Beide Gemeindechefs streben darüber hinaus ein Miteinander der Sportvereine ebenso an wie Bande auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene.
Musik kennt keine Grenzen: Zum Finale intonierten die drei Orchester (im Bild Musiker aus Tarnowo Podgórne und Rohrdorf) die Europa-Hymne.
Eingerahmt vom Reigen der drei Nationalhymnen zum Auftakt und der Europa-Hymne, der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens, als Finale, setzte das Konzert im Turner Hölzl also kurz nach der Hochzeitsnacht Rohrdorf/Tarnowo Podgórne ein unüberhörbares Signal im Zeichen der Völkerverständigung. Gut drei Stunden lang wechselten sich am Samstag Redner und insgesamt 120 Musiker aus den drei Nationen ab; durch das Programm führte Ulf Lohmann. Neben den Bürgermeistern Tischner, Marchlewski und Alfred Grafl (Schattendorf) trat der Kulturreferent der Gemeinde Tarnowo Podgórne, Szymon Melo`sik, ans Mikrophon.
Marchlewski sieht die Vorteile der neuen Partnerschaft nicht nur in den Gemeinsamkeiten: Beide Gemeinden können eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung verzeichnen. Und wie Rohrdorf ist der polnische Partner ein Zusammenschluss aus mehreren Ortschaften - nämlich 16 in zwei verschiedenen Bezirkskreisen; aus ihnen wurde 1973 die Gemeinde Tarnowo Podgórne gebildet. Für den Bayern-Liebhaber aus dem großpolnischen Flachland sind gerade die Unterschiede - insbesondere die Berge - von besonderem Interesse: "Wir ergänzen uns gut." Die 17.000-Einwohner-Gemeinde in der Nähe von Posen unterhält bereits Beziehungen zu Fronreute im Landkreis Ravensburg, sowie zu Ortschaften in den Niederlanden, in Litauen und in Polen.
Die ersten Früchte des neuen Europa sind unterdessen reif: Im burgenländischen Schattendorf verdienen sich die Feuerwehrler ihre ersten Sporen mit Schuhplattln. Und auch Kazimierz Marchlewski hat bereits Interesse an Unterrichtsstunden signalisiert; den polnischen Bürgermeister hat das Plattl-Fieber beim EU-Beitritt erfasst, als er die Höhenmoosener Trachtler-Gruppe, die am 1. Mai nach Tarnowo Podgórne gereist war, nicht ohne Zugabe hatte gehen lassen.
25. Mai 2004
Eine besondere Ehre wurde Walter Schatt am Rande des Europäischen Gemeinschaftskonzerts zuteil. Für seine Verdienste um die kulturelle Entwicklung in Rohrdorfs frischgebackener Partnergemeinde Tarnowo Podgórne erhielt der Vorstandsvorsitzende der schattdecor AG den „Amicus“-Preis der polnischen Kommune. Die Auszeichnung in Form einer Hand – als Symbol für die Zusammenarbeit – werde nicht oft vergeben, erläuterte Bürgermeister Kazimierz Marchlewski; einer der Preisträger sei der frühere Präsident Lech Walesa. Auf Schatts Initiative hin war in der Gemeinde in der Nähe von Posen vor drei Jahren eine Blaskapelle - das heutige Jugendblasorchester Tarnowo Podgórne - ins Leben gerufen worden; mit mehr als 60.000 Euro hat das Thansauer Unternehmen über seine polnische Tochterfirma bislang den Kauf von Instrumenten, den Musikunterricht und die Auftritts-Uniformen finanziert. Beim Konzert im Turner Hölzl – ihrem ersten Auslandsauftritt - ernteten die Musiker (der größte Teil ist noch keine 20 Jahre alt) unter Leitung von Krzysztof Zaremba viel Beifall und Bravo-Rufe. Walter Schatt, dem das Projekt auch ein persönliches Anliegen ist, war sichtlich gerührt über den Freundes-Preis der Freunde.


Der neue Bund ist unter Dach und Fach. Links: Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner (l.) und sein polnischer Kollege Kazimierz Marchlewski aus Tarnowo Podgórne unterzeichneten in Höhenmoos die Partnerschaftsurkunde. Unter den Gästen im Haus der Vereine waren unter anderem Landrat Max Gimple sowie Vertreter der weltlichen und kirchlichen Gemeinden. Rechts: Auf dem Weg zum offiziellen Empfang der polnischen Delegation in der Schule am Turner Hölzl gab die Musikkapelle Rohrdorf an Christi Himmelfahrt das musikalische Geleit. Fotos: pil


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Rohrdorfs Brückenschlag nach Polen
Partnerschaftsvertrag mit Tarnowo Podgórne beim Europäischen Abend in Höhenmoos unterzeichnet

