Eine Bühne in den eigenen vier Wänden

Rohrdorfer Trachtler nehmen Anbau ans Achentaler Heimathaus in Angriff

Rohrdorf – Zwölf Jahre nach dem Umzug des Dick-Stadls von Sachsenkam in den Museumskomplex hinter dem Rathaus nehmen die Rohrdorfer Trachtler erneut ein ehrgeiziges Bauprojekt in Angriff: Mit einem Anbau ans Heimathaus schaffen die „Achentaler“ rund 190 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche – und erfüllen sich zugleich einen langgehegten Wunsch: eine Theaterbühne in den eigenen vier Wänden.

Im Keller des zweigeschossigen Querbaus an der Hangseite entstehen unter anderem ein neuer Sitzungsraum (der bisherige wurde zur Küche umgebaut) sowie klimatisierte Lagerräume für Gewand und Theaterrequisiten. Im Erdgeschoss sehen die Pläne von Architekt Michael Gartner eine größere Toilettenanlage samt Behinderten-WC vor. Zudem wird der Eingang auf der Ostseite barrierefrei gestaltet.

Mit einem Anbau ans Achentaler Heimathaus wollen die Trachtler mehr Platz schaffen - und vor allem eine Bühne in den eigenen vier Wänden. Foto: Pilger

Mit einem Anbau ans Achentaler Heimathaus wollen die Trachtler mehr Platz schaffen – und vor allem eine Bühne in den eigenen vier Wänden. Foto: Pilger

reichlich spiel-raum für die theaterer

Vor allem aber kann die Theatersaison der „Achentaler“ – sie dauert in der Regel die Fastenzeit über bis zum Palmsonntag – künftig im passenden Ambiente des Heimathauses über die Bühne gehen, freut sich Vorstand Rupert Wagner bereits jetzt. Mit acht auf acht Metern, leicht erhöht zum Saal, steht der Truppe von Theaterleiter Markus Auer hier dann reichlich Spiel-Raum zur Verfügung; im Saal finden rund 155 Zuschauer Platz.

viel eigenleistung geplant

Etwa 300.000 Euro würde der Anbau, dessen Fassade sich in die des Haupthauses einfügen soll, schlüsselfertig kosten. Doch wie bereits beim Stadel-Umzug wollen die Trachtler auch bei diesem Vorhaben kräftig selbst mitanpacken und einen großen Teil in Eigenleistung erbringen.

Dem Bauantrag hat der Gemeinderat bereits geschlossen zugestimmt; und auch die Denkmalschutzbehörde habe bereits grünes Licht gegeben, so Wagner. Nun hoffe man auf Zuschüsse unter anderem von der Kommune und aus dem Kulturfonds des Freistaats sowie von der „Aktion Mensch“.

premiere steht für 2018 auf dem programm

Nach den Anfängen im Vereinslokal Wörndl und später im Stocker-Saal sind die Theaterer viele Jahre in der Mehrzweckhalle im Turner Hölzl aufgetreten – zuletzt mit dem Volksstück „Wenn der Hahn kräht“. Doch wenngleich der Rohbau am Heimathaus noch in diesem Jahr stehen soll, wird bis zur nächsten Vorstellung „unter Dach“ noch einige Zeit vergehen. Denn fürs kommende Jahr planen die Trachtler anlässlich ihres 75. Stücks eine Freilichtaufführung; im Frühjahr 2018 steht dann die Premiere (auf) der neuen Bühne auf dem Programm.

Dass der Rohrdorfer Trachtenverein mit seinen 530 Mitgliedern indes nicht nur Bauvorhaben stemmen kann, hat sich erst im vergangenen Jahr wieder eindrucksvoll beim Gaufest gezeigt, das die „Achentaler zu ihrem 80. Geburtstag ausgerichtet haben. Und wie für die Großveranstaltung mit Tausenden Teilnehmern und Besuchern gilt für Vorstand Rupert Wagner – er ist ebenso wie Vize Richard Schmid bereits seit 2001 im Amt – auch für die bevorstehende Baustelle am Heimathaus: „Ohne den guten Zusammenhalt wäre das gar nicht machbar.“

pil