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Autobahn-Anwohner fordern Tempo 120 - Bürgerantrag demnächst Thema im Rohrdorfer Gemeinderat

Im Wettlauf um die klugen Köpfe - Hochschule Rosenheim und IHK bekräftigen Kooperation beim Verbundstudium

Achenmühle: Zweimal Krippe und der Hort - Vorzeitiger Baubeginn für Erweiterung der "Zwergerlmühle" beantragt

Windelcontainer kommt - Kostenlose Abgabestelle am Wertstoffhof

Damit das Lesen kein Buch mit sieben Siegeln bleibt - Grundschullehrerin entwickelt Trainingshefte

Lärmschutz längst nicht in trockenen Tüchern - Bürgerinitiative drängt auf grünes Licht für Schutzwände

"Ohne Mitgliedsbeiträge und Spenden ginge es nicht" - Sozialwerk Rohrdorf hat im vergangenen Jahr 8000 Pflegestunden geleistet


So soll der Anbau der Zwergerlmühle aussehen, der mit einem Windfang ans bestehende Gebäude „angedockt“ wird.
Im Zuge der Erweiterung muss außerdem der Parkplatz umgestaltet werden.

Achenmühle: Zweimal Krippe und der Hort
Erweiterung der "Zwergerlmühle"- Vorzeitiger Baubeginn beantragt

Rohrdorf (pil) – Die Erweiterung des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle brennt dem Gemeinderat auf den Nägeln. Schon seit geraumer Zeit platzt die „Zwergerlmühle“ mit drei Kindergarten- und einer Krippengruppe sowie dem Hort schier aus allen Nähten. Ende 2013 läuft zudem das staatliche Förderprogramm aus, aus dem die Gemeinde bis zu 500.000 Euro für den Krippenbau beziehen könnte. Aus diesem Grunde hat der Gemeinderat nun einstimmig grünes Licht für den Bauantrag auf der Grundlage der vorgestellten Entwurfsplanung gegeben und zugleich bei der Regierung von Oberbayern den vorzeitigen Baubeginn beantragt. Das Projekt wird nach ersten Berechnungen des Architekten rund zwei Millionen Euro kosten. Wunschtermin für die Fertigstellung: Herbst 2013.
Ein kompaktes Gebäude in Holzbauweise hat Werner Schmidt für den Bereich zwischen bestehender Tagesstätte – sie steht dann für den Kindergarten zur Verfügung - und Dorfhaus konzipiert. Mit einer Grundfläche von 19,5 mal 11,5 Metern bietet es immerhin 550 Quadratmeter Nutzfläche und damit Platz für zwei Krippengruppen (jeweils eine im Erd- und im Obergeschoß) sowie für den Hort, der zwei Räume im Untergeschoß bekommt. Das Gefälle des Geländes soll dabei so gut wie möglich ausgenutzt werden, um den Schulkindern einen kleinen Ausblick aus den Fenstern an der Ostseite zu ermöglichen. Die Räume im Erdgeschoß führen auf eine Südterrasse, im Obergeschoß auf einen Balkon, der im Notfall als zweiter Fluchtweg dient.
Dank eines Speisenaufzugs – ein Wunsch der Kindergartenleitung - könne man sich auf die Einrichtung der Küche im Erdgeschoß als komplett ausgestattete „Koch-Küche“ beschränken; im Obergeschoß würde dann eine Art Teeküche ausreichen . An der Außenfassade des Neubaus, der mit einem Windfang an den bestehenden Kindergarten „andockt“, greifen Farbelemente im Eingangsbereich das Weinrot der „Zwergerlmühle“ auf.
Als ansprechend und gut durchdacht gelobt stieß die Planung im Gremium allgemein auf Zustimmung. Jedoch rief eine Nachfrage von Marianne Keuschnig (FWG) etwas ratlose Gesichter hervor: Die Behindertenbeauftragte hatte das Fehlen eines Aufzugs zum Hort bemängelt; dieser ist laut Plan nur über ein zentrales Treppenhaus erreichbar. „Das haben wir gar nicht bedacht.“, räumte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) ein. Lediglich das Erdgeschoß, in dem eine der beiden Krippengruppen untergebracht wird, sei per Rollstuhl erreichbar. Architekt Schmidt riet schließlich zum Einbau eines Treppenliftes. Zunächst aber wird die Verwaltung die gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen abklären.
Ganz bewusst wurde der Neubau als eigenständiges Gebäude angelegt und kann dadurch später auch anderweitig genutzt werden. Neben einer Holzpellets-Heizung wird er mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet; anstelle von Wandheizkörpern ist eine Warmwasser-Fußbodenheizung vorgesehen.
Um keine Zeit zu verlieren, wurden unter den folgenden Tagesordnungspunkten auch gleich die Ingenieurleistungen für die Tragwerksplanung, für die Elektroplanung sowie für die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärplanung vergeben.
Mai 2012


