Nur Nachteile, keine Vorteile

Neue Bürgerinitative „Bürgerinteressen Rohrdorf“ macht Front gegen Korridorplanung zum Brenner-Nordzulauf

Rohrdorf – Auch die Rohrdorfer machen nun massiv Front gegen die Korridorplanung für den Nordzulauf zum Brenner-Basisitunnel. Mehr als 600 Bürger kamen zu einer Versammlung ins Turner Hölzl; knapp 400 traten noch am selben Abend der neugegründeten Bürgerinitiative „Bürgerinteressen Rohrdorf – Keine neuen Bahntrassen auf dem Gemeindegebiet“ bei.

Eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene befürwortet zwar auch die Bürgerinitiative (BI); die derzeitigen Planungen, die neue Trassen auf Rohrdorfer Gemeindeflur vorsehen, lehnt sie jedoch vehement ab.
Neben wirtschaftlichen Gründen führt die BI insbesondere auch ökologische Belange ins Feld.

Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl mit den Gründern der Bürgerinitiative: Thomas Albrecht, Johann Reck, Dr. Irmgard Tiefenthaler, Johannes Schiffer, Theresa Albrecht, Thomas Batt, Dr. Gerd Hartlieb, Dr. Josef Krapf, Jakob Opperer und Dr. Walter Müller (von links).

Harsche Kritik übt die BI in ihrer Presseerklärung zudem an der intransparenten Informationspolitik der DB Netz AG und der anderen an der Planung beteiligten Institutionen; denn diese berücksichtige weder die Interessen der Rohrdorfer Bürger noch entspreche sie einer angemessenen Beteiligung der Betroffenen.

„bürgerinteressen rohrdorf“ kritisiert verschwendung von steuergeldern

Um den künftigen Bedarf abzuwickeln, seien neue Trassen nicht notwendig; insbesondere die angepeilten Trassen im Gemeindegebiet stellten daher eine „Verschwendung von Steuergeldern“ dar. Und nicht zuletzt gehe mit dem Bau dieser Schienenstränge die Zerstörung sensibler Ökosysteme wie der Rohrdorfer Filzen sowie ein gewaltiger Flächenverbrauch einher. Zumal die Rohrdorfer bereits von einem weiteren überregionalen Infrastrukturprojekt, dem geplanten Ausbau der Autobahn A8, stark in Mitleidenschaft gezogen würden.

Volles Haus im Turner Hölzl. Rund 600 Bürger kamen zu der Veranstaltung zum Thema „Brenner-Nordzulauf“. Fotos: BI

In klaren Worten bringt die „Bürgerinteressen Rohrdorf“, die eine enge Zusammenarbeit sowohl mit der Gemeinde als auch mit dem Netzwerk „Brennerdialog Rosenheim e.V.“ und den BI in den benachbarten Kommunen anstrebt, ihre Überzeugung auf den Punkt: „Diese neuen Strecken bringen den Bürgern der Gemeinde Rohrdorf nur Nachteile und keinerlei Vorteile.“

demonstration am 6. märz

Als nächster Schritt steht am Montag, 6. März, wenn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zu einem Gespräch zum Thema Brennerzulauf in Rosenheim erwartet wird, eine Demonstration an. Vom Max-Josefs-Platz aus (Kundgebung um 12 Uhr) soll sich der Protestzug Richtung Landratsamt in Bewegung setzen, wo dem Minister die bereits gesammelten Unterschriften gegen die aktuellen Planungen überreicht werden sollen.

pil