Den ambulanten Pflegediensten eine Stimme verleihen

Pro Senioren: Arbeitskreis Pflege setzt auf Miteinander – Fachvorträge und Diskussionen

Rosenheim – Die Häufigkeit der Ablehnung der Pflegestufe, der stetig wachsende bürokratische Aufwand für die Dokumentation, Probleme beim Umgang mit ärztlichen Verordnungsscheinen – es sind immer wieder die gleichen Herausforderungen, denen sich die Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste in ihrem beruflichen Alltag stellen müssen und die den reibungslosen Arbeitsablauf oftmals stark beeinträchtigen. Um diese zeit- und kräfteraubende Situation für alle Betroffenen zu verbessern, hat sich im vergangenen Juni der Arbeitskreis (AK) Pflege als vierter und jüngster unter dem Dach des Vereins „Pro Senioren Rosenheim“ zusammengeschlossen.

„Wir wollen den ambulanten Pflegediensten eine Stimme verleihen.“, bringt AK-Leiter Thomas Waldvogel das Anliegen des in jeder Hinsicht neutralen Gremiums auf den Punkt, in dem mittlerweile etwa zwei Dutzend öffentliche und private Anbieter aus dem Stadtgebiet und dem gesamten Landkreis vereint sind. Im Drei-Monats-Turnus kommen die Pflegedienstleiter beziehungsweise deren Vertretungen zum Erfahrungsaustausch im Rosenheimer Rathaus zusammen; ergänzend dazu stehen bei jedem Treffen Vorträge auf dem Programm. Neben einer Referentin des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen war in der Runde beispielsweise bereits ein Repräsentant der Pflegestiftung Meltl sowie ein Vertreter der Rosenheimer Ärzteschaft zu Gast. Noch im Mai steht hier der „Gegenbesuch“ an.

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Von den Zusammenkünften erhofft sich Waldvogel, selbst examinierter Krankenpfleger und früher lange Zeit im ambulanten Dienst tätig, neue Impulse für die Pflegekräfte sowie insbesondere mehr Verständnis für die Arbeit und die Entscheidungen der „Gegenseite“. Dabei setzt er auf ein einfaches Rezept: „Miteinander statt Gegeneinander“. So könnte beispielsweise eine Diskussion mit Vertretern von Krankenkassen dazu beitragen, eines der großen Spannungsfelder in der ambulanten Pflege zu entschärfen, ist er überzeugt.

Und auch an Visionen fehlt es Waldvogel, der in der Anfangszeit tatkräftig von Werner Faltlhauser unterstützt wurde, nicht. Zunächst schwebt ihm – in Anlehnung an den Demenzwegweiser – ein Pflegeführer mit sämtlichen Anlaufstellen rund ums Thema ambulante Pflege vor. Bislang sei das Projekt allerdings ein reines Gedankenspiel, rät Dagmar Pawelka vor verfrühten Anfragen ab. Sie koordiniert im Auftrag der Stadt Rosenheim die Belange des Vereins „Pro Senioren“ und steht zugleich als Ansprechpartnerin sowohl für Seniorinnen und Senioren als auch für Institutionen und Verbände zur Verfügung.

Mit dem „Arbeitskreis Pflege“ als fachliche und inhaltliche Ergänzung zu den drei Arbeitsgruppen „Alternative Wohnformen“, „Netzwerk Demenz“ und „Mehrgenerationenpark“ schließt sich derweil auch für die „Pro Senioren“-Vorsitzende Inge Ilgenfritz ein Kreis: „Nun kann der Verein noch mehr Gewicht in die Waagschale werfen, wenn es darum geht, bestmögliche Bedingungen für alte Menschen zu schaffen.“

Weitere Informationen unter www.pro-senioren-rosenheim.de oder unter Telefon 08031/365-1636.

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