Im Wettlauf um die klugen Köpfe
Hochschule Rosenheim und IHK bekräftigen Kooperation beim Verbundstudim

Rosenheim (pil) – Der eklatante Fachkräftemangel in der Region stellt Betriebe wie Hochschulen vor neue Herausforderungen. So rückt der Doppelpack Studium/ Praxis als Bildungskonzept mehr und mehr in den Vordergrund, wenn es darum geht, frühzeitig qualifizierte Nachwuchskräfte zu rekrutieren und auch für künftige Führungspositionen an das Unternehmen zu binden. Mit einer neuen Kooperationsvereinbarung haben deshalb die Hochschule Rosenheim und die IHK für München und Oberbayern ihre Zusammenarbeit beim sogenannten Verbundstudium – parallel zum regulären Hochschulstudium umfasst es eine komplette Berufsausbildung inklusive Vergütung - bekräftigt.
„Historisches Ereignis“ an der Hochschule Rosenheim: Präsident Professor Heinrich Köster (links) und Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, bei der Unterzeichnung des neuen Kooperationsvertrages zum Verbundstudium. Foto: Pilger
Zugleich rührten der Hochschul-Präsident Professor Heinrich Köster und IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen im Rahmen einer Informationsveranstaltung bei Unternehmern aus der Region kräftig die Werbetrommel für die dualen Studienmodelle, die auf eine enge Verknüpfung von Wissenschaft und praxisnaher Ausbildung setzen.
„Der Wettbewerb um die klugen Köpfe verschärft sich kontinuierlich.“, mahnte Driessen eindringlich. Bereits jetzt habe einer Umfrage der Bayerischen Industrie- und Handelskammern zufolge jedes zweite Unternehmen Probleme bei der Besetzung offener Stellen; und der IHK-Fachkräftemonitor prognostiziere eine weitere Verschärfung der Situation bis zum Jahr 2020.
In Rosenheim ist derzeit die Kombination Ausbildung/ Studium in zehn verschiedenen Bachelor-Studiengängen der Fakultäten Betriebswirtschaft, Ingenieurwissenschaften, Informatik sowie Holztechnik und Bau möglich. Die neue Vereinbarung – entsprechende Verträge bestehen bereits mit den Hochschulen in München und Ingolstadt – stellt das Verbundstudienmodell für IHK-Ausbildungsberufe nun auch hier auf einheitliche Füße; das Aushandeln von Einzelkooperationen ist damit passé. Nach einer zwölfmonatigen Ausbildungsphase im Betrieb setzt am 1. Oktober des Folgejahres das Studium ein, skizzierte Vizepräsident Professor Dr. Eckhard Lachmann die Grundzüge des Verbundstudiums, von dem sich Hochschule wie IHK kräftige Impulse für die Region versprechen. Ausbildungsphasen im Betrieb und Studienzeiten wechseln sich bis zum Ende der Ausbildung ab; ebenso steht nach der IHK-Abschlussprüfung eine weitere praktische Tätigkeit im Betrieb bis zum Abschluss des Studiums an.
