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In die sprichwörtlichen Riemen mussten sie sich zwar nicht legen, trotzdem wurde es den Teilnehmern beim Schnupper-Rudern im Rahmen des Rohrdorfer Ferienprogramms nicht nur der hochsommerlichen Temperaturen wegen ordentlich warm. Denn neben dem Einstieg in die leuchtend blauen Übungsboote wollte auch die Handhabung der Skulls gelernt sein. Anders als beim Riemenrudern hält der Sportler beim Skullen zwei Ruder, in jeder Hand eines.
Nach einer gründlichen Einweisung durch Betreuer des Rudersport-Clubs Rosenheim konnten die Mädchen und Buben schließlich sogar einige Runden im Renn-Einer, einem Skiff, auf dem Thansauer Badesee drehen.
Foto: Pilger |
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Auch künftig mit dem Bus zur Radlprüfung
Kein Übungsplatz am Turner Hölzl - Kontroverse Diskussion um Tauchclub-Vereinsheim
Rohrdorf (pil) – Mit einer breiten Themenpalette befasste sich der Rohrdorfer Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung. Auf der Tagesordnung standen neben der Einrichtung eines Übungsplatzes für die Jugendverkehrsschule unter anderem die Kostenbeteiligung an der fürs kommende Jahr vorgesehenen Sanierung des Mitterwegs in Riedering sowie die Gestaltung der Urnenwand am Thansauer Friedhof. Zahlreiche Zuhörer verfolgten außerdem den Vortrag von Josef Schmid, der als Vorstand der Bürgerinitiative A8 Rohrdorf-Achenmühle über den aktuellen Stand des Planungsdialogs informierte.
Für die Vorbereitung auf die Radlprüfung werden die Rohrdorfer Viertklässler weiterhin nach Raubling fahren; die jährlichen Buskosten hierfür belaufen sich auf rund 800 Euro. Aus organisatorischen Gründen hatte die Rohrdorfer Schulleiterin angeregt, auf dem oberen Parkplatz im Turner Hölzl entsprechende Markierungen anzubringen, um die Verkehrserziehung künftig dort durchzuführen. Dies lehnte der Gemeinderat angesichts von rund 5000 Euro Kosten für Markierungen und Verkehrsschilder plus Unterhalt und Anschaffung einer Lagermöglichkeit jedoch geschlossen ab.
Ebenso einstimmig fiel der Beschluss für eine finanzielle Beteiligung am geplanten Ausbau des Mitterwegs, von dem auch fünf Anwesen auf Rohrdorfer Gemeindeflur betroffen sind. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht sprachen sich die Räte dafür aus, ein Drittel der geschätzten Kosten von rund 230.000 Euro, maximal aber 70.000 Euro, zu übernehmen. Bereits bei der Sanierung des Einmündungsbereichs in die Kreisstraße im Jahr 2005 hatte Rohrdorf ein Drittel der Kosten getragen.
Geteilter Meinung war das Gremium im Hinblick auf die Pläne des Tauchclubs Octopus Rosenheim. Dieser will an der Ahornstraße, auf dem Grundstück der Verbund-Innwerke zwischen dem künftigen Bootshaus des Rudersport-Club Rosenheim und dem Umspannwerk, ein Vereinsheim mit Schulungsräumen und Materiallager bauen. In der kontrovers geführten Diskussion wurde unter anderem die „Salamitaktik“ kritisiert, mit der Zug um Zug immer neue Ansiedlungen in diesem Bereich des Landschaftsschutzgebiets Inntal betrieben würden. Bei mehreren Gegenstimmen gab's schließlich seitens des Gemeinderats grünes Licht für den Antrag auf Vorbescheid; das Vorhaben wird bei der laufenden Neuaufstellung des Flächennutzungsplans berücksichtigt.
 | | Auch künftig soll es keine Ablageflächen an der Urnenwand auf dem Thansauer Friedhof geben. Foto: pil |
Ungeteilte Zustimmung im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Verfahrens fanden unterdessen die Bauvorhaben des Zementwerks. Wie berichtet will das Unternehmen in den kommenden Jahren 58 Millionen Euro in verschiedene Anlagen – insbesondere zur Verstromung der Ofenabwärme und in den Bau einer SCR-Entstickungsanlage – investieren. Zudem soll der Anteil von Sekundärbrennstoffen auf 100 Prozent der Gesamtfeuerungswärmeleistung der bestehenden Drehrohrofenanlage erhöht werden.
Nicht in Frage kommt derzeit die Verpachtung gemeindlicher Grundstücke für mit Rapsöl betriebene Blockheizkraftwerke. Im Rathaus, führte Bürgermeister Christian Praxl dazu aus, seien entsprechende Anfragen eingegangen: Über einen Zeitraum von 20 Jahren sollten unweit von Einspeisepunkten Container (benötigte Stellplatzfläche 60 Quadratmeter) mit einer Einspeiseleistung von 150 kW gegen eine Monatsmiete von 1000 Euro brutto aufgestellt werden. Jedoch stießen sowohl die lange Vertragslaufzeit als auch der angegebene Wirkungsgrad auf Skepsis. Auch dürften derartige Anlagen wohl nur in Gewerbegebieten betrieben werden.