Rohrdorf (pil) – Kurz vor dem großen Moment kamen Fritz Tischner noch Zweifel. Wer denn nun die Braut sei; tatsächlich das 17.000 Einwohner zählende Tarnowo Podgórne oder nicht doch das deutlich kleinere Rohrdorf mit seinen 5600 Bürgern, fragte er augenzwinkernd. Seine Bedenken standen der neuen Verbindung mit der florierenden Gemeinde nahe Posens aber schließlich nicht im Wege. Am Donnerstag abend besiegelten Bürgermeister Tischner und sein polnischer Kollege Kazimierz Marchlewski diesen Bund ganz offiziell im Haus der Vereine in Höhenmoos; just am Hochzeitstag des Kupplers Walter Schatt.
Viel Applaus ernteten die Kinder von Edelweiß Höhenmoos für ihren Auftritt beim Europäischen Abend.
Die Verbindung soll nicht nur deutsch/polnische Freundschaften hervorbringen. Beide Gemeinde-Chefs streben auch eine enge Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich an. Und dank der Mitgift von jeweils 25.000 Euro, die die schattdecor AG zu diesem Zweck gestiftet hat, stehen die Frischvermählten am Beginn ihres gemeinsamen Weges nicht mit leeren Händen da. An Ewa Falinksa stellt die Reise nach Oberbayern unterdessen ganz neue Herausforderungen. Die schatt-Mitarbeiterin übernimmt beim Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen im Turner Hölzl (Beginn: 20 Uhr) die Übersetzung für die polnischen Gäste. Als die Rohrdorfer Trachtler-Kinder Raphael und Christine der Delegation am Donnerstag morgen allerdings ihre Grüße auf bairisch überbrachten, musste die Polin lachend kapitulieren. Und für die "Dickschädel" fehlten ihr buchstäblich die Worte.
22. Mai 2004

Drei Kapellen ziehen alle Register
Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen in Rohrdorf - Partnerschaftsvertrag wird unterzeichnet

Von Marisa Pilger

Rohrdorf– Es ist die größte organisatorische und logistische Herausforderung seit der 1200-Jahr-Feier; denn die Rohrdorfer wollen anlässlich der Erweiterung der Europäischen Union kräftig auf die Pauke hauen: Drei Kapellen mit insgesamt 120 Musikern ziehen am Samstag, 22. Mai, beim "Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen" sämtliche Register. An die 1000 Zuhörer erwartet Bürgermeister Fritz Tischner an diesem Abend im Turner Hölzl – zum Nulltarif übrigens. Neben der Musikkapelle Rohrdorf und dem Musikverein "Frisch auf" aus der österreichischen Partnergemeinde Schattendorf spielt dort ab 20 Uhr das Jugendblasorchester aus Tarnowo Podgórne auf.
Für die Polen jedoch stellt das Konzert im Zeichen der Völkerverständigung lediglich einen der Höhepunkte des großen Orchestertreffens dar: Bereits am Donnerstag unterzeichnen die Bürgermeister Kazimierz Marchlewski und Fritz Tischner beim Europäischen Abend in Höhenmoos den Partnerschaftsvertrag zwischen ihren Gemeinden. "Wir haben eine Verpflichtung, auch Polen in Europa willkommen zu heißen.", bringt Bürgermeister Tischner seinen Einsatz für den neuen Partner auf den Punkt.
Damit wächst der Kreis zum nunmehr vierblättrigen Kleeblatt heran: Zu Rosate vor den Toren Mailands und Schattendorf nahe dem ungarischen Copron gesellt sich mit dem 15.000 Einwohner zählenden Tarnowo Podgórne eine weitere Stadtrandgemeinde - in diesem Fall Posens. Und wie schon im Fall Rosates verdanken die Rohrdorfer ihre enge Verbindung zu der florierenden polnischen Gemeinde der Firma schattdecor. Die Partnerschaft zu Schatt-endorf dagegen, kalauert Bürgermeister Tischner nicht ungern, hat der TSV auf den Weg gebracht. Der Vertrag mit den Burgenländern wurde im vergangenen Sommer unterzeichnet.
Plakativ bereits geschlossen: Die Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Tarnowo Podgórne wird am Vatertag auch formell besiegelt. Für das große Orchester-Treffen liegt eine vorläufige Zusage aus Brüssel über einen 5000-Euro-Zuschuss aus dem „Programm für Städtepartnerschaften“ vor. Foto: pil
Bereits am 18. März 1999 haben die Bürgermeister von Tarnowo Podgórne, Rosate und Rohrdorf ihre Absicht zu einer engeren Zusammenarbeit schriftlich festgehalten. Und der damalige Bürgermeister Waldy Dzikowski, mittlerweile Abgeordneter im Sejm, dem polnischen Parlament, ließ es sich nicht nehmen, zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages anzureisen. Ihre Teilnahme haben auch Jan Grabkowski, der Landrat von Posen, sowie der Direktor für Wirtschaftsangelegenheiten in der Wojewodschaft Großpolen, Marceli Jakubowski, zugesagt.
Nicht zuletzt wegen der günstigen Lage an der A2, der Verkehrsverbindung Berlin/Posen/Warschau, haben in den vergangenen Jahren namhafte Konzerne wie Reemtsma, MAN, Stihl und Buderus in Tarnowo Pod