Klare Regelungen reduzieren nicht nur den Verwaltungsaufwand sondern erleichtern auch die Akquise dual Studierender erheblich, sind sich die Vertreter von Hochschule und IHK einig. Dadurch könnten nun auch kleinere und mittlere Unternehmen ganz einfach in die Kooperation einsteigen und zugleich den Wissenstransfer mit der Hochschule ausbauen. Über die Einhaltung der Qualitätsstandards wacht die Dachorganisation „hochschule dual“, ein Zusammenschluss der bayerischen Hochschulen und Bildungspartner der bayerischen Wirtschaft.
Eine geeignete und anspruchsvolle Aufgabe für die studierenden Auszubildenden zu finden, hält beispielsweise Anton Kufer für eine der großen Herausforderungen an die Betriebe. Der Diplom-Informatiker und Geschäftsführer der Kubus Software GmbH in Mühldorf spricht dabei aus Erfahrung; er beschäftigt neben mehreren Auszubildenden seit dem Wintersemester 2008/ 2009 auch zwei Dual-Studenten für Informatik und weiß daher, dass deren Praxisphasen genau geplant sein wollen. Auch habe man anfangs die Anforderungen seitens der Berufsschule unterschätzt, was in seinem Betrieb schließlich durch den Einsatz von Tutoren abgefedert wurde. Hier wären bessere Unterlagen von der IHK hilfreich gewesen.
„Das ist kein Studium light.“, warnt Kufer vor falschen Vorstellungen. Die Anforderungen im Verbundstudium, an dessen Ende zwei vollwertige Abschlüsse stehen, seien deutlich höher als „nur“ bei Lehre oder Studium. Entsprechend setzt er bei seinen Bewerbern eine Eins vor dem Komma im Abiturzeugnis voraus.
Ohne Frage erfordere der straffe Zeitplan ein hohes Maß an Disziplin und Leistungsbereitschaft, bestätigt Nicole Stanek. Parallel zum Informatikstudium (momentan im 6. Semester) hat die junge Frau bereits ihre Ausbildung zur Fachinformatikerin bei der Firma Hexal in Holzkirchen abgeschlossen. Der Berufsschulstoff wurde in wöchentlichen Präsentationen im Betrieb aufbereitet. Und an ihren vorlesungsfreien Tagen stand regelmäßig Büffeln statt Badesee auf dem Programm. „Das war kein Spaziergang.“, meint sie rückblickend, zumal manche Prüfungstermine nicht aufeinander abgestimmt gewesen seien. Doch die Belastung hat sich ausgezahlt. Einen festen Arbeitsvertrag hat sie jedenfalls bereits in der Tasche.
Mai 2012