Keine Veränderungen sind an der Urnenwand in Thansau vorgesehen. Zwar wünschen sich dort manche Hinterbliebene eine Abstellmöglichkeit für Kerzen oder Blumenschmuck. Fotos mit Anschauungsbeispielen aus anderen Gemeinden überzeugten den Gemeinderat jedoch nicht. Lediglich im Winkel der Wandfelder sei ein Bord für eine Totenleuchte denkbar. Für die individuelle Gestaltung stünden jedoch Urnengrabfelder zur Verfügung.
Eine Reihe von Bekanntgaben bildete den Abschluss der öffentlichen Sitzung: So soll der Ausbau der DSL-Breitbandversorgung für den Ortsteil Thansau noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die Prüfung der Grabsteine auf den Friedhöfen im Gemeindegebiet durch einen Sachverständigen ist mittlerweile beendet; sämtliche Mängel – die Beanstandungsquote lag bei rund vier Prozent – seien bereits behoben. Zudem wurde am Bauhof der Salzsilo, der sich etwas geneigt hatte, wieder ins Lot gebracht.
August 2010
Viele Temposünden in Lauterbach
Praxl: Hohes Verkehrsaufkommen spricht für Nordumfahrung
Rohrdorf (pil)– Seit Jahresbeginn nimmt der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland an bislang zwölf übers Rohrdorfer Gemeindegebiet verteilten Stationen regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen vor. Nach einwöchigen Testphasen an drei weiteren Standorten soll sich nun die Liste der Messpunkte verlängern. Binnen sieben Tagen passierten beispielsweise 16.000 Fahrzeuge den Sensor an der Simsseestraße in Lauterbach, die dort einige hundert Meter lang innerorts verläuft; beinahe die Hälfte davon war schneller als erlaubt unterwegs.
Reger Verkehr wurde mit 12.800 Kfz auch in der Bahnhofstraße (ortseinwärts) registriert. Die Beanstandungsquote lag hier zwar lediglich bei fünf Prozent. Doch demonstriere das hohe Verkehrsaufkommen auf diesen Strecken nach Ansicht von Bürgermeister Christian Praxl die Notwendigkeit einer Nordumfahrung für Rohrdorf.
Ein Plus von einigen Tausend Euro wirft die finanzielle Zwischenbilanz für das erste halbe Jahr Verkehrsüberwachung aus. Die Kosten für die Gemeinde ergeben sich dabei aus einem festen Satz pro Einsatzstunde und einer Fallbearbeitungsgebühr; die Bußgelder selbst fließen ohne Abzug an die Kommune. Doch solle die Verkehrsüberwachung in erster Linie einen erzieherischen Effekt haben und „nicht dazu dienen, die Gemeindekasse zu füllen“.
58 Millionen für den Umweltschutz
Zementwerk Rohrdorf: Stromerzeugung aus Ofenabwärme
Rohrdorf (pil)– Aus aktuellem Anlass waren die Rohrdorfer Gemeinderäte für ihre letzte Sitzung vor der Sommerpause ins Zementwerk umgezogen: Heinrich Rodlmayr, Mitglied der Geschäftsleitung und für den Bereich Technik verantwortlich, informierte dort insbesondere über anstehende Investitionen, für die das Unternehmen unterm Strich einen Kostenrahmen von 58 Millionen Euro budgetiert hat. Lag der Schwerpunkt der vergangenen Jahre auf der Verringerung der Staubemissionen, geht es nun vorrangig darum, aus der Ofenabwärme Strom zu erzeugen.
 | | Im Rohrdorfer Zementwerk stehen umfangreiche Investitionen an. Den Satellitenkühler wird es nach dem Umbau nicht mehr geben; er wird durch einen neuen Rostkühler ersetzt. Foto: Pilger |
Mit den drei neuen Großprojekten folgt das Unternehmen nicht nur nicht dem allgemeinen Trend; schließlich „herrscht in der Zementindustrie seit 15 Jahren Wirtschaftskrise“, hatte Geschäftsführer Mike Edelmann eingangs die Situation in der Branche umrissen, sodass kaum mehr investiert werde. Mit zwei der Vorhaben, nämlich dem Bau eines Abhitzekraftwerks (Verstromungsanlage) und der Errichtung einer SCR-Entstickungsanlage in Reingasschaltung, übernimmt der Baustoffproduzent zudem eine Vorreiterrolle in Europa beziehungsweise in Deutschland; entsprechend fließen für diese beiden Einrichtungen Fördermittel vom Bundesumweltministerium. Ergänzend dazu ist der Ersatz des bestehenden Satellitenkühlers durch einen Rostkühler am Drehrohrofen vorgesehen.
