Wie die Straßenbahn ans Kabel kam

Steil bis sehr steil - und gefährlich für die Pferdebahnen: die Straßen von San Francisco.

Steil bis sehr steil – und zu gefährlich für die Pferdebahnen: die Straßen von San Francisco.

San Francisco – Mit den Pferdebahnen wurde es zu gefährlich. Unfälle standen an der Tagesordnung, denn immer wieder gerieten die Tiere auf dem Kopfsteinpflaster der abschüssigen Straßen mit ihrer schweren Last ins Straucheln. Ein Gespann, das auf dem feuchten Untergrund in den Tod rutschte, brachte schließlich den Stein ins Rollen: Der Ingenieur Andrew Smith Hallidie ersann ein Konzept für von einem Seil gezogene Waggons, ähnlich den Transportsystemen im Bergbau. Unter den skeptischen Blicken der San Franciscans ging im August 1873 schließlich die erste Straßenbahn ans Kabel – und der Grundstein war gelegt für ein heute weltweit einmaliges Nahverkehrsmittel, dem an der Washington Street/ Ecke Mason ein ganzes Museum gewidmet ist.

Dabei ist das Prinzip aus heutiger Sicht eigentlich relativ simpel: In unterirdischen Gleiskanälen rattern Endlos-Seile aus  dickem Stahl und werden im Powerhouse, dem Herzstück des ganzen Betriebs, über Rollen gelenkt und verteilt. Erst wenn sich der „gripman“, der Wagenführer auf dem Cable Car, mit einer Eisenstange ins umlaufende Seil einhakt, kann die Fahrt losgehen. Vor einem Stopp wird ausgeklinkt und gebremst; für Sicherheit sorgen dabei drei von einander unabhängige Bremssysteme.

Das Prinzip der Cable Cars ist aus heutiger Sicht eigentlich relativ simpel: In unterirdischen Gleiskanälen rattern Endlos-Seile aus dickem Stahl und werden im Powerhouse, dem Herzstück des ganzen Betriebs, über Rollen gelenkt und verteilt.

Das Prinzip der Cable Cars ist aus heutiger Sicht eigentlich relativ simpel: In unterirdischen Gleiskanälen rattern Endlos-Seile aus dickem Stahl und werden im Powerhouse, dem Herzstück des ganzen Betriebs, über Rollen gelenkt und verteilt.

Bis zu 60 Passagiere fassen die Waggons, die an der Endstation per Handarbeit auf einer Drehscheibe gewendet werden; und ohne Zweifel bietet sich die beste Aussicht den „Klammeraffen“, die sich an einer der Haltestangen außen am Wagen den Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Die Haltestellen befinden sich meist auf einer Kreuzung, den oftmals einzigen Streckenabschnitten ohne Steigung.

Insgesamt acht Betreibergesellschaften waren im Laufe der Jahre auf den Zug aufgesprungen; 500 Wagen sollen im späten 19. Jahrhundert auf insgesamt 180 Kilometern im Stadtgebiet im Einsatz gewesen sein. Die verbliebenen drei Linien erstrecken sich heute auf rund 17 Kilometer.

Cable Car fahren auf chinesisch

Cable Car fahren auf chinesisch

Ohne Friedel Klussmann aber wäre die Stadt heute wohl um eine Attraktion ärmer: Die Dame hatte in den 1940er Jahren an der Spitze eines Bürgerkomitees vehement gegen die Pläne des Stadtrats mobil gemacht, der die Cable Cars komplett aus dem Verkehr ziehen wollte. Noch heute erinnert eine Gedenktafel im Museum an ihren Kampf für die rollenden Wahrzeichen San Franciscos, die seit 1964 unter Denkmalschutz stehen.

pil