Effektiver Lärmschutz längst nicht in trockenen Tüchern
800 Meter Wände für Achenmühle - Bürgerinitiative drängt auf grünes Licht auf politischer Ebene

Rohrdorf (pil) – Der Planungsdialog ist seit einem Jahr abgeschlossen, und die Arbeiten für den Vorentwurf gehen voran – in trockenen Tüchern sieht Josef Schmid, der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde“, einen effektiven Lärmschutz im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der Salzburger Autobahn dennoch nicht. Nun müsse im Hinblick aufs Wahljahr 2013 auf politischer Ebene möglichst schnell grünes Licht für die geplanten Maßnahmen eingeholt werden, die weit über den in der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung vorgesehene Rahmen hinaus gehen.
Die Autobahndirektion Südbayern habe zwar den Bau acht Meter hoher Schutzwände in die Planung aufgenommen, die in Achenmühle auf einer Länge von 800 Metern – jeweils 400 Meter östlich und westlich der Autobahnbrücke - den Lärm eindämmen sollen. Durch einen Regierungswechsel jedoch und mit einem Bundesverkehrsminister, der anders als Dr. Peter Ramsauer (CSU) diesem nicht-standardmäßigen Lärmschutz ablehnend gegenüberstehe, „könnte alles, was mühsam erkämpft wurde, nur noch Makulatur sein“, unterstrich auch Bürgermeister Christian Praxl bei der Jahreshauptversammlung die Dringlichkeit der Angelegenheit.
Zugleich sieht Schmid mit der Feinplanung noch viel Arbeit auf die Bürgerinitiative zukommen. Denn „noch sind empfindliche Details offen“, wie etwa der Gradientenverlauf, der Höhenverlauf der Fahrbahntrasse also, der enorme Abgrabungen beziehungsweise Aufschüttungen zwischen Apfelkam und Daxa erfordere. „Der Übergang der Wälle und Wände in die Landschaft muss auf jeden Fall gestalterisch vernünftig gelöst werden.“, betont er. Ebenso werde über die genaue Lage der neuen Autobahneinfahrt Richtung München und der künftigen Straße nach Geiging noch im Detail zu sprechen sein. Bürgermeister Praxl wies darüber hinaus auf die Notwendigkeit von Deponieflächen hin, die letztlich auch als Sicht- und Schallschutz dienten. Er hofft hier auf ein Entgegenkommen der Grundstückseigentümer.
Massive Kritik übte BI-Chef Schmid vor den rund 35 Zuhörern am organisatorischen Ablauf des eineinhalbjährigen Planungsdialogs, in den nicht nur Ehrenamtliche aus Achenmühle viel Zeit und Arbeit investiert haben: „Es gab weder für alle Beteiligten verbindliche Spielregeln noch eine Verbindlichkeit der Ergebnisse.“ Ebenso wenig sei beispielsweise die Bereitstellung von Informationen geregelt gewesen. Ihm bleibe nun nur die Hoffnung, dass die Interessierten an künftigen Dialogverfahren – etwa für die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel durchs Inntal – ihre Lehren aus diesen Erfahrungen ziehen mögen.
Aber auch das Ergebnis des Planungsdialogs selbst hatte Anfang vergangenen Jahres für große Ernüchterung gesorgt. Bereits in der Anfangsphase war der in den Augen der BI optimale Lärmschutz, eine knapp 1400 Meter lange Einhausung zwischen Achenmühle und Daxa, aus Kostengründen verworfen worden. Achenmühle, hieß es dazu im Bewertungsverfahren, weise weder städtebauliche noch landschaftliche Merkmale wie beispielsweise Entwicklungsschwerpunkte oder Schutzgebiete auf, die den Bau einer Einhausung rechtfertigen würden. Letztlich war an der südlichen Fahrbahn eine 400 Meter lange Galerie vorgesehen, die nach Ansicht von Bürgerinitiative und Gemeinde für einen zufriedenstellenden Lärmschutz jedoch bei weitem nicht ausgereicht hätte.
Ihrer Forderung nach einem mindestens doppelt so langen Bauwerk verliehen sie unter anderem mit einem Schreiben an alle beteiligten Entscheidungsträger Nachdruck; zumal der Bund bei der Galerie-Lösung indirekt Mehrkosten von rund 10 Millionen Euro für den Immissionsschutz zugestanden habe. Im Herbst schließlich kam bei einem Treffen mit der Bayerischen Staatsbauverwaltung im Maximilianeum die Zusage für die 800 Meter lange bis über den Standstreifen gekrümmte Lärmschutzwand, die auch Thema beim jüngsten Ortstermin mit Vertretern der Autobahndirektion und des Landratsamts sowie der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig war. Eine Teilnahme an der Gesprächsrunde mit Bundesverkehrsminister Ramsauer im Rosenheimer Landratsamt im November sei der Bürgerinitiative allerdings verweigert worden, ärgert sich Schmid noch heute.
April 2012


Damit das Lesen kein Buch mit sieben Siegeln bleibt
Samerberger Grundschullehrerin entwickelt Trainingshefte und verzichtet bewusst auf farbige Illustrationen