Wurde die Abwärme aus dem Brennprozess bislang nur zu etwa einem Drittel für die Trocknung des Rohmaterials genutzt, soll ab April 2012 auch der Rest der Hitze nicht mehr ungenutzt in der Luft verpuffen, sondern mittels einer Dampfturbine in elektrischen Strom umgewandelt werden. Rund ein Drittel des eigenen Strombedarfs könne das Zementwerk dank dieses in Europa einzigartigen Abhitzekraftwerks decken und seine Energiekosten auf diese Weise gewaltig reduzieren; darüber hinaus würde der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß um rund 31.500 Tonnen gemindert.
Eine deutliche Verbesserung des Umweltschutzes - auch im Hinblick auf die ab 2011 verbindlichen NEC (National Emission Ceilings)-Höchstwerte für Stickoxide und Ammoniak - verspricht man sich in Rohrdorf zudem von der SCR-Entstickungsanlage in Reingasschaltung, der deutschlandweit ersten Anlage dieser Bauart. Im Zuge der SCR, der Selectiven Catalytischen Reduktion, werden die Stickoxide in den Ofenabgasen durch Zugabe von Ammoniakwasser mithilfe eines Katalysators zu unschädlichem Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt. Abfallstoffe entstünden dabei nicht. „Bei erfolgreichem Betrieb – von dem wir ausgehen - wird diese Anlage infolge ihrer ,Leuchtturmfunktion' beispielgebend für viele Zementwerke in Europa sein.“, ist Rodlmayr überzeugt.
In diesem Zusammenhang steht auch das dritte Vorhaben, das ebenfalls bereits im kommenden März abgeschlossen sein soll: Die Montage eines Rostkühlers am Drehrohrofen anstelle des jetzigen Satellitenkühlers soll nicht nur für eine bessere Qualität des Klinkers sorgen. Der 1300 Grad heiße Klinker fällt künftig auf eine bewegliche Rostfläche und wird durch das Einblasen kalter Luft auf eine Temperatur von etwa 100 Grad abgekühlt. Die so erhitzte Luft wird zum überwiegenden Teil in den Drehrohrofen geleitet; ein kleinerer Teil gelangt über zwei Wärmetauscher und eine neue Entstaubungsanlage in einen Abluftkamin. Die rückgewonnene thermische Energie wird der Entstickungsanlage beziehungsweise dem Verstromungssystem zugeführt.
Ergänzend verwies Rodlmayr in seinem Vortrag auf Investitionen der vergangenen Jahre. So hätten neue Filteranlagen in Zement- und Kohlemühlen sowie beim Drehrohrofen den Staubgehalt der Abluft bei einem Grenzwert von 10 Milligramm pro Normkubikmeter (mg/Nm3) auf weniger als 2 mg/Nm3 gesenkt. Und dank einer Lkw-Reifenwaschanlage im Werk wird auf der Zufahrtsstraße nunmehr deutlich weniger Staub aufgewirbelt.
Juli 2010
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| Ein einfache Rechnung: Autobahn + Grünbrücke = Lebensqualität. Mit großformatigen Transparenten wirbt die „Bürgerinitiative A8 Achenmühle – Rohrdorf“ für einen nachhaltigen und für Mensch und Natur möglichst verträglichen Autobahnausbau. Foto: Pilger |
Bürgerinitiative gibt weiterhin Vollgas
Autobahnausbau: Grünbrücke noch nicht aus dem Rennen
Wenngleich das Thema in den vergangenen Monaten etwas aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist, widmet sich die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf - Achenmühle“ mit unvermindertem Engagement den Planungen für den Ausbau der Salzburger Autobahn. „Recht mühevoll“, erklärt BI-Sprecher Josef Schmid, sei es in der jüngsten Sitzung der landkreisbezogenen Arbeitsgruppe gelungen, die Variante mit Einhausung beziehungsweise Grünbrücke zumindest in abgespeckter Fassung im Rennen zu halten.
Ein hohes Maß an Arbeit und Konzentration verlange aber auch die Auseinandersetzung mit dem Kriterienkatalog für das Bewertungsverfahren: Sämtliche noch zur Debatte stehenden Trassen sollen hinsichtlich verschiedener Gesichtspunkte wie Ortsentwicklung, Lebens- und Wirtschaftsraum, Natur- und Landschaftsschutz, Bautechnik/ Baubetrieb sowie Kosten und Wirtschaftlichkeit verglichen werden. Für den 60-seitigen Entwurf der Autobahndirektion wurden allein auf 20 Seiten Änderungsvorschläge seitens der BI erarbeitet, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Gewichtung der insgesamt etwa 40 Bewertungskriterien durch die Arbeitsgruppe sei für September vorgesehen.
Im Interesse der nachfolgenden Generationen fordert die Vereinigung den Autobahnausbau mit Grünbrücken. Das erste großformatige Banner im Ortsbereich Achenmühle wurde allerdings von Unbekannten aus der Stützkonstruktion gerissen und beschädigt. Jetzt steht an anderer Stelle ein „Nachfolger“, wobei von Beginn an sämtliche Standorte mit den jeweiligen Grundstückseigentümern beziehungsweise -pächtern sowie mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt worden seien, wie Schmid ausdrücklich betont.
pil
Juli 2010
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