von Marisa Pilger

Samerberg – Bei den ersten Buchstaben sind die meisten noch mit Feuereifer dabei; und Mi-mi und An-na sind anfangs gern gesehene Begleiter. Doch schon bald, nämlich wenn es daran geht, halbseitige Texte zu lesen, deren Inhalt zu erfassen und wiederzugeben, fühlen sich immer mehr Abc-Schützen überfordert; sie verlieren den Anschluss und den Spaß an der Freude und steigen demotiviert aus.
„Lesen braucht Übung, und Übung braucht Zeit“, bringt Birgit Schreiber das Hauptproblem auf den Punkt, mit dem ihrer Ansicht nach Lehrer wie Schüler zu kämpfen haben. Mit ihren selbst entwickelten Lesetrainern will die frühere Lehrerin deshalb Leseneulingen Trainingsmaterial an die Hand geben, damit Gedrucktes nicht zu einem Buch mit sieben Siegeln gerät. Vier Jahrzehnte lang hat sie unter anderem in München, Neubeuern und Raubling Grund- und Hauptschüler unterrichtet und weiß daher, dass man den Schwächen möglichst früh zu Leibe rücken muss, sollen wertvolle Ressourcen nicht unwiederbringlich verloren gehen.
Sieben Teile umfasst der Lesetrainer von Birgit Schreiber mittlerweile. Darüber hinaus hat die pensionierte Lehrerin einen Mathetrainer für Vorschulkinder aufgelegt und gemeinsam mit ihren Kolleginnen Cornelia Schöllhammer und Ortrud Essling Tests für die Klassen eins bis sechs entwickelt, um etwaige Lücken in Deutsch und Mathe aufzudecken. Foto: Pilger
Kleine spannende Geschichten aus dem Lebensbereich sechsjähriger Mädchen und Buben und in Anlehnung an den Sachkundeunterricht stehen zu Beginn des inzwischen siebenteiligen Lehrgangs. Eingeschobene Bilderreihen sollen dabei für Lesepausen sorgen – und beinhalten bereits die ersten Aufgaben: Die Kinder müssen der Erzählung die richtigen Bilder zuordnen, kommen auf diese Weise zu einem Lösungswort – und können sich so die Informationsquelle Lesen „spielerisch erschließen“. Ohnehin sei Lesen zunächst vor allem eine Frage der Technik. Und diese „perfekt erlernen zu dürfen, muss bei allen Kindern, die eine Schule besuchen, verlässlich gewährleistet sein“, fordert die 67jährige, die ihren Beruf „mit Leib und Seele“ ausgeübt hat, mit Nachdruck. „Es darf uns in der ersten Klasse keiner entgleiten, der nicht lesen kann.“ Ob dann aus allen später Bücherwürmer werden, steht jedoch auf einem anderen Blatt.
Vom Ordnen von Purzelwörtern über das orthografisch korrekte Schreiben mit dem Bilderalphabet und Nachschriftübungen bis hin zur Textanalyse auf Viertklassniveau reicht die Palette an Aufgabenstellungen. Was jeweils zu tun ist, muss dabei buchstäblich erlesen werden; denn gilt es das eine Mal, das gesuchte Wort rot zu umfahren, muss es das andere Mal blau unterstrichen werden oder grün angekreuzt. Schreiber: „Eine kontrollierbare Lesehausaufgabe also“.
Vier auf einander aufbauende Übungsbände sowie einen Rechtschreibtrainer inklusive Lösungsteil zur Lernkontrolle hatte die Pädagogin und leidenschaftliche Leseratte zunächst mit Unterstützung ihrer Kollegin Lilo Fegg-Czermin zusammengestellt und auch im Unterricht, sowohl im Förder- als auch im Forderbereich, eingesetzt. „Mit Erfolg“, wie sie erfreut betont. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lernhilfen verzichtet der „Lesetrainer“ dabei ganz bewusst auf bunte Abbildungen und farbige Illustrationen. „Das lenkt nur ab.“
Dass diese Hefte allein aber nicht ausreichen, hat Schreiber ihre fünfjährige Tätigkeit als mobile Bereichslehrerin für Zirkus- und Schaustellerkinder gelehrt. An insgesamt 85 Schulen zwischen Miesbach und Altötting war sie während dieser Zeit im Einsatz und stieß selbst bei größeren Kindern immer wieder auf massive Schwierigkeiten beim Umgang mit den Buchstaben. Also hat Schreiber in ihrem Arbeitszimmer am Samerberg zwei zusätzliche Arbeitshefte für den allerersten Einstieg in die Welt der Buchstaben konzipiert, die ebenfalls über die Buchhandlung Bensegger in Rosenheim oder übers Internet bezogen werden können.
Auch Analphabeten könnten von diesen fibel- und altersunabhängigen Hilfestellungen profitieren, merkt Schreiber auf ihrer Homepage www.der-lesetrainer.de ergänzend an. Denn der Ausspruch des mehrfach preisgekrönten Schriftstellers und examinierten Volksschullehrers James Krüss (1926-1997), aus dessen Feder unter anderem „Timm Thaler“ und „Der wohltemperierte Leierkasten“ stammen, hat durchaus auch für die Älteren seine Gültigkeit: „Das Lesen, Kinder, macht Vergnügen, vorausgesetzt, dass man es kann..“.
April 2012


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